Geschichte Hausberg und ehem. Burg Kogl - Teil 3


E Neues, nach der ersten Veröffentlichung


E 1    4.9.1894 Heimatkunde, Beilage zur Schulchronik Kogl

In der Schulchronik Kogl gibt es eine Beilage „Heimatkunde“ aus dem Jahr 1894. Sie wurde von einer Dame aus Kogl übersetzt. Am 3.12.2024 für das Gemeindearchiv erhalten und für die Gemeindehomepage vom 19. bis 21.4.2025 abgeschrieben.


Anmerkung von dieser Dame aus Kogl: Dieser Karl Rittmannsperger ist der Vater von jenen Rittmannsberger - Gedenktafel an der alten Volksschule. Vielleicht in diesem Jahr 1894 geboren. 

An den löblichen Bezirksschulrat Tulln!

Eine ergebenst gefertigte Schulleitung beehrt sich auf Grund der Amtsblätter No 14 vom 5. IV. und No 15 vom 12. IV. 1894 "Die Heimatkunde von Kogl" einem löblichen Bezirksschulrathe in Tulln vorzulegen und bittet um Nachsicht des späteren Einlangens wegen Sammlung für eine eingehende und ausführliche Historik von Kogl. 
 

Schulleitung Kogl, am 4. Sept. 1894
Karl Rittmannsperger
Schulleiter

pag - 1 -

Heimatkunde von Kogl.

[…]

2. Die Bodengestaltung ist wellenförmig, die Berge sind Theile des Wienerwaldes. Einer seinem Umfange nach wichtiger Berg ist der Haaberg und eine kegelförmige Erhebung inmitten des Ortes heißt Schloßberg. Auf diesem stand vor etwa 500 Jahren eine Ritterburg. Die Anhöhen bilden einen Waldbestand aus Buchen, Fichten, Tannen und Kiefern. […]

Seite 6

9. Geschichtliches bietet unser Heimatsort eine hochinteressante Vergangenheit. Zu Kogl stand einst eine gewaltige Veste, von welcher nichts übrig geblieben ist als der Name Kogel, den das unansehnliche Dörfchen führt. Einige alte Grundmauern auf dem nahen waldangeflogenen Hügel, der heute noch Schloßberg heißt, sind die einzigen Überbleibsel der einstmaligen Veste Kogel. Sie war eine der vielen Ritterburgen, welche das alte Österreich zierten. Die erste geschichtlich beglaubigte Nachricht über die Veste Kogel findet sich im Jahre 1261. In diesem Jahre ertheilte Ottokar, König von Böhmen und Herzog von Österreich, allen Schiffleuten zu Tulln dieselben Rechte und Freiheiten wie sie die Schiffer zu Wien hatten und erklärt sie für steuerfrei. Unter den Zeugen dieser Urkunde kommt ein Wolfgherus de Chogel vor. Dies nach einem Originale im Stadtarchiv zu Tulln. Man kann annehmen, daß Wolfgher von Chogel der damalige Besitzer war. 
 Es erscheint, daß die jeweiligen Besitzer der Veste untergeordnete Ministerialdienste bei den öst. Herrschern verrichteten. Dafür spricht eine 60 Jahre später ausgestellte Urkunde. In derselben kommt ein Herr Ludwig vom Chogel vor, welcher Forstmeister genannt wird und einen Hof zu Aw (heute Au) dem Herrn Niclas von Elalarn (heute vielleicht Elsbach) um 400 Pfund Pfennige verkauft.
 1335 verkauft Weichart von Toppel, Hofrichter in Österreich, mit seinen Söhnen Hans und Niclas sein von den Herzögen erhaltenes Lehen, nämlich "das Haus zu dem Chogel um zwölfhalbhundert Pfund Wiener Pfennige. 1344 erscheinen urkundlich Reinprecht und Leopold von Chogel, Söhne des verstorbenen Conrad vom Chogel, welche dem Abt Friedrich von Melk 6 Joch Acker im Sierninger Felde bei Haunoldstein um 30 Pfund Wiener Pfennige verkaufen. Hierüber Urkunde vom 22 Feber 1344. Original im Melker Stiftsarchiv. Aus dieser Urkunde ist das Wappen der 

Seite 7

Besitzer der Veste Kogel ersichtlich.
Zu Beginn des XV. Jahrhunderts gab es in Österreich traurige Bruder- und Bürgerzwiste und daher politische Parteikämpfe, in welchen die Leidenschaften entbrannten und blutige Opfer forderten. Im Jahre 1408 hatte Herzog Albrecht IV. einen minderjährigen Sohn Albrecht V. hinterlassen. Über dessen Vormundschaft stritten sich die beiden Brüder des verstorbenen Herzogs Leopold und Ernst von der leopoldischen Linie. 
Jeder hatte seine Partei in Städten, Schlössern und Klöstern. Für Leopold den Älteren sprach das formelle Recht; der schlichte Herzog Ernst besaß viele Freunde unter den Bürgern Wiens, weil die außerordentlichen Steuern und Geldforderungen diesen lästig fielen. Ein Gerücht, daß Leopold den jungen Albrecht verdrängen wolle, um sich selbst zum Landesfürsten aufzuwerfen, gab den Anlaß zu einem Bürgerkriege. In Wien riefen die Anhänger Leopolds einen Aufstand hervor, welchen der Bürgermeister Conrad Vorlauf erstickte indem er fünf Rädelsführer am 8. Jänner 1408 wegen versuchter Meuterei hinrichten ließ. Dies wurde vom Herzog Leopold übel aufgenommen, der inzwischen mit seinem Bruder Ernst einen Friedensvertrag geschlossen hatte, in welchem Leopolds Recht der Vormundschaft aufrecht erhalten wurde. Den in der Politik durch die vollbrachten Thatsachen gebenden Ausschlag sollte auch der wackere Bürgermeister Conrad Vorlauf empfinden. Am 9. April 1408 berief Herzog Leopold Abgeordnete von Wien nach St. Pölten. Bürgermeister Conrad Vorlauf war mit 5 Räthen gefolgt. Gewiß ist, daß die Abgeordneten auf dem Rückwege von St. Pölten nach Wien von Parteigängern des Herzogs überfallen und gefangen gesetzt wurden. Es war am Palmtage 1408 - die Reisenden passierten eben den Waldweg des Riederberges in der Nähe von Gablitz - als plötzlich geharnischte Männer über sie herfielen, an der Spitze Hans Ritter von Laun.

Seite 8

Einige setzten sich zur Wehr und wurden verwundet, Richard Fluschhart getödtet. Einige entflohen, drei wurden gebunden und in die Gefangenschaft abgeschleppt, nämlich die Räthe Hans Rock, Niclas unterm Himmel, und der Bürgermeister Conrad Vorlauf. (Nach einer Erzählung des Thomas Ebendorfer de Haselbach, Chronicon Austriacum libris V. Comprehencum, bei Hieron. Bez. Scriptores rerum. Austriacarum. Tom. II. 834.
Man brachte die Gefangenen nach Kogel, damals gehörte die Veste dem Ritter Sebeck. Hier schmachteten die Gefangenen in langer Ungewißheit ihres Loses. Zur Zeit des Raubritterthums war die gewaltsame Habhaftmachung nichts Seltenes, sie fand oft nur statt, um Repressalien auf eigene Faust auszuüben. Ein solches Verhältnis obwaltete hier zwischen Hans Ritter von Laun und Conrad Vorlauf. Herzog Leopold hatte in der Versammlung zu St. Pölten den Stadtrath von Wien von dem Erlage eines Anschlages von 8000 Pfund Pfennige ui Gunsten einer Forderung des besagten Hans Ritter von Laun enthoben und letzterer war Gläubiger der Stadt Wien geworden. Hans Laun nahm sie gefangen, um wenigstens einen Theil durch Erpressung sich zu sichern. Er versprach dem Conrad Vorlauf die Befreiung gegen 200 Pfund Pfennige = 2000 fl und Unterschreibung der Urfehde, daß er sich niemals rächen wolle. Da die Freiheit ein kostbares Gut ist, ging er darauf ein.
 Urfehde = Ausstellung Kogel 1408 Juni ?. Grabdenkmal des Hans Ritter von Laun in der ehemaligen Stiftskirche zu Baumgartenberg in Ob.Öst.
Die Gefangenen verließen Kogel. Sie wurden über die Veste Kreuzenstein bei Korneuburg nach der Veste Ternberg bei W. Neustadt geschleppt. Am 20. Juni 1408 erhielten sie von Herzog Ernst die Freiheit. Am 11. Juli 6 Uhr morgens wurden die gefangen Gewesenen am Schweinemarkte, dem heutigen Bürgerspitalplatze, von Anhängern Leopolds hingerichtet. So endete Conrad Vorlauf und Gemeinderäthe als Opfer politischer Parteikämpfe. (Weiss, Geschichte der Stadt Wien. 1872 Seite 103)

Seite 9

Über die weiteren Schicksale der Veste Kogel und des am Fuße derselben liegenden Dörfchens ist weiter wenig Geschichtliches zu melden. Der Tradition zufolge ist der Ort zweimal gänzlich ausgestorben; einmal zur Zeit der Türkeninvasion, das andere mal zur Pestzeit. Eine einzige täppische Weibsperson kam davon. Die Veste Kogel kam in den Besitz der Herrschaft Rappoltenkirchen. Je mehr sich das Schloß Rappoltenkirchen erhob, desto mehr sank die Veste Kogel zur Ruine. Anno 1594 wird [die] Veste Chogel als eine Öde bezeichnet. Daß die Veste Kogel mit dem Besitz Rappoltenkirchen verbunden, beweist eine Urkunde vom Jahre 1627. Gebrüder Adam, Seyfried und Siegmund von Mallendin zeigen an, daß sie das Gut Rapoltenkirchen verkauft haben an Bernhard Freiherrn von Questenberg.
 Im vorigen Jahrhundert standen noch die Mauern der Veste Kogel. Das bayrische Sift Baumburg erbaute 1761 zu Kogel eine Kirche sammt Pfarrhof und ließ die nöthigen Steine von der öden Veste brechen. Unter Kaiser Josef II. wurde Kogel zu einer Localie erhoben, ging aber bald wieder ein. Nur Schule und Friedhof ist daselbst geblieben; seelsorglich gehört Kogel zur Pfarre Rappoltenkirchen. Die Gutsinhabung bekam vom Religionsfonde 14 lf als Ablösung  weil Pfarrhof und Keller auf herrschaftlichem Grunde standen. Heute bietet der Schloßberg keine Vergangenheit.
Zu dieser Hystorik befinden sich Original-Urkunden im Landesarchiv Wien. Perg. mit anhängendem verletzten Siegel, No 127. Desgleichen Staatsarchiv. Orig.-Urk. Perg. mit sechs anhängenden Siegeln. Ebenso Original im Melker Stiftsarchiv Scrin.59. Fasc. 3. Litt. c. Codex Mellic. Foll. 101b bis 102a.

Seite 10

Weitere Quellen bieten:
Original im Stadtarchiv zu Tulln. Vergleiche die Geschichte der Stadt Tulln 1874 pag 314 von Dr. Kerschbaumer. Ein Wolfkerus de Chogel erscheint auch in einer Urkunde ddto Wien 6. Jänner 1276 (Homeyr, Geschichte Wiens. II. Jhrg. II. Band.)
 Anmerkung Marktgemeinde, Andreas Bohnec, 21.4.2025:
 Zu Homeyr – Laut den Abschriften zu den Urkunden der Burg Kogl lautet die richtige Quelle Hornmayr).

Ferner eine Original Urkunde vom 14. Juli 1321 im n.ö. Landes-Archiv.
Ferner eine Original Urkunde im Haus-, Hof- und Staatsarchiv zu Wien vom 15. August 1335.
Ferner eine Original Urkunde im Melker Stiftsarchiv vom 22. Feber 1344. Hieraus ist auch das Wappen der Veste Chogel ersichtlich.
Die Erzählung des Thomas Ebendorfer de Haselbach das Güterbuch von Rappoltenkirchen im Landesarchiv.
Alle diese Aufzeichnungen finden sich in den Blättern des Vereines für Landeskunde von Niederösterreich. Redigiert von Dr. Anton Mayer. XIV. Jahrgang 1880. Verlag und Eigenthum des Vereines. (Druck von Seidel und Dohn.)
Über die Historik der Veste Chogel hielt im Verein für Landeskunde von Nieder-Österreich einen Vortrag Hochwürden Dr. Anton Kerschbaumer, derzeit Propst in Krems an [der] Donau. […]

Seite 12

Kogl, am 4. September 1894

Karl Rittmansperger
Schulleiter 

Veröffentlicht am 20.8.2025

E 2    22.3.1909 Brief aus Melk zum Siegel "Chogel"

Brief vom 22.3.1909 zur Urkunde im Register 2.12 (1344 II21.)

Verehrter Herr Oberlehrer!

Unser Herr ?? übergab mir vor einigen Tagen Ihre gar feierliche Anfrage, die ich rasch beantworten will.

Die betreffende Urkunde ist ein Kaufbrief über 5 Joch Acker in S???ingafeld in der Pfarre Haunoldstein, welche Reinprecht, Leupold als Bruder u. der Sohn Konrad von Chogl dem Abt Friedrich von Melk verkauften um 30 Pfund Pfennig Wienermünze.

Ich habe gleich (?) den Wortlaut des Verkaufs u. der Zeugen Unterchrift abgeschrieben, falls dies etwa für Sie Interesse hat. Die Siegel sind nur klein u. unansehnlich; alle 4 braun u. 32 mm Durchmesser. Das Wappen der von Chogl ist schwer kenntlich; ich glaube ein Hahnfederstutz; eine ?? lege ich bei.

Wulfing von Piela hat 2 Flügel im Wappen, Weichart von Egelse 3 Kugeln u. schräg links Streifen.

Falls Sie es wünschen kann ich ja eine Gips??? Machen; es wird aber auch kaum deutlicher werden.

Ergebenst zeichnet

Ein Wohlge???? Oberlehrer

Dr. Eduard Katschthaler

Gym. Prof. u. Stiftsarchivar

Melk,22.3.(19)09.

 

Abschrift der Urkunde:

Original Urkunde Pergament 27/16 cm, 4 anhängende Siegl.

[Text Siehe Register Urkunden 2.12]

Siegel  1      2     3      4

4 Siegel aus braunem Wachse ????hängend an ???ntstreifen, Größe 32 mm.

1 Reinprecht de Chogl

2 Leupold de Chogl

3 Wulfing de Piela

4 Weichart de Egelse

Download siehe im Register 01 Karten, Bilder: 42_Abschrift_Urkunde_1909

Veröffentlicht am 20.8.2025

E 3    1979, Jahrbuch für Landeskunde von Niederösterreich

Aus dem Inhaltsverzeichnis wurde ausgehend von den Einträgen „Lengenbach-Burg Ried“ und die „Grenzzwistigkeiten Mauerbach-Ollern“ recherchiert und weitete sich aus auf „officio Ollern“, Urkunden zu Ollern, Waldbesitz Ollern, Hofmark Ollern.


Die Ministerialen von Lengbach
unter Ottokar und den ersten Habsburgern

Jahrbuch für Landeskunde von Niederösterreich, 1979

Von Rudolf Büttner

Online Quelle ZOBODAT
https://www.zobodat.at/pdf/Jb-Landeskde-Niederoesterreich_44-45_0405-0426.pdf

 

Grund für Recherche war der Eintrag im Inhaltsverzeichnis „Lengenbacher und Burg Ried“.

Seite 405 (PDF Seite 1):

12. Jahrhundert Hochfreien von Lengenbach.

Ein Otto von Lengbach erscheint in nachgeordneter Stellung (als letzter Zeuge) 1211 in einer Urkunde, in der Bischof Manegold von Passau die Kirche von Ried aus der Pfarre Sieghartskirchen exscindiert. Die Urkunde ist in domo advocati Ottonis Wienne ausgestellt; unter den Zeugen findet sich außer dem schon erwähnten Otto noch pincerna eius (sc. advocati) Syfridus   5)

5) MB 28/2 256;
Hippolitus. Theologische Quartalschrift der Diözese St. Pölten 7 (1864) 241 f;
vgl. dazu Erich Rabl Sieghartskirchen (Wr. Neustadt 1978) 33.

Anmerkung Marktgemeinde, Andreas Bohnec, 31.12.2025:
Manegold – Trennung Ried siehe im Register E 64, Regesten und Urkunden aus „Die Herren von Kuenring. 1874“.
Veröffentlicht am 31.12.2025.


Seite 406 (PDF Seite 2):

Aussterben der Lengenbacher (1235)

Truchsessen von Lengenbach


Recherche 22.6.2025 (https://de.wikipedia.org/wiki/Truchsess_(Hofamt))
Truchsess war ein Hofamt in der mittelalterlichen Hofgesellschaft für den obersten Aufseher über die fürstliche Tafel. 
Es war ursprünglich die Bezeichnung für den obersten Aufseher über die fürstliche Tafel, später für den Vorsteher der Hofhaltung. Im Laufe der Zeit erhielt das Amt weitere einflussreiche Funktionen. Zahlreiche Familien nahmen die Amtsbezeichnung als festen Bestandteil in den eigenen Familiennamen auf.

Seite 409 (PDF Seite 5):

Wasserburger, Babenberger. Nach dem Aussterben auch dieser beiden Geschlechter war die Benennung „Truchseß“ nur mehr ein Familientitel und seit 1255 nannten sich zwei Brüder, die beide den Namen Heinrich trugen, nach Neulengbach.

Seite 412 (PDF Seite 8):

Im 13. Jahrhundert die jüngeren Lengbacher.

Es ist erstaunlich, in welchem Umfange mehrere der ehemaligen Gefolgsleute der Hochfreien von Lengenbach in der Lage waren, die Besitznachfolge ihrer Herren anzutreten. Im Raume zwischen Wienerwald, Traisen und Donau blieb mit Ausnahme der Burg Sitzenberg im Nordwesten und den Burgen Ried und Rappoltenkirchen in Nordosten der Grundbesitz der ausgestorbenen Hochfreien in ihrer Hand.

Nachweis des ererbten Besitz der Lengbacher Truchsessen erst im frühen 14. Jahrhundert. Ununterbrochene Besitznachfolge des Erbes der Hochfreien von Lengenbach ist für das 13. Jahrhundert anzunehmen.

Seite 414 (PDF Seite 10):

Über den Lengbacher Besitz in Tulln und ihre Stellung als Stadtministerialen wird noch ausführlich gesprochen werden. Die Burg Ried war zwar nicht mehr in Lengbacher Besitz, aber Reste der ehemals beherrschenden Stellung der Hochfreien von Lengenbach um den Riederberg haben sich bei den jüngeren Lengbachern erhalten  59).

Durch Neuerwerbungen verstanden es die jüngeren Lengbacher, ihren Besitz ostwärts bis an die heutige Stadtgrenze von Wien auszudehnen. So dürfte ihnen schon vor 1270 der Ankauf der wichtigen Burg Purkersdorf gelungen sein  60).

59) So Waldbesitz in Katzelsdorf und bei Ollern (Anton Kerschbaumer Geschichte der Stadt Tuln [1874] 331, Nr. 63;
FRA 11/36, 103). Die Zugehörigkeit der Burgen Kogl und Chorherrn müßte noch untersucht werden, ebenso die ersten Erwerbungen in Kritzendorf. Es war hier natürlich nicht möglich, dem Verbleib aller Güter der Hochfreien von Lengenbach nachzugehen, […]

60) Der gewaltige Bogen der ehemals römischen Limesstraße wurde tangential abgeschnitten durch die Straße über den Riederberg, die wahrscheinlich vor 1060 durch die Bischöfe von Freising gemeinsam mit den Grafen von Ebersberg angelegt wurde (Rudolf Büttner Befestigungsanlagen im Wienerwald um die Jahrtausendwende in AnzWA 1956 337 = Mitteilungen der Kommission für Burgenforschung Nr. 7). […]
 [Anmerkung Marktgemeinde, Andreas Bohnec, 14.9.2025: Eine teilweise Abschriften finden Sie im Register D 6.]

Seite 415 (PDF Seite 11):

Dadurch beherrschten sie nicht nur den wenig frequentierten Saumweg über den Sattel von Rekawinkel, sondern auch die wichtige Straße über den Riederberg.

Die Lengbacher als Stadtministerialen von Tulln […]

Seite 416 (PDF Seite 12):

Eine interessante Episode, die Rückschlüsse auf den Besitz der Lengbacher in Tulln zuläßt, ist die urkundlich nachweisbare Unterschlagung Heinrichs von Lengbach-Tulln. […]

66) FRA II/l 125, Nr. 109. Als Zeugen in dieser in Lengenpach ausgestellten Urkunde werden u. a. genannt: dominus Heinricus plebanus de s. Christofforo (Christophen, südl. Neulengbach), dominus Heunlo de Tulna, dominus Trousliebus, dominus Karulus de Chacharn (Chorherrn), dominus Ditricus de Calnperge (Kahlenbergerdorf in Wien) und ohne Bezeichnung dominus: Heinricus patruus noster (sc. Friderici dapiferi), Gotschalcus de Chogel (Kogl bei Rappoltenkirchen), Janso procurator noster (sc. Friderici dapiferi), Dietmarus dictus Strobel, Wulfingus et Ditmarus servi nostri (sc. Friderici dapiferi) und einige Tullner Bürger. An der Urkunde im HHStA hängt das zerbrochene Siegel des Lengbachers.


Seite 418 (PDF Seite 14):

1270: Verstimmung zwischen dem König und Friedrich von Lengbach  73) […]

73) 1269 ist Friedrich noch als einziger österreichischer Zeuge bei Kg. Ottokar in Podiebrad (Mailberger Urk. Nr. 40). 1270 wendet sich Ottokar dann gegen die Übergriffe Friedrichs von Lengbach und Friedrichs von Mauerbach gegen den Freisinger Besitz zu Ollern (FRA 11/31 314, Nr. 289 [1270] VII 14, Brünn) [...] quod Fridericus dapifer de Lengenpach et Fridericus de Maurpach et quidam alii ipsum in predio suo in Alarn videlicet in nemore, in pascuis et in viis publicis uti iure debito non permittunt. Der König befiehlt dem scriba Austrie Sidelin quatenus idem predium in Alarn prefato episcopo nostro nomine manuteneas et defendas [...]. Die Urkunde zeigt m. E. den Zwiespalt zwischen der Freisinger Immunität und den Rechten der Landgerichtsherren und ist gleichzeitig für eine Grenzziehung zwischen den Landgerichten des Lengbachers und dem des Landesfürsten zu Tulln von Bedeutung.

Zwei Google Übersetzungen Latein-Deutsch:

quidam alii ipsum in predio suo in Alarn videlicet in nemore
Einige andere fanden ihn auf seinem Anwesen in Alarn, nämlich im Wald.

quatenus idem predium in Alarn prefato episcopo nostro nomine manuteneas et defendas
dass Sie dasselbe Eigentum in Alarn im Namen unseres oben genannten Bischofs pflegen und verteidigen

 

Seite 419 (PDF Seite 15):

Friedrich Truchseß von Lengbach unter Rudolf und Albrecht von Habsburg […]

Vor seiner Abreise aus Österreich traf der König noch mehrere Entscheidungen von großer Tragweite für die österreichischen Landherren. Er verkündete die Anwartschaft auf sämtliche, seit dem Aussterben der Babenberger dem Landesfürsten gehörenden Güter, ließ sich von den Landherren seine Gefällsverpfändungen bestätigen, nahm die Abrechnung des Landschreibers Konrad von Tulln entgegen, wobei er anordnete, daß keiner der Landherren von Konrad Rechenschaft für dessen Amtsführung verlangen dürfe. Nebstbei erfährt man auch, daß Rudolf schon früher Besitz und Gülten bei Tulln, nämlich die Burg Ried, Einkünfte in Staasdorf und auf Inseln bei Tulln, verpfändet hat. […]

Seite 422 (PDF Seite 18):

Friedrich von Lengbach als camerarius Austrie […]

Nach Seite 426 (PDF Seite 23):

Stammtafel

Veröffentlicht am 20.8.2025

E 4    Wikipedia, Allgemeines zur Herrschaft Mauerbach

Online-Link:
https://de.wikipedia.org/wiki/Mauerbach_(Herrschaft)

Die Herrschaft Mauerbach war eine Grundherrschaft im Viertel unter dem Wienerwald im Erzherzogtum Österreich unter der Enns, dem heutigen Niederösterreich.

Die Herrschaft umfasste zuletzt die Ortsobrigkeit über Mauerbach, Gablitz, Steinbach, Hainbuch und Hirschengarten  1). Der Sitz der Verwaltung befand sich in Mauerbach.

Letzter Inhaber der Allodialherrschaft war der Unternehmer und Bankier Georg Simon Freiherr von Sina zu Hodos und Kizdia, der als größter Grundbesitzer Ungarns galt und auch im Viertel ober dem Manhartsberg begütert war, bis die Herrschaft als Folge der Reformen 1848/1849 aufgelöst wurde.

1) Carl von Gochnat: Nieder-Oesterreichischer Dominien-Schematismus für das Jahr 1848.
[Ein Handbuch des ganzen Personalstandes von den sämmtlichen Dominien in Oesterreich unter der Ens (etc.).] Verlag bei Edlen von Schmidbauer und Holzwarth, Wien 1848, S. 98 (Scann in der Google-Buchsuche).

Aus der Originalquelle:
Mauerbach U. W. Allod. Hft. Kanzlei daselbst. P. Purkersdorf. St. B. O. selbst. L. G. Purkersdorf. Gem. Mauerbach, Gablitz, Steinbach, Hainbuch, Hirschengarten. Inhaber. Hr. Georg Freiherr von Sina. v. Gföhl.
Directions - Kanzlei. v. Gföhl.
Verwalter und Justiziär. Hr. Anton Konetschny. Control. Amtschreiber. Hr. Hugo Pokorny. Förster. Hr. Joh. Hofmann. 2 Forstjungen. Gärtner. Hr. Wenzel Chittry. Amtsdiener. Vincenz Patsch. Straßeneinräumer. Joh. Wubly.

Mauerbach. v. Oberdöbling. 
Mauerbacher Gülte. v. Neulengbach.

Veröffentlicht am 20.8.2025

E 5    Karte „Geographische Lage“ Ollern - Mauerbach

Vielfältige Natur in Mauerbach
Lebensregion Biosphärenpark Wienerwald
Mai 2022

Online-Link:
https://www.bpww.at/sites/default/files/download_files/DW-430714-20220523-Gemeindebericht-Mauerbach.pdf

Seite 18:
Karte „Geographische Lage“ Ollern - Mauerbach

 

Internet-Recherche, Entfernung Ollern – Mauerbach, über die B1:

9,8 km

Veröffentlicht am 20.8.2025

E 6   Chronik von Gablitz, Jänner 2003

Chronik von Gablitz
Dr. Renate Grimmlinger, MSc
Stand 1/2023

Online-Link: https://cdn.citiesapps.com/pages/6635fbb332e9baa4c568c376/page-file-system/1732204827671_2023_0214_Chronik_Gablitz.pdf

Seite 1:
Laabach erstmals 1060 urkundlich erwähnt.

Seite 2:
1060 Urkunde, in der Bischof Ellenhart dem zum Bistum Freising gehörenden Wintherus die Erlaubnis erteilt, die Hube (Bauerngut) in Loupach (Laabach) 5) gegen eine Hufe in Alarun (Ollern) tauschen zu dürfen. Das Bistum Freising (bei München) war seit 1033  6) im Besitz des Hofes in Ollern. Damit gehörte auch das umliegende Land zum Bistum Freising. Die Sachsenganger waren Lehensträger von Freising. [Ausschnitt der Urkunde, Museum Gablitz, Freisinger Handschriften]

5) Aus dem Schreiben von Univ. Dr. Karl Brunner 2009, der auch die oa Urkunde übersetzte und interpretierte: „Die Zuschreibung von Loupach zu Laabach, Gd. Gablitz, wird durch das Historische Ortsnamenbuch von Niederösterreich IV 4 (L6) bestätigt, obwohl es kaum weitere Belege gibt; gut belegt ist die zu Ollern, HONB V 37 (O84). Ulmerfeld als Ausstellungsort ist auch klar, s. HONB VII 4 (U2).“

6) http://regesta-imperii.digitale-sammlungen.de/gehezuseite/ri03_app1951?page=97 Zugriff 15.12.2008.
Anmerkung Marktgemeinde Andreas Bohnec, 29.6.2025: Der Link funktioniert nicht mehr.

Seite 3:
Die Sachsenganger waren Lehensträger von Freising.

Seite 4:
1318 ist auch erstmals ein „forstmaister von Österreich“ erwähnt: Ludwig von Chogel, der 1321 den Auhof um 400 Pfund Wiener Pfennig an den Wiener Ratsbürger Niclas Eslarn verkauft.  15)

15) NÖLA, Privaturkunde 127 v. 13.7.1921, zitiert von Maruna (1998) S. 33

1339 Umpfarrung von Sieghartskirchen nach Purkersdorf: Am 18.4.1339 bestätigt Herzog Albrecht II. dem Probst und Konvent zu Baumburg als Patronatsherrschaft zu Sieghartkirchen die tauschweise Übertragung der Güter, Zehent- und Pfarrechte zu Gablitz auf die Pfarrei Purkersdorf. Als Rekompens erhält das Kloster das Recht, über die bisherigen 10 Fuder (Karratae) Wein hinaus weitere 10 Fuder auf dem Wasser - „in aqua“ - zollfrei - „sine muta“ - nach Baumberg zu bringen. Für den kurz zuvor verstorbenen Herzog Otto ist ein Jahrtag zu halten.  18)

18) 17 1 Pfund = 240 Pfennig 18 Übersetzung von Dr. Manfred Hörner vom 27.11.2013, Bayerischem Hauptstaatsarchiv, wo sich eine Abschrift der Urkunde aus 1669 befindet. BHStA, I. Abtl., I Ältere Bestände, 2b a: Klöster und Stifte, Kloster Baumburg , KU 7. In der KU 111 vom 4.12.1357 wird die zollfreie Einfuhr von 30 Fuder Wein von Herzog Albrecht II. bestätigt. Auch diese Urkunde befindet sich im Bayr. St.A. Ried war bereits 1211 von Sieghartskirchen getrennt und selbstständige Pfarre: Urkunde 22. Mai 1211. http://www.momca.unikoeln.de/mom/ATStiAHe/HerzogenburgCanReg/1340_I_06.2/charter?q=sieghartskirchen Zugriff 11.11.2013.
 Anmerkung Marktgemeinde Andreas Bohnec, 29.6.2025: Der Link funktioniert nicht mehr.

Seite 5:
1357 bestätigt Albrecht II. von Österreich dem Kloster Baumburg die zollfreie Einfuhr von 20 bzw. 30 Fuder Wein auf dem Wasser, und erwähnt dabei die Übertragung der Zehnt- und Pfarrrechte zu Gablitz von Sieghartskirchen nach Purkersdorf und ein Jahrtag für Herzog Otto.

1376: Johann von Dietrichstock hatte viele Besitzungen, er stifte u.a. für das Spital in Tulln und an Mauerbach. Vor ihm war Alber, Schenk von Ried, Forstmeister, dessen „Feste und das Waldamt zu Ried“ er verwaltet hatte, nach ihm: Hans.

Der Forstmeister war Hans Schenk von Ried, der 1396 mit „Besitz in Laabach“ und 1412 mit Wiesenbesitz in Gablitz erwähnt ist  23). Mit Hans stirbt 1413 das Geschlecht der Schenken aus, die Burg Ried gelangt an Albrecht V., sie ist Mitte des 15. Jhd. bereits als „öde“ bezeichnet. Laabach, das 1060 urkundlich erwähnt ist, war Freisinger Besitz. Die Burg Ried, vmtl. zu Beginn des 12. Jahrhunderts errichtet., war 1211 Lehensbesitz des Hadmar I. von Kuenring, 1280 verzichteten Leuthold und Heinrich von Kuenring zu Gunsten Rudolfs von Habsburg. Die Feste wurde an Conrad von Tulln verpfändet, dessen Tochter Adelheid Otto von Neuburg heiratete, die sich dann „Schenken von Ried“ nannten. Die Hütteldorfer Pfarre wurde von Wernhard, Schenk von Ried (+1364) 1356 gegründet. Der letzte Schenk von Ried war Hans, der auch Laabach als herzogliches Lehen inne hatte. Seine Witwe Walpurga verzichtete 1416 zu Gunsten von Herzog Albrecht V. auf die Pfandherrschaft. 1447 nur mehr als „Burgstall“ erwähnt.  24)

23) Twerdy, Band 1, S 360, Band 2, S. 516: 1412. 15. Okt. Q I/4, 208, 4367, HHSTA
24) vgl. http://www.wehrbauten.at/noe/niederösterreich

Seite 6:
1398 den Hof in Gablitz an Leutold von Chreusbach28. Die Chreusbacher hatten das Jägermeisteramt inne, das 1358 von Herzog Rudolf IV. geschaffen worden war, Sitz in Rappoltenkirchen.

Seite 7:
1408 wird der Wiener Bürgermeister Konrad Vorlauf bei Gablitz verhaftet.
1456 wird das Kloster St. Maria in Paradiso am Riederberg gegründet.

1529 hatte die Bevölkerung sehr zu leiden: osmanische Streifscharen […]Das Kloster St. Maria in Paradiso am Riederberg wurde 1529 zur Gänze zerstört und nicht mehr aufgebaut. 18 Mönche fanden den Tod. [Alte Zeichnung der Klosterruine]

Veröffentlicht am 20.8.2025

Recherche zu „Schenk“ am 25.11.2025 bei der Erstellung des Inhaltsverzeichnises:
Schenk oder Schenck (lateinisch pincerna), auch Mundschenk, war ursprünglich ein germanisches Hofamt und unter anderem mit der Aufsicht über die höfischen Weinkeller und Weinberge verbunden. Im Mittelalter wurden häufig Ministeriale mit diesem Amt betraut und stiegen in den Adelsstand auf. Seit dem Ende des Mittelalters war dieses Erbamt allerdings mit keiner Funktion verbunden, das als Ehrenamt oft in einer hochrangigen Adelsfamilie erblich wurde, faktisch meist aber von einem Stellvertreter ausgeübt wurde. Der Wohnsitz eines Schenken war in der Regel eine kleinere Burg mit dazugehörigem Landbesitz.

Online-Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Schenk_(Adelstitel)

Veröffentlicht am 25.11.2025

E 7   Internet-Auszug aus Twerdy, Geschichte des Wienerwaldes, 1998

Online-Link:
https://www.1133.at/document/view/id/860

Gablitz
Auszug aus Wilhelm Twerdys „Geschichte des Wienerwaldes“, 1998

Die Ortschaft Gablitz, angeblich benannt nach einem slavischen Flüsschen „kaplica“ gehörte ohne Zweifel zum Königshof Alarun, der 1033 an das Bistum Freising geschenkt wurde. Sie ist daher auch beim Freisinger Besitz im Wienerwald angeführt. […]

Der Untertane des Bischofs Ellenhard von Freising, Winther, tauschte 1 Hube in Loupach, gegen 1 Hube in Ollern selbst, in die Hand des Advokaten Otto. […]

Gerold und Hartneid, beide herzogliche Ministeriale, hatten Besitz in Ollern - Alarun vom Bischof von Freising entfremdet, dessen Herausgabe Hartneid verweigerte. […]

Veröffentlicht am 20.8.2025

E 8   Oesterreichische Geschichte, 1779

Oesterreichische Geschichte.
Erster Band.
Wien, 1779.

Online-Link:
https://www.google.at/books/edition/Oesterreichische_Geschichte/4RBnAAAAcAAJ?hl=de&gbpv=1&dq=Mauerbach+Ollern&pg=PA201&printsec=frontcover

Seite 200 (PDF-Seite205):

[1020: Theil der Insel Sachsengang an der Donau]

Seite 201 (PDF-Seite206):

Das Bißthum Freysingen erhielt vom Kaiser Conrad dem II. im Jahre 1033 einen Hof oder Landgut in comitatu & Marchia Adalberti Marchionis, welcher curtis alarum oder alaris genennet wird, und das heutige hinter Mauerbach gelegene zur Herrschaft Holenburg gehörige Dorf Ollern zu seyn scheinet. Diese Schankniß [= Schenkung] wurde nachher vom Kaiser Heinrich dem III. im Jahre 1040. bestätiget. (2)

(2) Beyde Urkunden beym Gewold T. I. p. 98. 100

Veröffentlicht am 20.8.2025

E 9   Geographie für alle Stände, 1786

Online-Link:
https://www.google.at/books/edition/Geographie_f%C3%BCr_alle_St%C3%A4nde/G9s0KvBOWUIC?hl=de&gbpv=1&dq=Mauerbach+Ollern&pg=PA816&printsec=frontcover

M. Johan Ernst Fabri

Geographie für alle Stände
Erster Theil. Erster Band.
Leipzig, 1786.

 

Seite 784 (PDF-Seite 818):

Alarun, ein Hof, jetzt Allern.

Seite 816 (PDF-Seite 849):

Ollern, ein Kirchdorf, hinter Mauerbach, gegen Freyndorf, vorzeiten Alarum und Alarn genant, ein Hof und eignes Gut.

Anmerkung Marktgemeinde, Andreas Bohnec, 10.8.2025:
Eine weitere ähnliche Quelle finden Sie im Register E 57.7.13: Topographie von Niederösterreich, 1768.

Veröffentlicht am 20.8.2025

E 10   Geographisches Handbuch von dem östreichischen Staate, 1791

Online-Link:
https://www.google.at/books/edition/Ignaz_de_Luca_k_k_Raths_und_Professors_G/bxVfAAAAcAAJ?hl=de&gbpv=1&dq=Mauerbach+Ollern&pg=PA320&printsec=frontcover

Ignaz de Luca
Geographisches Handbuch von dem östreichischen Staate.
Erster Band.
Wien, 1791

Seite 320 (PDF-Seite 333):

Ollern, ein Dorf mit einer Lokalcapellaney , hinter Mauerbach , im Landgericht Neulengbach, im Decanat Tuln.

Seite 329 (PDF-Seite 342):

Tuln, eine landesfirstliche Stadt , mit einem Landgericht , Pfarreund Decanat, […]

Zu dem hier befindlichen Decanat, gehören: a) die Pfarren Abstätten, St. Andre im Hagenthal, Freyendorf , Königstätten, Langenlebern, Langenrohr, Michelhausen , Sieghartskirche[n], Tulbina, Tuln, Zeiselmauer, und Zwentendorf. b) die Lokalcapellaneyen Chorherren, Judenau, Ollern, Ried, Ruß.

Veröffentlicht am 20.8.2025

E 11   Beyträge zur teutschen Länder-, Völker-, Sitten- und Staaten-Kunde, 1826

Online-Link:
https://www.google.at/books/edition/Beytr%C3%A4ge_zur_teutschen_L%C3%A4nder_V%C3%B6lker/bFoAAAAAcAAJ?hl=de&gbpv=1&dq=Mauerbach+Ollern&pg=PA322&printsec=frontcover

Beyträge zur teutschen Länder-, Völker-, Sitten- und Staaten-Kunde.
Von I. E. von Koch-Sternfeld
Zweyter Band.
München, 1826

IV. Zur Geschichte der Ausstattung und des Haushalts der teutschen Bisthu(e)mer; insbesondere des Bisethums Chiemsee. Anhang. Peter von Osterwald: u(e)ber die Cameral = und Rentenwirthschaft des Hochstifts Freysing auf dessen Herrsschaften in Bayern und Oesterreich, und über die damaligen Steuer-Systeme ec. , geschrieben im Jahre 1757. Mit Noten vom Herausgeber, Seiten 267-356

Seite 322 (PDF-Seite 353):
Ueber die ehemals freysingischen Güter in den östersreichischen Provinzen hier einige Notitzen: […]
Zu den ältesten freysingischen Colonisationen in Oesterreich gehören aber: […]

Ollern hinter Mauerbach (Alarun), Urkunde von 1033. Ein Theil der Insel Sachsengang in der Donau unter der Stadt, Enzersdorf, 1048 vom Kloster Weyhenstephan eingetauscht: Sachsengang.-

Veröffentlicht am 20.8.2025

E 12.1   Archiv für Kunde österreichischer Geschichts-Quellen, 1861

Archiv für Kunde österreichischer Geschichts-Quellen.
 Herausgegeben von der zur Pflege vaterländischer Geschichte aufgestellten Commission der kaiserlichen Akademie der Wissenschaften.
Siebenundzwanzigster Band. Wien, 1861.

Online-Link: https://www.google.at/books/edition/Archiv_f%C3%BCr_Kunde_%C3%B6sterreichischer_Gesc/XBJKAAAAcAAJ?hl=de&gbpv=1&dq=Archiv+f%C3%BCr+Kunde+Ollern+Mauerbach&pg=PA193&printsec=frontcover

III.
Die Freisingischen Sal-, Copial- und Urbarbücher
In ihren Beziehungen zu Österreich.
Dargestellt von Joseph Zahn.

Seite 193 (PDF-Seite 208):
Unter den bairischen Bisthümern, welche seit den Zeiten der Karolinger Besitzungen in der Ostmark und deren südlichen Ländern erwarben, wurde bekanntlich Freising nach Salzburg und Passau am ausgiebigsten von den Kaisern bedacht. Gewiss aber übertraf es auch diese beiden in der geographischen Vielseitigkeit seiner Güter. Vom Inn bis an die March und von der Thaya bis an die Etsch trifft man vom IX. bis XIII. Jahrhunderte mehr minder grosse Gebietscomplexe Freisinger Herrschaft verstreut. Viele derselben haben sich bis zur Aufhebung und Übertragung des Bisthumes erhalten  1), andere verkümmerten schon vor langen Jahren  2) oder sind fast gleichzeitig mit ihrer Erwerbung spurlos wieder verloren gegangen  3).

1) So in Nieder-Österreich die Herrschaften: Gross-Enzersdorf im Marchfelde, Holenburg an der Donau, mit Ollern bei Ried und Gütern in der Wachau ,[…]

2) So in Nieder-Österreich : Sachsengang , der eigentliche Mittelpunkt des Freisinger Besitzes im Marchfelde, der Freisinger Hof in Wien, der Besitz an liegenden Gründen im Wiener Walde von Ollern bis Gablitz und Mauerbach; […]

Seite 215 (PDF-Seite 230):
 Im Allgemeinen enthält dieser Codex 25 Österreich betreffende Urkunden. […]

Nr. 27  Fol. 301.  c. 1060. Derselbe und Winther betr. Alarun  6).

6) Ibid. Nr. 1234. Es gibt zwar auch ein Alarun, heute Hollern in Baiern, bei Eching, aber hier ist unzweifelhaft das österreichische Ollern , am westlichen Abhange des Wiener Waldes , das kurz vorher in Freisinger Besitz gekommen war, gemeint. Es dürfte sonach Freudensprung irriger Ansicht sein.

 

Seite 220 (PDF-Seite 235):
Es konnte mir nicht obliegen, genau zu untersuchen, ob der „liber de gestis Episcoporum Frisingensium" des V. Arenpeckh (1440 +c.1495) in seinem Theile bis zum Ende des XII. Jahrhunderts unmittelbar aus Codex 238 oder aus Codex 191 (liber quartus und sextus) geschöpft sei. Doch scheint eher das letztere anzunehmen, da der Chronist der Anfertigung dieses näher stand, vielleicht auch gar dabei in Anspruch genommen oder sonst wie dazu in Beziehung war. Einen wesentlichen Bestandtheil seines Werkes bildet immerhin jenes oben erwähnte Urkundenverzeichniss des XI. Jahrhunderts. Die Copie Arenpeckh's, welche uns durch Deutinger im Drucke vorliegt, ist aber an vielen Stellen in Hinsicht auf die Ortsnamen sehr schlecht und ich reihe hier die richtigen Lesearten in beschränkter Anzahl ein, welche in der genannten Ausgabe nicht beigezogen wurden 2).

[…] p. 35 Alarum         statt Alarun              (Anmerkung Andreas Bohnec: unser Alarun?? Wegen der Erwähnung von Codec 191 erfasst.)

Seite 238 (PDF-Seite 253):
 [Urbare] Das älteste Datum der Einzelarbeiten unseres Codex ist 1291, das nächste 1296, die übrigen sind um und nach 1300. […]

Zuweilen ist die Aufzählung reichhaltiger als in dem Urbare von 1316 (namentlich was die windische Mark und die Hofmark Alarn betrifft), aber was „die einzelnen Hofmarken mit ihren Grenzen, … der Schilderung der Verhältnisse zum Landesherrn“ und „die Vogteiständigkeit einzelner österreichischer Ministerialen zum bischöflichen Gute" anbelangt, von denen Dr. Rössler spricht, so wird mehr von ihm gefunden und meinerseits vermisst, als in der That gegeben. […]

Seite 240 (PDF-Seite 255):
Die vierte Abtheilung (fol. 76-77) enthält die „Annotacio reddituum siue predii in Alarn". Mit Ausnahme der Markbeschreibung, die wieder hier sich nicht findet, ist eine Darstellung des Ollorner Bisthumes in Codex 250 der Heckenst. Frising. ganz ausgelassen, der einzige Mangel, welcher sich in dieser sowohl in Anlage, als innerer und äusserer Ausführung wahrhaft schönen Handschrift zeigt. Für sie ist daher diese Abtheilung als Ergänzung sehr wichtig, da mit Ausnahme anders gearteter Beiträge aus dem Notizbuche Bischof Konrad's III. (fol. 43) dieses abgelegenen Besitzes keine Erwähnung mehr geschieht. Die Beschreibung der Waldgrenzen von Alarn ist im Vergleiche zur Markbeschreibung in Note 93 unten bei den Urkundenbeilagen gegeben.

Seite 251 (PDF-Seite 266):
 Bei so geartetem Inhalte ist das „Notizbuch" weit mehr Quelle für Kenntniss des mittelalterlichen Lebens und für Culturgeschichte als ein Urbar, […]

Fol. 43a. Fines et mete predii in Alaren (wie im Codex 250 der Heckenst. Frsingen. fol. 8).

Fol. 43a. Verzeichniss der Güter inner der Ollerner Hofmark, die von Fremden besetzt sind, als Lehen oder ohne Belehnung  1).

1) Wie gross die Hofmark Alaren oder heute Ollern gewesen, sieht man am besten aus diesem Verzeichnisse (da denn schon die in Note 93 der Urkundenbeilagen gegebenen Markbeschreibungen unklar geworden) und eben so was aus dieser Hofmark verloren ging. Die Herzoge von Österreich besassen davon als Lehen die Burg Ried, davon heute kaum mehr etliche Trümmer vorhanden, und den Wald „Chirpach", der Hubmeister (c. 1316) den Wald „Hirzfurt" (Hirschgartl?), die herzogl. Förster den Berg Saupuhel", der Schenk von Chunringen das Dorf „Vlohsperch" (Flachberg), der Bürger Griffo von Wien das Dorf „Gaeblitz" (Gablitz) und einen Wald, der Truchsess Christian von Lengenpach den Wald „Puchberch", die Nonnen vom Kloster „auf der Hülben zu Wien gleichfalls einen Wald, ein gewisser Eysenpaeutel das Dorf„Weinzurel" (Weinzierl), die Bürger Chiburger und Christan von Wien die Wälder „apud„Purgleis" und „Charelholtz" etc., - davon ein Teil unrechtmässig  und ohne belehnt zu sein.

Einschub Hofmark, Recherche 29.6.2025:

https://de.wikipedia.org/wiki/Hofmark

Hofmark bezeichnet den abgegrenzten Bezirk einer Grundherrschaft, der das Recht zur niederen Gerichtsbarkeit zustand.

Es ist ein Begriff aus dem mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Recht im Herzogtum Bayern, in der Habsburgermonarchie und im Erzstift Salzburg. Der Begriff lässt sich seit der Mitte des 12. Jahrhunderts nachweisen. Rechtsgrundlage war die Ottonische Handfeste vom 5. Juni 1311, in der die niederbayerischen Stände dem Herzog Otto III. eine einmalige Steuer bewilligten, dafür aber die niedere Gerechtigkeit für ihre Besitzungen erhielten.

Unterschieden wird zwischen geschlossenen und offenen Hofmarken.
In den geschlossenen Hofmarken unterstanden auch die in der Hofmark ansässigen Untertanen fremder Gerichtsherrn dem Hofmarksherrn. In den offenen Hofmarken dagegen erstreckte sich der Herrschaftsbereich des Inhabers nur auf die eigenen Gebäude und die Untertanen, die ihm gehörende Güter bebauten. Die nächsthöhere Verwaltungseinheit war sowohl in Bayern als auch in Österreich und Salzburg das Landgericht. […]

Zur Bezeichnung „Hofmark“ in Österreich.
Von Hans Krawarik.

Online-Link: https://www.vr-elibrary.de/doi/abs/10.7767/miog.1969.77.12.128?download=true&journalCode=miog

Der Name Hofmark leitet sich ursprünglich aus der Gegebenheit eines Rechtsbereiches um einen Hof ab. Man konnte darunter zunächst bloß einen Immunitätsbereich „innerhalb der Dachtraufe“ oder einen Niedergerichtsbereich direkt um einen Adelshof verstehen. Dieser Fall ist des öfteren in Bayern gegeben, kommt aber auch in Österreich vor. Eine Erweiterung des Hofmarkbegriffes geschah dort, wo verstreute Güter zu einem Herrenhof dienstbar waren und dieser den wirtschaftlichen Mittelpunkt darstellte. Eine rechtliche Funktion trat hinzu. Unter bestimmten Voraussetzungen einer Kompilation von Grundherrschaft und Gerichtsherrschaft entstand dadurch die Hofmark.

Veröffentlicht am 20.8.2025

E 12.2   Lateinischer Text Urkunde 1358 26. Februar   (Recherche Hofmark Ollern)

Diese Urkunde wurde im Zuge der Recherche erstmals gefunden – bisher in den bekannten Abschriften nicht enthalten.

Online-Link: https://www.monasterium.net/mom/FreisBm/1358_II_26/charter

Bischof Albrecht und das Capitel von Freising verkaufen von ihrem Kirchengute der Hofmark Ollern einen angegebenen Theil sammt dem Berge ,Chalhoksperch‘ dem Kloster Mauerbach um 150 Pfund Wiener Münze.

Source Regest: 
 
ZAHN, Codex Diplomaticus (=FRA II/35, Wien 1871) S. 320 Nr. 729

Text witnesses:
orig.

Current repository: 
Haus- Hof- und Staatsarchiv Wien

2 anhängende Siegel, davon Nr. 2 nur in Fragment
Material: Pergament

Full text:

Nos Albertus dei et apostolice sedis gracia episcopus Frysingensis tenore presencium profitemur et constare cupimus vniuersis, quod cum nemus et silua in Rentzeinspuihel cuius confines sunt a vado wlgariter dicto Retzeinsfurt usque in Alhingsgraben et abhinc ad montem dictum Tyerberg, postea sursum iuxta montem usque ad locum qui dicitur Zwifurter, et tunc deorsum ad siluam dominarum claustralium de Tulna, donec peruenitur directe ad rivvm predictum in Retzeinsfurt sicut aqua pluuialis demonstrat, nec non nemus seu silua in Chalhoksperch circa hospitale in Maurbach attingens ab vna parte ad fossatum ryppe in Maurbach, et termini eius sunt iuxta eandem rypam in Maurbach deorsum usque in Kleppengraben et ex parte alia sursum usque in marchiam Geblitz prout etiam aque pluuiales declarant, ad ecclesiam nostram memoratam iure proprietario pertinerent, nobis quoque et successoribus nostris modicum vtilitatis et comodi de eisdem siluis et nemoribus proueniret, nos prehabita diligenti et matura deliberatione venerabilium quoque et dilectorum in Christo Johannis prepositi, Erhardi decani atque capituli eiusdem ecclesie nostre vnanime voluntate ac beneplacito accedente nemora prelybata pro centum et quinquaginta talentis denariorum Wyennensium vsualis monete quod quidem precium nos percepisse fatemur, in alios vsus seu redditus uel solutionem debitorum prefate nostre ecclesie per nos fideliter conuertendum, nostro ac ecclesie nostre loco et nomine rationabiliter tradidimus et vendidimus cum omnibus et singulis iuribus et pertinentiis eorundem honestis et spiritalibus viris priori et conuentui domus Vallis omnium sanctorum ibidem in Maurbach Carthusyensis ordinis recipientibus pro se suisque successoribus et per eos ac monasterium eorum habenda, tenenda et imperpetuum possidenda sicuti nos et nostri predecessores hactenus predicta nemora habuimus, tenuimus et possedimus pacifice et quiete, renunciantes expresse omni excepcioni non dati et non soluti precii, nec non omni iuri et accioni quod uel que nobis et nostris successoribus in eisdem nemoribus competebat uel competere poterat quouis modo, promittentes quoque bona fide eosdem fratres et monasterium eorum super hoc defendere ac eis singula dampna et expensas ac interesse litis et extra restituere sub omni nostrarum rerum tam ecclesiasticarum quam secularium ypoteca. Vt igitur contractus huiusmodi tam legitime initus a nullo vnquam hominum violari valeat vel infringi, fratribus antedictis ac eorum monasterio has patentes dedimus litteras nostri ac prefati nostri capituli sygillorum appensionibus roboratas. Nos vero Johannes prepositus, Erhardus decanus totumque capitulum Frysingensis ecclesie predicte in capitulo nostro more solito conuocati et super contractu et vendicione predietis deliberatione prehabita diligenti nostrum quoque consensum et voluntatem ad supradicta adhibuimus et adhibemus presencium per tenorem. In cuius euidentiam sygillum nostri capituli ad sygillum predicti domini nostri episcopi presentibus est appensum. Datum Frysinge anno domini millesimo trecentesimo quinquagesimo octauo, feria secunda post beati Mathie apostoli.

Source Fulltext: ZAHN, Codex Diplomaticus (=FRA II/35, Wien 1871) S. 320-321

Sprache: Latein

Zitierempfehlung:
Freising, Bistum und Hochstift (763-1364) 1358 II 26, in: Monasterium.net, accessed 2025-06-29+02:00

Veröffentlicht am 20.8.2025

E 12.3   Lateinischer Text Urkunde 1361 7. April  -  (Recherche Hofmark Ollern) - Archiv für Kunde österreichischer Geschichts-Quellen, 1863

Diese Urkunde wurde im Zuge der Recherche ebenfalls erstmals gefunden – bisher in den bekannten Abschriften nicht enthalten.

Online-Link: https://www.monasterium.net/mom/FreisBm/1361_IV_07/charter

7. April 1361, Nürnberg

Kaiser Karl IV. bestätiget und inserirt die Urkunden König Rudolfs und Kaiser Friedrichs I. betreffs Marktrechtes, Landgerichtes u. s. w. zu Enzersdorf, Ollern, Holenburg u. s. w.

Source Regest: 
ZAHN, Codex Diplomaticus (=FRA II/35, Wien 1871) S. 331 Nr. 738

 

Text witnesses:
orig.
Current repository: 
Hauptstaatsarchiv München
anhängendes verletztes Siegel
Material: Pergament

Full text:
In nomine sancte et indiuidue trinitatis feliciter amen. Karolus quartus diuina fauente clementia Romanorum imperator semper augustus et Boemie rex. Ad perpetuam rei memoriam. Notum facimus tenore presencium vniuersis imperatorie majestatis generosa sublimitas tanto amplioribus laudibus decoratur quanto graciosius benignitatis sue donaria in subiectos et licet innata nostre virtutis clemencia generaliter erga quosque benemeritos quos imperii sacri latitudo complectitur, liberalis existat, ad illos tamen munificencie dextram liberalius dignatur extendere quos pro eiusdem imperii honoribus, comodis et profectibus procurandis operum testatur effectus feruencioribus studiis insudasse. Sane pro parte venerabilis Pauli Frisingensis episcopi principis et deuoti nostri dilecti oblata nostro culmini peticio continebat, quatenus quoddam priuilegium quod celebris memorie diuus Rudolphus quondam Romanorum rex predecessor noster ecclesie Frisingensi eiusque episcopis concessisse dinoscitur, nec non omnia in eo contenta benignitate caesarea sibi et eidem ecclesie Frisingensi approbare, ratificare, confirmare et innouare graciosius dignaremur, cuius quidem priuilegii tenor sequitur per omnia in hec uerba:
Folgt nun die Urkunde König Rudolfs, betreffend das Marktrecht, Landgericht u. s. w. zu Enzersdorf und Ollern ddo. 1277, 21. Mai, Wien (Nr. 337), mit dem bezüglichen Inserte Kaiser Friedrichs I. ddo. 1189, 18. Mai, Wien (Nr. 122).
 
Nos igitur prefati principis nostri sincere puritatis ardorem et alia multiplicia probitatis et virtutum merita quibus celsitudinem nostram et sacrum Romanum Imperium attenta studuit actenus diligencia specialiter venerari, nostre mentis oculis clarius intuentes, ipsius supplicacionibus ob omnipotentis dei ac gloriose et intemerate virginis Marie genitricis eiusdem laudem, gloriam et honorem, nec non illum quem ad dictam Frisingensem ecclesiam semper gessimus et habemus sincere deuocionis affectum benignius inclinati, presertim cum iuste petentibus non sit denegandus assensus, dictum priuilegium prout superius verbaliter est expressum necnon omnia et singula in eo contenta animo deliberato, non per errorem aut improuide, sed sano principum, baronum et procerum nostrorum et imperii sacri fidelium accedente consilio de certa nostra sciencia imperiali auctoritate approbamus, ratificamus., auctorisamus et prefatis episcopo et successoribus suis ac ecclesie Frisingensi per omnia de nouo concedinius, innouamus et eciam presentis scripti patrocinio graciosius confirmamus, statuentes et hoc imperiali decreto valituro perpetuo sanccientes quod priuilegii supradicti virtute dictus Paulus Frisingensis episcopus et sui in eadem ecclesia successores perpetuis temporibus vniuersis et singulis in ipso contentis vti, frui, gaudere et potiri merumque, mixtum et absolutum imperium in talibus habere possunt et ualeant cum emergentibus, dependentibus et connexis, non obstante si tam dictus Paulus Frisingensis episcopus quam sui in eadem ecclesia predecessores dicto priuilegio seu graciis et iuribus in ipso contentis in totum uel in aliqua sui parte quibuscumque causis vrgentibus actenus non sunt vsu (!) uel propter negligenciam talia in dissuetudinem abierunt que eidem episcopo et ecclesie sue Frisingensi predicte nullum volumus generare posse seu quomodolibet importari debere preiudicium uel iacturam, sed pocius quod suprascriptum priuilegium cum omnibus et singulis senteneiis, punctis et clausulis suis per nos sicut premittitur, ratificatum, approbatum, confirmatum et de nouo concessum inuiolabilis roboris perpetuam obtinere debeat firmitatem. Nulli ergo omnino hominum liceat hanc nostre ratificacionis, approbacionis, innouacionis, concessionis et confirmacionis paginam infringere uel ei quouis ausu temerario contraire sub pena centum marcharum auri purissimi quam cum qui contrafacere presumpserit, tocies quoeies fuerit contrafactum, eo ipso incurrere, et ab ipso irremissibiliter exigi volumus ac eiusdem pene medietatem imperiali erario siue fisco, residuam vero partem dicto episcopo Frisingensi et suis successoribus episcopis ibidem decernimus applicari. Signum se(M.)renissimi principis et domini domini Karoli quarti Romanorum imperatoris inuictissimi et gloriosissimi Boemie regis. Testes huius rei sunt venerabiles Gerlacus Moguntinus per Germaniam, Wilhelmus Coloniensis per Italiam sacri Romani imperii archicancellarii archiepiscopi, illustres Rupertus comes palatinus Reni archidapifer Bauarie dux, Rudolfus Saxonie dux archimarescallus et Ludowicus Romanie marchio Brandemburgensis archicamerarius sacri Romani imperii principes et electores, venerabiles Arnestus Pragensis archiepiscopus, Albertus Herbipolensis, Johannes Argentinensis, Johannes Luthomuschlensis sacre imperialis aule cancellarius, Leupoldus Babernbergensis, Johannes Olomucensis, Theodricus Mindensis, Gerhardus Spirensis, Bertoldus Eystetensis, Gerhardus Newemburgensis, Albertus Swerinensis, Theodricus Wormaciensis, Marquardus Augustensis, Johannes Gurczensis, Petrus Curiensis et Heinricus Lubucensis ecclesiarum episcopi, illustres Otto Brandemburgensis et Lusacie marchio, Fridericus et Wilhelmus fratres marchiones Missenenses, Adolphus, Stephanus et Fridericus Bauarie, Barnym et Kazimirus Stetinenses, Bolko Swidnicensis, Bolko Falkembergensis, Heinricus Glogouiensis, Wenceslaus Ligniczensis, Ludowicus et Heinricus Bregenses, Nicolaus Oppauiensis, Przimislaus Teschinensis et Bolko Opuliensis duces principes, spectabiles Burghardus Magdeburgensis imperialis curie magister, Fridericus Nurembergensis burgrauii, Eberhardus et Vlricus de Wirtemberg, Johannes et Burghardus de Recz, Heinricus et Wilhelmus de Montfort, Heinricus, Guntherus, Johannes, Heinricus et Guntherus de Swarczburg, Johannes de Nassow, Wilhelmus de Kaczenelbogen, Otto de Ortemburg, Vlricus de Helfenstein et Eberhardus de Wertheim comites, Johannes et Vlricus lantgrauii de Leutemberg, nobiles Gerlacus, Kraffto et Gotfridus de Hoenloch, Goczo de Brunecke, Fridericus de Heidecke, Thymo de Koldicz, Petrus, VIricus et Jodocus de Rosemberg, Jesko et Benessius de Wartemberg, Hoierius et Leupoldus de Landstein, Borsso et Slabko de Risemburg, Fridricus et Theodricus de Schonnburg et quamplures alii nostri et imperii fideles presencium, sub imperialis maiestatis sigillo testimonio litterarum. Datum Nuremberg, anno domini millesimo trecentesimo sexagesimo primo, indictione terciadecima, VII. idus Aprilis, regnorum nostrorum anno sextodecimo, imperii vero septimo.

Source Fulltext: ZAHN, Codex Diplomaticus (=FRA II/35, Wien 1871) S. 331-334

Sprache: Latein

Zitierempfehlung:
Freising, Bistum und Hochstift (763-1364) 1361 IV 07, in: Monasterium.net, URL, accessed2025-06-29+02:00

Weitere Quelle zu "Hofmark Ollern":
Das Ministerialengeschlecht der Eisenbeutel und das Besitztum der Grafen von Schaunberg im Viertel ober dem Wienerwald, 1970, Büttner Rudolf

Die Hochfreien von Asparn und Lengenbach im Raume von Sieghartskirchen

Neben den Bischöfen von Freising (Hofmark Ollern) waren in der ersten Hälfte des 11. Jh. die Grafen von Ebersberg-Sempt begütert.

Den vollen Text finden Sie im Register D 11.

Einschub Hofmark Ende.

Fortsetzung "Archiv für Kunde österreichischer Geschichts-Quellen.":

Seite 244 (PDF-Seite 258):
Die Vertheilung des Stoffes nach Ämtern u. dgl. ist folgende: […]
Fol. 8a. Officium Alarn, ist wie Wien nur spärlich bedacht und sollten die leeren Seiten später ausgefüllt werden.

 

Seite 265 (PDF-Seite 280):
[X. Verzeichniss der grossen Erwerbungsurkunden Freisings vom VIII. Jahrhundert bis zu Ende des XI.]

inpetrauit ab eodem curtem Alarun in Marchia anno domini Mxxxiij  93).

renouari quoque perfecit ab eodem tradicionem de Alarun anno domini Mxl  95).

 

Seite 303 (PDF-Seite 318):
 [Noten zu den Urkunden-Beilagen.]
93. Ibid. 227-228, nicht ein verschollenes Alarun, wie v. Meiller: Rege sten, p. 195, Note 27   1), durch eine irrige Annahme getäuscht, angibt, sondern Ollern, am westlichen Abhange des Wiener-Waldes gegen Tulln. Es dürfte am Orte sein, hier zwei Grenzbeschreibungen der Marke von Ollern aus dem Anfange des XIV. Jahrhunderts zu geben und dadurch die Frage zweifellos zu machen.

1) Cf. auch „die Herren von Hindberg", Denkschriften der kaiserl. Akademie VIII. Bd. , p. 6 des Separatabdruckes, sieh auch oben Note 123.

Cod. 241, kön. bair. Reichsarchiv, fol. 77. 
Nota quod fines seu termini nemoris in Alarn incipiunt in Dultigesawe. et currunt super Regenwazzer. deorsum in ripam Alerpach et per directum deorsum ripam Maurpach usque in den Hirzfurt per directum sursum per Chlepfenden graben super Regenwazzer. Item post Regenwazzer per directum vsque in Roswrtigen graben supra et abinde secundum Roswrtigen graben deorsum vsque in die Gaebelitz et secundum Gaebelitz sursum vsque in die Santigenschiezstat. hoc est ad terminos capellule in sancto Laurencio.

Cod. 250 der Heckenstall. Frisingensia, Domcapitel in München, fol. 8a  2).
Fines et mete predij in Alarn hic notantur. 
Primo a loco qui dicitur Reingru(o)b per directum usque in pratum quod dicitur Sunwis , et ab eodem loco in den Steinpach et abhinc usque in fluuium Scheinpach. 
Item a predicta ripa Scheinpach protenduntur termini Ecclesie usque ad locum qui dicitur Bischofswart et Peilstein. ab eodem loco Peilstein. usque in fluuium qui dicitur Gaeblitz. et ab eodem fluuio per directum usque in fluuium qui dicitur Wienne. et abinde usque in Maurbach. et ab eodem loco usque in ripam que diciturAlarspach et Gaeizruklin. et abhine usque in den Lieleich et usque Aichlin.

2) Findet sich auch im Notizbuche Bischof Konrad's III., fol. 43a.

95. Ibid. 237-238.

 

Seite 322 (PDF-Seite 337):
Tabelle:
Nr. 51
Datum (Jahr/Tag): 1033, 19. Juli
Ort: Imileb
Gegenstand und handschriftliche Fundorte: Kaiser Konrad II… Alarun
Cod. 189, fol. 17a; 191, 76b, 104 b, 108a; 238, 109b
Gedruckt in: Meichelb. I, 1, 229;  Mon. boica 29, 1, 37

Nr. 53
Datum (Jahr/Tag): 1040, 18. Jänner
Ort: Augustae
Gegenstand und handschriftliche Fundorte: König Heinrich III. … Alarun
Cod. 189, fol. 27b; 238, 111a
Gedruckt in: ibid. 237;   Mon. boica 29, 1, 66

Nr. 56
Datum (Jahr/Tag): 1060, 26. Mai
Ort: Udimaresphelt
Gegenstand und handschriftliche Fundorte: Bischof Egilbert und Wintheri … Alarun
Cod. 188, fol. 301a
Gedruckt in: Meichelb. I, 2, Nr. 1234

 

Seite 322 (PDF-Seite 337):
Tabelle:
Nr. 77
Datum (Jahr/Tag): 1189, 18. Mai
Ort: Wienne
Gegenstand und handschriftliche Fundorte: Kaiser Friedrich I… Enzinstorf, Holenburch, Alarn etc.
Cod. 189, fol. 60b; 191, 22b
Gedruckt in: Meichelb. I, 1, 379

 

Seite 335 (PDF-Seite 350):
Tabelle:
Nr. 202
Datum (Jahr/Tag): circa 1276, 14. Juli
Ort: Brune
Gegenstand und handschriftliche Fundorte: König Otakar… AlarnCod. 191, fol. 31b
Gedruckt in: oberbair. Archiv III, 278

 

Seite 337 (PDF-Seite 352):
Tabelle:
Nr. 219
Datum (Jahr/Tag): 1277, 21. Mai
Ort: Wienne
Gegenstand und handschriftliche Fundorte: König Rudolph, Enzinstorf, Alarn, Holenburch, etc.
Cod 189, fol. 67b: 191, 20a, 48a
Gedruckt in: ibid. Nr. 144

 

Seite 343 (PDF-Seite 358):
II. Tabelle
über die in den erwähnten Urbaren und im Notizbuche beschriebenen Freisingischen Güter in Österreich.

A. Bischöfliche Güter.
Pflegen oder Complexe: Nieder-Österreich, Hof zu Wien mit Ollern
Reichs-Archiv Cod. 189: f. 55a (3a)
Reichs-Archiv Cod. 241: f. 76 - 77
Domcapitelsbibliothek zu München: Cod. 250, f.u. 8
Domcapitelsbibliothek zu München: Cod. 250a Notizbuch, f. 43

 

Seite 22 (PDF-Seite 439):
I. Die Nekrologien des Domstiftes Salzburg.
Dr. Theodor Wiedemann.

Nekrologium I.   [= Geschichtsquelle]

III. Non. Nicomed. Donati, amphiani. (3. April)
Alarun mon.; [Bedeutung unklar.]

PDF-Seite 414:
Archiv für Kunde österreichischer Geschichts-Quellen.
Herausgegeben von der zur Pflege vaterländischer Geschichte aufgestellten Commission der kaiserlichen Akademie der Wissenschaften.
Achtundzwanzsigter Band.
I. und II.
Wien, 1863

[In der obigen Ausgabe 1861 enthalten mit demselben Online-Link.]

Seite 295 (PDF-Seite 712):
[…] Jedenfalls wäre hiermit die einfachste Lösung der topographischen Frage gegeben und der geschenkte Theil der Insel begriffe sonach die zwei dermaligen Gutscomplexe Sachsengang und Gross-Enzersdorf   2)  […]
2) Keinesfalls kann man die, wenn auch scharfsinnige Vermuthung v. Meiller's (Herren von Hindberg , Denkschr. der Akad. VIII, p. 6 des Sonderabdr.) theilen, dass die Urkunde von 1021 über Sachsengang und die andere von 1033 über Alarun zusammen den Freisingischen Besitz im Marchfelde constituirt hätten. Das Alarun von 1033 ist das Alarn des XIV. Jahrhunderts und Ollern von heute und liegt am westlichen Abhange des Wiener Waldes bei Tulln, was aus Urbaren und Grenzbeschreibungen ganz sicher zu stellen ist.

Seite 297 (PDF-Seite 714):
1164: […] Zwei Männer dieser Familie nun, Gerolt und Hartnit, erscheinen um das angegebene Jahr als Widerspänstige gegen die Oberherrlichkeit Bischof Albrecht's I. und als Verweigerer der üblichen Lehenspflicht. Welche Gegenstände diese Renitenz betroffen, mag zweifelhaft sein  1); sicherlich war aber Sahsongane darin begriffen. […]

1) Vielleicht auch Güter bei Ollern. Es werden noch Ulrich von Hintpere und Rapoto von Putene als Widerspänstige genannt; etwa besassen diese jene Güter an der Leitha, welche Bischof Nitker 1074 von König Heinrich IV. erhalten und die seit der Schenkung spurlos verschwanden.

Veröffentlicht am 20.8.2025

E 13   Umrisse des Geschichtslebens der deutsch-österreichischen Ländergruppe..., 1863

Umrisse des Geschichtslebens der deutsch-österreichischen Ländergruppe in seinen staatlichen Grundlagen vom X. bis XVI. Jahrhunderte.
 Dr. F. X. Krones, Innsbruck 1863.

Online-Link:
https://www.google.at/books/edition/Umrisse_des_Geschichtslebens_der_deutsch/y6QAAAAAcAAJ?hl=de&gbpv=1&dq=Mauerbach+Ollern&pg=PA173&printsec=frontcover

Seite 128 (PDF-Seite 145):

Anhang.
Erläuterungen und Belegstellen zu den ersten zwei Abschnitten.

Seite 173 (PDF-Seite 190):

91) Die beste Zusammenstellung liefert die kritische Arbeit von J. Zahn: „Die freising. Sal-Copial und Urbarbücher" im XXVII. B. des Arch. für österr. Gesch. 1861 und Separatabdr. Hienach gehörten an Freising: […] Die weiteren Besitzungen: Sachsengang, der eigentliche Mittelpunkt des Freisinger Besitzes im Marchfelde, der Freisinger Hof in Wien, die liegenden Gründe im Wiener Walde von Ollern bis Gablitz und Mauerbach, wurden weit früher entfremdet.

Die Anmerkung Nummer 91 gehört zum Eintrag auf Seite 99 (PDF Seite 116): Freising. Treten unmittelbar nach der Schlacht am Lechfelde als Ansiedler auf…

Weitere Einträge aus der Marktgemeinde Sieghartskirchen:

Seite 100 (PDF-Seite 117):

Bamberg.
 Noch bedeutender wurde der ostmärkische Grundbesitz des Hochstiftes Bamberg; es gebot urkundlich über 5 bedeutende Güter, worunter „Gudtinesfeld" als an der Thaya liegend bezeichnet wird.  93)

Seite 174 (PDF-Seite 191):

93) Sieghardskirchen , Izeling , Wizensdorf, Gutenwald , vgl. die bamberg. Schenkungsurk. für Melk 1056-75 (Hueber Austr. ill. p. 1 Horm. Taschenb. 1813 S. 90).

Veröffentlicht am 20.8.2025

E 14   Fontes rerum Austriacarum, 1871

Online-Link: https://www.google.at/books/edition/Diplomataria_et_acta/T8YBAAAAYAAJ?hl=de&gbpv=1&dq=Amte+Ollern&pg=PA5&printsec=frontcover

Fontes rerum Austriacarum.
Oesterreichische Geschichts-Quellen.

Herausgegeben von der historischen Commission der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften in Wien.
Zweite Abtheilung.
Diplomataria et acta.
XXXVI. Band.

Sammlungen von Urkunden und Urbaren zur Geschichte der ehemals Freisingischen Besitzungen in Österreich.
III. Band.
Wien, 1871.
Herausgegeben von J. Zahn.

PDF-Seite 18:
XIII. Gesammturbare des Bisthums Freising für die österreichischen Lande.
Beide Urbare[A, B], welche hier neben einander gestellt erscheinen, sind vereinzelten Aufzeichnungen entsprungen und zuletzt je in Einen Band zusammengetragen worden. […]

[…] Dagegen ergeben sich vielfache Abweichungen auf österreichischem Gebiete, so dass A. reicher erscheint, als B. (z. B. bei Ollern), […]

Ab der PDF-Seite 622:
Register.
I. Personen und Oertlichkeiten.

Die ersten Zahlen geben die Jahre oder Jahrhunderte, die zweiten und respect, folgenden die Seitenzahlen; Sigle e. bezeichnet „erwähnt".

PDF-Seite 623:
„Alaren, Alarn“, s. Ollern.
„Aichein“, N.-Oest., b. Ollern, 1316, 103, 376.

PDF-Seite 624:
„Alerpach, Alars-", N.-Oest., b. Ollern, c. 1305, 374; 1316,376.

PDF-Seite 637:
„Charelholcz, silua-", N.-Oest. b. Ollern, 1316, 104.

PDF-Seite 647:
„Dultigesawe", N.-Oest, b. Ollern , c. 1305, 374.

PDF-Seite 665:
„Hirzfürt, silua", N.-Oest., b. Ollern, с. 1305, 374; 1316,104.

PDF-Seite 672:
„s. Laurentius", s. Ollern, Kirche.

PDF-Seite 674:
„Lieleich", N.-Oest., b. Ollern, 1316, 103, 376.

PDF-Seite 682:
„Nuzgrab, uallis-", N.-Oest, bei Ollern, c. 1305, 371.

PDF-Seite 684:
Ollern, N.-Oesterr., b. Tulln (Alaren, Alarn), c. 1160, 16, 19; 1296, 374; c. 1305, 370 u. ff.; 1310, 57, 165; c. 1315, 80, 82; 1316, 103, 104.
Pfarre (eccl. s. Laurentii): 1315, 51, 63.
Capelle (s. Laurentii): c. 1160, 16; 1296, 375; с. 1305,374; 1316, 375.
Schaffnerhof (curia villicalis) : c. 1305, 372, 373.
Wächterhofstätte (area vigilum): c. 1305, 373.
Pfarrer: Nc. 1305, 374.
Amtman (official) : N., 1296-1316, 374.
Schaffner: N., 1296, 374, 375; Wolfkerus, c. 1305, 371; Ν. 1315, 105; 1316, 373, 375; 1317, 110.
Förster (forster,-ius): N., c. 1305, 372; Otto Judenawer, c. 1305, 374.
Bewohner: Judenawer, 1317, 116.

PDF-Seite 687:
„Reingrub", N.-Oest., b. Ollern, 1316, 103, 375.

PDF-Seite 693:
„Scheinpach", N.-Oest, bei Ollern, 1316, 376.

PDF-Seite 697:
„Steinpach, Stain-, der-", N.-Oest , b. Ollern, 1316, 103, 376.

PDF-Seite 701:
„Sunnenweiz, mons-", N.-Oest., b. Ollern, c. 1305, 370.
„Sunnenwis, Sunwis, pratum-", N. Oest., b. Ollern, 1316, 103, 375.

PDF-Seite 705:
Weinzierl, N.-Oest., b. Ollern (-zürel,-zůrl), 1296, 375; c. 1305, 370; 1316, 104, 375.
Genannte: Otto-er, c. 1305, 370;
Chunr. -,1305, 371.

Seite 16 (PDF-Seite 29):
Apud Alaren una uillicatio dimidium granum et unum porcum et decem friskingos cum appendice seruitio, item ibidem decem et septem benefitia singulum quinque modios auene et unam ouem, duos denarios et opus ad uineas, item ibidem sedecim uinee quibus singulis preter benefitium quod habent, debentur duo modii, sex autem sunt qui nonhabent benefitium. Insuper usus capelle.

Seite 19 (PDF-Seite 32):
Apud Alaren Udalscalcus et frater eius Wernhart, Eber win, Hilta.

Seite 51 (PDF-Seite 64):
item ad ecclesiam sancti Laurencii prope Alaren Pata uiensis dyocesis,

Seite 80 (PDF-Seite 93):
Item in alia sportula instrumentum Romanorum impera toris de marihfuter et lantgericht in prediis Enczestorf, Alaren, Holenburch et Eberstorf,

Seite 82 (PDF-Seite 95):
item reuocacio (! renouacio) regis Rudolfi et priuilegium F. imperatoris de iudicio prouinciali et marhreht in Enczestorf, Alaren, Holenburch et Eberstorf,

Seite 103f (PDF-Seite 116-117):
f. 43
Alaren.
Fines et mete predii in Alaren. 
[Anmerkung Marktgemeinde, Andreas Bohnec, 29.6.2025. Dies könnte die Beschreibung der Grenzziehung sein.]
Primo a loco qui dicitur Reingrub, per directum vsque in pratum qui (!) dicitur Svnnenwis, et ab eodem loco in den Stainpach et abhinc usque in fluuium Steinpach, 
item a predicta ripa Steinpach proceduntur termini ecclesie usque in locum qui dicitur Bischoffwart et Peilstein, et ab eodem loco Peilstein usque in fluuium qui dicitur Gaeblicz, et ab eodem fluuio per directum usque in fluuium qui dicitur Wienne, et abinde usque in Maurpach et Gaizruk, ab eodem loco usque in ripam qui (!) dicitur Alarspach, et abhinc usque in den Lieleich et usque Aichein  1),

1) Vgl. dazu die Abdrücke aus angeg. Hdschr. Arch. f. K. österr. Gesch. Quell. XXVII., 303, Note 93.

item campus in Elspach dimidius est de proprietate ecclesie.
Infra hos districtus situm est castrum Ried quod cum pertinenciis suis habet in feodum ab ecclesia dux Austrie,
item specialiter habet in feodum dux nemus dictum Chirpach,
item pincerna de Chinringen infra hos terminos habet in feodum ab ecclesia villam Vlohsperch,
item in Ried
habet in feodum tria feoda,
item Griffo de Wienna ciuis habet villam Gaeblicz,
item dapifer de Lengenbach Christanus ibidem habet siluam Puchberch,
item moniales Wienne auf der Hu(e)lben habent siluam ibidem,
item magister hubarum Wienne habet siluam in Hirzfurt,
item Griffo habet siluam ibidem,
item Stu(e)hso de Travtmanstorf habet in feodum ab ecclesia x solidorum redditus in Alaren. 
Infra supradictos fines subscripti bona subsequencia occupant nec profitentur nomine feodi, cum tamen sint de proprietate ecclesie,
primo Eysenpaeutel villam in Weinzurel,
item Chiburger ciuis de Wienna siluam apud Pürgleis,
item filii Wernhardi Christani de Wienna siluam Charelholcz,
item Karulus de Charhoren siluam Weczzelstein,
item forestarii ducis montem Saupu(e)hel,
item filii Rudolfinne de Wienna pratum apud Chrautgarten.
Anno domini millesimo CCC. XVI.

Seite 105 (PDF-Seite 118):
Villicus in Alaren remansit ex anno CCC. XV. de censu eiusdem curie siliginis in iiii modiis et xi metretis,
item auene in ii modiis et xi metretis de quibus habet inducias usque ad nouos fructus.

Seite 116 (PDF-Seite 129):
Item Judenawer in Alaren ex mutuo tenetur tritici ii modios, item totum censum anni presentis in denariis scilicet CCC. XVII,
item villicus in Alaren de anno CCC. XVII tenetur siliginis iiii modios , xi metretas,
item auene ii modios, xi metretas, item de anno presenti tenetur de censu curie ii libras nouorum.

Seite 165 (PDF-Seite 178):
item in officio Alaren habet xxiii libras, lxxii denarios,

Seite 55 (PDF-Seite 68):
In inferiori Austria in Pergarn et Alarn in denariis et annona xxxviii libre Wiennensium, deciduntur ut supra x libre, remanent in decima xxviii libre Wiennensium.

Seite 57 (PDF-Seite 70):
In inferiori Austria in officiis Pergarn et Alarn deductis impensis recepte sunt xx libre Wiennensium decimande.

Seite 63 (PDF-Seite 76):
In dyocesi Patauiensi
prepositura Ardacensis,
ecclesia in Waidhouen,
Gesting parrochialis (ecclesia) sancti Andree
Ra(n)dekk, 
(zu den Orten oben: von Hand des 15. Jahrhunderts)
Nevnhouen, 
Holnstain, 
Enczestorf, 
Holnburch, Probstorf, 
capella sancti Georii Wienne, 
Alarn, 
Herrantstain

Seite 370 (PDF-Seite 383):
p. 104. c. 1305.

Annotacio reddituum siue predii hofmarchie in Alarn. 
[Automatische Übersetzung:
Anmerkung zu den Pacht- oder Besitztümern der Hofmark in Alarn.]

Primo in Weinzurl aput villam Alarn. 
Chunradus in Weinzurl de agro iii denarios. 
In monte Sunnenweiz. 
Růdolfus de agro iii denarios. 
Hainricus ibidem iii denarios. 
Hainricus et Otto de tribus agris viiii denarios. 
Item Liubman de Vreindorf iii denarios. 
Item Otto predictus de agro iii denarios. 
Item Hainricus Rokke de agro iii denarios. 
Item Otto Weinzurler de duobus agris vi denarios. 
Item Fridericus ibidem de duobus iugeribus vi denarios.

Seite 371 (PDF-Seite 384):
Item alter Fridericus de agro ibidem iii denarios. 
Item Chûnradus Weinzurler tenuit longo tempore agros duos, de quibus deberet seruire vi denarios.
Item Chunradus sagittarius alios duos agros eodem modo (tenet) et dicit se habere in feodum.
 
Annotacio vini quondam dati de feodis. 
[Automatische Übersetzung:
Anmerkung zu Wein, der früher gegen Gebühr abgegeben wurde.]

Anmerkung Marktgemeinde, Andreas Bohnec, 29.6.2025:
Ollern (Alarn, Alaren) wird zwar nicht erwähnt. Die Abschnitte zuvor und danach beziehen sich aber auf Ollern.

Liupoldus de inferiori feodo pro iiii vrnis Ivi denarios. 
Item Chunradus vicinus suus pro quatuorvrnis lvi denarios. 
Herman pro tribus urnis xlii denarios. 
Item Ruodolfus pro quatuor vrnis Ivi denarios. 
Item Chunradus dictus Mach pro quatuorvrnis lvi denarios. 
Item Meinhardus pro iiii vrnis Ivi denarios. 
Hainricus Rörer pro iiii vrnis Ivi denarios. 
Fridericus vicinus suus pro iii vrnis xlii denarios. 
Item Liutoldus pro v vrnis lxx denarios. 
Otto ibidem pro v vrnis lxx denarios. 
Et est notandum, quod quodlibet feodum soluit officiali in festo beati Michahelis ii pullos.

Nota redditus siue census de agris in Alarn. 
[Automatische Übersetzung:
Beachten Sie die Miete oder Volkszählung von Grundstücken in Alarn.]

Item Hainricus Viertach de vi iugeribus xviii denarios. 
In ualle Nuzgrab Vlricus Alramer de agro iii denarios. 
Wolfkel der Chorner de iiij iugeribus xvj denarios. 
Item Sorgerinna de ij iugere vi denarios. 
Item O(e)rtel frater villici de iugere iij denarios. 
Hainricus Po(e)merlinus de iugere v denarios. 
Item Ro(e)kinna de iugere v denarios. 
Item Hainricus Swenter de dimidio iugere iij denarios. 
Item de nouali ante siluam i denarium.      [p.105]
Item Chu(e)nradus et Chvnringer de dimidio iugere iii obulos. 
Item Chu(e)nradus in der Gazzen de iugere iii denarios. 
Item O(e)derinna de iugere iii denarios. 
Item Calhohus Judenawer pro iugere x denarios. 
Hainzel Bawarus pro iugere x denarios. 
Item Wlfkerus villicus de agro iii denarios. 
Item Kalhohus et Chu(e)nradus Judenawer de agro iiii denarios. 
Idem Chu(e)nradus de agro viii denarios.

Seite 372 (PDF-Seite 385):
Diettricus et Choler de iugere iiij denarios. 
Fridericus de Wifinsdorf de agro vii denarios. 
Item Dytricus Vårlinus pro iugere iij denarios. 
Item Rügerus de Wlflinsdorf de agro v denarios. 
Item Tröst de agro iij denarios. 
Item Trost de alio agro iij denarios. 
Item Wolfker Chorner de agro iij denarios. 
Item Chůnradus Judenawer de agro iij denarios. 
Item filii Ainwigi de prato pro iure ciuili x denarios. 
Item forsterius locauit nouale de nouo in campo uersus Mauerbach pro duobus denariis. 
Item Wernhardus Rantolt de agro iij denarios. 
Item Hainricus dictus Schoph de agro iij denarios. 
Item Hofmaister de agro v denarios. 
Otto Eninchelin de iugere iii denarios.

Nota in villa Alarn. 
[Automatische Übersetzung:
Bekannt in der Stadt Alarn.]

Hainricus Bawarus de curia empta aJudenawaerio seruit vi solidos ii denarios, item de area eidem curie attinente xxxvi denarios. 
Item Rüdlinus calceator de area xvi denarios. 
Item Albertus Gemach de area xxxii denarios. 
Summa eorundem bonorum emptorum viii solidi. 
Item Wolfkerus Chorner de feodo i modium auene. 
Item Leupoldus de feodo i modium. 
Item Chunradus Prepositus de feodo i modium. 
Item Vlricus in der Gazzen de feodo i modium. 
Item Hainricus filius Aeinwici de feodo i modium. 
Item Veiertach de feodo i modium. 
Item Chunringus et Berchtoldus de feodo i modium.            [p.106]
Item Vlricus filius Meinhardi de feodo i modium. 
Item relicta Potingerii de feodo i modium. 
Item Chunradus Pisine et suus filius i modium. 
Item Rökinna et Fridericus i modium avene. 
Item Meinhardus de feodo i modium. 
Item Schopfo de feodo i modium. 
Item Kalhohus de dimidio feodo j modium. 
Item curia villicalis seruit de praitta et scharmez mediam partem frumenti ad estimacionem siue saigam et idem videlicet

Seite 373 (PDF-Seite 386):
scharmez ager excolitur per colonos ville pro frumento duabus vicibus et pro auena semel et metunt pro utraque messe tam praitta quam scharmez, excepta quod eis ministratur expensa ad messem praitte pro utroque frumento. Item habet villicus pro vorlant ad expensas et impensas curie ad singulos campos ad xxiiii iugera et insuper colligit prata duo feni ad decem tagwerch, de quibus pratis et vorlant dat semen ad predictos agros praittam videlicet et scharmez et soluit in festo Michahelis ii libras. 
Item ad subscriptam (!) curiam deseruit area adiacens sursum uersus Ryed [Ried?], in qua coquina domini habere deberet vi denarios.
Item Vlricus de area vigilum seruit ad ipsam curiam xii denarios et duo tagwerch pro messibus frumenti et auene et uigilat in presencia domini episcopi vel suorum seruitorum si necesse fuerit, et (seruit) in festo Pasche caseos ii valentes iii denarios , oua xx et pullum carni(s)priuialem et custodit fruges in campo tempore messium. 
Item Hainricus Swenter de secunda area seruit per omnia in id ipsum vel Vlricus in der Gazzen. 
Item Dietricus de tercia area seruit per omnia ut predicti. 
Item relicta Wernheri de quarta area seruit ad curiam villicalem per omnia ut predicti. 
Insuper Fridericus seruit ad curiam de agro iiii denarios. 
Item Hainricus Pomer de agro iij denarios. 
Item Leupoldus frater villici de agro iiiij denarios. 
Item Vlricus affinis villici soluit de agro iij denarios. 
Item Wolfkerus Cho(e)rner de agro iij denarios. 
Item Dietricus de agro v denarios. 
Item Otto Eninchlein de Vlohperch de nouali vi denarios. 
Item Sorgini relicta de agro vi denarios. 
Item in villa Alarn habet Chalhohus Judenawer in feodo [p. 107] curiam que habet ad tres campos xl iugera et xiii tagwerch feni. 
Item Chu(e)nradus et Wolfkerus fratres eiusdem Judenawerii habent in feodo areas vii et dimidium feodum et xii iugera agrorum in campis, que soluunt. 
Item dominus Jungercicus de Tulna ciuis habet in ipsa villa nescio quo iure redditus ilibram ex infeodacione Stuhsonis.

Seite 374 (PDF-Seite 387):
Das Jahr ist immer noch mit c. 1305. angegeben.

Item Otto Judenawer forster habet in feodo vnum feodum in villa, habet in omnibus campis ad xx iugera et v tag werch feni. 
Item Wolfkerus Rieder habet in feodo vnam aream soluentem lxxx denarios obligatam Ottoni pincerne pro iij libris absque manu domini episcopi, nec vvlt dare ad absoluendum. 
Item Chunradus Judenawer tenet in villa Alarn in feodo vnum feodum similiter vt premittitur a Stuhsone. 
Item in nemore domini episcopi et ecclesie aput Alarn subscripti tenent infra limites ecclesie partes eiusdem nemoris. [Automatische Übersetzung: Ebenso besitzen die Unterzeichneten im Wald des Oberbischofs und der Kirche von Alarn Teile desselben Waldes innerhalb der Grenzen der Kirche.]
Dominus Leutwinus de Meurbach partem infra terminos hofmarchie.
Dominus Haeinricus Maeurbeche partem. 
Item Engeldiech Maeurbecho. 
Item Otto de Maurbach. 
Item Karulus de Charchach. 
Item Mu(e)stinger siue pueri eiusdem. 
Item plebanus de Ried. 
Item plebanus de sancto Laurencio. 
Item Chalhohus et fratres sui. 
Item Otto Judenawer nunc vo(e)rster. 
Nota, quod fines siue termini nemoris in Alarn incipiunt in Dultigesawe et currunt super regenwazzer deorsum in ripam Alerpach et per directum deorsum ripam Maurpach vsque in den Hirzfu(e)rt, item ab inde de Hirzfu(e)rt per directum sursum per Chlepfenden graben super regenwazzer, item post regenwazzer per directum vsque in Rosvvrtigen graben supra et ab inde secundum Rosvvrtigen graben deorsum vsque in die Gaebelitz et secundum Gaebelitz sursum vsque in die Santigenschiezstat, hoc est terminos capelle in sancto Laurencio. Explicit. 
p. 108-110. 
Daran schliesst sich Folgendes von p. 190.

Anmerkung Marktgemeinde, Andreas Bohnec, 29.6.2025:
Es folgt nun die Abschrift einer Quelle aus dem Jahr 1296. Änderungen aus dem Jahr 1316 sind rechts davon angegeben.

1296. 
In Alaren officialis soluit xii solidos de perchreht.                 [1316: f.8. In Alarn…..]
Item villicus ii libras de nariorum.

Seite 375 (PDF-Seite 388-389):
1296. 
Item xiiii fevda et dimidium                                                      [1316: … xiiiij feoda qorium …]
quorum quodlibet soluit                                                                           … auene unum …
i modium siliginis Tulnensis mensure.

Item villicus ad estimacionem
que dicitur saiga circa v modios
siliginis et vi modios auene.                                                       … vi …

Item tria vasa vini et
iiii vrnas pro perchrecht, pro
quibus modo recipiuntur denarii,
videlicet pro qualibet vrna
xii denarii.
Summa iij libre, xxiiii denarii.

Item curia quam dominus
episcopus comparauit, soluit vi
solidos pro seruicio, et de tribus                                               … ii denarios pro seruitio et
areis iii solidos.                                                                                weisot …

Item area que fuit domini Vlrici,
soluit domino xx denarios,
modo soluit ad capellam
sancti Lavrencii ex donacione
domini Emichonis episcopi
Frisingensis.

Item in Weinzu(e)rl dominus
habet xx pullos.
Summa auene xiiii modii
et xvi metrete.
Summa denariorum vii
libre, liiii denarii.                                                      liiii (ausgebess. Lvi) denarii et
                                                                                   pro pullis xl denarii.

Seite 375-376 (PDF-Seite 388-389):
Ab hier folgt die Abschrift vom Jahr 1316. Kein Text aus 1296.

Fines et mete predii in Alarn hic notantur.
[Automatische Übersetzung:
Die Grenzen und Maße des Anwesens in Alarn sind hier vermerkt.]

Primo a loco qui dicitur Reingru(e)b per directum usque in pratum quod dicitur Svnwis et ab eodem loco in den Steinpach et abhinc usque in fluuium Scheinpach, item a predicta ripa Scheinpach protenduntur termini ecclesie usque ad locum qui dicitur Bischofswart et Peilstein, ab eodem loco Peilstein usque in fluuium qui dicitur Gaeblitz et ab eodem fluuio per directum usque in fluuium qui dicitur Wienne et abinde usque in Maurbach et ab eodem loco usque in ripam que dicitur Alarspach et Gaeizru(e)klin et abhinc usque in den Lieleich et usque Aichein. 
Item campus in Elspach dimidius est de proprietate predii supradicti.

Veröffentlicht am 20.8.2025

E 15   Abhandlungen der historischen classe der königlichen bayerischen Akademie der Wissenschaften, 1879

ABHANDLUNGEN DER HISTORISCHEN CLASSE DER KÖNIGLICHBAYERISCHEN AKADEMIE DER WISSENSCHAFTEN
Vierzehnter Band. In der Reihe der Denkschriften der LI. Band.
München, 1879.

Online-Link:
https://www.google.at/books/edition/Abhandlungen/nVQ7AQAAMAAJ?hl=de&gbpv=1&dq=Amte+Ollern&pg=RA1-PA52&printsec=frontcover

II Abschnitt.
Die Bischöfe von Fresing in dem Zeitraume.

§ 5.
Bischof Egilbert 1005 – 1039.

Seite 52 (PDF-Seite 275):
3) Hirsch 1. c. I. 99. 156. 182. N. 2. 374. Nr. 5 II. 66. 249ff. Steindorff I. 7. 19. N. 3. 21. ff. insb 22 N. 6 u. 2, 28. 29 N. 1 u.3; doch ist Alarun unzweifelhaft das Dorf Ollern in Nieder österreich Bez. Herrnals Ger. Tulln.
Vgl. Zahn Cod. diplom. Austriaco-Frising. Fontes rerum Austriac. XXXI. XXXV u. XXXVI.

Veröffentlicht am 20.8.2025

E 16   Topographie von Niederösterreich, 1893

Topographie von Niederösterreich
(Schilderung von Land, Bewohnern und Orten.)
Dritter Band. Wien, 1893.

Alphabetische Reihenfolge und Schilderungen der Ortschaften in Niederösterreich.
Zweiter Band: F und G mit Register.

Online-Link: https://www.google.at/books/edition/Alphabetische_Reihenfolge_und_Schilderun/Vip_1v1vtV8C?hl=de&gbpv=1&dq=Mauerbach+Ollern&pg=PA251&printsec=frontcover

 

PDF-Seite 147:
Flachberg (Flohberg), Dorf und Kat.-G. zur D.-G. Ollern, Pfarre (Localie) Ollern, Post Sieghartskirchen, G.-B. Tuln, B.-H. Hernals (O. W. W.)

(1795 Flachberg) 12 Hsr, (1819) 12 Hsr., 69 Bew, (1822 Flohberg) 12 Hsr, Schm. (1835 Flohberg) 12 Hsr, 100 Bew.? (1853 Flohberg) 70 Bew., (1870) 13 Hsr. 46 Bew., (1881) 13 Hsr., 53 Bew, P. (1887) 56 Seelen.

Westlich von Ollern, auf einer Hochfläche (daher der Name) jenes Hügellandes, von welchem das Tulner Becken im Süden gesäumt ist. Der Ort liegt 273 Meter über dem Meere und an 80 Meter unter dem westlich aufsteigenden bewaldeten Auberg (357 Meter). Die von der Poststraße in Ried abzweigende Bezirksstraße berührt ihn und zieht über Staasdorf nach Tuln. Die Bewohner befassen sich mit Feldwirtschaft und Viehzucht. Der Weinbau kann als abgekommen bezeichnet werden. Die Kinder besuchen die einklassige Volksschule zu Ollern. Grundherrschaft war Neulengbach.

PDF-Seite 218 (Freundorf):
Der Gültenbesitz, den das Stift Zwettl 1284 […]
Dagegen ist das Vreindorf, in welchem ein Colone Liubman dem Bistum Freising zu Beginn des vierzehnten Jahrhunderts (c. 1305) einen Zins von drei Denaren zalt, mit Sicherheit auf unser Freundorf zu beziehen, […] - schon die Bezeichnung des Absatzes, in welchem sich die betreffende Angabe findet, als Verzeichnis der Einkünfte ... in Alarn (Ollern)« und die weitere Localbezeichnung Weinzurl bei Alarn (Weinzierl bei Ollern), die dem Vreindorf unmittelbar vorangeht, weist unverkennbar auf das in der nächsten Nachbarschaft der beiden genannten Orte gelegene Freundorf bei Tuln.

PDF-Seite 220 (Freundorf):
Remigius, Pfarrer zu Freyndorf, gelobt (2. November 1399) für sich und seine Nachfolger, dem sel. Wolfhart dem Rampersdorfer zu olarn (Ollern) einen ewigen Jahrtag und Messen abzuhalten gegen die Schenkung von Grundbesitz an die Freundorfer Kirche. Käme er seiner Meß-Verpflichtung nicht nach, so sollen die gewidmeten 4 Tagwerk Wiesen der Pfarrkirche zu Tuln, die eine Haupt- und Mutterkirche ist und die Lehensherrschaft hat, zufallen. Der Stiftbrief ist gesiegelt von Remigius und Heinrich von Keckh, Pfarrer zu Tuln und rechten Lehensherrn der Kirche in Freyndorf (a. a. D. 306 und 391, Nr. DCLII). […]

Die Seelenzal der ganzen Pfarrgemeinde, die sich damals auch über Ollern, Chorherrn ... erstreckte, betrug 1800 Seelen (Hippolytus, Archiv für Diöcesan-Chronik und Gesch. des Bist. St. Pölten, I. 60 f).

Anmerkung Marktgemeinde, Andreas Bohnec, 10.8.2025:
Eine genauere Abschrift aus einem Buch „DAS DIÖZESANARCHIV SANKT PÖLTEN, Behörden und Institutionen Ihre Geschichte und Bestände, Von Gerhard Winner, 1962“ befindet sich seit dem Jahr 2008 im Gemeindearchiv. 
Bezüglich Urheberrechts wurde eine Anfrage für die Veröffentlichung gestellt, welche am 18.8.2025 genehmigt worden ist. Sie finden die Abschrift im Register E 62 mit einigen anderen Urkunden.

 

PDF-Seite 266 (Gablitz):
Gablitz war, gleich dem benachbarten Ollern ( Alarn), schon seit dem XI. Jahrhundert ein Besitz des Bistums Freising. Als seine ältesten Lehensträger erscheinen hier urkundlich die Sachsenganger, und zunächst wieder Leupolt II. von Sachsengang, welcher seine Lehen mit Zustimmung des Freisinger Bischofs an einen von Mauerbach (Mauerbacher) verkauft hatte.

PDF-Seite 266 (Gassen, am Laabenbache):
Gassen bei Neulengbach (richtiger im Amte Ollern) wird ebenfalls als zinspflichtig dem Bistume Freising im Cod. diplom. austr. frising. genannt, und zwar: Chunradus in der Gazzen ca. 1305 (3, 371), Vlricus in der Gazzen ca. 1305 (3, 372, 373).

Veröffentlicht am 20.8.2025

E 17   Jahrbuch für Landeskunde von Niederösterreich, 1903

Online-Link:
https://www.google.at/books/edition/Jahrbuch_f%C3%BCr_Landeskunde_von_Nieder%C3%B6st/x-M4AQAAMAAJ?hl=de&gbpv=1&dq=Mauerbach+Ollern&pg=PA310&printsec=frontcover

Jahrbuch für Landeskunde von Niederösterreich.
Redigiert von Dr. Anton Mayer
Erster Jahrgang 1902. Wien 1903.

Die Aufhebung der Kartause Mauerbach.
Ein Beitrag zur Geschichte der Josefinischen Klosteraufhebung.
Von Dr. W. Boguth

Seiten 309-310 (PDF-Seiten 322-323):

[Die ausgedehnten Besitzungen des Klosters zerfielen in die Herrschaft Mauerbach, die Herrschaft Velm und das Kastenamt St. Leonhard am Forst.]

An unmittelbaren Besitzungen gehörten zur Herrschaft Mauerbach gegen 200 Tagwerk Wiesen in der Umgebung der Kartause und bei Hadersdorf, eine Au an der Donau bei Langenlebarn, etwa 1000 Joch Wald und 122 1/2 Viertel Bauweingärten in Gumpoldskirchen, Perchtoldsdorf, Heiligenstadt, Nußdorf, Kritzendorf, St. Veit, Königstetten und Henzing.  1) Dazu kam noch der Getreidezehent zu Baumgarten im Tullnerfeld, Ollern, Weinzierl und St. Johannisberg und der Weinzehent und das Bergrecht zu St. Veit, Gumpoldskirchen, Pfaffstätten, Untersievering, Henzing, Baumgarten im Tullnerfeld und Grabensee.

1) Die einzelnen Angaben stimmen hinsichtlich des Flächeninhaltes der Besitzungen nicht überein; es scheint eben an einer nur halbwegs genauen Vermessung gefehlt zu haben. […]

Dem Amte in Mauerbach unterstanden außerdem 107 Untertanen in den Vierteln ober und unter dem Wiener Walde und zwar in Frauenhofen 13, Grabensee 8, Johannesberg 4, Dörfel 7, Winden 1, Wimmersdorf 1, Erlaa 1, Katzelsdorf 8, Tulbing 1, Langenlebarn 1, Henzing 7, Baumgarten 1, Saladorf 2, Mauerbach 28 und Gablitz 24.

Veröffentlicht am 20.8.2025

E 18   Zur Rechts- und Verfassungsgeschichte des alten Niederösterreichs, ca. 1943

Online-Link:
https://www.zobodat.at/pdf/Jb-Landeskde-Niederoesterreich_28_0011-0120.pdf

Zur Rechts- und Verfassungsgeschichte des alten Niederösterreichs.
Von E. Klebel.
Im PDF fehlt eine Jahresangabe.
Angaben im Text: Gau Niederdonau = II. Weltkrieg        Publikationen: 1940, 1941, 1942, 1943
Auf einigen Seiten steht im Kleindruck: Jahrbuch f. Landeskunde, 1943.

a) Marchfutter
Ab Seite 15 (PDF-Seite 5):

Diese Abgabe im bayerischen-österreichischen Rechtsgebiet nur an drei Orten begegnet:
Mittelsteiermark
in etlichen Gebieten des heutigen Gaues Niederdonau
bei Cham im bayrischen Walde.

Am aufschlußreichsten ein Marchfutterverzeichnis, um 1315 entstanden, Urbare Hochstift Freising für seinen Besitz in Österreich.

Etwas reichhaltiger sind Angaben über die Befreiung vom Marchfutter; Hochstift Freising,…

Seite 18 (PDF-Seite 8):

Für die Gebiete südlich der Donau werden noch Marchfutterdienste in der Freisinger Hofmark Ollern, um Hainburg an der Donau erwähnt   37a).

37a K. Lechner, H. f. Ldeskde 1926, S. 44 ff

Es muß eine engere Verbindung zwischen Marchfutter und Wehrdienst bestanden haben,…
In der Mark Österreich sind die Belege für Marchfutter-Dienste sehr ungleichmäßig;…

b) Befestigungswesen und Wehrverfassung.
Urkunde von 1189: Hochstift Freising von der Verpflichtung befreit.
c) Landgerichte.
Hochstift Freising Befreiung 1189.

Veröffentlicht am 20.8.2025

E 19   Erläuterungen zum historischen Atlas der österreichischen Alpenländer, 1957

Anmerkung Marktgemeinde, Andreas Bohnec, 20.8.2025:
Bei dieser Quelle handelt es sich nur um Auszugsansichten.

Erläuterungen zum historischen Atlas der österreichischen Alpenländer
Teil 1, Band 2, Ausgabe 2
A. Holzhausen, 1957

Seite 12:
Die Eintragung erfolgte auf Grund der Grenzangabe des Freisinger Besitzes in Ollern im Notizbuch Bischof Konrads III. von Freising von 1316 (FRA UU/36, S. 103), […]

Seite 15:
Im nördlichen Teil des Waldes sind, nach den Angaben über die Ausdehnung der Freisinger Hofmark Ollern und den Angaben über die Ausdehnung der Passauer Herrschaft Königstetten, deren Rechte […]

Seite 19:
Am 21. Mai 1277 bestätigte König Rudolf I. dem Bistum das Landgericht zu Enzersdorf, Hollenburg und Ollern (Böhmer, Reg. […]

Veröffentlicht am 20.8.2025

E 20   Jahrbuch für Landeskunde von Niederösterreich, 1958-1960

Die Straßen- und Talsperren des Mauerbachtales.
Beiträge zur Hausbergforschung.
Von Anton Schirmböck.
Jahrbuch für Landeskunde von Niederösterreich, Band 34, 1958-1960
Veröffentlicht von ZOBODAT

Online-Link:
https://www.zobodat.at/pdf/Jb-Landeskde-Niederoesterreich_34_0071-0105.pdf

Seite 71 (PDF-Seite 1):

Die Gefräßigkeit der Spitzhacke, die in Mauerbach im Jahre 1957 […] aus der Biedermeierzeit (Schloß Sina aus dem Spätklassizismus von Th. Hansen) verzehrte, […]

Seite 73 (PDF-Seite 3):

Weiters mehrte sich der Waldbesitz des Landesfürsten zwischen Liesing und Donau in den Jahren 1002—1035 und 1033 erhielt Freising das Gut Ollern, das bis zum Mauerbach reichte.

Seite 99 (PDF-Seite 37):

Über Baron Sina und Fürsten Maurocordato kam mit kurzen Unterbrechungen dieser historische Boden an Baron Bach.

Veröffentlicht am 20.8.2025

E 21   Quellen zur europäischen Spitalgeschichte in Mittelalter und Früher Neuzeit, 2010

Nur eine Auszugsansicht:

Quellen zur europäischen Spitalgeschichte in Mittelalter und Früher Neuzeit
Martin Scheutz, Andrea Sommerlechner, Herwig Weigl, Alfred Stefan Weiss
Böhlau, 2010

Seite 276:

Anmerkung 162: FRA II/36, 370 Vreindorf im Amt Ollern.
Vgl. Art. Freundorf. Topographie von Niederösterreich 3 (Wien 1893) 201-206, hier 202f.

Veröffentlicht am 20.8.2025

E 22.1   1033 Juli 19. in: Regesten zur Geschichte der Markgrafen und Herzoge Oesterreichs aus dem Hause Babenberg, 1850

Regesten zur Geschichte der Markgrafen und Herzoge Oesterreichs
aus dem Hause Babenberg.
Aus Urkunden und Saalbüchern gesammelt und erläutert von Andreas von Meiller.
Kaiserliche Akademie der Wissenschaften.
Wien, 1850.
[= Quelle für die Register 22.1 bis 22.4]

Online-Link:
https://www.google.at/books/edition/Regesten_zur_Geschichte_der_Markgrafen_u/XuKxFKSTejUC?hl=de&gbpv=1&dq=officio+Ollern&printsec=frontcover

Seite 5 (PDF-Seite 18):

Nr. 6
Ort. Imileb.
Zeit. 1033 Juli 19.

Kaiser Conrad II. schenkt dem Bisthum Freising „curtem Alarun (27) sitam in marchia et in comitatu Adalberti marchionis (28) Data XIIII° kalend. augusti indict. Iª anno domin. incarn. millesimo XXXIII° anno uero Domni Chuonradi secundi regnantis VIIII° imperii autem VII° anno etiam domni heinrici regis tertii VI° Actum Imileb.“
Orig. mit Siegel im k. bair. Reichsarchiv. Hund Metrop. I. München. 144. Regensbg. 97. 
Meichelbeck Hist. fris. I. I. 227. 
Lünig Spicileg. eccles. II. 225. 
Mon. boic. XXIX. I. 37. Nr. 337.

 

Seite 195 (PDF-Seite 210):

Beilagen.
Nr. 1.
I. Anmerkungen.

27. „Curtis Alarun." Es ist sehr zu bezweifeln , dass Alarun das heutige Dorf Ollern im V. 0. W. W. nahe bei Ried sei, wie Weiskern und Sickingen meinen, da das Bisthum Freising in dieser Gegend niemals Besitzungen hatte. Wahrscheinlicher ist anzunehmen , die Curtis Alarun sei ein in der Gegend von Gross-Enzersdorf (Stadt-Enzersdorf) und Sachsengang an der Donau gelegener, später durch Überschwemmungen zu Grunde gegangener Hof gewesen; viel leicht auch das heutige Dörfchen Albern am rechten Donauufer zwischen Kaiser-Ebersdorf und Schwechat. Auch in den Urkunden vom J. 1164. (Reg. Nr. 64. pg. 46.) und 1189. 18. Mai. (Reg. Nr. 43. pg. 66.) wird Alarn immer in Verbindung mit diesem Enzersdorf angeführt.

Veröffentlicht am 20.8.2025

E 22.2   1040 Jänner 18.

Seite 6 (PDF-Seite 19):

Nr. 9
Ort. 1040 Jänner 18.
Zeit. Augsburg

König Heinrich III. bestätigt dem Bisthum Freising die von seinem Vater und ihm selbst am 19. Juli 1033 gemachte Schenkung des Hofes Alarun, gelegen »in marchia et in comitatu Adalberti Marchionis. - Data XV° kal. febr. indict. VIIIª  anno dom. incarn. M° XL° anno uero ordinationis Domni heinrici tercii XII° regnantis autem Iº actum Auguste."
Orig. mit Siegel im k. bair. Reichsarchiv. Hund Metrop.I. München 148. Regensbg. 100 (falsch mit „XV. kal. Septemb.") 
Meichelbeck Hist. fris. I. I. 237. 
Lünig Spicileg. eccles. contin. Iª 517. 
Mon. boic. XXIX. I. 66. Nr. 352.

Veröffentlicht am 20.8.2025

E 22.3   1164

Seite 46 (PDF-Seite 59):

Nr. 64
Ort. Keine Angabe
Zeit. 1164

Schreiben Alberts, Bischofs von Freising, an sein Domkapitel über den ehrenvollen Empfang, welchen er bei dem Herzog von Österreich gefunden, und den günstigen Erfolg seiner Unterhandlungen mit ihm rücksichtlich der von den freisingischen Besitzungen in Österreich zu zahlenden Abgaben. „audito aduentu meo in Austriam preuenit me (dux) nuntiis suis, qui me multa diligentia inuitarunt ad se. Venientem officiose suscepit, benigne tractauit, petitiones meas omnes exaudiuit, ita ut ecclesie nostre bona a cottidiana exactione sic penitus libere dimitteret , ut nullus iudicum seu officialium suorum in eis quicquam tractare habeat. Nos uero paruum ei de predictis bonis nostris obtulimus censum - - - de bonis in Eberstorf, tam nostris , quam noue celle (praepositurae) , II libras et XL nummos. item de Alarn II libras et XL nummos. de Enzinestorf XIII libras, et si inuenti fuerint ibi fures, soli illi tradantur iudicibus, reliqua furis facta Officiales nostri iudicabunt." 
Auch habe der Herzog dem Bisthum einige Besitzungen restituirt, welche demselben von einigen seiner Ministerialen unrechtmässiger Weise entzogen worden waren. 
Ohne Datirung. (231) 
Meichelbeck Hist. frising. I. I. 372.

Seite 229 (PDF-Seite 244):

Beilagen.
Nr. 1.
I. Anmerkungen.

231. Der Zusammenhang , welchen die vorstehende Befreiung der Einkünfte der Freisingischen Propstei Neustift, »nova cella", mit der von Bischof Albert laut seines Briefes mit dem Herzog von Österreich angeknüpften Verhandlungen zu haben scheint, haben mich bestimmt, diesen hier einzureihen.

Veröffentlicht am 20.8.2025

E 22.4   1189 Mai 18.

Seite 66 (PDF-Seite 79):

Nr. 43
Ort. Wien
Zeit. 1189 Mai 18.

Kaiser Friedrich I. bezeugt , Herzog Leopold von Österreich und dessen Sohn Friedrich hätten freiwillig auf alle Gerechtigkeit („iustitia“) Verzicht geleistet, „quam per dominicalia frisingensis episcopi quondam ab imperio possederant in Austria, id est Marbrecht et lantgerihte, et burwerch, que specialiter ad usus ipsorum respiciebant, tam in officio Enzinstorf et Alarn, quam etiam in Holenburch et Ebersdorf,“ und überlässt auf ihre und des Bischofs Otto von Freising Bitten diese Rechte auf ewige Zeiten dem genannten Bisthum. Zeugen : „Otto babenbergensis episcopus. Theobaldus patauiensis episcopus. Heinricus babenbergensis prepositus. Bertholdus dux Dalmacie. Chunradus comes de Pilstein. Albertus comes de Bogen. Otto comes de Veleburch. Chunradus Burcrauius de Nuerenberch. Otto ratisponensis aduocatus. Heinricus de Altendorf. Chraft de Amzinesbach. De choro frisingensi Chunradus felix puer. Ortolfus Inticensis prepositus. De ministerialibus ecclesie frisingensis Heinricus felix puer. Gerwicus de pastperch. Vlricus Virtinch. Albanus de Elhpach. De ministerialibus ducis austrie Wichardus de Seuelde. Hadmarus de Chunringen. Lutwinus de Sunnenberch. Rudolfus Stubich. Actum anno domin. incarn. MC LXXXVIIII°. Regnante domino Friderico  - -anno regni eius XXXVIII imperii uero XXXVI . Datum Wienne XV°. kal. Junii. Indict. VII . feliciter Amen." 
Ludwig Rel. X. 158. 
Meichelbeck Hist. frising. I. I. 379. 
Mon. boic. XXXI. I. 437. Nr. 229.

 

Seite 285 (PDF-Seite 300):

IV. Verzeichnis der in den Regesten vorkommenden Orte.

Alarn. (Alarun.) (1033.19 .VII )5. 6. 
(1040.18.1 ) 6.9. 
(c.1164) 46.64. 
(1189.18.V.) 66.43.

Veröffentlicht am 20.8.2025

E 23   1033, 19. Juli lateinischer Text in: Fontes Rerum Austriacarum, 1871 (= Quelle für E 23 bis E 28)

Fontes Rerum Austriacarum.
Oesterreichische Geschichts-Quellen.
Herausgegeben von der historischen Commission der kaiserlichen Akademie der Wissenschaften in Wien.
Zweite Abtheilung.
Diplomataria et acta.
XXXI. Band.
Sammlungen von Urkunden und Urbaren zur Geschichte der ehemals freisingischen Besitzungen in Österreich.
Wien, 1870.
Codex Diplomaticus Austriaco-Frisingensis.
Herausgegeben von J. Zahn.

Diese Quelle ist ident für die Register E 23 bis E 28.

Online-Link-1:
https://www.google.at/books/edition/Codex_diplomaticus_Austriaco_Frisingensi/Rdg5AQAAMAAJ?hl=de&gbpv=1&dq=officio+Ollern&pg=PA121&printsec=frontcover

Online-Link-2:
https://www.google.at/books/edition/Fontes_rerum_Austriacarum/qbcUAAAAYAAJ?hl=de&gbpv=1&dq=officio+Ollern&pg=PA121&printsec=frontcover

Urkunden,
I. Band, von 763 – 1299.

Seite 73 (PDF-Seite 103):

Nummer 73:

1033, 19. Juli, Memleben. König Konrad II. schenkt dem Bisthume Freising den Hof Ollern in der Ostmark bei Tulln.

C. In nomine sanctae et indiuiduae trinitatis. Chuonradus diuina fauente clementia Romanorum imperator augustus. Si loca uenerabilia diuino cultui mancipata ob memoriam diuine remunerationis munere nostrae consolationis benignius adaugendo ditare decreuerimus, hoc non solum nobis ad regni nostri commodum, uerum et ad animae nostrae remedium salubriter prouenire credimus. Quapropter omnium Christi nostrorum fideliam presentium scilicet et futurorum uniuersitati notum esse uolumus, qualiter nos summe divinitatis intuitu per interuentum amantissime coniugis nostrae Gislae imperatricis augustae nostrique dilecti filii Heinrici regis cara petitione, nec non ob assiduum fideleque seruitium Egilberti Frisingensis aecclesie uenerabilis episcopi, qui pre ceteris multiplicato genere seruitutis pro uiribus (gratanter deseruiuit) suumque seruitium in hoc multipliciter adauxit, quod eundem unicum nostrum filium per nos sue fidei commendatum plena fide vice nostra fouit, amplectitur, amauit et per omnia fideliter educauit, tradidimus ad altare semper virginis Marie sanctique Corbiniani nobilissimi Christi confessoris in civitate Frisinga corpore quiescentis, curtem Alarun sitam in marchia et in comitatu Adalberti marchionis cum omnibus ad eundem locum iure ac legaliter pertinentibus cum mancipiis utriusque sexus, cum areis, aedificiis, agris, vineis, campis, terris cultis et incultis, pratis, pascuis, siluis, uenationibus, aquis aquarumue decursiubs, piscationibus, molis, molendinis, viis etinviis, exitibus et reditibus, quesitis et inquirendis seu cum omni utilitate que uel scribi aut nominari ullo modo potest, eandemque curtem de nostro ivre ac dominio ea ratione in ius atque dominium prefatae Frisingensis aecclesiae omnino transfudimus et in perpetuam proprietatem donauimus, ut idem uenerabilis antistes Egilbertus et successores sui absque uiolentia ullius nostri successoris siue regis sive imperatoris liberam posthac licentiam hanc habeant potenter possidendi, commutandi vel quicquid inde sibi saluo iure aecclesiae placuerit faciendi. Et ut haec imperialis nostrae traditionis integritas stabilis et inconuulsa per futura annorum curricula perseueret, hoc auctoritatis nostræ praeceptum inde conscriptum sigilli nostri impressione insigniri ivssimus et ambo nos ego idemque filius meus dilectus rex videlicet Heinricus, ego ipso humiliter interueniente, ille me consentiente atque iubente uterque in sui nominis signo manu propria subtus corroboravimus. 
Signum domni Chuonradi inuictissimi (M.) Romanorum imperatoris augusti. Signum domni Heinrici (M.) tertii regis gloriosissimi. 
Burchardus cancellarius uice Bartonis archicapellani recognoui. 
Data XIIII. kal. Augusti, indictione I., anno dominice incarnationis millesimo XXXIII., anno vero domni Chuonradi secundi regnantis VIII., imperii autem VII., anno etiam domni Heinrici regis tertii VI. Actum Imileb feliciter amen.

Orig., Pgt., aufgedr. Bleibulle, k. Reichsarchiv zu München; ebend. auch in Cod. 189, f. 17, 238, f. 109', 191 f. 76', 104′ und 108; 
Meichelbeck I./1, 227,
Monum, boica XXIX/1, 37. 
Vgl. wegen der Datirung Stumpf II, 165, Nr. 2043. :

Veröffentlicht am 20.8.2025

E 24   1040, 18. Jänner lateinischer Text

Seite 76 (PDF-Seite 105):

Nummer 75:

1040, 18. Jän., Augsburg. König Heinrich III. bestätiget dem Bisthume Freising die Schenkung seines Vaters an dem Hofe zu Ollern in der Ostmark bei Tulln.

C. In nomine sanctae et indiuiduae trinitatis. Heinricus diuina fauente clementia rex. Si loca uenerabilia diuino cultui mancipata ob memoriam diuinae remunerationis munere nostrae consolationis benignius adaugendo ditare decreuerimus, hoc non solum nobis ad regni nostri commodum, uerum et ad anime nostrae remedium salubriter prouenire credimus. Quapropter omnium Christi nostrorumque fidelium presentium scilicet et futurorum uniuersitati notum esse uolumus, qualiter nos summe diuinitatis intuitu per interuentum nobis dilectissimi Sigibotonis sanctae videlicet Spirensis aecclesiae uenerabilis episcopi, necnon ob assiduum fideleque seruitium domni Nitkeri Frisingensis aecclesie presulis celeberrimi, eadem scilicet beniuolentia et auctoritate qua similiter fecit et ante me beate memorie dominus genitorque meus pius et per omnia catholicus Chuonradus siquidem imperator augustus, qui me interpellante, in idipsum etiam consilio et re conspirante cartam constitutionis eiusdem, immo haec eadem continentem manu propria roborando omnique lege confirmando in ius Frisingensis aecclesiae tradidit, nos pariter animo nihilominus uolenti tradidimus et concessimus ad altare semper uirginis Marie sanctique Corbiniani nobilissimi Christi confessoris in ciuitate Frisinga corpore quiescentis curtem Alarun sitam in marchia et in comitatu Adelberti marchionis cum omnibus ad eundem locum iure ac legaliter pertinentibus, cum mancipiis utriusque sexus, cum areis, edificiis, agris, uineis, campis, terris cultis et incultis, pratis, pascuis, siluis, uenationibus, aquis, aquarumue decursibus, piscationibus, molis, molendinis, viis et inuiis, exitibus et reditibus, quesitis et inquirendis seu cum omni utilitate que vel scribi aut nominari ullomodo potest, eandemque curtem in ius atque dominium prefate Frisingensis aecclesie ea ratione omnino transfudimus et in perpetuam proprietatem donauimus, ut idem uenerabilis antistes Nitkerus et successores sui absque violentia ullius nostri successoris siue regis siue imperatoris liberam posthac licentiam hanc habeant, potenter possidendi, commutandi vel quicquid inde sibi saluo iure aecclesie placuerit faciendi. Et ut hec regalis nostre traditionis integritas stabilis et inconuulsa per futura annorum curricula perseueret, hoc auctoritatis nostre preceptum inde conscriptum sigilli nostri impressione insigniri iussimus.
Signum domni Heinrici tertii (M.) regis inuictissimi. 
Theodericus cancellarius uice Bardonis archicapellani recognoui. 
Data XV. kal. Februarii, interdictione VIII., anno dominice incarnationis M. XL., anno vero ordinationis domni Heinrici tercii XII., regni autem I. Actum Auguste feliciter amen.

Orig., Pgt., aufgedr. Siegel nur im Bruchstück vorhanden, k. Reichsarchiv zu München; ebend. Codd. 189, f. 27′ und 238 f. iii; Meichelbeck I./1, 237; Mon. boica XXIX/1, 66.

Veröffentlich am 20.8.2025

E 25   1060, 16. Mai lateinischer Text

Seite 80 (PDF-Seite 109):

Nummer 78:

1060, 16. Mai, Ulmerfeld. Bischof Ellenhart von Freising tauscht mit einem seiner Unterthanen Namens Wintheri eine Hube zu „Loupach" gegen eine andere zu Ollern ein.

Concambium inter Ellenhardum episcopum et Uvintherum seruum ecclesie. Traditit idem (Uvin)therus proprietatis sue hobam unam in loco qui dicitur Loupach iuxta lignum domini, ad altare sancte Marie et in manus Ottonis aduocati presente et conprobante episcopo Ellenhardo. Pro hac traditione ex proprietate ecclesie et ex beneficio Ottonis filii Perhtoldj co(mitis) ipso permittente atque petente per manus etiam Ottonis aduocati eidem Uvinthero tradita est ab episcopo hoba vna in proprietatem in loco qui dicitur Alarun. Actum est istud con(cam)bium aput Udimaresphelt anno domini MLX., XVII. kal. Iunii, feria iii. Pentecostes. Eadem commutatio iuramento conlaudata est a familia presente agente et confirmante. Hi sunt testes, liberi homines Rotpreht, Cotti, Timo, Heriman, Ozi , Hadamar, de familia Gerolt, Albrich, Phedigoz, Liutpolt, Ederam, Waltman, Ógo, Managolt, Chuonrat. 

Cod. 188, f. 301 (am Rande mannigfach schadhaft), k. Reichsarchiv zu München; Meichelbeck I/2, 517, Nr. 1234

Veröffentlicht am 20.8.2025

E 26   1189, 18. Mai lateinischer Text

Seite 121 (PDF-Seite 150):

Nummer 122:

1189, 18. Mai, Wien. Kaiser Fridrich I. überträgt nach Verzichtleistung des Herzogs Leupold von Österreich die Rechte desselben auf den freising. Gütern zu Enzersdorf, Ollern, Holenburg und Ebersdorf an Bischof Otto von Freising.

In nomine sancte et indiuidue trinitatis. Fridericus dei gracia Romanorum imperator augustus. Imperialem nostram decet auctoritatem, ut quecumque de ratione fieri decreuerit, litterarum noticie commendari faciat, ne cursu temporum labente facilius a memoria succedentium facta preteritorum euanescant. Vnde nouerint tam presentes quam postfuturi fideles Christi, quod cum dilecti nostri consanguinei dux videlicet Austrie Leopaldus eiusque filius Fridericus nomine omnem maiestati nostre resignasse(n)t iusticiam, quam per dominicalia Frisingensis episcopii quondam ab imperio possederant in Austria, id est marhreht et lantgerihte et burwerch que specialiter ad usus ipsorum respiciebant tam in officio Enzinstorf et Alarn, quam etiam in Holenburch et Ebersdorf, nos ob instantem eorundem peticionem atque dilecti nobis ac venerabilis episcopi Ottonis amorem ad hoc sumus inducti, quod predictam iusticiam nobis resignatam ecclesie beate Virginis sanctique Corbiniani Frisinge donacione regali tradidimus, proinde sperantes premio nos eterne beatitudinis in futuro remunerari. Vt autem hec nostra traditio sine retractatione stabilis et inconuulsa omni permaneat euo, hanc inde paginam conscribi ac inpressionis nostre sigillo iussimus insigniri cum testibus subnotatis quorum hec sunt nomina, Otto Babenbergensis episcopus, Theobaldus Patauiensis episcopus, Heinricus Babenbergiensis prepositus, Bertoldus dux Dahnacie, Chunradus comes de Pilstein, Albertus comes de Bogen, Otto comes de Veleburch, Chunradus burchrauius de Nurenberch, Otto Ratisponensis aduocatus, Heinricus de Altendorf, Chraft de Amcinesbach, de choro Frisingensi Chunradus Felix puer, Ortolfus Iticinensis prepositus, de ministerialibus ecclesie Frisingensis Heinricus Felix puer, Gerwicus de Pubenhusen, Otto de Waldekke, Fridericus de Pastperch, Vlricus Vertinch, Albanus de Elhpach, de ministerialibus ducis Austrie Wichardus de Seuelde, Hatmarus de Chunringen, Liutwinus de Sunnenberch, Rudolfus Stubich. Ego Johannes imperialis aule cancellarius in vice domini Chunradi Maguntini archiepiscopi Germanie archicancellarii recognoui. Actum anno dominice incarnationis M. C. LXXXVIIII., regnante domino Friderico Romanorum imperatore semper augusto anno regni XXXVIII., imperii vero XXXVI. Datum Wienne XV. kal. Junii, indietione VII. feliciter amen.

Cod. 189, f. 60, k. Reichsarchiv zu München; ebend. Cod. 191, f. 22' ; Meichelbeck I./1. 379; Mon. boica XXXI./1, 437.

Veröffentlicht am 20.8.2025

E 27   1270, 14.7. lateinischer Text

Seite 314 (PDF-Seite 343):

Nummer 289:

(1270), 14. Juli, Brünn. König Otakar von Böhmen, Herzog von Österreich befiehlt dem Landschreiber Sidelin den Bischof Konrad von Freising im ungestörten Besitze seines Gutes Ollern zu schützen.

Otacharus dei gracia rex Bohemie, dux Austrie, Styrie et Karinthie , marchio Morauie et dominus Carniole et Marchie Sidelino scribe Austrie graciam suam et omne bonum. Conquestus est nobis dilectus amicus noster dominus Chunradus venerabilis episcopus Frisingensis, quod Fridericus dapifer de Lengenbach [1 Cod. hat „Zengenbach".] et Fridericus de Maurbach et quidam alii ipsum in predio suo in Alarn videlicet in nemore, in pascuis et in viis publicis vti iure debito non permittunt. Cvm igitur prefatum episcopum in predicto predio omni libertate gaudere velimus atque iure, volumus et mandamus firmiter precipientes, quatenus idem predium in Alarn prefato episcopo nostro nomine manuteneas et defendas, non permittens ipsum ab aliquibus ibidem contra iusticiam pregrauari sicut nostram diligis graciam et fauorem. Datum apud Brunne, pridie idus Julii.

Cod. 191, f. 31′, k. Reichsarchiv zu München; Oberbair. Arch. III. 278.

Veröffentlicht am 20.8.2025

E 28   1277, 21. Mai lateinischer Text

Seite 359 (PDF-Seite 388):

Nummer 337:

1277, 21. Mai, Wien. König Rudolf bestätiget dem Bischofe Konrad von Freising das Privilegium Kaiser Fridrichs I., betreffend das Landgericht, Marktrecht u. s. w., zu Enzersdorf, Holenburg, Ollern und Ebersdorf.

Rvdolfus dei gracia Romanorum rex semper augustus. Vniuersis imperii Romani fidelibus presentes litteras inspecturis imperpetuum. Accedens nuper ad nostre magestatis presenciam venerabilis Chvnradus Frisingensis episcopus nobis humiliter supplicauit, vt priuilegium clare memorie Friderici quondam Romanorum imperatoris ipsi et ecclesie sue Frisingensi traditum et concessum innouare et confirmare de benignitate regia dignaremur. Cuius priuilegii talis est tenor:

Folgt nun die Urkunde Kaiser Fridrichs I. ddo. 1189, 18. Mai, Wien (Nr. 122). 

Nos itaque memorati C. Frisingensis episcopi principis nostri dilecti precibus fauorabiliter inclinati, presens priuilegium de verbo ad uerbum de innata nobis clemencia innouamus, confirmamus et presentis scripti patrocinio communimus. Nulli ergo omnine hominum liceat hanc nostre innouacionis et confirmacionis paginam infringere aut ei in aliquo contraire, quod qui fecerit grauem nostre magestatis offensam se nouerit incursurum. Testes sunt hii, venerabilis ... Salzburgensis episcopus,... Patauiensis, … Ratisponensis, … Babenbergensis, ...Seccouiensis, ... Gurcensis, et … Kimensis episcopi et alii quamplures. In cuius testimonium magestatis nostre sigillum est appensum. Signum domini nostri Rudolfi Romanorum regis inuictissimi. Datum Wienne, XII. kalendas Junii, indictione V., anno domini M. CC. LXX. septimo, regni vero nostri anno quarto.

Cod. 191, f. 19′, k. Reichsarchiv zu München; Meichelbeck II./2, 86, Nr. 144

Veröffentlicht am 20.8.2025

E 29   Die Herren von Kuenring. Ein Beitrag zur Adelsgeschichte..., 1874

Die Herren von Kuenring.
Ein Beitrag zur Adelsgeschichte des Erzherzogtums Oesterreich unter der Enns.
Von Gottfried Edmund Friess. Wien, 1874.
Verein für Landeskunde von Niederösterreich.

Online-Link:
https://www.google.at/books/edition/Die_Herren_von_Kuenring/ioUJAAAAIAAJ?hl=de&gbpv=1&dq=officio+Ollern&printsec=frontcover

Seite 38 (PDF-Seite 71):

Während seines Aufenthaltes daselbst bestätigte er [Kaiser Friedrich] unter Zeugenschaft des Herzogs Leopold, der Grafen Peilstein, Bogen und der Ministerialen Hadmar von Kuenring, Leutwin vor Sunnberg und anderer dem Bischofe Otto II. von Freising die landesfürstlichen Rechte auf die Güter dieses Hochstiftes zu Enzersdorf, Ollern, Holnburg und Ebersdorf.  1)

1) Reg. Nr. 109.

Seite XII (PDF-Seite 425):

Regesten und Urkunden

109
1189, 18. Mai.
Wien. Kaiser Friedrich I. überträgt nach Verzichtleistung Herzogs Leopold von Oesterreich dessen Rechte auf die freisingischen Güter zu Enzersdorf, Ollern, Holnburg und Ebersdorf an den Bischof Otto von Freising. U. d. Z.: .... de ministerialibus ducis Austriae Hadmarus de Chunringen.

Veröffentlicht am 20.8.2025

E 30   Jahrbuch für Landeskunde von Niederösterreich, 1949

Die Insel und die Feste Sachsengang.
Von Anton Becker.
Jahrbuch für Landeskunde von Niederösterreich, 1949
Online veröffentlicht durch ZOBODAT.

Online-Link:
https://www.zobodat.at/pdf/Jb-Landeskde-Niederoesterreich_30_0078-0109.pdf

Seite 106 (PDF-Seite 31):

In Hollenburg an der Donau finden wir Freising als Besitznachfolger der bairischen Abtei Moosburg. Die Grenzen dieses Besitzes werden 895 genau angegeben mit Anführung aller natürlichen und künstlichen Grenzmale, während wir in der Grenzziehung auf der Insel Sachsengang sehr ungenaue Angaben finden. Hollenburg lag an der Stelle eines Donauüberganges aus dem Traisental ins Kamptal. Im Kamptale hatte Freising seit 900 einen Besitz Stivinna (Stiefern). Hollenburg war die Ortsobrigkeit für den Hof Alarun (Ollern), den Konrad II. 1033 Freising schenkte. Ollern liegt 30 km östl. von Hollenburg, auf dem halben Landwege nach Sachsengang  92).

92) In der Bestätigung der Güter Freisings durch Friedrich I. Barbarossa 1189 (Font. II, S. 121 Nr. 122) ist merkwürdigerweise Alarun mit Enzersdorf verbunden (in officio Enzisdorf et Alarun, etiam in Holenburch et Ebersdorf).

Veröffentlicht am 20.8.2025

E 31   Homepage der Stadtgemeinde Groß-Enzersdorf, Geschichte der Stadt

Groß-Enzersdorf
Geschichte der Stadt
Homepage der Stadtgemeinde
Recherche 4.7.2025

Online-Link:
https://www.gross-enzersdorf.gv.at/KULTUR_GESCHICHTE/Geschichte_der_Stadt

 

Die ursprüngliche Recherche am 3.7.2025 mit „officio Ollern“ ergab obige Treffer [Register E 22 bis E 30].

Inspiriert war die Recherche von Kogl (officio Chogel = Amt Kogel). Der lateinische Text lautet „in officio Enzinstorf et Alarn,“. Kann das also „Amt Enzersdorf bei Ollern“ bedeuten?

Die Entfernung von Groß-Enzersdorf +über Deutsch-Wagram, Korneuburg, Tulln bis Ollern beträgt 69,7 km. Bei weitem mehr als Hollenburg – Ollern.

Was steht auf der Homepage der Stadtgemeinde?

* Urkunde 14.11.1021 Kloster Weihenstephan, Insel Sachsengang.
* Kaiser Konrad II., 13-jähriger Sohn Heinrich III. und sein Berater Bischof Egilbert von Freising.
* 1120 – gibt es schon eine Burg Sachsengang?
* 1158 Groß-Enzersdorf war alleiniger Herrschaftsmittelpunkt Freisings im Marchfeld geworden.
* 1189 Herzog Leopold V. und sein Sohn Friedrich I. verzichten auf die Marchfutterabgabe, die kleine Gerichtsbarkeit und die Burgwerksabgabe. Die Befreiung galt nur für Enzersdorf, nicht für die anderen freisingischen Besitzungen. Damit wird Enzersdorf nach und nach zur vollwertigen Herrschaft.

* Zur Entstehung der Herrschaften Sachsengang und Groß-Enzersdorf.
* Schwere finanzielle Last der Vogtei. Die Klöster versuchten ab Mitte des 12. Jahrhunderts diese loszuwerden.
* Dennoch konnte Bischof Albert von Freising 1158 in den Verhandlungen mit Herzog Heinrich II. einiges erreichen: Nämlich, dass die freisingischen Ämter Ebersdorf-Mampasberg, Ollern und Groß Enzersdorf nur mehr eine günstige Abgabenpauschale an den Herzog abführen musste. Außerdem wurde festgelegt, dass „keiner der herzoglichen judices et officiales dort zukünftig etwas zu schaffen haben“.

Aus diesem Absatz kann entnommen werden, dass auch Ollern als Amt bezeichnet wird.

Veröffentlicht am 20.8.2025

E 32   Die Schenkungsurkunde 1033 - Deutscher Text in: Ollern, Orts- und Häuserchronik, Josef Koller, 1983 (=Quelle für E 32 bis E 41)

Seite 34 ff:

Die Herrschaft Freising in Ollern

Das Bistum Freising, eigentlich die Kirche des Domkapitels, hatte schon um 990 bis 995 Besitzungen um und in Hollenburg. Ob von dorther Alarun schon bewirtschaftet wurde, ist möglich, kann aber nicht erwiesen werden.

Urkunden, die einiges über den Beginn der Herrschaft Freising-Alarun aussagen:

Die Schenkungsurkunde von 1033

Kurzer Inhalt:
 Zufolge der Intervention der Kaiserin Gisela und seines Sohnes (später Kaiser Heinrich III.) schenkte Kaiser Konrad II. der Stifts- und Domkirche in Freising die Curtis Alarun, gelegen in der Mark des Markgrafen Adalbert. Der Bischof von Freising hatte dem Kaiser viele große Dienste, vor allem bei der Erziehung des Kaisersohnes geleistet. Es wird feierlich betont, daß der Kaiser bisher volles Besitzrecht und Gerichtsbarkeit über den Königshof (curtis) Alarun hatte, daß er diese Rechte ganz an die Kirche in Freising abtrete und niemand, auch kein nachfolgender Kaiser, das Recht haben sollte, den Besitz zu enteignen. Beim Königshof befinden sich: Leibeigene beiderlei Geschlechts, Gebäude, Mühlen, Bauflächen, Weingärten, Äcker, Wiesen, Brachen, Bäche, Fischerei und Jagdrecht.

Die Urkunde ist ausgestellt am 19. Juli 1033 in der Kaiserpfalz Memlingen und trägt das Siegel des Kaisers, seines Sohnes, des Kanzlers und des Burgkaplans. Heute ist sie verwahrt im Reichsarchiv zu München, Codex 189. Sie ist abgedruckt in den „Fontes rerum Austriacarum“ (Quellen österreichischer Geschichtsforschung), Band 31, und in den „Monumenta Boica“ (bairische Urkunden), Band 39/1.

Foto der Urkunde
Bairisches Hauptstaatsarchiv München
Signatur: Kaiserrelekt 337

Anmerkung 1 Marktgemeinde, Andreas Bohnec, 5.7.2025:
Die Abschrift des lateinischen Textes aus „Fontes rerum Austriacarum“, Band 31, finden sie im Register E 23.

Anmerkung 2 Marktgemeinde, Andreas Bohnec, 18.11.2025:
Bilder einiger Urkunden in Bezug auf Ollern finden Sie im Teil 1 unter „02 Urkunden“ im Register „Download der Abschriften und Bilder“ im PDF „Urkunden_Großformat_A3_Ollern…“.

Deutscher Text aus dem Heimatbuch Ollern:

IM NAMEN DER HEILIGEN UNTEILBAREN DREIFALTIGKEIT. KONRAD, ZUFOLGE GÖTTLICHER HULD RÖMISCHER KAISER AUGUSTUS.

WENN WIR ERWÜRDIGE, DEM GÖTTLICHEN KULT GEWIDMETE ORTE ZU UNSEREM TROST ZU BESCHENKEN BESCHLOSSEN HABEN, GEREICHT DAS NICHT NUR ZU UNSEREM UND DES REICHES VORTEIL, SONDERN AUCH ZU DEM UNSERER SEELE. DAHER WOLLEN WIR DER GESAMTHEIT DER CHRISTGLÄUBIGEN VON HEUTE UND IN ZUKUNFT KUNDTUN, WIE WIR ZUFOLGE EIGENER EINGEBUNG, WIE AUCH DER INTERVENTION UNSERER GELIEBTEN GATTIN, DER KAISERIN GISELA UND UNSERES GELIEBTEN SOHNES KÖNIG HEINRICHS, AUSSERDEM ZUFOLGE DES TREUEN DIENSTES DES EHRWÜRDIGEN BISCHOFS DER FREISINGISCHEN KIRCHE EGILBERT, DER AUSSER SONST VIELFACHER WEISE GELEISTETEN DIENSTE, DIE ER UMSONST LEISTETE, SEINEN DIENST VOR ALLEM DADURCH VIELFACH ERHÖRE, DASS ER UNSEREN EINZIGEN SOHN, DEN WIR SEINE TREUE ANVERTRAUT HABEN, AN UNSERER STELLE GETREU ERZOGEN HAT, IHN GELIEBT HAT.

DARUM ÜBERGEBEN WIR DEM ALTAR DER HEILIGEN JUNGFRAU MARIA UND DES HEILIGEN BEKENNERS KORBINIAN, DESSEN KÖRPER IN DER STADT FREISING RUHT, DIE CURTIS ALARUN, DIE IN DER MARK UND GRAFSCHAFT DES MARKGRAFEN ADALBERT LIEGT, MIT ALLEN RECHTLICHEN UND GESETZLICHEM ZUBEHÖR, MIT DEN HÖRIGEN BEIDERLEI GESCHLECHTES, DEN AREALEN, GEBÄUDEN, ÄCKERN, WEINGÄRTEN, HUTWEIDEN, DEN BEBAUTEN UND UNBEBAUTEN GEBIETEN, WIESEN, WEIDEN, WÄLDERN, JAGDEN, MÜHLEN, DEN WEGEN UND UNWEGSAMEN TEILEN, DEN ZUFAHRTEN UND AUSGÄNGEN, SEIEN SIE BEKANNT ODER UNBEKANNT, ÜBERHAUPT MIT ALLER NUTZUNG, DIE IRGENDWIE BESCHRIEBEN ODER BENANNT WERDEN KANN. WIR HABEN DIESE CURTIS VORHERGENANNTER KIRCHE VON FREISING AUS UNSERER HERRSCHAFTS- UND BESITZGEWALT DERART IN DIE GEWALT DIESER KIRCHE, ALS VÖLLIGES UND IMMERWÄHRENDES EIGENTUM ÜBERGEBEN, DASS DIESER ERWÜRDIGE BISCHOF EGILBERT UND SEINE NACHFOLGER OHNE VERLETZUNG EINES UNSERER NACHFOLGER ODER KAISER ODER KÖNIGS NACHHER DIE FREIE VERFÜGUNGSGEWALT ÜBER DEN BESITZ HABEN SOLLEN, DASS SIE IHN VERÄNDERN ODER SONST NACH FREIEM ERMESSEN RECHTMÄSSIG VERFÜGEN KÖNNEN. DASS DIS UNVERSEHRTHEIT UNSERER KAISERLICHEN ÜBERGABE DURCH ALLE FOLGENDEN JAHRABLÄUFE FEST UND UNVERSEHRT ERHALTEN BLEIBE, HABEN WIR BEFOHLEN, DASS DIESE UNSERE AUTORITATIV GEGEBENE ANORDNUNG GESCHRIEBEN UND MIT DEM UNS ENTSPRECHENDEN SIEGEL GEFERTIGT WERDE. WIR BEIDE, ICH UND EBENSO MEIN GELIEBTER SOHN HEINRICH, ICH DURCH MEINE ERGEBENE INTERVENTION, ER DURCH SEINE ZUSTIMMUNG UND SEINEN BEFEHL, JEDER IN SEINEM NAMEN DURCH SEIN EIGENES HANDZEICHEN BEKRÄFTIGEN.

DAS ZEICHEN DES GERECHTESTEN RÖMISCHEN KAISERS KONRAD.

DAS ZEICHEN DES GLORREICHEN KÖNIGS HEINRICH III.

ICH, KANZLER BURCHARD HABE AN STELLE DES ERZKAPLANS BARTO ALLES ÜBERPRÜFT.

GEGEBEN AM 14. KAL. AUGUSTI, IM JAHRE 1033 NACH CHRISTI GEBURT, IM 8. JAHR DER REGIERUNG KONRADS II., IM 7. JAHR DER REGIERUNG DES KÖNIGS HEINRICH III. GESCHEHEN IN IMILEB. AMEN.

Der Kaiser wollte also
a) dem Bischof Dank erweisen. Schon daraus ergibt sich, daß Alarun ein großzügiges Geschenk, also schon damals ein ausgedehnter Besitz war, was noch bestätigt wird durch die feierliche Form der Übergabe und den Ausstellungsort.
b) Der Kaiser brauchte den Bischof ohnehin dringend als verläßlichen und ergebenen Hüter eines noch stark umstrittenen Teils der Südostgrenze des Deutschen Reiches, noch dazu eines solchen, der auch fähig war, das Gebiet zu besiedeln.

Obwohl solche Urkunden nach einem Schema abgefaßt waren und nicht immer die darin enthaltenen Zugaben wirklich vorhanden waren, muß hier angenommen werden, daß die angeführten Zugaben stimmen. Dafür dürfte Freising selbst gesorgt haben, daß es, wie früher dargetan, den Hof ohnehin schon früher (seit 970?) mit Erlaubnis des Kaisers bewirtschaftet hatte.

Fortsetzung des Heimatbuches im Register E 33.

Veröffentlicht am 20.8.2025

E 33   Urkunde von 1040

Urkunde von 1040

Ausgestellt am 18. Jänner in Augsburg. Sie stimmt inhaltlich fast wörtlich überein mit der von 1033 und galt wahrscheinlich nur zur Absicherung gegen die Babenberger.

Fortsetzung des Heimatbuches im Register E 34.

Veröffentlicht am 20.8.2025

E 34   Tauschurkunde von 1060

Tauschurkunde von 1060

Sie wurde ausgestellt vom freisingischen Bischof Ellenhard in Ulmerfeld am 16. Mai (aufbewahrt im Reichsarchiv zu München; Cod. 188/Seite 301). Inhalt:
Die freie Sippe des Wintherus hatte in Loupach einen Hof, der einem freisingischen Wald benachbart ist (der an anderer Stelle bezeichnet ist als „bis an den Wall reichend“). Diesen Hof vertauschten sie gegen eine Hube im Orte Alarn, die bisher Benefizium des freisingischen Advokaten Otto, eines Sohnes des Grafen Perchtold, war. In Ulmerfeld waren zugegen: Die Familienmitglieder des Wintherus: Gerolt, Albrich, Phedigoz, Liutpolt, Ederam, Waltmann, Ogo, Managolt, Chuonrat; und als Zeugen die „Freien“: Rotprecht, Cotti, Timo, Heriman, Ozi, Hadumar.

Loupach heißt heute Laabach. Lou oder low, meist law geschrieben, kann im Althochdeutschen heißen: kalt, oder es hängt mit lew (Wall) zusammen. In einer alten Landkarte heißt der Laabach: Lewbach.

Was sagt uns diese Urkunde? Es gab innerhalb der Herrschaft Freising auch freien Besitz (ein solcher dürfte auch Reichersberg gewesen sein). Die Rechtsverhältnisse waren kompliziert: Der bisher freie Wintherus wird als Benefiziumpächter in Ollern ein Höriger des Stiftes Freising, bekommt aber das Benefizium als Eigentum und kann dasselbe auch verkaufen. Andererseits hatte der Grafensohn und Advokat Otto, der gar nicht hier wohnte, in Ollern ein Lehen (Benefizium). Die Familie des Wintherus hatte Laabach wahrscheinlich schon längere Zeit, schon vor 1033, sonst hätten die Freisinger diesen ihrem Wald benachbarten Hof nicht hergegeben. Die Sippe bestand aus zehn mutigen Männern (nur so konnten sie hier bestehen), fühlte sich aber im Orte Ollern sicherer und gab deshalb auch die persönliche Freiheit auf. Das eingetauschte Benefizium lag im Orte Alarn. Es gab 1033 also schon, urkundlich bezeugt, ein Dorf Ollern, Freising hatte 1060 schon einen Wald beim Weißen Kreuz: eine Erhärtung der Annahme, daß der freisingische Besitz 1033 schon, wenigsten im Südosten, dieselben Grenzen hatte wie im Urbar 1315. Im Dorfe Ollern waren nicht nur Kleinpächter, die auch auf dem Gutshofe arbeiteten, sondern es gab wenigsten den einen Hof, der dem in Laabach an Größe gleichwertig sein mußte. In Ollern gab es schon 1060 das „Benefizium“, die mildeste Art von Pachtgütern. Um 1060 gab es, um so mehr 30 Jahre früher, noch Einfälle der Ungarn. Man könnte annehmen, daß Laabach nach der Erstürmung der Riederberghöhe um 970 systematisch als östlicher Wachtposten für die Wälle beim Weißen Kreuz angelegt worden war und mehrere Familien ernähren sollte. Der Bischof konnte die mutigen Leute im Orte gut brauchen, da er um 1050 begonnen hatte, das alte Haufendorf dort mit einem Angerdorf zu erweitern.

Fortsetzung des Heimatbuches im Register E 35.

Veröffentlicht am 20.8.2025

E 35   Urkunde von 1158

Urkunde von 1158

Der Bischof berichtet, daß der Markgraf an Freising die Gerichtsbarkeit über Ollern übertragen habe.

Fortsetzung des Heimatbuches im Register E 36.

Veröffentlicht am 20.8.2025

E 36   Urkunde von 1189

Urkunde von 1189
(ausgestellt in Wien am 18. Mai)

Kaiser Friedrich I. überträgt offiziell das Landgericht, Burgrecht und Marchrecht in Ollern an die Freisinger (siehe auch Kapitel: Anfänge der politischen Gemeinde Ollern. Anmerkung Marktgemeine, Andreas Bohnec, 5.7.2025: Dieses Kapitel umfasst das Banntaiding und wurde unter Geschichte/Frühgeschichte Nummer 17 am 6.12.2023 veröffentlicht).
Das Burgrecht war ein kleines Bürgerrecht und gab der Gemeinde das Recht, einen Ortsrichter zu wählen, und sich in den meisten Dingen selbst zu verwalten. Vor allem konnte sie sich den Zuzug fremder Elemente vom Leibe halten. Das Marchrecht bestand eigentlich in einer Haferabgabe an den Landesherren zur Erhaltung der für Kriegszwecke bestimmten Pferde. Man kann sagen, seit 1189 gibt es eine urkundlich bezeugte Gemeinde Ollern.

Fortsetzung des Heimatbuches im Register E 37.

Veröffentlicht am 20.8.2025

E 37   Urbar des Stiftes Freising von 1160

Urbar des Stiftes Freising von 1160

Ein Urbar war eine Bestandaufnahme der herrschaftlichen Güter und Rechte. Es ist abgedruckt in Font. rer. Austr. 36 Band, Seite 16. Damals gab es in Ollern: 1 Hof (villicatio). 

Einschub zu Font. rer. Austr. 36 Band:

Online (Übersicht aller Ausgaben):
Österreichische Geschichtsquellen (Fontes rerum Austriacarum) – Wikisource

Apud Alaren upa uillicatio dimidium granum et unum porcum et decem friskingos cum appendice seruitio, item ibidem decem et septem benefitia singulum quinque modios auene et unam ouem, duos denarios et opus ad uineas, item ibidem sedecim uinee quibus singulis preter benefitium quod habent, debentur duo modii, sex autem sunt qui non habent benefitium. Insuper usus capelle.

Anmerkung Marktgemeinde, Andreas Bohnec, 5.7.2025:
 Eine Recherche zu Alaren und villicatio ergab keinen einzigen Treffer.

Eine vollständige Abschrift dieser Quelle finden Sie im Register E 14.

Fortsetzung Heimatbuch:

Derselbe zahlte die Hälfte des geernteten Kornes, 1 Schwein, 10 Frischlinge und leistete Robot. Dieser Gutshof hatte, wie aus anderen Urbaren ersichtlich ist, wohl noch einen Vorrang als Sammelstelle des Naturalpachtes und beherbergte 1315 auch noch eine Amtskanzlei. Im großen und ganzen war er aber selbst ein Lehen, nur größer als die anderen.

Freising bewirtschaftete damals also die Felder und Wiesen nicht mehr selbst.

Außerdem gab es in Ollern damals noch 17 Benefizien, wovon jedes 5 Metzen Hafer, 1 Ei, 2 Denare und Arbeit in den (noch von der Herrschaft selbst bewirtschafteten) Weingärten leistete. Außerdem hat jeder der 17 Bauern einen Weingarten und zahlt dafür 2 Metzen. Sechs Familien hatten kein Benefizium. Außerdem hatte der Ort (usus capelle) das Gebrauchsrecht der Kapelle. Ollern war mit mindestens 18, wahrscheinlich 24 Häusern ein großer Ort für diese Zeit.

In Ollern stand damals schon das Dreiecksangerdorf. Mit ziemlicher Sicherheit gab es im Dorfe damals schon 1 Weber, 1 Schmied und 1 Krämer (der vielleicht auch Wirt war). Die Leute hatten Schafe, bauten Flachs, Hanf und Lein und webten sich die Kleiderstoffe selbst. Wohl hätte am Dorfplatz eine Kapelle stehen sollen. Es gibt dafür keinerlei Überlieferung, wohl aber, daß am Dorfplatz eine Roßschwemme war. Spätere Urkunden nennen St. Laurenz als Pfarrkirche von Ollern. 1160 stand also die Kirche St. Lorenz am Riederberg und wurde seelsorglich benützt.

Fortsetzung des Heimatbuches im Register E 38.

Veröffentlicht am 20.8.2025

E 38   Die Urbare von 1305, 1315 und 1316

Die Urbare von 1305, 1315 und 1316
(veröffentlicht Fontes rer. Austr. Bd. 31, 35, 36)

Sie geben einen guten Einblick in die Verhältnisse von Ollern um 1300; vor allem vermitteln sie die Grenzen der Herrschaft Freising-Ollern (siehe Skizze). Die Grenze beginnt in Reingrub, geht direkt bis zur Wiese, die Sunnwies genannt wird; von dort in den Steinbach, von dort zum Ufer des Schweinbaches (andere Leseart „Steinbach“), dann weiter zur Bischofswarte und den Peilstein; vom Peilstein bis zum Flusse namens Gablitz, von dort direkt bis zum Flusse Wien, von dort zum Mauerbach und Gaisruck. Vom Gaisruck direkt zum Ufer des Alarbaches, von dort in den Lielaich und Aichein.

Bekannt sind die Namen Sunnwies, Troppberg (Bischofswarte), Peilstein, Gablitz, Wienfluß und Mauerbach. Alarbach muß identisch sein mit dem heutigen Alhang; der Steinbach ist der heutige Anningerbach, der am Steinberg entspringt, als Schweinbach muß wohl der Schliefgraben dienen, der den Saupühel umfließt. Da Freising in Freundorf mehrere Lehen hatte und es vor der Sunnwies eine gerade Grenze gibt, liegt die Reingrub in Freundorf. Lielaich und Aichein konnten nicht bestimmt werden. Dafür ist die Grenzführung ab dem Rauchbuchberg vom Hörensagen bekannt und richtet sich nach Wegen und Grenzen. Auf der Chorherrner Höhe (beim Wetterkreuz) steht ein uralter Birnbaum. Er und das Wetterkreuz sind uralte Wahrzeichen.

Nach obigem Urbar schloß die Herrschaftsgrenze den Besitz der Kirche St. Lorenz nicht ein. 1358 verkaufte Freising den Wald Rentzeinpühel, der laut Grenzangaben der Verkaufsurkunde nördlich der Herrschaft St. Laurenz lag. Weil bis zirka 1300 außerdem die Herrschaft St Lorenz noch stark von Freising verwaltet wurde, wurden in meiner Skizze die Grenzen dargestellt, die die größte Entfaltung des freisingischen Besitzes darstellen.

Fortsetzung des Heimatbuches im Register E 39.

Veröffentlicht am 20.8.2025

E 39   Die Herren von Ollern-Judenau

Die Herren von Ollern-Judenau

Um 1150 traten in Tulbing bei einer Schenkung an das Stift Klosterneuburg ein Hortolf de Alarn und ein Odalrich de Alarn auf. Im Jahre 1300 gab es in Judenau eine unfreie Ritterfamilie; erster Vertreter war Wolfker. Dieses Geschlecht verschaffte sich den Försterposten und verschiedene Lehen in Ollern (zufolge der Not verkauften manche Bauern); schließlich hatte die Familie in Ollern 1 Ganz-, 1 Halblehen und 7 Hofstätten in Pacht. Den Gutshof verkauften sie an Heinrich den Baiern (Bavarius). Zwischen 1305 und 1321 findet sich in Urkunden dreimal der Name Chalhoch von Alarn, resp. Chalhoch Judenauer von Alarn, dessen Frau hieß Gertrud. Sie hatten drei Söhne: Chalhoch, Herlieb (auch Hartlieb) und Konrad. Dieses Geschlecht hatte, wie aus verschiedenen Urkunden hervorgeht, auch anderswo Besitzungen. Herlieb lebte bis 1360 und war verschwägert mit den Herren von Katzenberg. Sein Sohn, Herlieb von Weinzierl, hatte drei Kinder, die Erben von Wildegg werden sollten. Frühzeitig findet sich ein Chunrad von Alarn. 1357 ein Peter von Alarn, 1374 ein Albert Judenauer von Ollern in Wien. Zwischen 1391 und 1399 ist ein Wolfhart der Rampersdorfer zu Ularn genannt, der Äcker an die Pfarre Freundorf schenkte und, bis Besitzer in den Hollenburger Grundbüchern aufkommen, der letzte Ermittelbare derer „von Ollern“ war.

Vielleicht wurde in dieser Zeit Ollern teilweise auch von Judenau aus verwaltet, ist aber nicht, wie der Verfasser der Topographie von Niederösterreich meint, von Judenau gegründet worden.

Fortsetzung des Heimatbuches im Register E 40.

Veröffentlicht am 20.8.2025

E 40   Niedergang und Art des Fortbestandes bis zur völligen Auflösung

Niedergang und Art des Fortbestandes bis zur völligen Auflösung

Die Gründe für den Niedergang und schließliche Auflösung der Herrschaft Freising-Ollern sind vielfach: Zufolge der Änderung des Besitz- und Pachtrechtes im 13. Jahrhundert zuungunsten der Freisinger dürften sich die Pachterträge verringert haben; vor allem konnten die Freisinger mächtige Lehensnehmer, wie solche im Urbar 1305 angeführt werden, die nichts mehr zahlten, nicht zwingen, das Lehen herauszugeben. Zwei große Wälder wurden 1358 verkauft. Herzog Rudolf IV. beschlagnahmte große Teile der Herrschaft, die sein Bruder Albrecht dann allerdings wieder zum größten Teil zurückgab.

Den Besitz von St. Lorenz eigneten sich die Habsburger über die Vogteigewalt an. 1276 bis 1278 mußten alle Kirchenlehen an die Habsburger übertragen werden.
 Klimaschäden: Das Klima verschlechterte sich gegenüber dem 13. Jahrhundert drastisch; eine der schlimmsten Perioden war die Zeit von 1330 bis 1360. 1337 und in den folgenden Jahren waren die Sommer so kalt und regnerisch, daß die Ernte nicht eingebracht werden konnte, ja gar nicht reifte. Im Frühjahr gab es große Überschwemmungen. Zufolge der Klimaänderungen waren aus den Steppen Osteuropas riesige Heuschreckenschwärme (am ärgsten 1338) in den Donauraum eingefallen.

Die Pest: Die Häuser hatten vielfach noch keine Glasfenster; Unrat und Fäkalien wurden auch in den Städten auf die Straßen geschüttet, die Hygiene war überall schlecht. Die Pest wurde aus dem Osten eingeschleppt und forderte 1349 viele Opfer in Wien und der weiteren Umgebung. Folgend brach sie in jedem Jahrzehnt des 14. Jahrhunderts in verschiedensten Orten aus.

1348 legte ein schweres Erdbeben viele Orte der Umgebung in Schutt oder beschädigte sie schwer.

Kriege mit Ungarn und Böhmen, der Babenberger wie Habsburger untereinander gab es genug. Die Soldateska, ob Freund oder Feind, raubte das Volk (besonders zwischen Wien und Tulln) immer wieder aus und forderte Quartiere. Die Folgen aus obigen Ereignissen waren furchtbar. Viele starben an Hunger oder wanderten aus. Im 14. und 15. Jahrhundert nahm die Bevölkerung des Tullnerfeldes um 25 Prozent, die im Wienerwald um 32 bis 40 Prozent ab. Zufolge des Bevölkerungsschwundes herrschte großer Mangel an Landarbeitern. Finanzgewaltige kauften viele Bauernlehen auf.

1584 hatte Freising in Ollern noch 30 und in Ried zehn (in Freundorf einige) Lehen. Ab zirka 1550 gibt uns das „Hollenburger Grundbuch“ weiterhin Aufschluß über freisingische Besitze. Auch Neulengbach hatte hier Holden; im Grundbuche Neulengbach ist 1549 vermerkt: „Bürgerdienst in dem Dorff zu Ollern, enthalb des Waldes.“

1769 wurde das Amtsgebäude (Nr. 17) vom Hof getrennt und verkauft. 1795 kaufte die Gemeinde Ollern das Haus vom kaiserlichen Kammerdiener Mathias Hottenroth, um hier einen Pfarrhof einzurichten. 1803 wurden zufolge des Reichsdeputation-Hauptbeschlusses alle kirchlichen Besitzungen in ausländischen Händen verstaatlicht; darunter waren alle Güter Freisings.
 1803 bis 1811 war Ollern staatliche Cameralherrschaft. Im Jahre 1811 ersteigerte es der Wiener Bankier Jakob Geymüller, dem der Staat viel schuldete. 1841 ging Geymüller in Konkurs und verlor 1848 die Herrschaft Hollenburg-Ollern gegen eine Ablöse von 2/3 des Schätzwertes. So hatte die Herrschaft Freising-Hollenburg-Ollern 770 Jahre bestanden.

Fortsetzung des Heimatbuches im Register E 41.

Veröffentlicht am 20.8.2025

E 41   Größe und Besitzrechte der Herrschaft

Größe und Besitzrechte der Herrschaft

Die in der beigefügten Skizze angegebene Herrschaftsgrenze von 1315 bis 1316 dürfte ungefähr 40 Quadratkilometer umschließen. Es gab verschiedene Abstufungen des Eigentumrechtes. Vielfach hatte die Herrschaft Grundrecht und hob davon Abgaben ein, die nicht immer bezahlt wurden. Die Bauern oder Lehensträger hatten ein Nutzungseigentum, das man eventuell mit Bewilligung des Grundherrn auch verkaufen konnte. Es gab in späterer Zeit auch Eigentumsrechte auf Pachtabgaben (Lehenserträge) die separat verkauft werden konnten. In Ollern gab es als Lehen nur Benefizien; außerhalb des Burgfriedes aber auch normale Lehen.

Ab hier (Seite 41) Stichworte aus dem Heimatbuch:

* Etwa ab 1100 Wälder und Weiden geschätzt und teilweise gerodet.
* 1270 riefen die Freisinger den Schutz König Ottokars an gegen die Burgherren von Mauerbach und Purkersdorf-Lengbach, welche die Pächter mit Gewalt bei Einbringung von Ernte und Holz behinderten.
* Ertrag der Grundstücke stieg vom 9. bis zum 13. Jahrhundert um das 17fache.
* Weingärten und Wälder ließ die Herrschaft selbst verwalten.
* Klima des 12. und 13. Jahrhunderts war milder als heute. Wein konnte daher leicht abgesetzt werden.
* Weingärten in Weinzierl, Ollern (bis 1970!) und zwischen Weideck und der Klosterruine.
* Abgabeliste der Urbarien: Nahrung noch sehr dürftig. Hafer- und Gerstenbrot, Käse.
* Die Zeit von 1300 bis 1500: Oberherrschaft wahrscheinlich schon länger von Hollenburg aus betrieben.
* Häuserzahl seit 1160 nur wenig gestiegen.
* Oberster herrschaftlicher Amtswalter ist der Präpositus (Vorsteher), auch Offizial oder Villicus genannt.
* Försterhaus am Westende des Ortes (Überlieferung) und hatte die Nummer 1. Anschließend war der Hagenwald. Zeichen, dass der Ort Schutzeinrichtungen hatte.
* 1305 hieß der Förster „Judenauer Otto“.
* Dorfhirte.

Heimatbuch Ende.

Veröffentlicht am 20.8.2025

E 42   Neuestes, vollständiges und gemeinnütziges Handbuch der österreichischen Rechte,... 1786

Neuestes, vollständiges und gemeinnütziges Handbuch der österreichischen Rechte, wie sie unter Joseph II. bestehen.
II. Theil.
Wien, bey Johann Georg Mößle, 1786.

Online-Link:
https://www.google.at/books/edition/Neuestes_vollst%C3%A4ndiges_und_gemeinn%C3%BCtzi/63NDAAAAcAAJ?hl=de&gbpv=1&dq=Amte+Ollern&pg=PA230&printsec=frontcover

Seite 230 (PDF-Seite 231):

Ollern, ein Dorf– Neulengbach. [= Landgerichts-Herrschaft]

Veröffentlicht am 20.8.2025

E 43   Topographischer Landschematismus,... 1796

Topographischer Landschematismus, oder Aechtes Verzeichnis aller im Erzherzogthume Österreich unter der Ens befindlichen Ortschaften.
Zweiter Band.
1796

Online-Link:
https://www.google.at/books/edition/Topographischer_Landschematismus/1RsmmLo_J9YC?hl=de&gbpv=1&dq=Amte+Ollern&pg=PA35&printsec=frontcover

Seite 35 (PDF-Seite 36):

Namen der Ortschaften und ihrer Lage, mit Bemerkung des Kreisviertels.
Ollern, O.W.W. nächst der Gr. von U. W.W. unw. Mauerbach.

Stadt, Markt, Dorf, Amt, Rotte:
ein Dorf mit einer Pfarre.

Zahl der Häuser:
56

Die nächste Poststation zur Abgabe der Briefe ist:
Burkersdorf.

Gehört in die Pfarre:
Ollern.

Gehört in den Werbbezirk des löbl. Regimentes:
Pellegrini.

Das Landgericht übt aus die Herrschaft:
Neulgengbach.

Die Ortsobrigkeit besitzen die Herrschaft:
Hollenburg

Grundherrschaften, die daselbst Unterthanen, Grundholden haben:
Hollenburg

Veröffentlicht am 20.8.2025

E 44   Freyhern von Langenau Werbezirks-Regiment Nro. 40. Alphabetische Ortschafts-Tabelle... 1833

Freyhern von Langenau Werbezirks-Regiment Nro. 40.
Alphabetische Ortschafts-Tabelle über die im dem obbenannten Werbbezirke enthaltenen Ortschaften.
St. Pölten 1833

Online-Link:
https://www.google.at/books/edition/Freyherrn_von_Langenau_Werbbezirks_Regim/LwNSAAAAcAAJ?hl=de&gbpv=1&dq=Mauerbach+Ollern&pg=PA58&printsec=frontcover

Interessant war die Consriptions Herrschaft für Ollern.

Flohberg
Pfarre Ollern
Grund Obrigkeiten Neulengbach
Consriptions Herrschaft Rappoltenkirchen

Ollern
Pfarre Ollern
Grund Obrigkeiten Hollenburg, Pottenbrunn.
Consriptions Herrschaft Baumgarten.

b. Ollern
Pfarre Ollern
Grund Obrigkeiten Hollenburg, Reichensberger Freyhof.
Consriptions Herrschaft Rappoltenkirchen

Veröffentlicht am 20.8.2025

E 45   Geschichte der Einführung und Verbreitung des Christenthums in Südostdeutschland, 1875

Geschichte der Einführung und Verbreitung des Christenthums in Südostdeutschland,
von Dr. Alois Huber.
Vierter Band. Slaven Zeit.
Salzburg, 1875.

Online-Link:
https://www.google.at/books/edition/Slaven_Zeit/7fwPYujW8zwC?hl=de&gbpv=1&dq=Mauerbach+Ollern&pg=PA320&printsec=frontcover

Von Interesse könnten auch die Kapitel sein:
* 5. Kapitel. Die Bekehrung der Slaven des Grunzwitigaues. S. 198.
* III. Abth. Abhandlung über die Salzburg- passauischen Diöcesangrenzen und deren Verrückung. 
A. Aelteste Zeit von 739-796  S. 427. 
B. Nachawarische Periode von 796-955  S. 440. 
C. Die dritte und letzte Periode vom Jahre 955 an  S. 451. 
Schluß. Die Grenzveränderungen in neuerer Zeit.

Beginn Seite 317: Passauisches Missionsgebiet unter Tulln.

* Südliches Donauufer kann nicht mit Sicherheit der Passauer-Kirche zugeschrieben werden.
* Erst an der äußersten Grenze des alten Ufer-Noricums.
* Altrömische Grenzen waren in der Karolingerzeit verwischt.

Für den altufernorischen Ostwinkel steht uns eine echte Urkunde zu Gebot, aus welcher klar hervorgeht, daß er passauischer Missionsbezirk war, und diese führt uns denn auch wieder auf denselben zurück. Sie ist vom K. Ludwig d. D. am 16. Febr. 836 zu Osterhofen ausgestellt, und ihr hieher bezüglicher Inhalt lautet  (1 Mon. Boic. Vol. 28. I. p. 29.): 
 „Concessimus ecclesie patauiensi .... cui presenti tempore uenerabilis uir reginarius episcopus preesse uidetur, quasdam res proprietatis nostre, que sunt in prouincia auarorum. In loco qui dicitur Kirichbach. Id est ecclesiam unam constructam cum territorio ad mansos centum faciendum et plus. Quorum terminia sunt ab ipso loco pergens per unam semitam usque ad locum qui dicitur tumulus et inde per circuitum usque ad predictum Kirichbach et inde usque ad marcam theotherii. Et inde sursum usque cumenberg. Has itaque res cum predicta ecclesia cum uineis, terris .... totum et integrum quemadmodum ratpodus comes annoni corepiscopo ipsas res consignauit ita predicte ecclesie (patauiensi) presentialiter concessimus.“
Auch diese Urkunde bedarf einiger Erläuterung. Vorerst ist daraus ersichtlich, daß auch dort die Cultur vom Christenthum ausging: die Missionäre hatten bereits eine Kirche erbaut, während die ganze Umgegend noch nicht wieder urbar gemacht war (cum territorio ad mansos centum faciendum et plus). Die bereits erbaute und an das Hochstift zu Eigen geschenkte Kirche suche ich nicht in Ober- oder Unter-Kirchbach selbst, so verlockend dieß in Berücksichtigung des Ortsnamens auch sein mag, sondern in St. Andrä im Hagenthale. Mir scheint nämlich, St. Andrä, dessen Patrocinium Ortsname geworden ist, habe in älterer Zeit ebenso wie jene am Nordabhange des Kahlenberges autonomastisch „die Kirche" geheißen; aus letzterer entstand durch Anhängung des patronymischen inga Kirchling (Kierling)- präcis hieß sie das Kirchlein (Chirichila), woraus dann Chirichilinga entstand; sonst hätte durch Verwitterung nicht Kirchling oder Kierling, sondern Girching oder Kirching aus diesem Namen werden müssen, wie wir eines bei Künzing (Castra Quintana) an der obern Donau gefunden haben. Die Kirche im Hagenthale wurde, als bereits mehrere andere in der Umgegend entstanden waren, Kirche St. Andrä oder einfach St. Andrä zum Unterschiede von ihnen geheißen. Die beiden Ortschaften Kirchbach, die meines Wissens keine Kirche haben oder gehabt haben , scheinen daher ihren Namen vom Bache erhalten zu haben, der sie durchfließt , dieser aber von der Kirche d. h. von St. Andrä, an der er weiter unten vorüber rinnt. Die Urkunde sagt uns eben, daß die Kirche das einzige Gebäude der weiten, mehr als für 100 Mansen Land fassenden Umgegend war. Die in der Urkunde angegebenen Grenzen vermag ich in Ermanglung hinreichender statistischer Hilfsmittel nur muthmaßend und annäherungsweise zu bestimmen. Mit der Bezeichnung „Tumulus“ dürfte etwa die nordwestliche Grenze gemeint sein, wie mit der „Marca Theotherii (Diotrici)“ die reinwestliche, während mit dem Ausdrucke: „inde sursum usque Cumenberg“ die südliche und östliche wenigstens im Allgemeinen präcisirt erscheint. „Tumulus“ wird wohl kaum etwas anderes sein, als irgend ein ansehnlicherer Grabhügel, wie sie für Leichen Vornehmerer bei vielen Völkern des Alterthums gebräuchlich gewesen; und ich getraue mir hiebei auf den wohl erst nachher entstandenen Ortsnamen Muckendorf westlich von Zeiselmauer zu rathen. Hiezu verleitet mich der oben angeführte Ortsname „Mochinleo“, der wie es scheint im heutigen Pfarrdorfe Großmugel erhalten blieb. Dieses Mochinleo scheint ähnlich dem Namen Buda-Pest eine pleonastische Doppelbenennung aus „Moga“ mit deutscher Genitivbeugung in und Leo zu sein. Leo heißt aber Grab (z. B. Gunzinleo, der oft mißdeutete Gunzenlech, Gunzo's Grab, Martaro-leo und Verro-leo bei St. Moriz im Walliserlande Martyrergrab und Kriegergrab u. s. w) und dasselbe heißt das slovenische Moga, üblicher Mogila: Sich bezüglich der Namensschöpfung an das slovenische oder wendische Idiom zu halten, ist man aber, auch abgesehen von dem Orte Croaten-Aigen in der Pfarrei St. Andrä, sicherlich im Hinblicke auf den Ortsnamen Windischhütten in derselben Pfarrei und vielleicht auch Zwentendorf (ze-winidindorf?) bei Ponsee berechtigt, ja in der "provincia awarorum“ sogar bemüssigt.

Seite 320 (PDF-Seite 331) zu Ollern, Dietersdorf, Abstetten:

Die Marca Diotrici (theotherii) suche ich in der weitern Umgegend Dietersdorf's (vielleicht schlägt auch der früher besprochene Diotrichesbach hier ein) bei Abtstätten, und nehme sie darum als wahrscheinliche Westgrenze des Missionsbezirkes am Kirchbache an. Ob die Mark ihren Namen von dem gleichnamigen Grenzgrafen erhalten habe, den K. Karl d. Gr. eingesetzt, oder von einem Blutsverwandten jener drei Söhne Eliolf's, welche St. Emmeram in jener Region beschenkten, mag dahingestellt sein; daß er damals nicht Grenzgraf von Tulln war, ist ausgemacht, denn als solcher wird uns in unserer und in den früher allegirten St. Emmeramer-Urkunden genau für jene Zeit Rapoto genannt. Die Grenze gegen Süden und Osten ist mit der Phrase: „sursum usque Cumenberg“ wenigstens im Allgemeinen bestimmt, wie oben schon bemerkt worden, und Cumenberg scheint hier vorzugsweise dem Kahlenberge zu gelten. Wie weit sie sich gegen Süden erstreckt habe, scheint die heute noch übliche Benennung des Waldes zwischen Ollern und Mauerbach, welcher „Passauer-Sonnenwald" heißt, anzudeuten.

Veröffentlicht am 20.8.2025

E 46   Bericht der vom Gemeinderathe der Stadt Wien berufenen Experten über die Wienfluß-Regulierung im August 1882

Bericht der vom Gemeinderathe der Stadt Wien berufenen Experten über die Wienfluß-Regulierung im August 1882.
Wien, 1882.

Online-Link:
https://www.google.at/books/edition/Bericht_der_vom_Gemeinderathe_der_Stadt/5M7PbG-KIHcC?hl=de&gbpv=1&dq=Mauerbach+Ollern&pg=PA17&printsec=frontcover

Der Privatforst.

Seite 16 (PDF-Seite 25):

5. In der Steuergemeinde Mauerbach: […]

Enklavirt im ärarischen Waldbesitze des Gablitzer Forstes sind keine Privatforste. Am Rande dagegen befinden sich nachfolgende in das Wassersammlungsgebiet des Wienflusses gehörige Privatwaldungen: 
a. In der Katastralgemeinde Purkersdorf. […]
b. In der Katastralgemeinde Gablitz. […]
c. In der Katastralgemeinde Ollern.

Parzelle Nr. 63 a = 38.80 Ha. gehörig der Gemeinde Ollern, ein 10- bis 30jähriger, größtentheils ziemlich gut bestockter Buchenhochwald mit vielen Weichhölzern untermengt und mittelmäßig gepflegt; größere Blötzen und unaufgeforstete Schläge sind nicht vorhanden.
Die Parzellen Nr. 36 = 18.18 Ha.
Eigenthümer Franz Aigner in Ollern,
Nr. 59 = 5.40 Ha.
Eigenthümer Jos. Ursinn in Tulln,
Nr. 60 = 1.58 Ha.
Eigenthum des Schwaz in Freundorf,
Nr. 61 = 4.31 Ha.
Eigenthum des Josef Sillhengst in Ollern,
Nr. 62 = 6.86 Ha.
Eigenthum des Michl Gruber in Ollern,
Nr. 64 = 5.21 Ha.
Eigenthum des Joh. Edhofer in Ollern.
Summe 80.34 Ha.

bilden einen zusammenhängenden Komplex von 10- bis 20- und 20- bis 40jährigen, zumeist ziemlich gut bestockten, jedoch mangelhaft gepflegten Buchenwaldungen mit zahlreichen Weichhölzern untermengt. Hie und da sind bis 3 Ha. große 40- bis 60jährige Buchenhorste vorhanden.
Größere unaufgeforstete Schläge und Blötzen sind nicht vorhanden.
Außer dieser Waldfläche findet man noch die Parzellen 4 bis incl. 16, 18 bis incl. 34, zusammen 13.93 Ha.
dann die ehemals der Gemeinde Ollern gehörigen, nun an 56 Eigenthümer vertheilten 112 Parzellen-Antheile aus Parzelle Nr. 17, 35 und 63 = 121.54 Ha.
Von diesen Waldflächen erreicht nur die dem Geiger Johann von Ollern gehörige Parzelle Nr. 33 = 1.01 Ha, während die erübrigenden Antheile unter einem Ha. stehen. 
Die Besizer dieser Waldtheile befinden sich in Ollern, Flachberg und Weinzierl.
Die Waldungen selbst gehören fast durchwegs der Buche an und haben ein Alter von 5 bis 40 Jahren, wobei Altersunterschiede von 5 bis 15 und 20 bis 40 Jahren vorherrschen. Die Bestockung ist dort, wo nicht eine förmliche Rodung oder Umwandlung in eine andere Kultursart stattgefunden, eine ziemlich gute.

Horstweise kommen Nadelhölzer, zumeist Föhren und 50- bis 80jährige gut gepflegte Buchenbestände vor; letztere erreichen jedoch kaum die Gesammtfläche von 5 Ha. 
Antheile aus den Parzellen 17 und 35, namentlich zu beiden Seiten der Landesstraße, sind bereits gerodet und in Wiesen umgewandelt. Die diesbezügliche Gesammtfläche wird 15 bis 20 Ha. betragen.
Größere unausgeforstete Schläge sind nicht vorhanden.

Hier gelangen Sie zu einer Übersicht zum Wien-Fluss, "§von der Quelle bis zur Mündung".

Veröffentlicht am 20.8.2025

E 47   Die Räthsel unserer deutschen Schülernamen, 1894

Die Räthsel unserer deutschen Schülernamen.
An den Namen der niederösterreichischen Lehrerschaft erklärt von Dr. Eduard Ademek.
Wien, 1894.

Online-Link:
https://www.google.at/books/edition/Die_R%C3%A4thsel_unserer_deutschen_Sch%C3%BClern/Wpy152DBvAUC?hl=de&gbpv=1&dq=Mauerbach+Ollern&pg=PA100&printsec=frontcover

Seite 100 (PDF-Seite 129):

Die Namen nach Herkunft und Wohnstätte.

* Markgrafen sind bayrischen Ursprunges, mit den mächtigsten altbayrischen Geschlechtern versippt.
* Bayrische Hochstifte besitzen hier reichsunmittelbares oder immunes Kirchenland.

4. Freising: Das Gelände am Holenberg, Ulmerfeld, Waidhofen an der Ips, Sachsengang; ferner im Marchfeld, ober dem Manhartsberge, im Wienerwald (Ollern, Gablitz, Mauerbach) und bei Bruck an der Leitha.

Veröffentlicht am 20.8.2025

E 48   Kundmachung - Zuweisung der einzelnen Ortsgemeinden, 1849

Kundmachung
Zuweisung der einzelnen Ortsgemeinden
prov. Gesetz vom 26. Juni 1849

Online-Link:
https://www.google.at/books/edition/Kundmachung/lgpSAAAAcAAJ?hl=de&gbpv=1&dq=Amte+Ollern&pg=PA2&printsec=frontcover

Folgende Gemeinden waren nach 1848 geplant:

Seite 2 (PDF-Seite 5):

Zugetheilte Ortsgemeinden:
Sieghartskirchen

Einbezogene Katastral-Gemeinden sammt Enclaven:
Elsbach
Gerersdorf
Sieghartskirchen
Henzing
Röhrenbach
Wagendorf
Kogl
Kraking
Kreuth
Oepping
Penzing
Rappoltenkirchen
Flohberg
Ollern
Weinzierl
Reichersberg
Ried

Seite 25 (PDF-Seite 28):

Zugetheilte Ortsgemeinden:
Michaelhausen

Einbezogene Katastral-Gemeinden sammt Enclaven:
Rust
Michaelhausen
Atzelsdorf
Pixendorf
Michelndorf
Mitterndorf
Spital
Streithofen
Loibersdorf 
Dietersdorf 
Abstetten 
Ranzelsdorf 
Gollarn 
Einsiedel

Veröffentlicht am 20.8.2025

E 49   2 Zeugen aus Ollern. Urkunde 1311. Mai 28, Tulln

2 Zeugen aus Ollern. Urkunde 1311. Mai 28, Tulln

Gertrud von Waldeck, Priorin der Dominikanerinnen zu Tulln, löst dem Stift Herzogenburg den Dienst des Grundes, worauf ihr Klostergebäude steht, ab.

Auszug aus dem lateinischen Text zu den Zeugen:
„Des sind zevich her alber von Gozesdorf Chalhoch vnd sein prvder Chvnrat von alarn […]“

Originalquelle:
FAIGL, Herzogenburg (Wien 1886) S. 39-40

Personen:
Kaloch von Ollern, Bruder des Konrad, Zeuge
Konrad von Ollern, Bruder des Kaloch, Zeuge

Recherche vom 7.7.2025. Zitiernachweis und Online-Link:
Herzogenburg, Stiftsarchiv, Urkunden Herzogenburg (1112-1852) 1311 V28, in: Monasterium.net
https://www.monasterium.net/mom/AT-StiAHe/HerzogenburgCanReg/1311_V_28/charter?q=Ollern

Veröffentlicht am 20.8.2025

E 50   2 Zeugen aus Ollern. Urkunde 1311. Juni 6, Tulln

2 Zeugen aus Ollern. Urkunde 1311. Juni 6, Tulln

Bild der Urkunde ist vorhanden.

Gertrud von Waldeck, Priorin der Dominikanerinnen zu Tulln, mit ihrem Konvent erklärt, den Dienst für andere, in und außerhalb von Tulln gelegene Güter ihres Klosters dem Stift Herzogenburg getreu entrichten zu wollen.

Auszug aus dem lateinischen Text zu den Zeugen:
„Des sind zevich her alber von Gozesdorf. her Chvnrat der Mvnich. Chalhoh vnd sein prvder Chvnrat von alarn.  […]“

Originalquelle:
FAIGL, Herzogenburg (Wien 1886) S. 41

Orte:
Ollern (GB TU)

Personen:
Kaloch von Ollern, Bruder des Konrad, Zeuge
Konrad von Ollern, Bruder des Kaloch, Zeuge

Recherche vom 7.7.2025. Zitiernachweis und Online-Link:
Herzogenburg, Stiftsarchiv, Urkunden Herzogenburg (1112-1852) 1311 VI06, in: Monasterium.net
https://www.monasterium.net/mom/AT-StiAHe/HerzogenburgCanReg/1311_VI_06/charter?q=Ollern

Veröffentlicht am 20.8.2025

E 51   Urkunde 1325. März 27, Herzogenburg.  Aussteller: Gertrude von Ollern

1325. März 27, Herzogenburg

Bild der Urkunde ist vorhanden.

Gertrud von Ollern schenkt dem Stift Herzogenburg ein halbes Lehen zu Stetten (abgekommen).

Originalquelle:
FAIGL, Herzogenburg (Wien 1886) S. 102 - 103, Nr. 98

Stiftsarchiv Herzogenburg
2 Siegel anh.
Material: Pergament

Ich Gedraut von Olarn ver gich vnd tuen chund mit disem prief allen den die in sehent oder lesen hornt die nu lebent vnd hernach chunftig sint Daz ich mit meiner Sun aller dreir Herliebs Chalhahs vnd auch Chunrats gueten willen vnd auch mit gunst aller meiner vreunt vnd aller meiner Erben zter zeit do ich ez wol maht getuen gegeben han daz halb lehen daz ich ze Stetten ge habt han daz mein Rehtz Aygen gebesen ist do man von dient all Jar drei vnd zwaintzik metzen Chorens vnd drei vnd zwaintzik Metzen Habern vnd Sehzik phenning wienner ge mainer munzz an sand Michels Tag durch aller meiner vadern Sel willen vnd auch mein selber hail dem Gotshaus des gueten Herren sand Georgen ze Hertzogenburch vnd all der Samnunge des selben gotshaus mit alle dem reht vnd nutz vnd ez all mein vodern vnd ich selb haben her praht ez sei gestift oder vngestift versueht oder vnversueht ze veld vnd ze dorf ledichleich vnd vnverchummert vnd pin auch vnd mein Sun die vorgenanten des egnanten Guets des egnanten Gotshaus vnd der Samnung scherm vnd gewer fuer all ansprah als aygens reht ist in dem Land ze Osterreich vnd durch pezzer Sicherhait setz ich vorgenantev Gedraut dem vorgnanten Gotshaus mit sampt mier Eberharten von Chatzenperg mit seinem Insigel ze gwer vnd ze scherm als mich selben. wer aber daz daz wier in des Scherms von chainer lai sach ab giengen wie getan schaden sev des nemen an chost oder an mue den si muesten haben vmb daz guet den schull wir in ablegen an all wider red vnd an allen chrieg. Vnd daz dem Gotshaus vnd der Samnung ze Hertzogenburch disev red stet vnd vnzebrochen beleib dor vber gib ich vorgenantev Gedraut von Olarn disen prief versigelten vnd pestetten mit meines Suns Herliebs Insigel vnd mit des vorgnanten Eberharts von Chatzenperg Insigel fuer alle ansprach. Des sind gezeug die erbern Herren her Hainreich der Marschalch von Pappenhaim her Gundacher der Retelperger her Ott der weizenberger her wernhart von Nuzdorf her Philipp der Totzenpech leupolt der Smitzperger Olram auz der awe vnd ander erber leut genueg den dev sahh vnd dev red wol chunt vnd auch wol gewissen ist. Daz ist geschehen do von Christes gepuerd warn ergangen Tausent Jar dreu hundert Jar vnd dar nah in dem funf vnd zwaintzkistem Jar an sand Ruprehtz Tag in der vassten datz Hertzogenburch in dem Gotshaus.

Originaldatum:
an sand Ruprehtz Tag in der vassten

Orte:
Herzogenburg, Augustiner-Chorherrenstift
Ollern (GB TU)
Stetten, abgekommen, westlich Langmannersdorf (GB P)

Personen:
Gertrud von Ollern, Aussteller

Recherche vom 7.7.2025. Zitiernachweis und Online-Link:
Herzogenburg, Stiftsarchiv, Urkunden Herzogenburg (1112-1852) 1325III 27, in: Monasterium.net,
https://www.monasterium.net/mom/AT-StiAHe/HerzogenburgCanReg/1325_III_27/charter?q=Ollern

Veröffentlicht am 20.8.2025

E 52   Urkunde 1339. Oktober 31, Winkelberg (Grund der Witwe des Konrad von Ollern)

1339. Oktober 31, Winkelberg

Bild der Urkunde ist vorhanden.

Weichard von Winkel schlichtet einen Streit zwischen Heinrich und Uriel, den Müllern von UnterStockstall einerseits und Heinrich, dem Müllner von MitterStockstall andererseits, die Wehr, die beim Grund der Witwe des Konrad von Ollern gelegen ist, sie sollen die Wehr gemeinsam instand halten und nutzen. Es folgen weitere Wasserrechtsbestimmungen. Wer die Bestimmungen bricht, ist dem Aussteller und dem Propst Hugo von St. Andrä je 5 Pf. Pfen. Wandel verfallen. $$Siegler: der Aussteller

Stiftsarchiv Herzogenburg
Siegel fehlt
Material: Pergament

Orte:
Mitterstockstall (GB TU)
Ollern (GB TU
Unterstockstall (GB TU)
Winkelberg, Schloss (Gde. Kirchberg am Wagram, GB TU)
Winkl (GB TU)

Personen:
Aussteller
Hugo, Propst von St. Andrä (1319-1344)
Müller in Unterstockstall
Müller von Mitterstockstall

Recherche vom 7.7.2025. Zitiernachweis und Online-Link:
Herzogenburg, Stiftsarchiv, Urkunden St. Andrä an der Traisen(998-1776) 1339 X 31, in: Monasterium.net
https://www.monasterium.net/mom/AT-StiAHe/StAndraeCanReg/1339_X_31/charter?q=Ollern

Veröffentlicht am 20.8.2025

E 53   Urkunde vor dem 13. Dezember 1343 (Siegler (?) Wolfhart der Ramperstorfer von Ollern-Olarn)

Vor dem 13. Dezember 1343

Bild der Urkunde ist vorhanden.

Der Tullner Bürger Otto der Toblinger, seine Ehefrau Christine und ihre Kinder verkaufen dem Ritter Berthold den Feuerschützen (Fewrschutzen) von Frankenreith (Frankchenrad) mit Zustimmung ihres Bergmeisters Ulrich des Gartners von Wilfersdorf (Wulfleinstorf; Gem. Tulbing), Amtmann und Bergmeister der Chorherren in Herzogenburg, 4 lb dn Burgrecht auf einem näher 1343 Dezember beschriebenen Weingarten in Wilfersdorf (Wulfleinstorf; Gem. Tulbing), von dem man den Chorherren von Herzogenburg vom Bergrecht dient, um 32 lb dn. Sie behalten sich ein Rückkaufrecht um 32 lb dn für die nächsten 6 Jahre vor. Bei Nichtbezahlung des Dienstes nach Burgrecht folgt Verdoppelung (zwispil) nach Burgrecht und Landrecht in Österreich. Gewährleistung nach Burgrechtsdienstrecht und Landrecht in Österreich. Besicherung durch den Besitz in Österreich und anderswo.

Text witnesses:
1) Wolfhart der Ramperstorfer von Ollern (Olarn) an Stelle von Ulrich dem Gartner 
 2) Philipp der Gföhler (Geveller) von Chorherrn (Charicharn) an Stelle des Ausstellers (fehlt)

Material: Pergament

Recherche vom 7.7.2025. Zitiernachweis und Online-Link:
Niederösterreichisches Landesarchiv, Urkundensammlung des Ständischen Archivs StA Urk 0298, in: Monasterium.net
https://www.monasterium.net/mom/AT-NOeLA/StA_Urk/StA_Urk_0298/charter?q=Ollern

Veröffentlicht am 20.8.2025

E 54   Urkunde 24. April 1348: Aussteller Herlieb und Chaloch von Ollern

24. April 1348

Herlieb und Chaloch von Ollern verkaufen dem Stifte ihr Bergrecht zu Katzelsdorf bei Tuln.

Originalquelle:
LAMPEL, Urkunden Sanct Pölten (=FRA I, Wien 1981) S. 401 - 403

Text witnesses:
cop.
A, 26' nr. 30; C, 416 nr. 656.

Ich Herlieb von Oelarn und ich Elspet sein hausvrowe und ich Choloch von Oelarn und ich Elspet sein hausvrowe, wier verjehen und tuen chunt allen den di disen prief lesent oder hoernt lesen, di nu lebent und her nach chuenftig sind, das wier mit unser eriben gueten willen und gunst, mit verdachtem muet und mit gesampter hant, zu der zeit do wier iz wol getuen machten, verchouft haben unsers rechten aigens dacz Chaeczleinstorf perchrechts zwen und dreizzigk emmer wein und ein halbz viertail, di man dient alle jar in dem lesen, und sechs und sibenzig phenning gelts, di man dient ze vaschang. Der selben a   gult dient man b   vierzehen emmer und zwen und dreizzigk phenning gelts von aecht jeuchen di da ligent an dem Altenperg, vier emmer und ein halbs viertail und achzehen phen ning gelts von funfthalben jeuch an dem Mitter perg, zwen emmer und acht phenning gelts an der Swester leiten, vier emmer von aim jeuch an der Grasleiten, vier emmer und acht phenning gelts von zwain jeuchen in der awe, von zwain saeczen pei der muel dient man von der ainn ainn emmer und vier phenning gelts, von der ander dient man drew c   viertail wein, und newn viertail wein und sechs phenning gelts dient man von eim jeuch am Purger perg. Das vorgenant guet hab wier recht und redleich verchouft und geben mit allen den nueczen d   und rechten versuecht und unversuecht als wier iz von alter in gewer her pracht haben umb zwai mindreizzigk e   phunt wiennaer phenning, der wier gar und gaenzleich gewert sein, den erbaern f   geistleichen hern probst Dietmaren, hern Wernharten zu den zeiten techent da selbs, hern g   Otten von Hagnawe chorherr und chamraer und do selbs, dem capitel gemain des selben gotshaus dacz Sand Poelten und allen iern nachoemen fuerbas ledichleich und vreileich ze haben und iern frum da mit ze schaffen und geben swem si wellent an allen ierrsal; und sei auch wier und unser eriben und darzue zu einer pessern sicherhait mit sampt uns Eberh. von Chaczenperg und Pernnolt der Chlingfuerter h   unverschaidenleich des vorgenanten guets ier recht scherm und gewer fuer alle ansprach, als aigens recht ist und des landes recht ze Oesterreich. Waer aber das si mit recht an dem oftgenanten guet icht chriegs oder ansprach gewunnen, von wem das waer was sew des schaden naemen, das schull wier in alles aus richten und wider cheren an all ier muee und an allen iern schaden, und schullen auch sew das haben auf uns und auf allem i   unserm guet das wir haben in dem land ze Oesterreich, wier sein lembtig oder tod. Und das diser chouf staet und unzebrochen fuerbas beleib, geb wier ich Herlieb und ich Cholhoch j   wier prueder von Oelarn in disen prief zu einem waren sichtigen uerchund und zu einer ewigen vestigung diser sachh versigelt und bestaett mit unsern insigeln und mit Eberharts von Chaczenperg und Pernnolts des Chling fuertaer k   insigeln. Der sachh sind auch gezeug: her Goetfrid der Sebekch und Seifrid der Hagnawaer mit iern insigeln. Der prief ist gegeben nach Christi gepuerd dreuzehen hundert jar dar nach in dem aecht und vierzigistem jar, an sand Goerigen tag nach ostern.

Origialdatum:
an sand Görigen tag nach ostern

Editions:
Duellius, Exc. 13 nr. 22 (Auszug aus A).

Notes:
a selbe C, selb A.
b fehlt in beiden Handschriften.
c C, von drew A.
d alle dem nucz C.
e midreizzigk A, medreizzich C.
f erwirdigen C.
g fehlt in C.
h Chlingenfurter C.
i alle C fehlt in beiden Handschriften.
j Cholocz C.k C, wie oben.1 Ueberschrift: Tulnerveld. Umb das perchrecht dacz Checzleinstorf.

Recherche vom 7.7.2025. Zitiernachweis und Online-Link:
St. Pölten, Augustiner Chorherren (976-1668) 1348 IV 24, in: Monasterium.net
https://www.monasterium.net/mom/StPCanReg/1348_IV_24/charter?q=Ollern

Anmerkung Marktgemeinde, Andreas Bohnec, 10.8.2025:
Zur obigen Abschrift vom 9.8.2025 finden Sie im Register E 57.7.4 die Abschrift aus der Quelle Lampel, Abschrift vom 9.7.2025.

Veröffentlicht am 20.8.2025

E 55   Urkunde 1355. Oktober 13: Aussteller Ulrich Judenauer zu Ollern

1355. Oktober 13

Bild der Urkunde ist vorhanden.

Ulrich Judenauer zu Ollern (Olo{e}rn), seine Frau Diemut und sein Sohn Stefan beurkunden, dass sie vom Kloster Baumburg den Zehnten zu Judenau auf dem Hof des Tanbruckers und dessen Holden erstanden haben und dafür Abgaben nach Tulln zu reichen haben.
S1: Ulrich Judenauer zu Ollern(Olo{e}rn)
S2: Simon Wechsler, Bürger zu Tulln, zugleich Zeuge
[Anmerkung Marktgemeinde, Andreas Bohnec, 9.8.2025: Es ist nur mehr ein Siegel zu sehen.]

Beschreibstoff:
Perg.[ament]

Ortsnamen:
Judenau-Baumgarten (PB Tulln, NÖ, A)
Tulln a.d. Donau (PB Tulln, NÖ, A)
Baumburg (Gde. Altenmarkt a.d. Alz, Lkr. Traunstein), Kloster

Recherche vom 7.7.2025. Online-Link:
https://www.gda.bayern.de/service/findmitteldatenbank/Archivalie/fa4d131c-3c64-45be-a44a-949bc849236f

Bayerisches Hauptstaatsarchiv
BayHStA, Kloster Baumburg Urkunden 106

Veröffentlicht am 20.8.2025

E 56   Urkunde 3. April 1357: Aussteller Peter von Ollern

3. April 1357

Bild der Urkunde ist vorhanden.

Peter von Ollern verzichtet auf seine Ansprüche auf den öden Keller im Grashofe zu Klosterneuburg.

Originalquelle:
ZEIBIG, Klosterneuburg (=FRA II/10, Wien 1857) S. 375, Nr. 384

Stiftsarchiv Klosterneuburg
Drei runde Siegel. Das erste, mit der Umschrift : † . S . PETRI . DE .ALARN., enthält zwei Scheren im Schilde, das zweite: † . S . COLMANI .PLEZPERGERIL, einen Ochsenkopf. Das dritte ist vom Jahre 1354 (N. 359.) bekannt.

Material: Pergament

cop. Prot. II. Nr. 116. 
cop. Chartul. Archivi III. fol. 126. a.

Ich Peter von Alarn vnd mein Erben wir veriehen - daz wir - durch fuge vnd durich pett mit rechter fuerzicht vns geauzzent allez dez rechten, vnd aller der Ansprach, die wir vnd alle vnser erben gehabt haben an dem oeden Chaeler ze Newnburch Chlosterhalben gelegen in dem Grashoff ze nachst der erbern Vrowen wen Turn von Lasenhaim von dem genaden des Edlen Hochgeporn Fürsten, Chunikch Fridreichs saeligen, dem Gott genade mit Vrchunde seins briefs, den wir von sein gnaden dor vber gehabt haben, den haben wir geben mit muetwillen dem Erbern herren, Probst Ortolfen dem Volkeinstorfer ze Neunburch Chlosterhalben vnd dem Convent gemain - Vnd haben auch in dar vber ze einer peszern Sicherhait in geben den brief mit fuerzicht, den wir von den gnaden des edlen hochgeporn Fürsten Chunikch Fridreichs saeligen wegen gehabt haben vber den vorgenanten Chaeler - Darueber - so gib ich - disen brief versigilten mit meinem aigen insigil des sind auch gezeug mit iren insigiln Cholman der Plesberger vnd Engelhart der Liebentzer, ze den zeiten Hofmaister des Gotshaus ze Neunburch - Der brief ist geben - dreuzehenhundert Jar, darnach in dem Syben vnd fuemfzigisten Jar des mantages nach dem Palmentag in der Vasten.

Kommentar:
Die hier angezogene Schenkungsurkunde K. Friedrich's datirt vom 1. Mai 1329,und ist abgedruckt bei Fischer, 1. c. 359.

Orte:
Klosterneuburg (GB KN) 
Klosterneuburg, Augustiner Chorherrenstift 
Losenheim (GB NK) 
Ollern (GB TU)

grashoff 
Regular Form: Grashof in Klosterneuburg

Personen:
Engelhard der Liebentzer, Hofmeister des Stiftes Klosterneuburg, Siegler 
Friedrich der Schöne, römisch-deutscher König (1317-1330) 
Koloman der Plesberger, Siegler 
Ortolf von Wolkersdorf, Propst des Stiftes Klosterneuburg (1349-1371) 
Peter von Ollern, Aussteller 
Turn von Losenheim

Recherche vom 7.7.2025. Zitiernachweis und Online-Link:
Klosterneuburg, Stiftsarchiv, Urkunden Klosterneuburg(1002-1767) 1357 IV 03, in: Monasterium.net
https://www.monasterium.net/mom/AT-StiAK/KlosterneuburgCanReg/1357_IV_03/charter?q=Ollern

Veröffentlicht am 27.8.2025

E 57.1   1. Mai 1329   (Konrad v. Alarn und dessen Schwester Adelheid)

Der Grund für die Recherche mit den Ergebnissen der Register 57.1-57.7.14 war ursprünglich dieser Treffer zum Jahr 1329.

Synchronistische Geschichte der Kirche und der Welt im Mittelalter.
Kritisch aus den Quellen bearbeitet von I. F. Damberger, Erprofessor, mit Beihilfe einiger gelehrten Freunde.
Vierzehnter Band.
Regensburg, 1852.

Original-Link:
https://www.google.at/books/edition/Synchronistische_Geschichte_der_Kirche_u/rLgesAkn5AsC?hl=de&gbpv=1&dq=Konrad+von+Alarn&pg=PA114&printsec=frontcover

Seite 114 (PDF-Seite 141):

Dat. Winchelberch 1 Mai [1329] gibt K. Frid. dem Konrad v. Alarn und dessen Schw. Adelheid eine Hofstatt im Herzogenhof zu Kl. Neuburg.

Veröffentlicht am 27.8.2025

E 57.2   1318   (Chalhoch von Alarn)

AVSTRIA EXARCHIVIS MELLICENSIBVS ILLVUSTRATA.
LIBRI III.
VIENNAE, APVD JO. PAVLLVM KRAVSS.
M  DCC XLIII.  [1743?]

Original-Link:
https://www.google.at/books/edition/Austria_ex_archivis_Mellicensibus_illust/QTDP6wUId8IC?hl=de&gbpv=1&dq=Chaloch+von+Alarn&pg=PA56&printsec=frontcover

Anmerkung Marktgemeinde, Andreas Bohnec: Diese Urkunde wurde anscheinend auch erstmalig gefunden (Recherche 8.7.2025).

Seite 56 (PDF-Seite 77):

Num.59. Anno 1318
 Ich Walpolt der Pylacher und mein Hausfrau Elspeth, wir Veriehen vnd Tuen kundt…
 Iste curiam fuam in Reinzleinstorf vendidit Hermanno Pfnurfinck dicto.
Vnd seint dessen gezeugt Herr Chunrad der Munich , Herr Hainrich von Tanpruck, Herr Hainrich der Zinkke, Herr Leutold der Herweichstainer, Herr Chaloch von Alarn, Herr Philipp vonRusste, Otto sein Brueder, Vlrich der Fuchs vonSpitall, Wolfhart der Stoll, Jans von Poschendorff, Martin der Schreiber, vnd andere. 
 Der Brieff ist geben, da vonChristi Geburt waren ergangen 1318. Jahr, des Sontags vor den Fasching.
 Archiv.Mell. Tom. I. Num.401. folio 741.

Veröffentlicht am 27.8.2025

E 57.3   1329   (Conrad von Alarn und Adelheid),   1357   (Conrad von Alarn, Sohn Peter)

Berichte und Mittheilungen des Altertums-Vereines zu Wien.
Band V.
Wien, MDCCCLXI. [1861?]

Es folgen zwei Links. Ein Link enthält nur die Ausgabe V, ein Link die Ausgaben IV und V.

Original-Links:
https://www.google.at/books/edition/Berichte_und_Mitteilungen_des_Altertums/SCVtvZTdgvoC?hl=de&gbpv=1&dq=Konrad+von+Alarn&pg=RA1-PA14&printsec=frontcover 

https://www.google.at/books/edition/Berichte_und_Mitteilungen_des_Altertums/XzQ_AAAAcAAJ?hl=de&gbpv=1&dq=Konrad+von+Alarn&pg=PA15&printsec=frontcover

 

Seite 14/15 (PDF-Seite 41f) bzw. Seite 14/15 (PDF-Seite217f):

Die Capelle des Heil. Johannes des Täufers, genannt Capella Speciosa zu Klosterneuburg.
Von A. Essenwein.

Geschichtliches.

Zwölf Jahre nachdem Friedrich den einen Theil des Fürstenhofes an Gerwot gegeben hatte, gab er einen andern Theil an Conrad von Alarn und dessen Schwester Adelheid, um das zerfallene Gemäuer wieder zu erheben. Es handelte sich hier also wohl um Gebäudetheile, die vom Brand 1318 beschädigt, aber nicht hergestellt waren. Die Urkunde  2) sagt: „.... daz si vnser Oede Hofstat vnd daz niedergevallen gemewer in dem Herczogen Hof ze Nevnburch Chlosterhalben bei der Chappellen von den Turn vnez an die tur gegen dieselben Chapellen pawen vnd zimmern sollen, also daz die selb tur darzu gehöre .... " Der König behielt davon für sich und seine herzoglichen Brüder eine jährliche Abgabe von 60 Wr. Pfennigen vor. Die Urkunde ist datiert von Winkelberg den 1. Mai 1329.

2) Fischer II., 359, Nr. CLVI.

Im Jahre 1357 erwarb das Stift auch jenen Theil des Fürstenhofes, den Friedrich der Schöne an Conrad von Alarn abgetreten hatte, von dessen Sohn Peter. Dieser Theil blieb seitdem im Besitze des Stiftes.

Anmerkung Marktgemeinde, Andreas Bohnec (11.7.2025):
Im Heimatbuch Ollern steht „Frühzeitig findet sich ein Chunrad von Alarn. 1357 ein Peter von Alarn,…“
Hier erfahren wir, dass Peter ein Sohn des Conrad (= Chunrad) ist.

Veröffentlicht am 27.8.2025

E 57.4   1. May 1329  -  Der deutsche Text

Zweyte Abtheilung.
Urkunden-Buch.
Auszüge aus dem Saalbuche des Stiftes Klosterneuburg.

Original-Link:
https://www.google.at/books/edition/Merkw%C3%BCrdigere_Schicksale_des_Stiftes_un/V45lAAAAcAAJ?hl=de&gbpv=1&dq=Konrad+von+Alarn&pg=PA359&printsec=frontcover

Seite 359 (PDF-Seite 360):

CLVI. 
Kaiser Fridrich der Schöne gibt Konrad von Alarn und seiner Schwester Adelheid eine Hofstatt in dem Herzogenhof zu Klosterneuburg. Gegeben zu Winkelberg den. 1. May 1329.

Wir Friderich von gots gnaden Romischer Chunig Allezit ein merer dez Riches. Tun chunt offenleich mit disem Brief, Allen die in Ansehent lesent oder horent lesen. daz wir vnsern getrewen lieben Chunrad von Alarn vnd Alhait seiner swester, die genad haben getan, vnd in erlaubt, daz si vnser Oede Hofstat vnd daz nidergevallen gemewer in dem Herczogen Hof ze Nevnburch Chlosterhalb bei der Chappellen von den Turn vncz an die tur gegen die selben Chappellen pawen vnd zimmern sollen, also daz die selb tur darzu gehöre, vnd sullen daz selb Hous innhaben vnd besitzen von vns beede si vnd ir Eriben ewichleich vnd vns vnsern Brudern n. den Herczogen ze Osterrich oder vnsern nachchomen dinen vnd geben Allev iar do von auf sand Merteinstag. Sechzig wienner phenning. Vnd war daz si, daz selb Haus wolten ze chouffen geben, einem Edeln Mann mit vnserm willen, der selb sol vns ouch dovon dinen ewichlichen Sechczig phenning als si, mit vrchunde des briefes den wir in daruber geben, versigelt mit vnsern infigel. Der ist geben ze Winchelberch an sand Philippes vnd sand Jacob tag Do man zalt von Christes geburde Dreuczehundert iar in dem Nevn vnd zwainczigisten iar vnsers Riches in dem funfzehenden Jar.

Sigillum pendens.

Veröffentlicht am 27.8.2025

E 57.5   1316 Urbar Alarn - lateinischer Text

Geschichte des Benedictiner-Stiftes Melk in Niederösterreich, seiner Besitzungen und Umgebungen.
Von Ignaz Franz Keiblinger.
Zweiter Band.
Wien, 1869.

Original-Link:
https://www.google.at/books/edition/Geschichte_des_Benedictiner_Stiftes_Melk/dNRoAAAAcAAJ?hl=de&gbpv=1&dq=Konrad+von+Alarn&pg=PA817&printsec=frontcover

Seite ab 817 (PDF-Seite ab 836):

Pfarre Mazleinsdorf. 
X. Zur Geschichte der Dörfer Bergern und Maierhofen. 
Seite 321-325. 
Aus dem in der Bibliothek des erzbischöflichen Consistoriums zu München auf bewahrten Liber praediorum oder Urbar des Bischofs Konrad III. zu Freising vom Jahre 1316. 
Mitgetheilt durch Herrn Archivar Joseph Zahn.

Incipit liber prediorum. Anno domini millesimo CCC sexto decimo kalendis Junij facta est annotatio seu conscriptio prediorum cum redditibus suis mensam Episcopalem spectantium generalis. Reuerendo patre domino chunrado, venerabili frisingensi Episcopo mandante et presentialiter cooperante, prout status terrarum et prediorum conditio se habuit in presenti. Et primo in Hofmarchia Entzestorf. u. s. w. Besitzungen und Renten im Marchfelde : Villa Raehlinsdorf (jetzt Raasdorf) Hofen, Bischofsdorf, Wittaw, Wolfswerd, Mvlleiten, Chrainort, Raimprechtswerd, in foro Entzestorf, Probstorf, Schonna, Uruar; dann die Häuser und Keller zu Wien; Alarn (Ollern unweit vom Riederberge), Holnburch, Neusidel (bei Nußdorf an der Traisen), Wagrain (bei Holenburg) Holnburch (nochmal), Pabendorf, dann wieder Renten zu Holnburch, Prunn, Neusidel, Wagrain. In Wachouia. Hierauf (Fol. 19 b) In Pergarn aput Ecclesiam due curie sunt diuise in quatuor partes, soluunt omnes similiter Siliginis iij Mod. et Auene iij Mod. Lantmazze. Item ij libr. den. in festo Natiuitatis beate Marie, Anseres ij, Pullos iiij pro vindemio, et in Carnispriuio iiij pullos , Oua C et XX, Caseos iiij valentes vj denarios.
Item sunt ibidem Agri tres quorum duo soluunt uno anno Siliginis viij metr. Et altero anno Auene viij metr. Anno uero t ercio nichil quia tune non excoluntur propter Prachen. 
Item tercius Ager ibidem per duos annos quolibet anno XX den, Tercio uero anno nichil quia non est excultus. 
In secunda villa sunt viį (6 1/2) feoda siue Lehen minus quinta parte unius feodi quorum quodlibet soluit LXXV den., preter id quod caret quinta parte quod soluit LX den. tantum. 
Item residuum dimidium feodum soluit xxxviij (37 1/2) denar. 
Item area ibidem soluit LX denar. tantum. 
Predicta feoda preter aream que nichil soluit preter censum, quodlibet dat Caseos ij valentes iij denar, oua XXX, Pullos ij tain (tantum) illud feodum cuius deest quinta pars soluit Oua XXX tantum. 
Item antiquus Officialis (Amtmann) soluit in festo Martini de Augia (Au) ibidem dimid. libr. annuatim uel plus secundum quod locari potest. 
Item apud Eberstorfde iure aduocacie (Vogtrecht) soluuntur annuatim Auene vj Purchmutt et xij metr. et super auenam xl. denar. Summa denarior. ij libre. 
In Superiori Pergarn comparauit dominus Chunradus episcopus a Luhsenekerio dimid, feodum pro XX. libr. soluens Siliginis XX metr, Auene XX metr, Anserem j, Pullos iiij, Census cedet primo Anno domini M CCC XVj. 
Item comparauit ab eodem secundum feodum ibidem seruiens per omnia ut proximum. 
Item area ibidem annexa seruit pullos viij. 
(Fol. 20). Predium in dem Heibsch u. . w. Villa Grunsfurt u. s. w. Die Güter Udmaruelt (Ulmerfeld) Randek u. s. w.
Eberstorf, Ebersdorf an der Donau, im Viertel ob dem Manhartsberge, ein Pfarrdorf oberhalb Weiteneck, Bergern beinahe gegenüber , wo sowohl das Hochstift Freising, als auch die außerhalb der Stadt Freising gelegene Prämonstratenser-Abtei Neuzell oder Neustift begütert waren. (Reil, Das Donauländchen d. kais. kön. Patrimonialherrschaften im V. O. M. B. Seite 165-168. obwohl mehrerer Berichtigungen bedürfend. Archiv für Kunde österr. Geschichtsquellen. XII. Bd. II. Hälfte S. 284-304) […]

Veröffentlicht am 27.8.2025

E 57.6   1329, 1357

Merkwürdigere Schicksale des Stiftes und der Stadt Klosterneuburg
Von Maximilian Fischer
Wien, 1815.

Original-Link:
https://www.google.at/books/edition/Merkw%C3%BCrdigere_Schicksale_des_Stiftes_un/DhEQRFjObN4C?hl=de&gbpv=1&dq=Konrad+von+Alarn&pg=PA164&printsec=frontcover

Seite 164 (PDF-Seite 191):

Friedrich der Schöne hatte schon vor zwölf Jahren, den baufällig gewordenen Theil des Fürstenhofes zu Klosterneuburg seinem Schlüssler Gerwot überlassen, und sich und seinen Brüdern nur noch den Theil, worin die Münzstätte stand, und den Keller behalten; da auch dieser Theil sehr baufällig wurde, gab Friedrich einen Theil des Herzogshofes (wie er den Fürstenhof selbst nennt) , Conrad von Alarn und dessen Schwester Adelheid, damit sie das verfallene Gemäuer wieder erheben sollten , um es zu ihrem Gebrauch zu verwenden. (a) Conrads Sohn, Peter, überliess dann später im Jahre 1357 diesen Theil des Herzoghofes Probst Ortolph, von welcher Zeit an er ein Eigenthum des Stiftes ist.

a) Urkunde Nro. CLVI.

Veröffentlicht am 27.8.2025

E 57.7.1   1315, Jänner 5.   (Cholhoch von Olarn, auch: Chalhoch von Allern) - Deutscher Text

Acta Austriae Inferioris.
Niederösterreichisches Urkundenbuch
Herausgegeben vom Vereine für Landeskunde von Niederösterreich.
I. Band.
Urkundenbuch des aufgehobenen Chorherrnstiftes St. Pölten
I. Teil.
Wien, 1891.
Anton Victor Felgel / Dr. Josef Lampel

Die Urkunden von 1315, 1321 und 1349 scheinen hier erstmals gefunden worden zu sein.

Original-Link:
https://www.google.at/books/edition/Nieder%C3%B6sterreichisches_urkundenbuch/vl4_AQAAMAAJ?hl=de&gbpv=1&dq=Konrad+von+Alarn&pg=PA757&printsec=frontcover

Zu den verschiedenen Quellen siehe die Einleitung ab PDF-Seite 22.

Aus dem Verzeichnis:

Alarn, Alaren, s. Ollern.
Konrad von Alarn, s. Ollern.
Gertraud, Hausfrau Kalhochs v. Alarn, s. Ollern.

Kalhoch, Chadelhohus, Chadelous, Kalhochus, Chalhohus, Chalochus, Chadelhoch, Chalhoch.
- von Olbern, Richter zu Tuln, s. dd

Elisabeth, Elizabeth, Elysabet, Els pet, Elzbet, Elspeth.
- Hausfrau Kalhoch's von Ollern, s. d. 
- Herliebs von Ollern, s. d.

Ollern bei Tuln, Alarn, Alaren, Olarn,
Chalhoch von, und seine Hausfrau Gertraud 1315 (231, 192). – Bedeutung: Jahr (Seite, Nummer)
Chalhoch von, Richter zu Tuln, 1321(252, 212), 1322 (255,214).
Chalhoch und seine Hausfrau Elsbet, 1348 (401, 341.)
Hartlieb von -, 1348(401, 341).
Hartlieb u. Chalhoch, 1349(421, 356).

Seite 231 (PDF-Seite 332):

192. 
1315, Jänner 5. 
Chalhoch von Allern verspricht, gegen Nachsicht seines siebenjährigen Versäumnisses am Dienste zu Pfaffing hinfort 30 Metzen Hafer jährlich an das Stift zu entrichten. 

B, 82 nr. 127; D, 138' nr. 135.  1)     Duellius, Exc. 62 nr. 87 (Auszug aus B).

Ich Cholhoch von Olarn  a) vergich und tun chunt allen den  b) di disen brief an sehent oder lesent  c) oder hörnt lesen, die nu lebent oder  d) hernach chünftig sind, das ich und mein hausvrow vrow Gedraut und unser eriben versezzen heten den dinst siben jar von ainem gut datz Pheffing, das wir dienen schulten  e) ze recht dem probst und dem gotzhaus datz Sand Pölten. Nu foricht ich meiner sel dar umb und chom zu dem probst und zu der sammung hinz Sand Pölten und pat genaden umb di saumung an  f) dem vorgenanten dinst. Do tet mier mein her  g) der probst und auch die sammung di genad, das si mier willichleich liezzen allen den dinst der versaumt was also mit beschaidner red, das ich fürbas immermer  h) schol dienen von dem vorgenanten gut dreizzig metzen habern chorn mazz an sand Cholmans tag hinz Sand Pölten; und wenn ich

192. 
a Alarn D. 
b menicglichen. 
c diese beiden Worte fehlen in D. 
d und D.
e sollen D. 
f und an D.-
g meine herren D. 
h nun mer D. 
1 Wie die kritischen Anmerkungen zu diesem Stücke zeigen, weichen die beiden Quellen mitunter in solcher Weise von einander ab, dass man verschiedene Vorlagen in B und D vermuten könnte. Doch bliebe bei der bekannten Flüchtigkeit, die in D herrscht, eine solche Voraussetzung immerhin bedenklich. Man vergleiche in dieser Hinsicht Nr. 110, 174, 184, 199, 200, welche Stücke, wie das vorliegende, auch nur durch B und D für St. Pölten vertreten sind (während in Nr. 36, 111, 158, 169 und 193 noch A hinzutritt), in diesen beiden Vorlagen mannigfache Verschiedenheiten aufweisen und doch nicht zur Anname berechtigen, als hätte für B eine andere Quelle als für D vorgelegen.

 

oder mein hausvrow vrow Gedraut  a) oder unser eriben saumig wolten sein und den dienst nicht dienen wolten z'der zeit als vorgeschriben stet, so ist das selb gut ze Pheffing dem probst und dem gotzhaus datz Sand Pölten ledig, das ich  b) noch mein hausvrow vrow Gedraut, noch unser eriben dehain ansprach schullen fürbas darauf haben. Und darumb das dise red stet und unzebrochen beleib, gib ich den vorgenanten herren probst Hainreichen und der sammung datz Sand Pölten disen offen brief versigelt mit hern Chunrats insigel von Rezzing und mit meinem insigel. Diser sache sind auch gezeug di erbern leute  c) di hernach geschriben sind, das ist: her Wulfinch von Wald, Eberhart von Chatzenperg, Andre der Moll, Nicla der Moll, Leupolt der Moll und Hainr. der Prunner, Sighart der Prunner  d) und ander piderb leut, den di sache chunt und gewizzen ist. Do dise sache gewandelt und geschehen ist, do was ergangen von Christs gepürd dreuzehen hundert jar funfzehen jar, des nachsten suntags vor der epyphania.

192. 
a fehlt in D.-
b wier D, wogegen die nachfolgenden fünf Worte fehlen. 
c die folgenden sechs Worte fehlen in D. 
d Hainrich und Sichart die Prunner D; statt des Folgenden hat D nur: Geben nach Christs gepurd 1315 u. s. w.

Veröffentlicht am 27.8.2025

Anmerkung Marktgemeinde, Andreas Bohnec, 20.11.2025:
Ein Cholhoch von Alaren wird als Zeuge in einer Urkunde vom 25. März 1308 genannt. Sie im Teil 1 unter „02 Urkunden“ das Register 2.9.

Veröffentlicht am 20.11.2025

E 57.7.2   1321, Juni 21.   (Chalhoch von Ollern) - Deutscher Text

Seite 252 (PDF-Seite 353): 

212. 
1321, Juni 21. 
Chalhoch von Ollarn 
und Eberhard der Baumgartner, Richter zu Tulln, geben bekannt, dass Geiselholt von Tulln einen dem Stifte gehörigen Acker zu Burgrecht erhalten hat.

B, 58 nr. 90; D, 395′ nr. 381.- Duellius, Exc. 55, 61(Auszug aus B), mit Siegelbild auf Tafel V, Nr. 47.  2)

Ich  a) Chalhoch von Olarn und ich Eberhart der Pawngartner, richter z'den  b) zeiten zeTullnn, wir vergehen und tun chunt allen

212. 
a D, ch B. 
b ze den D.
2 Er hätte also auch das Original benutzen können.

den di disen brief sehent und in hornt lesen, die nu lebent und hernach chunftig werdent, […] Der brief ist geben da von unsers herren Jhesus Christ gepurd warn ergangen dreuzehen hundert jar und in dem ains und zwainzigisten jar, des sunntags vor den sunebenden.

Anmerkung Marktgemeinde, Andreas Bohnec (12.7.2025):
Der Inhalt betrifft nicht uns, daher wurde auf eine Abschrift verzichtet.

Veröffentlicht am 27.8.2025

E 57.7.3   1322, Jänner 6. Wien.   (Chalhoh von Alarn) - Deutscher Text

Seite 254/255 (PDF-Seite 355/356):

214. 
1322, Jänner 6. Wien. 
Rapoto von Wildeck verkauft den Zehent zu Paumgarten um 10 1/2 Pfd. Wr. Pfg. an Chalhoh von Alarn.

C, 236 nr. 401; Duellius, Exc. 188, 47 (Auszug aus dem verlorenen Originale), mit Siegelbild auf Tafel V, Nr. 48.

Ich  a) Rapot von Wildekke vergiche und thün chunt allen den die disen brief lesent oder horent lesen, di nu lebent und hernach

214. 
a Duellius, ch C.

kunftich sint, daz ich mit willen und gunst meins prueder herren Otten und ander meiner erben und meins lehen herrn hant pischolf Albrechtes von Pazzawe verkauft han meines rechten lehens, des ich von im gehapt han dacz Poungarten, den zehent paide grosse und klain ze veld und ze dorf, swie so das genant ist; denselben zehent han ich Rapot von Wildekke verkauft und geben mit allem dem nucze und recht, als ich in   a) lehens gewer her  b) pracht han, umb ainlefthalb phunt wienner phenninge, der ich recht und redlichen gewert pin, dem erbern manne herrn Cholhohen von Alaren und allen seinen erben,  c) ledikleichen und vreileichend  d) ze haben und allen iren frumen domit ze schaffen, verkaufen, verseczen und geben swem si wellen an allen irrsale. Und daruber ze ainer pessern sicherhait so secz ich Rapot von Wildekche mich dem vorgenanten herrn Chalhohen von Alaren und allen seinen erben uber den vorgenanten zehent  e) ze Paungarten ze rechten geweren und scherme für alle ansprach, als lehens recht ist und des landes recht ze Osterreich, und auch also mit ausgenomner rede: swaz herrn Chalhohen von Alaren und seinen erben mit rechte an  f) dem vorgenanten zehent ab get, daz sullen si haben auf mir und auf meinen trewn und auf alle meinem gütt, daz ich han in dem land ze Osterreich, ich sei lebentich  g) oder tot. Und gibe in darüber disen prief zu ainem sichtigen urkunde und zu ainem offen gezeuge und zu ainer ewigen vestenunge versigilten mit meinem insigil.  1) Und sint auch des gezeug herr Chunrat von Arnstayn,  h) her Johan der schench von Riede, herr Ulrich von Poungarten, herr Chunrat von Alaren, Wolfger der Stalberger und ander frume leut genuch, den dise sache wol chunt ist. Diser brif ist geben ze Wienne, do von Kristes geburt warn ergangen  i) dreuzehenhundert jarr in dem zwai und zwainzigistem jare darnach, an dem Perch tage.

214.
a wiederholt. 
b herr. 
c Worte, die in C fehlen, aber als not wendige Ergänzung des Textes gedacht werden müssen; Duellius giebt über diese Stelle keine Auskunft.
d weilleichen.
e zehen C.
f and; vgl. S. 179, Anm. d. [= d) ant.]
g bebentich. 
h Duellius, C hat blos Kunrat.
i duellius, in C fehlen diese beiden Worte.
1 IV A2: S. Rapotonis . de . Wildek.

Veröffentlicht am 27.8.2025

E 57.7.4   1348, April 24.   (Herlieb und Chaloch von Ollern)  -  Deutscher Text

Anmerkung Marktgemeinde, Andreas Bohnec, 9.8.2025:
Unten folgt die Urkunde wie unter E 54. Die Abschriften waren am 9.7.2025 und am 9.8.2025. Da diese Quelle aus einem Buch stammt, wurde auf die Veröffentlichung nicht verzichtet.

Ab Seite 401 (PDF-Seite 502):

341. 
1348, April 24.
Herlieb und Chaloch von Ollern 
verkaufen dem Stifte ihr Bergrecht zu Katzelsdorf bei Tuln.

A, 26' nr. 30; C, 416 nr. 656.  2) - Duellius, Exc. 13 nr. 22 (Auszug aus A).

Ich Herlieb von O(e)larn und ich Elspet sein hausvrowe und ich Choloch von O(e)larn und ich Elspet sein hausvrowe, wir verjehen

2 Ueberschrift: Tulnerveld. Umb das perchrecht dacz Checzleinstorf.

und tuen chunt allen den di disen prief lesent oder ho(e)rnt lesen , di nu lebent und her nach chunftig sind, das wir mit unser eriben guten willen und gunst, mit verdachtem mut und mit gesampter hant, zu der zeit do wir iz wol getun machten, verchouft haben unsers rechten aigens dacz Chaczleinstorf perchrechts zwen und dreizzigk emmer wein und ein halbz viertail, di man dient alle jar in dem lesen, und sechs und sibenzig phenning gelts, di man dient ze vaschang. Der selben  a) gult dient man  b) vierzehen emmer und zwen und dreizzigk phenning gelts von acht jeuchen di da ligent an dem Alten perg, vier emmer und ein halbs virtail und achzehen phenning gelts von funfthalben jeuch an dem Mitter perg, zwen emmer und acht phenning gelts an der Swester leiten, vier emmer von aim jeuch an der Grasleiten, vier emmer und acht phenning gelts von zwain jeuchen in der awe, von zwain saczen pei der mul dient man von der ainn ainn emmer und vier phenning gelts, von der ander dient man drew  e) viertail wein, und newn virtail wein und sechs phenning gelts dient man von eim jeuch am Purger perg. Das vorgenant gut hab wir recht und redleich verchouft und geben mit allen den nuczen  d) und rechten versucht und unversucht als wier iz von alter in gewer her pracht haben umb zwai mindreizzigk  e) phunt wiennar phenning, der wir gar und ganzleich gewert sein, den erbarn  f) geistleichen hern probst Dietmaren, hern Wernharten zu den zeiten techent da selbs, hern  g) Otten von Hagnawe chorherr und chamrar und do selbs, dem capitel gemain des selben gotshaus dacz Sand Pölten und allen irn nachomen fürbas ledichleich und vreileich ze haben und irn frum da mit ze schaffen und geben swem si wellent an allen irrsal; und sei auch wir und unser eriben und dar zu zu einer pessern sicherhait mit sampt uns Eberh. von Chaczenperg und Pernnolt der Chlingfürter  h) unverschaidenleich des vorgenanten guets ir recht scherm und gewer für alle ansprach, als aigens recht ist und des landes recht ze O(e)sterreich. War aber das si mit recht an dem oftgenanten gut icht chriegs oder ansprach gewunnen, von wem das war, was sew des schaden namen, das schull wir in alles aus richten und wider cheren an all ir mue und an allen irn schaden, und schullen auch sew das haben auf uns und auf allem  i) unserm gut das wir haben in dem land ze Österreich, wir sein

341. 
a selbe C, selb A. 
b fehlt in beiden Handschriften.
c C, von drew A.
d alle dem nucz C.
e f midreizzigk A, medreizzich C.
f erwirdigen C.
g fehlt in C.
h Chlingenfurter C. 
i alle C.

lembtig oder tod. Und das diser chouf stat und unzebrochen fu(e)rbas beleib, geb wir ich Herlieb und ich Cholhoch  a) wir pruder von O(e)larn in disen prief zu einem waren sichtigen urchund und zu einer ewigen vestigung diser sachh versigelt und bestatt mit unsern insigeln und mit Eberharts von Chaczenperg und Pernnolts des Chlingfu(e)rtar  b) insigeln. Der sachh sind auch gezeug: her Gotfrid der Sebekch und Seifrid der Hagnawa(e)r mit irn insigeln. Der prief ist gegeben nach Christi gepurd dreuzehen hundert jar dar nach in dem acht und vierzigistem jar, an sand Go(e)rigen tag nach ostern.

341. 
a Cholocz C. 
b C, wie oben.

Veröffentlicht am 27.8.2025

E 57.7.5   1349, Juli 13.   Zeugen: Herlieb und Chalhoch von Alaren

Seite 420/421 (PDF-Seite 522): 

356. 
1349, Juli 13. 
Eberhart von Katzenberg verkauft dem Stifte einen Hof zu Kirling, den er von seinen älteren Kindern gegen Besitzungen zu Katzenberg eingetauscht hat.

[…] Diser sach sind gezeugen: Herlieb und Chalhoch von Alaren mit iren anhangunden insigilen. Der brief ist geben do von Christi gepurde ergangen waren dreuzehenhundert jar darnach in dem neunundvierzigistem jar, an sand Margreten tag.

Anmerkung Marktgemeinde, Andreas Bohnec (12.7.2025):
 Der Inhalt betrifft nicht uns, daher wurde auf eine Abschrift verzichtet.

Veröffentlicht am 27.8.2025

E 57.7.6   weitere Ergebnisse zur Gemeinde: 987 Abbatestei - Abstetten

Weitere Treffer in Bezug auf die Marktgemeinde Sieghartskirchen (Laut Namensverzeichnis):

Abstetten, w. von Tuln, Abbatesteti, um 987 (4, 2).

Ab Seite 3 (PDF-Seite 102):

2. 
Um 987. 
Bestimmung der Rechte und Freiheiten, die dem Bistum Passau hinsichtlich seiner Besitzungen in der Ostmark, worunter auch das Stift St. Pölten aufgezählt wird, dem Markgrafen gegenüber zustehen.

Cod. antiquiss. Pat. und Cod. III. Pat. 129′ bis 130'  1), beide in München. - MB. 28b 86 Nr. 116(Cod. antiqu.), 208 Nr. 7 (Cod. III); Hormayr a. a. 0. 5 (aus beid. Codd., selbständ. v. MB, aber fehlerhaft). - Meiller, Bab. Reg. 1, 4. - Die Herausgeber halten die Urkunde für echt.

Notum sit cunctis presentibus scilicet et futuris, qualiter Heinricus strennuus  a) Baioariorum dux in marca Liutbaldi marchionis,

2. 
Cod. III, strenuus MB. 
1 Nach welchem wir unsere Ausgabe besorgen, da uns hiefür die von Herrn Dr. Winter zur Verfügung gestellten Vergleichungen vorliegen; die Abweichungen des Cod. ant. werden wir nach dem Druck der MB. geben.

congregatis omnibus tam episcopis quam comitibus primoribusque cum plebibus regni, publico placito habito populum terminalem, pro facienda generaliter omnibus iusticia, iurare fecit, quod iure uniuscuiusque proprium esset de illis prediis que tunc sub ditione tenebantur dominica, et quid episcopatum aut abbatiarum familie deberent marchioni, inter cetera autem que ad sanctum Stephanum prothomartirem sedemque Pataviensem iuste legaliterque pertinere deberent. Tunc imprimis familiam sancti Stephani ab omni iugo vel districtione marchionis, hoc est collectis donativis operibus mansionaticis et ceteris servitiis liberam et absolutam asserebant. Deinde hec loca ad sedem pataviensis ecclesie attinere sub proposita iusiuratione firmabant tempore pontificatus et presentia Pilgrimi  a) episcopi: Mutarun que  b) Eparespurch nominatur sursum de Viuntestale a termino sancti Michahelis Rosseza deorsum usque Chlepadorf salzpurgensis ecclesie locellum, et ita per latum in australem plagam ad deserta montana, exceptis duorum paucorum iugerum prediolis  c); deinde Treisimam civitatem sancti Ypoliti martiris, ea integritate ut quondam beate memorie Adalbertus episcopus sub Purchardo marchione in sua tenuit vestitura et quemadmodum carta legali affirmatione antiquitus roborata et in publico recitata designabat; postea Persnicha sicut Willihelmus in proprium possidebat, quod tempore presenti Boemani insidendo  d) arabant; deinceps Liliunhova iuxta Tullonam, Egilinsteti,  e) Zeizmannestetin et Abbatestetin f) cum omnibus iure ad se respicientibus; postmodum autem a septem collibus ab occidente civitatis Zeizenmure sursum ad australem plagam Chunihohestorf et sic usque in cacumen montis Comageni et ita usque ad Hangentenstein et ita ultra Danubium usque ad Marevinos terminos in latum  g) et sursum in longum usque ad Mochinle et Trebinse et utramque ripam fluminis Danubii infra iam dictum terminum, locumque piscationis Husonum quem hactenus Tullonenses suis vendicabant usibus sanctum Stephanum prothomartirem legaliter attinere. Nomina  h) autem qui ista iurando affirmaverunt hec sunt: Meinhart comes, Papo comes, Marchwart comes et frater eius Ru(e)dger, Timo comes, Perhtolt, Wernheri, Rupo, Egil, Mimilo.

2.
a Cod. III, Piligrimi MB 87 u. 209. 
b et quod MB 209.
c MB 209.
d insitendo MB 209. 
e Cod. antiqu., Egilinsten Cod. III. 
f Cod. antiqu, Abbatesten Cod. III.
g Cod. antiqu., latu Cod. III.
h Cod. antiqu., notum Cod. III.

Veröffentlicht am 27.8.2025

E 57.7.7   weitere Ergebnisse zur Gemeinde:  1165 Uotto de Riede

Burkhard, Purchardus, Purk- Purchhart, - von Ried, s. d.
Ried, Uotto de Riede, 1165 (14, 10/Laut Namensverzeichnis unter Ried). 

Ab Seite 13 (PDF-Seite 112):

10. 
1165, Jänner bis September. 

Bischof Rupert von Passau gestattet und bestätigt die Uebergabe eines Passauer Weinzehentes zu Schönbichel durch Markward von Schönbichel an den Pfarrer Gebhart von Melk und seine Nachfolger, wogegen dieser einen Teil des ihm gehörigen Zehentes zu Gerolding zur Bestiftung der dortigen Taufkirche dem Bischofe aufträgt.

Duellius, Exc. 175, 1 (zu 1160), nach dem Originale  1), mit Facsimile der ersten Zeile.

[…] Huius rei isti sunt testes conscripti, de clero: Albuvinus praepositus de Mosbach, Uotto  2) de Riede, […]

2 So dürfte in diesem und in den beiden anderen Fällen, in denen Duellius V. Otto schreibt, zu lesen gewesen sein; V. für eine Abkürzung von venerabilis zu halten, ist unstatthaft, da auch der erste Zeuge ex laicis bei Duellius V. Otto heisst; was ihn irrte, wird der Umstand gewesen sein, dass nach dem V abermals eine Majuskel erschien, also VOtto; andere Beispiele für Diphthong im Anlaute bietet unsere Urkunde in Ougo und Oudalrich.


Johann, Herr, der Schenk von 1322 (255, 214). 
Die Abschrift erfolgte bereits in Bezug auf Alarn, siehe im Register E 57.7.3.

Veröffentlicht am 27.8.2025

E 57.7.8   weitere Ergebnisse zur Gemeinde: 3x jahr 1363, Zeuge Alber schench von Ried unser vorstmaister

Albero, Schenk von R., Forstmeister Herzog Rudolfs IV. , 1363 (574, 476; 576, 477; 579,478/Laut Namensverzeichnis unter Ried). 

Ab Seite 573 (PDF-Seite 676):

476. 
1363, Juni 15. St. Pölten. 

Herzog RudolfIV. transsumiert, übersetzt und bestätigt die Urkunde von 1279, December 24 sammt der darin enthaltenen von 1243, September 8 und gewährleistet dem Stifte die Freiheit, von jeder ausser der landesherrlichen Vogter und volle Freiheit bei Neubesetzung seiner erledigten Pfarre. […]

Diser sach sind gezeugen: […] Alber schench von Ried unser vorstmaister, […]

Ab Seite 575 (PDF-Seite 678):

477. 
1363, Juni 15. St. Pölten. 

Herzog Rudolf IV. bestätigt dem Stifte alle Besitzungen und Rechte in der Stadt St. Pölten und deren nächster Umgebung. […]

Diser sache sind gezeugen […] Alber schenkch von Ried unser vorstmaister, […]

Ab Seite 577 (PDF-Seite 680):

478. 
1363, Juni 24. Enns. 

Herzog Rudolf IV. von Oesterreich erneuert die Vogtei über das Stift und verbrieft die alten Vorrechte hinsichtlich des Landgerichts. […]

Diser sache sind gezeugen […] Alber der schenkch von Ried unser vorstmaister, […]

Veröffentlicht am 27.8.2025

E 57.7.9   weitere Ergebnisse zur Gemeinde: 1364, November 25. Puerchardt (Burghard) von Ried

Burghard von, Schwager Seifrieds von Sichelbach, 1364 (603, 493/Laut Namensverzeichnis unter Ried). 

Ab Seite 602 (PDF-Seite 705):

493. 
1364, November 25. 

Siegfried von Sichelbach verkauft dem Stifte eine Gült am Eck in der Pfarre Brand bei Neulengbach. […]

Mit u(e)rchund des briefs versigelt mit mein obgenanten Seyfrits des Sicherpekchen insigel  2) und mit meiner sweger insigeln Pu(e)rchhart von Ried und Dietreichs des Charphaimer und mit meins vettern insigel Marichharts von Metters,  3) di wir des vleizzichlich gepeten haben, das si der sach zeugen sind mit iren insigeln. […]

2 IV A 2: . . . Seifridi . Si . cher . pech . (Sieher .pech, der Punkt in der Mitte dieses Namens ist in der Zeichnung bei Duellius zusehen).
3 IV A 2: + S. Marchardi . de . Meters.

Veröffentlicht am 27.8.2025

E 57.7.10   weitere Ergebnisse zur Gemeinde: 1365, Juni 12.  Halber Hof zu Weinzierl am Riederberg

Weinzierl bei R., 1365 (631, 511/Laut Namensverzeichnis unter Ried). 

Seite 631 (PDF-Seite 734):

511. 
1365, Juni 12. St. Pölten. 

Orig. im k. u. k. Staatsarchiv, Wien, Perg., Siegel fehlen; B, 101 nr. 159;  2) D, 32' nr. 29. - Duellius, Exc. 66 nr. 103 (Protokoll aus B).

Ich Görg und ich Jans di Hewslar von Purkstal und unser erben tun kunt allen den di den brief an sehent oder ho(e)rnt lesen, di nu lebent und hernach chunftig sind, daz wir mit guter vo(e)rbetrachtung und mit gu(e)tlichem willen und auch durch sunder lieb di wir haben zu dem gotzhaus datz Sant Pölten, recht und redlich verchauft haben di aigenschaft des halben hofs ze Weintzu(e)rl gelegen bei Ryed und was dar zu(e) gehört, den Pernolt der Chlingenfu(e)rtar von uns ze lehen gehabt hat, umb fu(e)mf phunt wienna(e)r phenning, der wir gentzlich verricht sein, dem erwerdigen  a) und geistlichen herren hern Ulreichen dem Veyrtager probst des gotzhaus ze Sant Pölten und dem convent daselbs, also daz si und ir gotzhaus di aigenschaft und manschaft des egenanten halben hofs fürwas haben süllen, wie in das allerpest wol cho(e)m und fueg, an allen irsal; und sein des ir gewer und scherm für alle ansprach, als aigens und des landes recht ist ze O(e)sterreich. Get in fu(e)rwas dar an icht ab mit recht, das süllen seu haben auf uns und auf alle dem gut, daz wir haben in dem lande ze O(e)sterreich, wir sein lebentig oder to(e)d. Mit urchunt des briefs versiglt mit unsern insigellen und mit hern Rudolffs insigl von Losenstain, der diser sach zeug ist mit seinem insigel. Geben ze Sant Pölten, nach Christes gepu(e)rde dreuzehen hundert jar darnach in dem fu(e)mf und sechzgistem jar, an gotes leichnam tag.


511. 
a erwirdigen B, D. 
1 Wenn nach der Rückaufschrift des Originals die Oertlichkeit auf Tulnerveld gelegen ist, so ist dies wol nur uneigentlich zu nemen, indem Ried und Weinzierl bereits in dem durch den Auberg vom Tullnerfelde getrennten Sieghartskirchenerthale zu suchen sind. Die Angabe im Texte ist mithin jedenfalls besser als die auf der Rückseite der Urkunde; vgl. Anm. 2. 
2 Rückaufschrift des Orig. und Ueberschrift in B: [ Tulnerveld . F. ] CLIX Der Häusler brief umb di aigenschaft des halben hofs ze Weintzu(e)rl [auf Tulnerveld] . Die in [ ] gestellten Worte finden sich in B nicht; die am Schlusse rühren von der Hand C her.

Veröffentlicht am 27.8.2025

E 57.7.11   weitere Ergebnisse zur Gemeinde: 2x Jahr 1366,  (Marschalkus) provindialis de Ried

Landmarschall von Ried, 1366 (667, 537; 668, 538/Laut Namensverzeichnis unter Ried). 

Ab Seite 665 (PDF-Seite 768):

537. 
1366, August 27. Wien. 

Die Herzoge Albrecht und Leopold transsumieren und bestätigen die Urkunde ihres Bruders Herzog Rudolf von 1361, Juli 22. […]

Wienn, an phinzstag nach sand Pertelmeus tag, nach Christes gepu(e)rd dreuzehen hundert jar darnach in dem sechs und sechzigistem jar.
Marschalkus provincialis de Ried 
magister curie et de Hakenberkch.

Ab Seite 667 (PDF-Seite 770):

538. 
1366, August 29. Wien. Dieselben gewähren dem Stifte Mauthfreiheit. […]

Mit u(e)rchund ditz brifs geben ze Wienn, an sambstag nach sand Augusteins tag, nach Christi gepu(e)rd dreuzehen hundert jar darnach in dem sechs und sechzigistem jar. 
Magister provincialis  a) de 
Ried 
magister curie et 
de Hakenberg

538. 
a stark gekürzt, aus Nr. 537 ergänzt.

Veröffentlicht am 27.8.2025

E 57.7.12   weitere Ergebnisse zur Gemeinde: 2x Jahr 1367,   (magister curie)  de Ried

Hofmeister, 1367 (676, 546 ; 679, 549 /Laut Namensverzeichnis unter Ried).

Ab Seite 675 (PDF-Seite 778):

546. 
1367, März 21. Wien. 

Herzog Albrecht und Leopold eignen dem Stifte den von Marquart Tafsler erkauften Lehenhof zu Etzelsdorf. […]

[…] brief, der geben ist ze Wienn, an dem sunntag alz man singet oculi in der vasten, nach kristes gepurde dreuzehen hundert jar, darnach in dem siben und sechzigistem jare. 
magister curie de Ried et 
Wehinger magister camere.

Seite 679 (PDF-Seite 782):

549. 
1367, Mai 12. Wien. 

Herzog Albrecht bestätigt den Verkauf des Gutes zu Wentendorf a. d. Pielach durch Marquart Turs von Tirnstein an das Stift. […]

Der bref ist geben ze Wienn, an sand Pangracy tag, nach Kristi gepurd dreuzehenhundert jar und darnach in dem siben und sechzigisten jare.
d. dux, mag. curie 
de Ried et alii consules.

Veröffentlicht am 27.8.2025

E 57.7.13   Topographie von Niederösterreich in welcher alle Städte,... 1768

Anmerkung Marktgemeinde, Andreas Bohnec, 27.8.2025:
Die beiden Register 57.7.13 und 57.7.14 haben mit "1329 Konrad v. Ollern" zwar nichts zu tun, wurden aber im Zuge dieser Recherche gefunden. Dieses Register ist als Ergänzung zu E 9 passend.

Topographie von Niederösterreich in welcher alle Städte, Märkte, Dörfer, Klöster, Schlößer, Herrschaften, Landgüter, Edelsitze, Freyhöfe, namhafte Oerter u. d. g. angezeiget werden, welche in diesem Erzherzogthume wirklich angetroffen werden, oder sich ehemals darinnen befunden haben;
von weyland Friedrich Wilhelm Weiskern
Anno 1768.
N-Z
Druck 1770.  

Original-Link:
https://www.google.at/books/edition/Topographie_von_Nieder%C3%B6sterreich_in_wel/mbq12ie_zkIC?hl=de&gbpv=1&dq=Konrad+von+Alarn&pg=PA48&printsec=frontcover

Seite 48 (PDF-Seite 57):

Ollern. O. W. W. ein Kirchdorf der Herrschaft Holenburg, hinter Mauerbach, gegen Freyndorf, vor Zeiten Alarum, und Alarn genannt, ein Hof und eigenes Gut. Kaiser Konrad II. schenkte den Hof Alarum. A. 1033. Bischof Egilberten von Freysing, für die Erziehung des kaiserlichen Prinzen Heinrichs. ( Meichelbeck ) Chaloch von Alarn, kommt A. 1318. in Schriften vor. ( Hueber )

Weitere Orte:

Oedenthal, †. O. W. W. Oedigenthal, ein Schloß und Gut der verwitweten Herzoginn von Savoyen, mit der Herrschaft Judenau vereint, eine Meile von Hasendorf.

Oelsbach. O. W. W. Elsbach, auch Ollersbach, ein Pfarrdorf der Herrschaft Rapoldenkirchen, hinter Ried, links der Poststraße nach Sieghardskirchen.

Penning. O. W. W. ein Dorf hinter Sieghardskirchen, bey Abtstädten.

Penzing. O. W. W. ein Dorf, sudwärts der Poststraße nach Sieghardskirchen, bey Rapoldenkirchen.

Plankenberg. O. W. W. s. Blankenberg.

Ranzelsdorf. O. W. W. hinter Sieghardskirchen, bey Abtstädten.

Rapoldenkirchen. O. W. W. Schloß und Herrschaft des gräflich Kuefsteinischen Hauses, mit Sieghardskirchen vereinigt, südwärts der Poststraße, gegen Kopel.

Rapoldenkirchen. O. WW. ein diesem Schlosse unterthäniges Pfarrdorf.
Im Jahre 1359. verkaufte Jans, Schenk von Dobra Rapoldenkirchen an Friedrichen von Kreusbach um 320. Pfund Wiener pfennige; Erzherzog Rudolph IV. aber verband dieses Schloß mit dem neuen Erbjägermeisteramte, und nannte es Jägerburg. (Steyrer )

Ried. O. WW. ein Kirchdorf der Herrschaft Rapoldenkirchen, und theils nach Hollenburg dienstbar, vor Zeiten ein eigenes Gut , im Wienerwalde, links der Poststraße nach Sieghardskirchen, hinter Gablitz. Es ist allhier eine k. k. Wegmaut. 
Albrecht Schenk von Ried Herzog Alberts III. Hofmeister, und Pfleger der Grafschaft Weideneck, wird A. 1366. angeführt. (Hueber) 
Hans, Schenk von Ried, ein Blutsverwandter derer von Lasberg, lebte A. 1396.(Hoheneck) 
Das Rieder Forstamt hanget von dem k. k. Waldamte zu Burkersdorf ab.

Sieghardskirchen. O. W. W. vom Pöbel Sitzerskirchen genannt, vier Meilen westwärts von Wien, Markt, Pfarre und Landgut des Grafen von Kuefstein, mit der Herrschaft Rapotenstein [Anmerkung: Rapoldenkirchen bzw. Rappoltenkirchen richtig, 9.12.2025] vereinigt; Postwechsel auf der Linzerstraße, zwischen Burkersdorf und Bärschling. Ulrich von Sighartschirichen ward A. 1321. ein Mönch zu Lilienfeld. (Hanthaler ) 
Bey dem Einbruche der bayrisch, französischen Armee A. 1741. War hier im September und October der Sammelplatz der österreichischen Völker.

Marktgemeinde, Andreas Bohnec, 9.12.2025:
Anmerkung zur Herrschaft Rapotenstein – Es dürfte sich um einen Fehler in der Originalausgabe handeln. Der Ort zuvor ist wie folgt beschrieben:
Sieghards. V.W.B. ein Dorf der Herrschaft Rapotenstein über der kleinen Kamp, hinter Trauenstein.
Veröffentlicht am 9.12.2025.

Steinhausel. O. W. W. ein Dorf zur Herrschaft Neulengbach und theils dem Fürsten von Trautsohn gehörig, passauisch Lehn, hinter Sieghardskirchen, oberhalb Dietersdorf.

Wagendorf. O. W. W. an der Tulln, zwischen Sieghardskirchen, und Judenau.

Weinzierl. O. W. W. ein Dorf der Herrschaft Holenburg, am Wienerwalde, hinter Ried, nordwärts der Straße nacher Sieghardskirchen.

Veröffentlicht am 27.8.2025

E 57.7.14   Walthers [von der Vogelweide] Heimat, 1892

Walthers [von der Vogelweide] Heimat.
Von Dr. Josef Lampel
Wien, 1892.

Original-Link:
https://www.google.at/books/edition/Vogelweide/37QvAQAAMAAJ?hl=de&gbpv=1&dq=Konrad+von+Alarn&pg=PA32&printsec=frontcover

Seite 32 (PDF-Seite 39):

Im Tulnerfelde muss der Besitz des Hauses auch noch weiter über die Perschling nach Osten gereicht haben, wenn anders jenes Alarun, das Otto II. von Andechs dem Hochstifte Freising aufsendet,  3) mit Ollarn bei Sieghardskirchen identisch ist, wie Oefele, auf Weiskern und Schweickart von Sickingen fussend, annimmt.  4)

Doch hat eine gewichtige Autorität auf dem Gebiete der österreichischen Babenbergerzeit hinsichtlich diesem Alarun einen wol begründeten Fingerzeig nach anderer Richtung gegeben. Kein geringerer als v. Meiller tritt, anknüpfend an die Urkunde Kaisers Konrad II. für Freising von 1033,  5) der Anschauung Weiskerns und Sickingens entgegen.  6) Das Bistum habe in der Gegend von Ried niemals Besitzungen gehabt, „die curtis Alarun“ sei ein in der Gegend von Gross-Enzersdorf (Stadt-Enzersdorf) und Sachsengang an der Donau gelegener, später durch Überschwemmungen zugrunde gegangener Hof gewesen; vielleicht sei es auch das heutige Dörfchen Albern am rechten Donauufer zwischen Kaiser-Ebersdorf und Schwechat. Zur Begründung ersterer Ansicht wird auf die zusammen hängende Erwähnung von Enzersdorf und Alarn in jeder der beiden Urkunden von 1164  7) und 1189  8) hingewiesen. Freilich kann man nun dieses Alarn nicht ohne weiters mit jenem identificieren, von dem die Noticia von 1060 spricht. Immerhin ist aber anzunemen, dass den Freisingern ein Hof in jenem Alarn,

3) FRA.2 31: 80 f.
4) a. a. O., S. 66 und 110, Reg. 22.
5) Stumpf 2043; Meiller BR, 5, 6; FRA.2 31, 73, 73, wo Zahn gleichfalls Alern bei Tuln annimmt. 
6) Meiller a. a. OS. 195, 27.
7) FRA2 31: 105, 107, zu c. 1158, Meiller 46, 64, zu 1164, gegen Meillers Datierung (vgl. S. 229, Anm. 231), und für 1158 spricht sich Zahn a. a. O., Anm. 1 aus.
8) Stumpf 4525 ; Meiller 67, 43; FRA2, 31: 121, 122

das ihnen kaum dreissig Jahre früher der Kaiser geschenkt hatte, willkommener gewesen ist etwa zur Abrundung des Kirchenbesitzes als eine Hufe hinter dem Auberg, allerdings an der Strasse von Tuln über Ried nach Wien. Sollte jenes Alarun der Tauschnotiz von 1060 dasselbe sein, wie jenes, von dem Meiller zur Urkunde von 1033 spricht, und lag es demnach an der Mündung der Schwechat in die Donau, oder so ziemlich gegenüber am anderen Ufer des Stromes, so würden wir wieder in den Bannkreis jenes Eipeltau geführt, nach dem sich ein Walther nennt und wo es noch im XVI. Jahrhundert eine Vogelweide gegeben hat.

Veröffentlicht am 27.8.2025

E 58   Jahrbuch für Landeskunde von Niederösterreich, 1967

Jahrbuch für Landeskunde von Niederösterreich
Neue Folge XXXVII/1965-1967

Das Altstraßennetz von Wien
Von Adalbert Klaar
Wien, Mai-Juni 1966

Online-Link:
https://bibliothekskatalog.noel.gv.at/!Jahrbuch!1965-67.pdf

Seite 17 (PDF-Seite 31):

Im benachbarten Purkersdorf (1130) zweigt neben der einstigen Burg, die als Straßensperre diente, die Linzerstraße über den 380 m hohen Riederberg ab. Sie führt am slavisch benannten Ort Gablitz (um 1194) und dem schon um 1060 genannten Weiler Labach vorbei, um jenseits des Riederberges in den Altsiedelraum von Ollarn 1033, Sieghartskirchen und Rappoltenbach zu gelangen.

Seite 25 (PDF-Seite 39):

Es darf von historischer Sicht nicht unbeachtet bleiben, daß die wenigen urkundlichen Nachrichten bis zum 11. Jh. sehr wichtige Hinweise für das Altstraßensystem ergeben, denn dieses erschloß ja das historisch nachgewiesene Gebiet. 
Wir fassen zur Erinnerung nochmals zusammen: Altstraße I (Limes-Hochstraße) Quellenangaben für den I. Bezirk 880?, 1033—35, für Simmering 1028 und Schwechat 1073, Straße II die Nähe von Godtinesfeld 1015 im Wiental und Labach 1060 am Riederberg. Jenseits desselben die Altsiedelräume von Ollern 1033, Elsbach 1037 und Sieghartskirchen, bzw. das Gebiet um Anzbach 989 Altlengbach.

Veröffentlicht am 27.8.2025

E 59.1   Abstetten in: Burgen und Schlösser in Niederösterreich, Rudolf Büttner, 1982  (= Quelle für E 59.1 bis € 59.20)

Burgen und Schlösser in Niederösterreich
Zwischen Greifenstein und Sankt Pölten
Rudolf Büttner, 1982
2. erweiterte Auflage

Anmerkung Marktgemeinde, Andreas Bohnec, 15.7.2025:
Aufgrund der doch umfrangreicheren Recherchen und Abschriften zu Ollern wurde diese Quelle, das „Handbuch der Historischen Stätten Österreichs“ und Twerdy erfasst. Neben Kogl und Ollern sollen auch die anderen beschriebenen Orte erfasst werden – quasi die Nachbarschaft von Ollern. Damit soll ein grober Überblick über das Geschichtliche unserer Gemeinde gegeben sein.

Die Abkürzungen und die Literatur finden Sie am Ende der Abschrift, im Register E 59.20.

Seite 41 ff:         (Abschrift Ausgabe 1982):

Sieghartskirchen (Marktgemeinde)

Abstetten, Amt und Wehrkirche HP E 59.1

Der Ortsname Abstetten bedeutet Hofstätten eines Abtes. Die Ortsnamen Abstetten, die Wüstungen Egilinsteti und Zeizmannestetin die 983/91 genannt sind (Heuwieser, Pass. Trad. 80) weisen mit dem Grundwort –stetten auf die Karolingerzeit zurück, ebenso der Kirchenpatron Martin und die Dorfform der Kirchensiedlung.

Nach den Ungarnkriegen war Passau Grundherr; es hatte den Besitz eines seiner Eigenklöster an sich gezogen. Um 1190 hatten die Hochfreien v. Lengenbach einen Besitzanteil an dem Grundstück, auf dem die Kirche stand (Pass. Urb. I 300, 220 /386). Sie erreichten die Gründung der Pfarre Neulengbach durch Exemierung aus der Urpfarre Abstetten. Ein Ansitz ist in Abstetten nicht bezeugt; die 1137 und 1188 nach Abstetten genannten Personen sind die Pfarrherren. Der Charakter der Pfarrkirche als Wehrkirche wird durch die Hochlage verstärkt.

Die Frh. Jörger (Helmhardt VIII.) hatten als Besitzer der Hft. Judenau in Abstetten ein Amt. Sie verhandelten 1593 über das Gebäu zu Abstetten, dessen Charakter wir nicht kennen, mit Meister Jakob Schwentner (GB I 14; Diöz. Arch. St. Pölten).

Schweickhardt I – Halmer Karte – Kafka, NÖWK II 128 – Hipp. Kal. 1966, 44 – Klaar - Riesenhuber – Dehio – TopNÖ II – GB I; XV 1 – TG 1929/31 – Lechner TK 1953, 1954 – Winter III – Wolf – Büttner/HiSt. 183 -–HONB A 12

Veröffentlicht am 27.8.2025

E 59.2   Dietersdorf, Schloß

Dietersdorf, Schloß

Nur 1 km s. der Bundesstraße liegt am NO-Fuß des Eichberges und am s. Ufer der Großen Tulln das [Ausgabe 1969: zweigeschossige] Schloß mit Halbwalmdächern. An einem Hauptbau aus der Renaissancezeit ist im rechten Winkel ein barocker Flügel angesetzt. Von den Wirtschaftsgebäuden, die einst den Hof umfaßten, sind jene im W und S bis auf einen kleinen Rest bereits bei Vischer 1672 abgetragen.

Der Hauptbau kehrt seine Schmalseite mit 3 Fensterachsen gegen die Straße. Im Giebelfeld unter dem Halbwalm ornamentale Sgraffitomalerei bez. 1597, ferner eine Sonnenuhr mit Landschaftsmalerei und gemalten Doppelwappen unter einer fünfzackigen Krone. Eckrustika; sonst ist die Rustika nur durch die Malerei imitiert. Die hofseitige Längsfront hat in beiden Geschossen Säulenarkaden mit 5 Bogenöffnungen (Zeichnung!); die Decke des Arkadenganges ist nur im Erdgeschoß gewölbt. Da die Arkadengänge nicht unmittelbar unter das Steildach einbezogen sind, wurde eine besondere Dachschräge angesetzt. Der Dachstuhl ist fast so hoch wie die beiden Wohngeschosse zusammen und hat hohe Schornsteine. Vom Hofe gelangt man in eine 2joch[ige] Vorhalle, die den Zugang zu einem im Hintergrund liegenden schmalen Stiegenhaus ermöglicht. Mit Ausnahme der straßenseitig gelegenen Räume sind die Zimmer des Erdgeschosses gewölbt, die größeren Räume haben Tonnengewölbe mit Stichkappen. Im Obergeschoß ist nur mehr ein Nebenraum und das Stiegenhaus gewölbt. Das Dachgeschoß ist neu gebaut.

Als man in der Barockzeit dem Hauptbau einen 2gesch[ossigen] Quertrakt entlang der Straße anfügte, war der Arkadengang ein Hinderniss. Im Obergeschoß wurde er ganz weggerissen, im Untergeschoß wurde er in der Weise in den Neubau einbezogen, daß man die Säulen einmauerte, ansonst konnte er von einer Straßentür aus als Durchgang weiter benützt werden. Dieser Arkadenrest wurde durch das Obergeschoß überbaut. Dieses war als Speicherraum urspr. nicht unterteilt. Das bereits bei Vischer vorhandene Obergeschoß des Nebentraktes mußte im 19. Jahrhundert vollkommen erneuert werden. Das Untergeschoß hatte außer dem Durchgang anfangs 2 gewölbte Räume, einer davon mit 3joch[igem] Gewölbe, später wurden mehrfach Zwischenmauern eingezogen. Der Barockflügel ist nur halb so breit wie lang und hat einen etwas niederen Dachfirst als der Hauptbau des augeh. 16. Jahrhunderts.

Vischers Stich, 1672, zeigt den Hauptbau von NO aus gesehen,  *) wobei die Giebelfront des Haupttraktes sehr genau gezeichnet wurde. Verschwunden sind an der SO-Ecke des Hofes der runde Eckturm mit Kegeldach, der einem isoliert stehenden Nebengebäude zugehörte. Obwohl der Tullnfluß dem Hauptbau benachbart ist, sind keine größeren Reste von Wassergräben zu sehen.

Ausgabe 1969, fehlt in 1982: im W-Teil des Hofes aber einen weiteren zweigeschossigen Wohntrakt, der heute nicht erhalten ist.

Anmerkung Marktgemeinde, Andreas Bohnec, 15.7.2025:
Der Grund für einen fehlenden Wassergraben dürfte vermutlich der Umstand sein, dass vor der Regulierung (1925-1931, Sieghartskirchner Heimatbuch 2001, Kapitel Dietersdorf) die Große Tulln in unmittelbarer Nähe vom Schloß vorbeifloß.
Der weitere Flußverlauf war vom Schloß zur Kreuzung bei der Kapelle, dann Richtung ehemaliges Milchkasino und heutiger Spielplatz. Laut einem Foto musste die Fläche für den Spielplatz aufgefüllt werden.

Ein gewisser P. übergab zwischen 991 und 1023 tauschweise sein Gut in Dietrihesdorf an Ebf. Hartwich v. Salzburg und erhielt dafür Besitz in Reidling und Preuwitz (SUB I 195). Das nahe Dorf Spital war 1435 sbg. Lehen (GB V 677). [Ausgabe 1969, fehlt in 1982: Der Übergang von Salzburg an die Regensburger Bischöfe ist urkundlich nicht belegt.     Folgender Satz nur in 1982.] Vor- und nachher gehörte Spital aber zum Regensburger Besitz. Als Domvögte d. Regensb. Bischöfe hatten wohl die Hochfreien v. Lengenbach 1188-1236 Dietersdorf inne. Durch eine Schwester des letzten Domvogtes Otto V. wurde das Gut ihrem Gatten Gf. Liutold IV. v. Plain zugebracht. Seine Tochter Heilwig hatte Gf. Heinrich II. v. Schaunberg zum Gemahl. So wäre zu erklären, daß die Gf. v. Schaunberg in Besitze Dietersdorf nachzuweisen sind: 1312 und 1313 Gf. Wernhard VII., 1341 dessen Bruder Gf. Konrad. 1377 verkauften die Schaunberger an den Habsburger Leopold III., Herzog von Österreich, 1452 ist der Hof Dietersdorf Lehen der Hft. Orth der Habsburger (AÖG X 183). Das Obereigentum der Regensburger geriet in Vergessenheit und Dietersdorf galt bis 1703 als österreichischen Lehen.

Von den genannten Hochaldeligen saß wohl keiner persönlich hier; das Gut war vielmehr weiterverliehen, und die ritterlichen Lehensträger erbauten sich gegen E. d. 14. Jahrhunderts eine Burg. 1312 gibt Bernhard v. Schaunberg ein Lehen an Berthold v. Steina. Ein Bertold aus dieser Familie verkauft 1342 mit Verwandten ein Schaunberger Lehen zu Dietesdorf an Ulrich v. Merkenstein. [Ausgabe 1969, fehlt in 1982: Gleichzeitig gibt es noch andere Grundbesitzer hier. Ab 1393 sind die Höhenberger in Dietersdorf nachweisbar, sie haben sicherlich dort eine Burg und nennen sich nach dieser.] Wichtiger ist folgende Nachricht: 1313 gibt Weigand Eisenbeutel, ein Gefolgsmann der Schaunberger, Besitz in Dietersdorf an Ludwig v. Zelking. Der Hof dürfte vor 1351 an die Wallseer gekommen sein. Fast 200 Jahre besaßen die Ritter Höhenberger die Burg Dietersdorf. 1396 pfändete der Pfarrer von Abstetten dem Peter Höhenberger seinen Hof zu Dietersdorf, auf dem er sitzt. Vor 1423 gewannen die Höhenberger die Hft. Würmla. 1452 war Jörg Höhenberger gestorben. Kaiser Friedrich III. verspricht den Hof Dietersdorf, Lehen der Hft. Orth, dem Walter Zebinger zu Kranichberg, der Rat des Kaisers ist, für den Fall, daß der hinterlassene Sohn des Jörg keine männlichen Erben gewinnen sollte. Georg Höhenberger, der Anna Neudegger geheiratet hatte, verpfändete 1475 die Feste Poysbrunn und den Hof zu Dietersdorf dem edelvest Märten Truchsessen v. Stätz (Staatz). Die Höhenberger traten um 1500 in Heiratsverbindungen mit den Pöttingern v. Heitzing-Murstetten, um 1529 mit den Lapppitz v. Atzelsdorf-Rappoltenkirchen.

Zeichnung: Grundriss mit Altersbestimmung. A. Klaar.

Um 1512 heiratete Magdalena Höhenberger einen Hans Starzhauser. Von ihren Töchtern heiratete Maria Euphrosine Hans Wolfgang Gerhab (+ 1593), der auf Schloß Dietersdorf saß, und Salome Regina ehelichte Heinrich v. Ödt (+ 1601), der sich am anderen Tullnufer, gegenüber von Dietersdorf, das Schloß Ödenthal errichtete. Heinrich v. Ödt übersiedelte 1596 [Ausgabe 1969: Jahr 1603] nach Rappoltenkirchen. [Ausgabe 1969, fehlt in 1982: Über Ödenthal gibt ein Urbar von 1613 genauere Auskunft.]  1597 zogen einige tausend aufständische Bauern vor die Burg Dietersdorf des Viertelshauptmannes Hans Gerhab, sprengten das Tor, begehrten Wein und bedrohten den Schloßherrn. Dietersdorf kam anschließend an Dietrich Lasota v. Steblau. Susanne v. Ödt heiratete Adam Abel Peuger v. Reizenschlag, der seinen Kindern beide Herrschaften, Dietersdorf und Ödenthal, hinterlassen konnte. Sie kamen 1612 an den deutschen Ordensritter Bernhard Welzer zu Spiegelfeld. Urbare beider Herrschaften aus 1615-1702 in Vaduz. Bis 1635 war Ödenthal noch mehrmals von Dietersdorf getrennt. 1701 wurde es noch als Freisitz bezeichnet, später verfiel es und galt nur mehr als Zubehör zu Dietersdorf. Dort war 1613 Georg Kaspar Neuhaus, 1621 wieder Bernhard Welzer Grundherr. 1627/30  *) gehörten Dietersdorf und Ödenthal dem Gf. Hieronymus v. Montecuccoli, anschließend Margarethe Neuhaus und Georg Seifried Frh. V. Prankh. Die Frh., späteren Gf. v. Verdenberg besaßen das Schloß 1635-1701. 1701/03  *) hatten die Liechtenstein Dietersdorf noch als Lehen inne, aber seit 1703 als Allod. Aus dem Fürstenhause stammte u.a. Theresia (+ 1772), durch lange Jahrzehnte verw. Prinzessin v. Savoyen-Carignan. In der Folge verfiel das Schloß. 1837 klagte Scheiger zu ökonomischen Zwecken verwendet; verfällt, 1925 Binder: Nach Vereinigung mit Judenau 1686 vernachlässigt; dient dem Gutspächter und dem Förster zur Wohnung.

*)  In der Ausgabe 1969: 1627-1630; 1701-1703;

Vom Fürsten Franz Josef II. kam Dietersdorf 1942 tauschweise an die Linie der Prinzen v. Liechtenstein. Den gegenwärtigen Besitzern Dr. Hans Moriz v. Liechtenstein und seiner Gattin Chlotilde, geb. Prinzessin v. Thurn und Taxis, die im Schlosse ihren Wohnsitz haben, ist die gründliche und ansprechende Renovierung zu danken.

In geringer Höhe über dem Schlosse quert ein alter Verkehrsweg den Hang des Eichberges; er erreicht beim Steinhäusl eine Furt an der Großen Tulln und führt heute nach Plankenberg.

Vischer Dietersdorff – Klaar/BDA – Weiskern I 111 – Schweickhardt I 228, 240 – Scheiger, Burgen 99 – Binder [Ausgabe 1969, fehlt in 1982: I 112] – Halmer, Ww 40 – GB I 3; XV 1 [Pf. Abstetten] – TopNÖ II [4] – Chronik d. Pöttinger, Jb. Adler NF 22, 236 – Büttner, Grundherr. Untertan 21 [Robotordnung 1796]; HiSt. 183 – Lechner TK 1954, 37, 44, 53, 54 – HONB D 135.

[Ausgabe 1969, fehlt in 1982: Biak-Kerschbaumer 466 – Tullnführer 79 – Häusler, Siedlung 117, 193 Note – Weigl II 36 – Klarr 20.]

Veröffentlicht am 27.8.2025

E 59.3   Ödenthal, verschwundenes Schloß

Ödenthal, verschwundenes Schloß

Jenseits des ehem. Flußbettes der Tulln das Gasthaus zur Mühle der Adolfine Brenner. Der Hof wurde erst in neuerer Zeit zum Vierseithof ausgebaut. Der 2gesch[ossige], heute vernachlässigte W-Trakt mit Pultdach hat an der Langseite 7, an der schmalen Giebelwand 2 Fensterachsen und im Inneren zahlreiche gewölbte Räume. Noch 1888 befanden sich im Gebäude eine Hammerschmiede und eine Mühle, die ein Freihof war.

Es handel sich um ein Nebengebäude des ehem. Schlosses Ödenthal, das um 1580 von Heinrich v. Ödt (s. Dietersdorf) erbaut wurde.

Veröffentlicht am 27.8.2025

E 59.4   Elsbach

Elsbach

Elsbach ist einer der wenigen Orte, die schon i. d. 1. H. d. 11. Jahrhunderts genannt sind. Es gehörte zum Besitz der Gf. v. Ebersberg, die ihre Hausklöster Ebersberg und Geisenfeld begabten. Im sog. Stiftsbuch von Geisenfeld von 1037 kam Elsbach an dieses Kloster. Der Stiftsbrief entstand erst im 13. Jahrhundert, doch bezeugten andere Quellen des Klosters die Richtigkeit des Inhalts. In den Quellen von Geisenfeld und Ebersberg erscheinen auch genannte v. Elsbach (MB XIV, 272, 215, 181 f.; O. Mitis Studien z. Urkundenwesen 171). Elsbach ist im Pass. Pfarrkatalog des Bg. Lonsdorf und im Babenbergerurbar genannt (Ldf. Urb. I 221; Pass. Urb. I. 221). Die Hochfreien v. Lengenbach übergaben Besitz in Elsbach ihren Verwandten, den Hochfreien v. Asparn/Zaya. Von ihnen stammt das große Amt Elsbach der Pfarre Asparn, das 1577 (Fdl. Mitt. v. Hochw. Pfr. Keck) bezeugt ist. 1373 tritt Heinrich v. Elizenpach als Zeuge auf (Arch. Stetteldorf i. NÖLA 1).

HONB F 153

Veröffentlicht am 23.8.2025

E 59.5   Gollarn, Schloß

Gollarn, Schloß

Gollarn liegt am W-Rand des Tales der Großen Tulln, etwas n. von Abstetten. Im O-Teil des Dorfes Gollarn neben einem bäuerlichen Altbau das hft. Gebäude Gollarn Nr. 12.

Es ist ein im wesentlichen 1gesch. Bau. Er hat aber über dem W-Teil, in dem sich auch das Portal befindet, ein 3achs. Obergeschoß mit Satteldach aufgesetzt. Dem Aufbau im W entspricht am O-Ende der Straßenfront nur eine wenig auffallende Attika mit 2 Steinvasen. Das Portal besteht aus einer 2flüg. Holztür; seitlich Quaderung, horizontaler Türsturz. Beiderseits dieses Tores 2 Fensterblenden. Im 1gesch. Teil weitere 9 Fenster bzw. Fensterblenden. In den rechteck. Blendluken über den Fenstern Darstellungen von Putten; dies ergibt unmittelbar unter der Dachtraufe einen Figurenfries.

1120 sind Otto, Marchart und Perinhart de Goldarin Zeugen einer Urkunde Rapotos, unmittelbar nach den Brüdern Sigihart und Otto v. Sieghartskirchen (FRA II/69, 289, Nr. 155). Haerbe v. Gollarn ist 1168/77 genannt. (FRA II/4 Nr. 522). Unsicher ist die Zugehörigkeit eines Dietmar de Goldarn, der zwischen 1177/82 in einer Urkunde für Kremsmünster als letzter Zeuge erscheint. (BUB I 64 Nr. 46). Vor 1248 gewann das Kloster St. Pölten ein Lehen in Gollarn. 1591 hatte die Herrschaft Pixendorf in Gollarn 2 Häuser. Über den Hof zu Gollarn erfahren wir näheres nur aus dem ständischen Gültbuch. 1601 kam er an Regina Gerhab zu Dietersdorf, 1612 an die Erben des Andre Kornfail zu Würmla. 1615 an Bernhard Welzer v. Spiegelfeld, diesmal als Pfand. Bernhard war damals Schloßherr im nahen Dietersdorf. Die Ortsobrigkeit war um 1835 bei der Hft. Judenau. Judenau war aber mit Dietersdorf schon im 18. Jahrhundert Besitz des Fürsten Liechtenstein.

Schweickhard I [234] – Klaar 31 – HONB G 181.

[Ausgabe 1969, fehlt in 1982: Weigl II 321]

Veröffentlicht am 27.8.2025

E 59.6   Henzing, mit einem Artikel aus: Unsere Heimat, 1972

Henzing

Auf Rat des Gf. Albert v. Hals, der in Neusiedl, Judenau und Henzing Lehensherr war, übergab sein Neffe Dietrich v. Baumgarten (bayr. Landkreis Eggenfelden) am 26. I. 1284 sein Erbeigen in Henzing und Neusiedl dem bayr. Kl. Aldersbach. Einen Monat später übergaben die Sonnberger Besitz in Henzing diesem Kloster (MB V 352, 391). Aldersbach gründete in Neusiedl und Henzing Grangien (Gutshöfe). In Henzing entfremdeten die Adeligen Wernhard, Heinrich d.Ä. und Heinrich d.J. v. Henzing 1291 Klostergüter, so daß Papst Nikolaus IV. eingreifen mußte. 1297 ist der Aldersdorferhof in Henzing dem Amtmann des Klosters verliehen. Zu dem „Haus“ (= Burg?) gehörten 4 Lehen und 3 Hofstätten in Henzing, 2 Lehen in Wagendorf. H. Weigl sucht den Ansitz Henzing bei Neusiedl und betrachtet dieses Henzing als spätere Wüstung. Dagegen spricht die Verbindung mit Wagendorf bei Sieghartskirchen.

Schweickhardt I – Winter III Nr. 12 – W. Hauser, Die Aldersbacher Grangien Neusiedl u. Henzing, UH 1972, 134 – HONB H 256, 257; N 77.

 

Da im Zuge der Recherchen für Kogl bekannt wurde, dass die Ausgaben Online sind, folgt nun eine Abschrift aus „Unsere Heimat, 1972“ –Absätze mit Henzing:

Online-Link:
https://bibliothekskatalog.noel.gv.at/!UH!1972.pdf

Die niederbayrische Zisterze Aldersbach und ihre Grangien Neusiedl und Henzing im Tullnerfeld während des 13. und 14. Jahrhunderts.
Von Wilhelm Hauser.

Ab Seite 134 (PDF-Seite 160):

In einem der fruchtbarsten Teile Niederösterreichs, dem Tullnerfeld, dessen Besitzgeschichte der verehrte Jubilar seinerzeit eindrucksvoll dargestellt hat  1), liegen u. a. zwei kleine Orte, denen heute unser landeskundliche Interesse gilt. Es sind dies Neusiedl  2) — zwischen Asparn  3) und Zwentendorf  4)/Donau gelegen — und Henzing  5), der kleine nördliche Nachbarort Sieghartskirchens 6).

Beide Siedlungen waren im Hoch- und Spätmittelalter miteinander verknüpft, da sie an das gleiche Kloster, nämlich Aldersbach   7) (LK Vilshofen) Grunddienste leisteten.

Rund 12 km südwestlich vom reizenden, kleinen Donaustädtchen Vilshofen   8) entfernt liegt in Niederbayern   9) das Dorf Aldersbach. […]

1) K. Lechner, Siedlungsnamen- und Formen im Tullner Bezirk als Zeugen geschichtlichen Lebens, im Tullner Heimatkalender 1953, 67—80; ders., Der Tullner Bezirk zur Babenbergerzeit, ebd. 1954, 35—74. 
2) GB Tulln, M. u. KG Langenrohr, Dorf; hierzu nöLA., H. Weiglkarte in. 77. 
3) GB Tulln, M. u. KG Langenrohr, Dorf. 
4) GB Tulln, KG u. Dorf. 
5) GB Tulln, Marktgemeinde u. KG Sieghartskirchen, Dorf; vgl. H. Weigl—K. Lechner,Histor. Ortsnamenbuch von Nö. III (Wien 1970) 85, nn. H 256—57. 
6) =5). 
7) Hdb. d. histor. Stätten Deutschlands. Bayern, hsg. v. K. Bosl (Stuttgart, Kröner TB 277, 1965, 2. Aufl.) 5 f.
8) AaO. 772. Stadterhebung durch Hzg Otto II. (1231—53) nach 1244. 
9) H. Bleibrunner, Der Einfluß der Kirche a. d. niederbayerische Kulturlandschaft, in: Mitteilungen der Geograph. Gesellschaft München 36 (1951) 7—196

Damit kommen wir auf den im Tullnerfeld befindlichen Aldersbacher Besitz, von dem wir Henzing und Neusiedl herausgreifen.

Dietrich von Baumgarten (LK Eggenfelden) übertrug am 26. Jänner 1284 auf den Rat seines Onkels, Albert Graf von Hals, sowie mit Zustimmung seiner Gattin Irmgard von Horbach sein Erbeigen in den beiden Orten Henzing und Neusiedl dem Aldersbacher Kloster zu ewigem Besitz. Zugleich verzichtete er auf seine diesbezüglichen Vogteirechte. In der Urkunde wird besonders des Maierhofes zu Henzing gedacht, der mit dem Gesamturbar inklusive der Hörigen der Zisterze übereignet wurde. Dietrich bekam für diese Gütermasse als Gegenleistung von Abt HEINRICH (1285—95) 85 [Geldsymbol] Regensburger und eine halbe Fuhre Wein; dazu das Versprechen, daß für sein und seiner Vorfahren Seelenheil die Mönchsgemeinschaft beten würde   48).

Aufschlußreich ist es auch, daß die im Weinviertel begüterten Herren von Sunnberg in beiden Dörfern gleichfalls größeren Besitz hatten, der ihrer Behauptung nach von König Rudolf I. herrühre. Dem „sanften Druck“ Albrechts I. gehorchend mußten Liutwin, Hermann und Wülfing von Sonnberg am 28. Februar 1284 einen Teil davon „freiwillig“ Aldersbach übergeben  49). ,[…]

48) BHStA, KU Aldersbach n. 81. 
49) AaO. KU n. 84.

Im Jahre 1291 entfremdeten die nobiles Wernhard, Heinrich d. Ä. und Heinrich d. Jg. von Hentzing im gleichen Ort der niederbayerischen Zisterze gewisse Güter. Daraufhin erbat Aldersbach in Rom Hilfe. Papst Nikolaus IV. (1288—92) beauftragte deshalb den Abt von Oberaltaich KONRAD (1282—91), zu sorgen, daß das entfremdete Gut wieder an Aldersbach retourniert würde  51).

Wie groß der Gutskomplex von Aldersbach in beiden Dörfern war — er mag sich vielleicht neben dem des Hochstiftes Regensburg, das in Rust und Michelhausen sein „Zentrum“ hatte  52), etwas bescheiden ausnehmen -, erfahren wir aus dem

51) BHStA, KL Aldersbach n. 3 (= Kopialbuch), Nr. 170. Damit bestätigte zugleich der Papst den Zisterzenbesitz. 
 52) Cvp 13.566 (= Lehenbuch d. Hochstiftes Regensburg von 1334), fol. 1 r: Hye hebt sich an die gült die dacz gotshaws von Regenspurg hat in dem land zv Österreich ...; fol. 26 v = zu Rust und Micheldorf; fol. 27 r zu Mitterdorf und Holtzarn sowie Pöchsendorff.

codex reddituum in terra Austrie 
1322 am Eligiustag (= XII. 1).   53).

[…]
fol. 6 vb 
Notandum, quod Grabnerio Chunradum locatum fuit nomine juris civilis unum pratum nomine Hentzingerinn    53a), de quo sunt VI. jugera, quod redegit in agrum pro servicio XII. solid., quod servicio tribus annis non servivit et sic cecidit a jurie suo qui ager in solitudinem est redactus.

fol. 7 rb
Hic notandum breviter totum servicium in Hentzing
Officialis de curia Michaeli VII. sol. 
Item de agro IIII. den. 
De molendino VI. den. 
De duabus areis XXIIII. den. 
Insuper Heinricus ibidem quatuor feoda et in Bogendorf II.  53b)  feoda, de quibus feodis uniusque colit unum jugerum vinee sicut in privilegio praelibatum quorum decima non est nostra.

Praeterea Heinricus unam vineam in Lintal, quam colimus propriis sumptibus, qui colitur nobis pro XII. sol. praeter opus grvben et firstes et finium, cuius decima non est nostra.

Adhuc Heinricus ibidem LX. pergeimer nihilo servicio deficiunt VII. urne, propterea, quod ille vinee sunt deserte. Heinricus eciam ibidem plerusque LXX. jugera agrorum, de quibus nichilo servitur nobis, qui agri omnes sunt inculti.

Notandum servicio, quod Heinricus Georii in Hentzing. 
Arnolt de Bogendorf
   53b) de vinea VI. den. 
Roesel de Jvdnawe  53c)  de vinea IIII. den.

53) Vgl. Anm. 47). [=47) BHStA, KL Aldersbach 59 1/2.]
53a) Siehe Ortsnamenbuch III, 85, n. H 257, vers, von H. Weigl, Mitarbeiter: Seidelmann-Lechner-Eheim. 
53b) Wagendorf, der unmittelbare nördl. Nachbarort Sieghartskirchens. 
53c) Markt u. KG, BH Tulln.

fol. 7 va 
Stavdalbrehtinn de vinea I. den. 
Quidam de Ror de vinea III. den. 
Ewerhart Kvoraezel de agro XII. den. 
Chvnradus Gurlay des Jvdenawe agro II. den.

 

Wie sorgfältig die Äbte auf die Pflege des „guten Tropfens“ achteten, wird uns durch eine im selben Kodex kopial überlieferten Urkunde von 1297 veranschaulicht   54). Abt HUGO hatte sie einst selbst geschrieben und gesiegelt. Die Anweisung, so kann man diese Urkunde bezeichnen, ist in mittelbairischem Dialekt an der Grenze von Mittel- und Neuhochdeutsch abgefaßt, wobei auch ältere Sprachelemente verwendet werden   55). Da das aufschlußreiche Dokument nicht nur in sprachlicher Hinsicht Interesse verdient, sondern auch als Abschluß dieses Beitrages zu Ehren des Jubilars gedacht ist, wird es im vollen Wortlaut gebracht.

(Aldersbach) 1297. Abt Hugo I. (1295—1308 1) und der Konvent von Aldersbach verleihen dem Amtmann Heinrich sowie ihren Holden Höfe in Henzing und Wagendorf zu rechtem Burgrecht. Dem Müller zu Henzing wird gegen Naturalienabgaben eine Mühle zugeteilt. 

Wir apt Hauch vnd div sammung von Alderspach tvon chvnt allen, die disen brief ansehent oder horent, daz wir mit gvtem willen vnd mit verdahten mövt haben verlihen vnsern hof datz Hentzing dem ammann ze rehtten bvrchreht
Also, daz er vnserm chloster alliv iar davon dienen sol siben schilling phenning an sand Mychels tag; vnd sol vns enphahen ze dem lesen mit der phrvend, di er in dem havs hat. Daz ist, swes man bedarf an gveten wein vnd gvet vihsch vnd weisses brot; vnd sol vns alle di reht laisten, di ein isleich hold sinem herren laisten sol nah dez landes reht. 
Ist aber, daz er sine reht an dem hof verschauffen wil, daz sol er verchavffen sinem havsgnozzen vnd sol vns ge/geben werden sechtzich phenning ze ablait vnd sechtzich ze anlaitt. 
Item. Ze dem selben burchreht hab wir verlihen einem isleichen vnserm holden datz Hentzing sin lehen, der sint virev vnd drei hofstete; vnd datz Wagendorf zwai lehen. 
Also, daz ein isleich lehnaer vns Ivnrn sol ein weingarten, als emaln geschaft vnd gestift ist, von einem raine bis an den andern; vnd sol vns geben ein vaist gans vnd zwai hvner; vnd in den Weingarten sehs tag werich vergrueben; vnd alle iar fvmfhvndert stekchen vnd siben gvetw vnd grossev fvoder mistes darin fveren; vnd den wein sullen si zv der presse von Weingarten fveren, den pressaern Ion vnd chost geben. Den lesaern svll wir selbe Ionen, so sulln si chost vnd alle beraitschaft geben; vnd ie zwen ein fveder wits zv der presse fveren, dev laeren vas von der Tvnawe, dev wolliv schullen si wider zv der Tvnawe jveren. 
Als der wein avf der presse gedavht wirt vnd darnach getreten vnd gedavht wirt, so sol man in nassiv trester lazzen; vnd ander elliv wingariht reht svllen si vns laisten nah des landes site. 
Ist aber, daz einer verchavffen wil sein reht, so svlen vns gegeben werden sehtzehen ze ablaitt vnd sehtzehen ze anlaite. 
De molendino. 
Dem mulner hab wir di mul/ verlihen vmb sechs schilling alliv iar an sand Michels tag; vnd sol vns molen fvmf mvtt chorns, ob wir wellen sinev weiset, sol er vns geben, als er emaln gegeben hat elliv reht; vnd ablaite vnd anlaite sullen wir haben von im, sam von einem andern. Datum et actum. Anno domini M. CC. Nonagesimoseptimo.

54) BHStA, KL Aldersbach 59 1/2, fol. 6vb—7rb: Servicium in Hentzing sive jus, quod Heinricus ad colonos nostros... annotavit... 
55) Der Vf. dankt an dieser Stelle herzlichst Herrn Univ. Prof. Dr. Eberhard Kranzmayer/Wien, für die gütige und selbstlose Beratung in dieser Angelegenheit. […]

 

Fortsetzung Büttner:

Nach Henzing folgt Kogl. Diese Abschrift befindet sich im Register  A 16.

Veröffentlicht am 27.8.2025

E 59.7   Ollern

Ollern
Ollern liegt nö. Ried am Riederberg.

Den Hof Alarun, ein Königsgut, schenkte 1033 Kg. Konrad II. dem Bischof v. Freising (MG DK II 195). Das Besitztum des Bischofs reichte bis Gablitz und Mauerbach; die Gefolgschaft des Bischofs öffnete den Weg über den Riederberg, dem heute die Bundesstraße 1 folgt. Freising erhielt für seinen Besitz auch das Landgericht. Um d. M. d. 12. Jahrhunderts lebten (H)ortolfus und Ulricus de Alarn (FRA II/4 Nr. 181, 309, 327). Sie waren den Ministerialen v. Tulbing ebenbürtig. 1270 mußte Kg. Ottokar v. Böhmen eingreifen, als Friedrich v. Lengenbach und Friedrich v. Mauerbach den Bischof v. Freising bedrängten. Im Freisinger Urbar von 1305 wird die Rechtmäßigkeit eines Lehens der Stuchsen in Ollern angezweifelt. Die Brüder Judenauer von Ollern hatten damals u. a. 1 Hof, 1 Ganz- und 1 Halblehen, 7 Hofstätten von Freising zu Lehen. Einen weiteren Hof hatten sie an Heinrich den Bayern verkauft. 1305 – ca.1323 ist Chalhoch der Judenauer v. Ollern nachweisbar, der zeitweise mit seinen Brüdern Konrad und Wolfker auftritt. 1324 ist Chalhochs Wwe. Gertrud mit ihren Söhnen Chalhoch, Herlieb und Konrad Wohltäterin des Kl. Herzogenburg. Herlieb war mit der Familie verschwägert, die sich nach Katzenberg an der Perschling nannte. Noch 1349 siegelten Herlieb und Chalhoch eine Urkunde Eberharts v. Katzenberg. Herlieb lebte noch 1360, hatte aber von seinem Sohn Herlieb v. Weinzierl (b. Ollern) bereits Enkelkinder. Diese sollten die Zehente erben, die Herlieb d. Ä. von den Brüdern Alber und Hans v. Wildegg zu Lehen trug (NÖUB I 255 Nr. 214; 501 Nr. 424); 1357 ist Peter v. Ollern, 1374 Albert Judenauer v. Ollern genannt. 1364 und 1366 wird Ott der Weinzierler als Diener Jakob Grabners v. Judenau bezeichnet und siegelt dessen Urkunden. 1391, 1393 und 1399 spielte der ehrbar Knecht Wolfhart Rampersdorfer als Besitznachfolger der Judenauer v. Ollern eine beachtliche Rolle. In der Folge dürfte der Ansitz in Ollern aufgegeben worden sein. Im Gemeindegebiet liegt der Reichersbergerhof (s.d.).

Schweickhardt IX [214] – Büttner, Befestigungsanlagen 337 [Kap.: Das Bistum Freising öffnet den Riederberg. – Vollständige Abschrift siehe im Register D 6] – Riesenhuber – Dehio [241] – GB III 106, 108, 109, 222, 276, 543/545 – TopNÖ VII [487] – Lechner TK 1954 [Vollständige Abschrift siehe im Register D 5], 41 Winter III Nr. 8 – Wolf [117] – Winner [111] – Hipp. Kal. 1969 – Büttner/Hist. 500, 618 – HONB O 84.

[Ausgabe 1969, fehlt in 1982: Sachinger 131, 149, 504 – Arnberger 118, 119 – Kerschbaumer 202, 306, 391 – Biak-Kerschbaumer 397, 403 – Tullnführer 73 – Klaar 28]

Zeichnung Schloß Plankenberg

Veröffentlicht am 27.8.2025

E 59.8   Plankenberg, Schloß

Plankenberg, Schloß

In einer Talenge an der Großen Tulln liegt – nur 1 km s. der Bundesstraße 1 – auf einer Terrasse w. des Baches ein ausgedehnter Meierhof, dessen Hufeisenform sich gegen das bergwärts gelegene Schloß (Nr. 14) öffnet. Zwischen den Mauern des Meierhofes und des Schlosses (gelegentlich Mauerpfeiler mit Steinkugeln verziert) führte früher die Straße [Ausgabe 1969: Bundesstraße ] durch.

Anmerkung Marktgemeinde, Andreas Bohnec, 16.7.2025:
Der Straßenverlauf der B19 ist heute, wie auch bei Gollarn, eine Umfahrung.

Ein Gitterportal leitet in den ansteigenden Schloßpark. Über einem Gartenparterre auf hohem, unterkellerten Sockel (mit Pforte) [Ausgabe 1969: die Terrasse mit dem Schloßbau] der Schloßbau. Auf Vischers Stich (1672) beiderseits der Pforte eine 2armige Freitreppe, die zur Schloßterrasse emporführte; 4 mehrgeschossige Rundtürme mit Zwiebelhelmen an den Eckpunkten der Terrasse sind heute verschwunden.

Der stattliche, 3geschossige Schloßbau besteht aus dem schmäleren Altbau im SO und einem unmittelbar darangefügten breiteren Neutrakt im NW. Der Altbau ist seit Vischers Tagen mit seiner Schaufront von 6, und seinen Querseiten von 4 Fensterachsen ziemlich unverändert. Allerdings hat die Eingangstüre und der von Konsolen getragene Balkon darüber Eisengitter, das Steinwappen stammt von den Gf. Fries. Noch höher ein geschwungenes Giebelfeld mit einer Uhr über einer Fensterblende.

Der angebaute Neutrakt mit 4achs. Seitenfronten bildet auch die bergseitig gelegene Hinterfront des Baues. Sie wird von zwei 4eckigen, 4geschossigen Ecktürmen eingefaßt, die mächtige Zwiebelhelme tragen, die noch mit Schindeln gedeckt sind. Im Gegensatz zu den vortretenden Ecktürmen weicht ein 2achsiger Mittelteil aus der Front zurück; er zeigt ein Steinwappen und einen Volutengipel. Das Zurücktreten aus der Front wird mehr als ausgeglichen durch eine vorspringende, von Säulen getragene Altane; ihre Steinbalustrade ist reich verziert. So löst sich die Rückfront in 4 Kulissen auf, macht aber einen unharmonischen Eindruck.

Der Altbau (bez. 1665) dürfte um 1630 entstanden sein, der Neutrakt mag um 1810 von den Gr. Fries angebaut worden sein.

Anmerkung Marktgemeinde, Andreas Bohnec, 16.7.2025:
Zur rückwärtigen Front, Heimatbuch Abstetten, Dobersberger 1987. Nach Seite 160 zeigt ein Foto das Schloß vom Garten aus gesehen. Bildtitel: Umbauarbeiten am Schloß Plankenberg um 1925. Die Ecktürme sind eingerüstet, ein Dach noch unvollendet.
Seite 182: 1923 Kauf des Schlosses. Bald darauf die durchgreifenden Änderungen.

Ein in der Babenbergerzeit auftretender Engelbert v. Blanchenberch lebte in Planktenberg im oberösterr. Mühlviertel. Doch sind E. d. 12. Jh. Heinrich v. Planchenperge und Dietrich v. Blanchenberch (FRA II/4 Nr. 666; Dumroth, Trad. Raitenhaslach 54) auf Niederösterreich zu beziehen. Das bei Plankenberg liegende Dorf hieß Loibersdorf und wurde 1928 in Plankenberg umbenannt.

In Leuprehstorf hatte das Bistum Passau im 13. Jahrhundert einen, im 14. Jahrhundert 2 Wirtschaftshöfe mit Dorf- und Landgerichtsbarkeit. Gülten im nahen Abstetten waren vor 1260 an Otto Gf. v. Hardegg, anschließend an Ulrich v. Cappellen zu Lehen ausgegeben. Loibersdorf war zeitweise an Philipp v. Atzelsdorf verlehnt, an Heinrich v. Wallsee verpfändet.

Daneben gab es ein ldf. Lehensgut Loibersdorf, von dem ein Bergtaiding (Rechte der Winzer, Winter III 115; Veröffentlicht auf der Gemeindehomepage unter Geschichte/Frühgeschichte) eine Besitzabfolge bringt: um 1407 die Wehinger zu Sitzenberg, anschließend Johann Borchium (?), Georg Grabner, Frh. Helmhard Jörger, Georg Andreas Frh. V. Hofkirchen; die drei zuletzt genannten Familien besaßen auch das nahe Judenau. Um 1608 war das Lehengut an die Gf. v. Hardegg, um 1689 an die Zinzendorfer, in der Folge aber an die Schloßherren zu Plankenberg ausgegeben.

Das Allodialgut entstand aus den Pass. Lehen. Der Passauer Bischof Ehzg. Leopold v. Österreich schenkte den Sitz Loibersdorf am 10. März 1622 seinem Kammeramtsdirektor Stephan Plankh in Passau. [Ausgabe 1969, fehlt in 1982: Nach den Plankh wurde das Schloß fortan auch Plankenberg genannt.]  Joh. Matthäus Plankh zu Wiertkhöven verkaufte 1647 dieses Allod, den gefreuten, gantz neu erpaueten Sütz zu Leoberstorff, an Joh. Kaltschmidt v. Eisenberg, Hofkanzler in Passau. Aus dieser Familie kam das Schloß 1682 an die Bartholotty v. Partenfeld, 1739 machte sich ein poln. Adeliger, FM Joh. Theodor Constantin Fürst v. Lubomirsky, Palatin von Krakau, in Niederösterreich ansässig, indem er von den Bartholotti die Herrschaften Alt- und Neulengbach, Raipoltenbach, Unterthurm, Vestenleiten, Wassen-Anzbach und Plankenberg ankaufte. Fortan teilte das Gut unter den Wetzlar v. Plankenstern, den Gf. Fries und den Fürsten Liechtenstein die Geschicke Neulengbachs. Mit Neulengbach und Totzenbach bildete Plankenberg ein Fideikommiß der Liechtensteinischen Tertiogenitur.

Um 1822 war im Schloß eine Erziehungsanstalt für Adelige untergebracht, aus der Anton Alexander Gf. v. Auersperg (1806-1876) hervorging; unter dem Pseudonym Anastasius Grün wurde er als Freiheitsdichter und Lyriker bekannt. 1884 überließen die Fürsten Liechtenstein das Schloß gegen eine Jahrespacht von 300 Gulden dem Landschaftsmaler Emil Jakob Schindler. Im Park spielte seine Tochter Alma, die später Gustav Mahler und Franz Werfel heiraten sollte. In den 7 fruchtbaren Arbeitsjahren war Karl Moll Schüler und Freund Schindlers. Hier entstanden Schindlers Gemälde Die Landstraße, Die Pappelallee, Aus dem Park von Plankenberg und An der Tulln. Schindler starb überraschend auf einer Deutschlandreise auf der Insel Sylt. 1893 bezog der Maler Hugo Darnaut mit Schülern der Wiener Akademie der bildenden Künste das Malerschlößchen, in dem er 18 Jahre arbeitete. Sein Gemälde Mondaufgang an der Tulln ist im Besitz der Liechtensteingalerie, die Novemberstimmung hängt in der Berliner Galerie, die Sandgrube in Wien in der Galerie d. 19. Jahrhunderts. Als Hauptmotiv für ein Tryptichon, das Uhlands Gedicht Der Hirtenknabe zur Grundlage hat, wählte Darnaut das nahe Kirchlein St. Laurentius in Markersdorf an der Tulln.

1912 verkaufte Fürst Franz von und zu Liechtenstein Plankenberg an Karl Ritter v. Harrasofky. Ihm folgten Hugo Goldschmied, Heinrich Mautner und Herry Redlich. Nach Abzug der russ. Besatzungsmacht, 1955, wurde das leere Schloß bis zur Klärung der Eigentumsfrage von der Finanzlandesdirektion verwaltet. 1956 erwarb Kommerzialrat Heinrich Schmidberger das Schloß, das er zu einem Erholungsheim für die Arbeitnehmer seines Wiener Betriebes ausgestaltete.

Weiskern I 82 – Schweickhardt I 161, 165 – Vischer Planckenberg – Binder [I 112]– Dehio [256] – GB I – TG IV/3, 9; V/6, 50; VI/1 Nr. 15 – Lechner TK 1953; 1954 – G. Grüll, Burgen u. Schlösser i. Mühlviertel, Birken-Verlag, 2. Auflage, 138 – Klaar – Büttner/HiSt. 184 – HONB B 291; L 208.

[Ausgabe 1969, fehlt in 1982: Büttner, Neulengbach-Umgebung 18 – TopNÖ V 1024; II 4 – Tullnführer 79 – Feigl – Winter III Nr. 15 – Weigl I 189]

Veröffentlicht am 27.8.2025

E 59.9   Rappoltenkirchen, Schloß

Rappoltenkirchen, Schloß

Rappoltenkirchen liegt in einer Talweitung an der Kleinen Tulln n. Sieghartskirchen. Vischer zeichnete 1672 einen Vierkanter von NW gesehen, die Kirche und den im Hufeisenform angelegten Meierhof. Nach dem Pfarrgedenkbuch von St. Andrä vor dem Hagenthale brannten die Franzosen 1809 in Rappoltenkirchen die Verwalterei, den Schüttkasten, den Meierhof, das Schulhaus, den Kirchturm und das halbe Dorf nieder. Schweickhardt beschreibt 1835 das Schloß als regelmäßiges Viereck; unter den 3 Geschossen ist auch das Kellergeschoß einbezogen, da man aus dem 1. Obergeschoß über eine der 2 neuerrichteten Steinbrücken eben in den Garten kommt. Dieser Parkanlage widmet er doppelt soviel Raum als der Schloßbeschreibung und erwähnt auch einen Tempel auf dem niedrigen Kelheimberg und eine Gloriette auf dem höheren Hohenwartberg.

Hinter der spätbar. Dreifaltigkeitssäule des Kirchenplatzes erstreckt sich ein polygonaler Hof, der, wenn man von einer kleinen Baulücke absieht, an 3 Seiten von 1- und 2geschossigen Gebäuden umschlossen wird. Sie haben zu Vischers Zeiten noch nicht bestanden. Der kirchenseitige, 2geschossige Flügel, das frühere Amtshaus der Herrschaft, wird heute von der Familie des Schloßherrn bewohnt, da das eigentliche Schloßgebäude 1945 devastiert wurde. Dieser Wohntrakt hatte schon 1835 eine Durchfahrt in den Garten und damit zum eigentlichen Schloßbau.

Der überraschend mächtige Bau wurde vor 1869 im Auftrage des Frh. v. Sina durch Theophil Hansen über älteren Grundfesten erbaut. Die Schäden an diesem klassizistischen Gebäude sind außen bereits wieder behoben.

Inmitten eines 4eckigen, gefütterten Grabensystems, das am Außenrand von einer Steinbalustrade eingefaßt und im SW von einer Steinbrücke überspannt wird, der Schloßbau. Über einem mächtigen Sockelgeschoß bauen sich noch 3 weitere Geschosse auf. Die Fronten zeigen 5 bzw. 7 Fensterachsen, die Fenster haben profilierte Gewände. Unter der Traufe des flachen Daches ein Tryglyphenfries; am Gesimse Masken aus Terrakotta. Der Innenhof zeigt an 3 Seiten in allen 4 Geschossen offene Umgänge und wird von einem nicht ganz flachen Glasdach überspannt. Das Treppenhaus geht durch 3 Stockwerke.

Nach 1860 wurde der Schloßgraben gegen SO mit einem Rundbogen überspannt, der einen Verbindungsgang mit 5 Öffnungen trägt; der Gang hat ein flaches Dach mit Balustrade. Er schließt am äußeren Grabenrande an einen quadr., 5geschossigen Turm an, der von einem Zinnenkran gekrönt wird. Engelsfiguren flankieren die rundbogige Durchfahrt im Erdgeschoß. An Stelle des Doppelfensters der tieferen Geschosse hat das höchste 4 Fenster.

Rappoltenkirchen hieß ursprünglich Rapotenkrichen nach einem Rapoto. Es handelt sich wohl um den Praefekten und Grenzgrafen Rapoto, der 836/54 in Tulln saß. Nach dem österr. Landbuch (Aufzeichnung 1240/45) kam Rappoltenkirchen um 1090 an den steir. Markgrafen und 1186 zugleich mit Sitzenberg von dem letzten steir. Hzg. Ottokar VI. an die Hochfreien v. Lengenbach (MG DChr III/2, 710/11; BUB IV/1, 586). Die Lengenbacher hielten sich gerne in Rappoltenkirchen auf und hatten hier um 1210 als Lehensmann eine Ebenger v. R. sitzen (FRA II/51 Nr. 72). Viermal sprechen das Babenbergerurbar, zweimal Pass. Urbare von Rappoltenkirchen als Erbe der Lengenbacher [1236] (Ldf.Urb. I 268, 288, 295, 302; Pass.Urb. I 222, 300).

[Ausgabe 1969, fehlt in 1982: Auch wissen wir, daß sich die Lengenbacher gerne hier aufhielten und ihre Lehensleute (1210 Ebenger FRA II/51 Nr. 72) hatten. Wie das Gut um St. Peter in der Au kam aucg dieser Besitz der Lengenbacher nicht an die Landesfürsten, sondern an die Schenken von Dobra. Herzog Rudolf V. erneuerte 1358 das Amt eines obersten Jägermeisters in Österreich…]

Das „Haus“ R. war i. d. 1. H. d. 14. Jahrhunderts an Otto v. Wald verpfändet, um 1355 brachte Hans Schenk v. Dobra die Pfandschaft durch Ablöse an sich (Staatsarch. Wien, Hs. B. 6 Pfanb.). Herzog Rudolf IV. hatte den Titel des Reichs obrister Jägermeister angenommen. Er führte das Amt des obersten Jägermeisters in Österreich ein. Er verlieh es dem Ritter Friedrich v. Kreisbach dem „Landfahrer“. Friedrich verdiente eine Wiedergutmachung. Er war mit Friedrich d. Schönen in bayr. Gefangenschaft geraten. Um das Lösegeld aufzubringen, mußte die Stammburg Kreisbach verkauft werden. Da …aber niemand verpflichtet ist, Ritterdienst mit sin selbs sold zu tun, verbindet der Herzog mit dem Jägermeisteramt als Amtslehen die Feste Rappoltenkirchen, die künftig Jägerburg heißen solle. Von Friedrichs Sohn Wilhelm, der mit Anna v. Doppel vermählt war, ging die Jägermeisterwürde an die Familie Doppel über. 1417 war Rappoltenkirchen an Wolfgang v. Laßberg, 1418 an die Sepecken verpfändet. 1428 bis über 1468 hatten es die Ritter Sepeck samt dem Jägermeisteramt [Ausgabe 1969, fehlt in 1982: als Lehen] inne. Um 1500 war Andreas Krabath v. Lappitz, der schon seit 1492 als Pfleger und Hauptmann in Tulln auftrat, Besitzer des Schlosses. Sein Sohn Wolfgang hat den Grabstein in der Pfarrkirche in Melk. Ihm folgten die Brüder Joachim (1531/42) und Cornelius Lappitz (1542/67). 1548 erhielt Cornelius Lappitz v. Seisenegg zu seiner Herrschaft Rappoltenkirchen das ldf. Amt Ried mit der dortigen Filialkirche [Ausgabe 1969, fehlt in 1982: überließ den Besitz in dieser Gegend aber sogleich seinem Schwager Georg v. Wasseyr, von dem er an seinen Sohn Cornelius kam.]. 1568 ist sein Schwager Georg v. Wasseyr im Besitz der Güter, die an seinen Sohn Cornelius kamen. Von den Wasseyischen Erben kaufte 1580 Franz v. Presing zu Stein die Herrschaft. Da aber sein Schloß Rappoltenkirchen 1590 durch ein Erdbeben zerstört wurde, wohnte er vorübergehend in St. Pölten. 1596 veräußerte er Rappoltenkirchen an Heinrich v. Oed zu Ennsegg, auf Reinsberg und Wang, zu Oedenthal (siehe unter Dietersdorf). Die Vormünder seiner Kinder, die Brüder Adam, Seifried und Siegmund v. Mallenthein, erwerben nach 1603 Rappoltenkirchen und Sieghartskirchen für sich. Ab 1623 [Ausgabe 1969: 1627]  besitzen die Frh. v. Questenberg das Schloß. Der Kriegsraht von Questenberg, der in Schillers Wallenstein als Abgesandter des Kaisers auftritt, war nach der Schlacht bei Lützen tatsächlich in das Lager Wallensteins entsandt worden, um dessen Absicht zu erkunden. Als Vischer, 1672, das Schloß Rappoltenkirchen

Zeichnung Schloß Rappoltenkirchen (Stand 1982)

zeichnete, war Johann Antoni v. Questenberg Schloßherr. Ab 1710 waren die Gf. v. Kuefstein ein Jahrhundert hindurch Besitzer des Schlosses, das 1821 über den Fürsten Franz Joseph v. Dietrichstein an den kunstsinnigen Wr. Bankier Georg Frh. v. Sina zu Hodos und Kizka kam, der als Grieche im Orienthandel reich geworden war. Die Frh. v. Sina beschäftigten Theophil Hansen beim Umbau des Palais Sina in Wien (um 1860) und des Schlosses in Rappoltenkirchen (um 1869). Ludwig Ganghofer hatte 1888/95 in Rappoltenkirchen die Jagd gepachtet. 1891 ging der Besitz an die Erbprinzessin Chariclee zu Hohenlohe-Schillingsfürst, an Iphigenie Rgfn. zu Pappenheim und die Prinzen Emanuel und Theodor Ypsilanti, an Irene Maurocordato und Anastasia Wimpfen über. Bis zur Gegenwart gilt Rappoltenkirchen als Schloß der Fürsten Ypsilanti.

1906[-19]64 ruhten in einer Gruft beim Schlosse die Gebeine des griechischen Freiheitshelden Alexander Ypsilanti, der an der Spitze des heiligen Bataillons bis 1821 für die Befreiung Griechenlands gekämpft hatte und später von Metternich bis 1827 in Haft gehalten worden war. Gegenwärtige Besitzer sind Alexander Ypsilanti und Sigmund Frh. v. Seckendorff, Gutsbesitzer in Buchenau, Kreis Hünfeld in Hessen.

Rappoltenkirchen, Hohenwartberg
Der Hohenwart dürfte seinen Namen nach bei der Sicherung vor Feindgefahren eine bedeutende Rolle gespielt haben.

Lusthaus und Gloriette siehe oben.

Vischer Rappoltenkirchen – Schweickhardt II – Binder – Halmer, Ww 40 – Riesenhuber – Dehio – Eppel, Wien – GB VII 41 – Job Hartmann Enenkel, Collectanea geneal. [1602-08] Das Leben d. Andreas Krabath v. Lappitz – Senftenegger MoBl. v. K. F. Frank IV 1957/59 – J. Newald, Jagd i. NÖ, BlLk 1800, 208 – A. Kerschbaumer, Friedrich Chreuspeck, BlLk 1880 – TG VII/2 – R. Büttner, Mit dem Ritterschwert durch die alte Welt [F. v. Kreisbach], in Kulturber. NÖ 1962, 89 – TopNÖ V 294 a [unter Kogl], 424 a [unter Kreisbach] – Klebel, JbLk 1939, 55 – Mitscha-Märheim, JbLk 1944, 429 – Winner – Winter III  114 Nr. 14 – Hipp.Kal. 1969 – Büttner/HiSt. 491 – HONB R 90.

Veröffentlicht am 27.8.2025

E 59.10   Atzelsdorf bei Rappoltenkirchen, ein nicht gesicherter Ansitz.

Atzelsdorf bei Rappoltenkirchen, ein nicht gesicherter Ansitz.

[Ausgabe 1969, in 1982 geändert: Mindestens seit 1500 wurde mit Rappoltenkirchen auch ein Schloß Atzelsdorf verliehen. Es hat mit Atzelsdorf auf dem Tullnerfeld bei Pixendorf nichts zu tun. In einer Topographie um 1500 wird es als gebrochenes Schloß, als Schloß der Kraubath v. Lappitz bezeichnet, die damals auch Rappoltenkirchen innehatten.] Um 1490 besaß Andreas Krabath v. Lappitz die Schlösser Atzelsdorf und Rappoltenkirchen. Es kann sich dabei nicht um Atzelsdorf in der OG. Michelhausen handeln. Eine Topographie verzeichnet um 1510 hier ein gebrochenes Schloß der Kraubath v. Lappitz. 1594 wird der verödete Sitz Atzelsdorf in einem Urbar der Herrschaft Rappoltenkirchen [Ausgabe 1969, fehlt in 1982: als verödeter Sitz] aufgeführt. [Ausgabe 1969, fehlt in 1982, dafür sind in 1982 die nächsten beide Sätze neu: Von den Herrschaftsbesitzern in Rappoltenkirchen hatte es auch Franz Prösing und die Herren v. Mallenthein als Lehen inne.]  Von den Lappitz kam das Lehen Atzelsdorf wie Rappoltenkirchen an die Wasseyr, Presing, Oed und Mallenthein. 1608 nannte sich Sigmund v. Mallenthein (nach Schweickhardt II 120) nach Rappoltenkirchen und Jägermeister auf Atzelsdorf. 1627 verkauften die Mallenthein aber Rappoltenkirchen-Kogl an die Questenberg: nach den Landrechtsurkunden veräußerten sie erst 1686 ein Atzelsdorf im VOMB. Wir müssen also annehmen, daß es sich um ein verschwundenes Schloß bei Horn handelte. Die Verbindung mit Rappoltenkirchen läßt sich am besten erklären, wenn man annimmt, Atzelsdorf bei Horn sei ein Zubehör des Jägermeisteramtes gewesen, das ja seinen Sitz in Rappoltenkirchen gehabt hat.

Die Klärung wurde dadurch erschwert, daß die andere Hft. Atzelsdorf (bei Pixendorf im Tullnerfeld) Wälder und anderen Besitz in Gerersdorf n. Rappoltenkirchen besaß, und daß Schweickhardt in seiner Karte das Atzelsdorf im Tullnerfeld um etliche km zu weit im O, nämlich s. Sieghartskirchen einzeichnete.

Andererseits werden die beiden Atzelsdorf bei Horn (HONB A 252, 254) um diese Zeit vorwiegend Etzleinsdorf und Atzlesdorff genannt.

Der Bestand eines Schlosses Atzelsdorf nächst Rappoltenkirchen ist also nicht bewiesen.

Veröffentlicht am 27.8.2025

E 59.11   Reichersberg, Schloß oder Freihof in Weinzierl.

Reichersberg, Schloß oder Freihof in Weinzierl.

In Sichtweite der Bundesstraße 1 liegt n. des Dorfes Ried das bewohnte, aber vernachlässigte Schlößchen Reichersberg. Alle Trakte sind 2geschossig. An der Zufahrtsstraße ein Eisengitter mit der Aufschrift Gut Reichersberg zwischen der Giebelseite eines Wirtschaftstraktes und einem bewohnten Straßentrakt mit 3 Fensterachsen. Dieser Trakt wurde von Schweickhardt 1835 als Wohnhaus des Verwalters beschrieben. Vom Straßentrakt zieht 1 Flügel mit 2 Fensterachsen südwärts und stellt die Verbindung mit dem von der Straße zurückgesetzten Hauptbau dar. Dieser wurde von Schweickhardt Gartenhaus genannt und enthielt zu seiner Zeit Gäste- und Billardzimmer. Der Hauptbau ist hakenförmig gebaut, mit dem einspringenden Winkel hofseitig. Gegen außen richtet er eine Front mit 4 Fensterachsen gegen N, eine mit 3 Achsen gegen O. Die s. Schmalseite des Hakens hat nur 1 Fensterachse. Im Erdgeschoß ist dieser Front eine Pfeilervorhalle vorgesetzt, die einen Balkon trägt. Die Hofseite des Hauptbaues hat Pfeilerarkaden mit wenig gefälligen Korbbögen. Das darüberliegende Obergeschoß tritt zurück, so daß eine gangbreite Altane über den Arkaden der Hausfront entlang zieht; sie ist nach außen nur durch ein primitives Eisengitter abgeschlossen. Dies deutet darauf hin, daß sich hier wohl ein mit Glasfenstern geschlossener Gang befunden hat. Dieser Gang hat heute keine Außenwand mehr, wird aber durch das an dieser Seite vorgezogene Dach geschützt. Schweickhardt beschreibt vor allem die Wirtschaftsgebäude sehr ausführlich.

Zeichnung des Gebäudes.

[Ausgabe 1969, fehlt in 1982: Der Reichersbergerhof ist als curia in Richoldsperg von den Hochfreien von Lengenbach 1236 an die Babenberger gekommen (Dopsch, ldf. Urb I 67, 261; 73, 301). Vor 1258 hatte eine domina de Richsperg Heinrich v. Wildenhaag geheiratet. Die Familie der Reichersberger finden wir 1258-1390 nicht mehr am Riederberg, sondern in Reichersdorf und Franzhausen an der Traisen seßhaft. Den Hof in Reichersberg verpfändete 1314 Kg. Friedrich der Schöne an Rudolf Wirsing (v. Kirchstetten), da dieser Geld für den Ankauf eines Pferdes vorgestreckt hatte. (AÖG II 521, 9).]

Die folgenden Nachrichten sprechen von dem Hof in Weinzierl am Riederberg. Er mag mit dem Reichersberger Hof identisch gewesen sein. Um 1770 wurde dem Reichersberger Hof eine Hausnummer der Ortschaft Weinzierl gegeben. 1360 versprachen die Brüder Alber und Hans v. Wildegg dem Herlieb Judenauer, der im benachbarten Ollern begütert war, daß sie den Zehent, den Herlieb von ihnen zu Lehen trug, nach Herliebs Tode den Kindern seines Sohnes Herlieb (d. J.) verleihen würden. Über die Judenauer und Herliebe v. Ollern siehe Ollern. 1365 verkauften Georg und Hans, die Häusler v. Purgstall (an der Erlauf), den halben freieigenen Hof zu Weinzierl bei Ried, der bisher von ihnen an Pernolt den Chlingenfurter verlehnt war, dem Probst Ulrich Feyertager v. St. Pölten. 1382 war dieser halbe Hof dem Kloster durch Tod heimgefallen und vom Kloster an Konrad Mühel verliehen worden; dieser hatte aber kein eigenes Siegel [mehr]. Der Hof war also kein rittermäßiges Lehen mehr (NÖUB I Nr. 424, 511; II Nr. 744).

[Ausgabe 1969, fehlt in 1982: Das Gut zu Reichlsperg verlieh 1743 Kn. Maria Theresia dem Fürsten Theodor Constantin Lubomirski zu Neulengbach.] Als Freihof Reichersberger Hof erscheint das Gut im 18. Jahrhundert. 1754 bezeichnete Benaglia Satorell seinen Hof als Herrschaft Reichersberg **). Weitere Besitzer waren ein gewisser Bernhardt, später Michael Arnstein. Nach 1810 gehörte der Hof dem Ehzg. Ludwig. Damals bestand hier ein landwirtschaftl. Musterbetrieb mit bedeutender Rosenzucht. 1859 fand ich das Schloß erwähnt. Um 1895 gehört Ried und Reichersberg Karl Loserth. 1909 war Ernst Adler Eigentümer des Allodialgutes Reichersberg.

Schweickhardt IX – E.G.A. Ressel, Kn. Elisabeth-Bahn 1859, 40 – HONB R 141; W 179)

[Ausgabe 1969, fehlt in 1982: Schachinger 154, 160, 275, 284 – Kerschbaumer 57, 202 – Häusler, Siedlung 189 – hier F.G.A. Ressel anstelle von E.G.A.] 

Veröffentlicht am 27.8.2025

Anmerkung Marktgemeinde, Andreas Bohnec, 21.11.2025:
Im Zuge der Erstellung des Inhaltsverzeichnisses für Reichersberg aus den Registern "E" wurde kurz zu "curia in Richoldsperg" recherchiert. Grund dafür war der Eintrag in der Ausgabe von 1969, welcher in 1982 fehlt. Der Eintrag ist in Bezug auf unser Reichersberg nicht falsch.
Zum Jahr 1909 Ernst Adler gibt die Homepage vom Gut Reichersberg an: "Am 24. Juni 1906 kaufte Ernst ALDER das Gut, der Urgroßvater des jetzigen Besitzers Ing. Harald HAINDL." Online-Link zur Homepage-Seite zur Geschichte https://www.gut-reichersberg.com/geschichte

Veröffentlicht am 21.11.2025

**)
Im Zuge der Recherche in der Maria-Theresianische Fassion (MThF 1750-1751) wurde die MThF 0246 gefunden: Weinzierl am Riederberg, Freihof.
Am Deckblatt steht zwar Herrschaft Reinsberg, es könnte aber sein, dass ursprünglich Reichersberg geschrieben werden sollte.

Der angegebene Name des Eigentümers Johann Christoph Benaglia Sartorelly ist der Vater zu oben (1754).

Wenn das NÖ Landesarchiv die Veröffentlichung von Sreenshots zustimmt, werden diese in der Geschichte-Epoche 18. Jahrhundert veröffentlicht werden.

Hier gelangen Sie zum Findbuch NÖ Landesarchiv.

Veröffentlicht am 1.5.2026

E 59.12   Ried am Riederberg, Landwehr auf dem Kamm des Wienerwaldes, Burgruine, Klosterruine

Ried am Riederberg, Landwehr auf dem Kamm des Wienerwaldes

Der Sattel des Riederberges (380 m) an der Bundesstraße 1 trägt die Wasserscheide zwischen Wienfluß und Kleiner Tulln. Von den Befestigungen des Wienerwaldes finden sich Grabenreste hinter dem Gasthof auf dem Riederbergsattel. Wie benachbart gefundene Gräber dürften die Gräben aus der Franzosenzeit stammen.

Geht man den Kammweg nach NO in Richtung Passauerhof, trifft man nö. der Höhe 440 das Schanzwerk Rauchbuchberg. Den Hauptkamm zieht sich hier ein 2 m hoher Wall mit 3 m breiter Krone und vorgelegtem Graben entlang. Angeschlossen ist eine umwallte Fluchtburg.

Geht man vom Riederbergsattel den Hauptkamm nach S nach, so zeigt sich beim Weißen Kreuz ein 300 m langer Erdwall. Der Kamm des Wienerwaldes war schon von Awaren und Magyaren durch lebende Hecken, Verhaue und Schanzwerke gegen W verhagt, wurde auch um 1000 von den Deutschen gegen O befestigt.

Ried am Riederberg, Burgruine

Südlich der Kirche von Ried sieht man über einem niedrigen, unbewaldeten Rücken in 1500 m Entfernung den hohen Klosterberg. Durch einen schmalen Hals ist mit ihm eine gegen NNW vorgeschobene Waldkuppe verbunden, diese wird Hausberg genannt. Hier befinden sich in einem großangelegten Wall- und Grabensystem die Mauerreste der Burg. So ist auf 20 m eine 2 m hohe Mauer von 90 cm Stärke und auch ein Turmrest erhalten. Schad’n beschrieb die Anlage:

Anmerkung Marktgemeinde, Andreas Bohnec, 19.7.2025:
Der Text von Schad’n ist bei Büttner verkürzt wiedergegeben. Da bis zum 30.4.2025 die Abschrift aus einer Leihgabe der NÖ Landesbibliothek möglich war, wird der vollständige Text aus dieser Abschrift wiedergegeben:

Etwa 1/4 km südlich vom Orte springt vom Klosterberg in nordnordwestlicher Richtung ein bewaldeter Ausläufer vor, der sich vorne zu einer Rückfallkuppe verknotet und durch zwei Seitentäler bis auf einen engen Hals vom Mutterstock abgeschnürt wird. Dieser Bergsporn trägt eine Hausberganlage mit Mauerburg, ein hervorragendes Werk der Übergangszeit, das in technischer Vollendung beide Bauweisen in sich vereinigt.

Aus der Gipfelkuppe ist ein 10 – 12 m hoher, fast kreisrunder Kegelstutz herausgearbeitet, dessen Plattform einen Durchmesser von 40 – 45 m hat, also eine ungewöhnliche Ausdehnung für eine Hausberganlage besitzt. Den südöstlichen, gegen denn Halsgraben zu liegenden Teil nimmt eine niedrige Erhebung ein, in die ein runder Wehr- und Wartturm eingebaut ist. Rund um den Plattenrand führt eine Ringmauer, die auch den Turm umfaßt. Auf den übrigen Seiten sind im Halbkreis an den äußeren Bering 5 -6 Gebäude (Gemächer) angelehnt, die durch einen inneren Mauerring abgeschlossen werden, so daß in der Mitte ein kleiner Hof freibleibt. Die Form der Einbauten läßt sich nicht genau bestimmen, da die Mauern bis auf geringe Reste abgetragen und offenbar anderweitig verwendet worden sind.

Das Hochwerk ist von einem dreifachen Festungsgürtel umgeben, der das Gelände geschickt ausnützt. Den Mittelpunkt des Systems bildet ein quer über den Hals gelagerter mächtiger Erdriegel, an den sich sowohl die innere wie die äußere Umwallung anschließt.

Der Innenwall umfaßt von hier aus zangenartig nach beiden Seiten den Burghügel und läuft an der Hangseite (im Norden) auf einer 2 – 4 m breiten natürlichen Stufe aus, die bis zu 15 m sturmfrei abfällt. Durch den westlichen Arm führt ein Tor in das Innere, dessen nordseitige Wange einen kleinen Turmhügel trägt. An dieser Stelle setzt ein zweiter Wall ein, der anfangs unter dem oberen dahinführt, dann wie dieser gegen Norden in eine 6 -7 m breite Terasse übergeht, deren Steilhang fast bis zum Bergfuß reicht.

Die äußere Verteidigungslinie besteht im Westen aus einem mächtigen Wall, der am Hals bei dem erwähnten Querriegel anhebt und ein Stück dessen geradlinige Fortsetzung bildet, dann im rechten Winkel gegen Westnordwesten umbiegt und von da, allmählich sich senkend, in einem weiten Bogen längs der steilen Seitenwand des Spornes bis zum Talboden hinabzieht. Der Erdriegel und das Wallknie sind mit einer mächtigen Schildmauer besetzt, die die Angriffseite abschirmte. Bei der Ansatzstelle des Walles führt heute eine Feldstraße in das Innere, die sich kurz nach ihrem Eintritte gabelt; ein Ast läuft geradeaus über einen Damm, der den Burggraben überbrückt, auf den Kegel zu, der andere mündet in den Hohlweg ein, der den westlichen Außenwall innen bis zum Bergfuß begleitet. Dieser Durchbruch der Schildmauer stammt wahrscheinlich aus neuerer Zeit; die Hauptzufahrtstraße trat daher wohl beim unteren, durch einen kleinen Turmhügel gedeckten Tor des äußeren Walles ein und führte in dem oben erwähnten Grabenweg, beiderseits durch Wälle flankiert, zur Burg hinauf.

Die ostseitige äußere Verteidigungslinie zerfällt deutlich in zwei Abschnitte. Der südlichen Hälfte ist ein mächtiger Wall vorgelagert, der mit dem Außenabfall des Schildmauers-Riegels einen tiefen Hohlweg bildet. Die durch diesen gelegte Feldstraße läuft am Nordosthang des Spornes weiter und trifft unten mit dem von Westen kommenden Grabenweg zusammen. Die rampenartige Terrasse, über die sie führt, die dritte von oben, ist als der nördliche Teil der äußeren Verteidigungslinie anzusehen. Sie wird am Fuß von einem natürlichen, grabenartigen Einschnitt eingesäumt, der sich bis zur Ansatzstelle des Südwalles hinaufzieht.

Eine ältere Umwallung ist nicht vorhanden, sondern die Erdwerke wurden gleichzeitig mit den Steinbauten und für diese angelegt, wie die Einheitlichkeit und Geschlossenheit des Aufbaues zeigt.

Auf den Hängen sind Scherben dickwandiger, grauer Tongefäße zu finden, die dem Mittelalter angehören.

Schweickhardt nennt die Burgstelle „Schloßberg“, bei der Bevölkerung ist aber die Bezeichnung „Hausberg“ üblich.

Fortsetzung Text Büttner:

Bischof Eigilbert v. Freising erhielt 1033 von Kg. Konrad II. den Königshof Ollern (n. v. Ried). Die Bischöfe bzw. ihre Vögte, die Gf. v. Ebersberg, dehnten vor 1060 ihren Besitz über die Wasserscheide des Wienerwaldes gegen Gablitz und Mauerbach aus und öffneten so den Sattel des Riederberges. Es entstand im 12. Jahrhundert die Burg Ried als Freisinger Lehen, ist aber als solches quellenmäßig erst nach 1300 nachweisbar. Um 1200 residierten die Hochfreien v. Lengenbach, Domvögte v. Regensburg, gerne auf der benachbarten Burg Rappoltenkirchen. In der Stadtburg des letzten Lengenbachers Otto V. in Wien erreichte 1211 Hadmar v. Kuenring von Bf. Manegold v. Passau eine tw. Loslösung der Kapelle in Ried aus der Mutterpfarre Sieghartskirchen. Als die Lengenbacher 1236 ausgestorben waren, behaupteten die Passauer Bischöfe, die Veste Ried sei auf einem Grundstück errichtet, welches Passau dem (längst verstorbenen) bayr. Pfalzgrafen Rapoto v. Ortenburg verliehen hätte. Spätestens aber unter Kg. Rudolf v. Habsburg hat Freising seine Lehenshoheit über Ried durchgesetzt. Die Kuenringer blieben auch 1236-1280 im Besitze der Burg. [Ausgabe 1969, fehlt in 1982: , verzichteten aber 1280 tauschweise zugunsten Rudolfs v. Habsburg.] König Ottokar und Kg. Rudolf v. Habsburg tauschten von Albero V. v. Kuenring bzw. dessen Söhnen die Burg Ried gegen Belehnung mit Rossatz und Verpfändung der Stadt Zwettl ein. Die Burg Ried war aber geistliches Lehen. König Rudolf verpfändete die Burg sofort seinem Landschreiber und Kammergf. Konrad v. Tulln.

Anmerkung Marktgemeinde, Andreas Bohnec, 31.12.2025:
Manegold – Trennung Ried siehe im Register E 64, Regesten und Urkunden aus „Die Herren von Kuenring. 1874“.
Veröffentlicht am 31.12.2025.

Zeichnung Geländestufen 1935/1936 Paul Alf und Adalbert Klaar.

Als dieser mit seiner Gattin Eite den Lebensabend im Reichskloster Tulln verbrachte, kam die Herschaft Ried durch seine Tochter Adelheid an Otto v. Neuburg. Otto und seine Nachkommen nannten sich Schenken von Ried. 1408 wurde der Wr. Bürgermeister Konrad Vorlauf ö. des Riederbergsattels gefangen, auf die Burg Kogl eingesperrt und nur gegen Lösegeld freigelassen. 1416 verzichtete Walpurga, die Witwe des letzten Schenken v. Ried, nunmehr mit Sieghmund v. Polheim vermählt, zugunsten des Hzg. Albrecht V. auf die Pfandschaft Ried.

Seit 1368 nahmen die Herzoge die Veste Ried nicht mehr vom Bischof v. Freising, der 1591 in Ried noch 10 Häuser besaß, sondern vom Kloster Nieder-Altaich zu Lehen. In den Lehensreversen ist aber 1457 nicht mehr von der Burg, sondern nur mehr vom Burgstall derselben die Rede. Die Burg blieb verfallen. Das Dorf Ried kam i. d. 2. H. d. 16. Jahrhunderts vom ldf. Hubamte als Amt Ried samt dem Kirchenpatronat an die Herrschaft Rappoltenkirchen.

Ried am Riederberg, Klosterruine

In der Talmulde s. des Gasthauses auf dem Riederbergsattel stehen Mauern eines 1schiffigen, spätgot. Kirchleins, das nach einem Brande 1509 etwas umgebaut wurde. Es hatte einen NO-Turm und gehörte zu dem Franziskanerkloster, das 1456 gegründet und 1529 von den Türken endgültig zerstört wurde. Als Nachfolger gilt das um 1627 gegründete Franziskanerkloster in Neulengbach.

Schweickhardt II – Scheiger, Burgen, 1837: Burgstall – Binder [I 107] – Halmer, Ww 3 – O. Lautinger, UH 1941, 240; 1942, 74 [Kloster- und Burgruine] – Plan Hausberg Ried v. A. Klaar und Pl. Alf 1935/36 – Fundber. I 1934, 17, 236; II 1938, 256 – Schad’n 202, 208 u. öfter [MAG 125] – J. Caspart, Die Schanze auf dem Rauchbuchberg, MAG 1934, 34; 1936 20 – H. Fuchs, UH 1937, 416 – Büttner, Befestigungsanlagen 320; HiSt. 500 – Sacken, Wegweiser 109 – Hippolyt VII 1864, 238 – G. Kaschnitz-Weinberg, Klosterruine b. Ried, MbAV IX 1908/10, 37 – A. Kerschbaumer, Das Paradies am Riederberg, BlLk 1875, 78 – Riesenhuber [248] – Donin [329] – Dehio [280] – TG I/4,3 [Klosterruinen], III/1, 6; III/2, 7 [Ortsgeschichte]; I. St. Pöltner Ztg. v. 21. XI. 1910, S. 1416 – Mitis, JbLK 1936, 65 – Lechner TK 1954, 41, 65 Noten 33, 35 – Über Konrad v. Tulln: BlLk 1873, 478 u. A. Dopsch, Zur Geschichte d. Finanzwesens, MIÖG 18, 233 – Wolf [123] – Winner [115] – Th. Wiedemann, Bes. Gesch. d. Diöz. St. Pölten 26 – Winter III 478; I 706 Note – HONB R 237.

[Ausgabe 1969, fehlt in 1982: Schachinger 128, 149 u.a. – Tullnführer 82 – Biak, Kerschbaumer 66, 445, 446 – Arnberger 100, 103, 106 u.a.]

Veröffentlicht am 27.8.2025

Nachtrag aus „Burgen und Schlösser in Niederösterreich. Zwischen Greifenstein und Sankt Pölten. Rudolf Büttner. 1982“

Seite 19:
Die Kuenringer waren im Besitz der nahen Feste Ried.[…]

Heute gibt der nierösterr. Landesverband des Vereins Rettet das Kind durch ein Schülerinternat 150 Kindern Gelegenheit, die Hauptschule in Sieghartskirchen oder eine höhere Schule in Tulln zu besuchen.

Veröffentlicht am 23.12.2025

E 59.13   Röhrenbach

Röhrenbach

Von einem niedrigen Waldrücken zieht von Röhrenbach ein natürlicher Graben zur Kleinen Tulln, die unterhalb von Kogl erreicht wird. Entsprechend der engen Besitzverbindung der beiden Hauptsitze Neulengbach und Rappoltenkirchen der Hochfreien v. Lengenbach, ergab sich um 1200 auch unter den Gefolgsleuten dieses Geschlechtes eine enge Verbindung zwischen Burgstall am Buchberg, Röhrenbach und Kogl.

Zwischen 1107 und 1122 gab Wolfgang v. Purchstalle ein Gut in Röhrenbach an Klosterneuburg (FRA II/4, 501). 1258 hatte die domina de Rorenpach ein Lehen von Klosterneuburg inne. 1316 verkaufte Niclas v. Röhrenbach dem Frauenkloster Tulln eine Gülte, die Lehen des Kl. Herzogenburg war; Bürge war Forstmeister Ludwig v. Döbling auf Burg Kogl (Jb. Klnb V 213; Kerschbaumer, 348 Nr. 170; Reg. Habsb III 48 Nr. 375). In einer in Neulengbach ausgestellten Urkunde (Staatsarchiv v. 3. Dez. 1339) versetzte Nycla der Alt v. Rorenpach einen Zehent in der Laaben, also im obersten Tullntal. 1357 bestätigten die Gf. v. Schaunberg eine Schenkung ihres verstorbenen Lehensmannes Nicla v. Röhrenbach an das Kl. Ybbs.

Srbik zeigte, daß es hintereinander 3 Ritter Nicla v. Röhrenbach gegeben haben dürfte (Großvater-Vater-Sohn), die die größten Verdienste um das Salzwesen haben und aus unserem Röhrenbach stammten.

In Hall in Tirol ist verzeichnet, daß der österr. Ritter Nicla v. Rorenpach das Salzlager in Thaur um 1281 entdeckt und die Saline in Hall errichtet habe. Dies war wohl der Großvater. Ab 1305 tritt uns der Vater als Landrichter im Ennstal entgegen; dort lag die Saline Aussee. Er wurde bald Landrichter und Pfleger im Ischlland und war das oberste Organ der Salinenverwaltung Hallstatt; auch die Anlage des benachbarten Salzbergwerks in der Gosau wird ihm zugeschrieben. Der Sohn dürfte jener Nicla v. Röhrenbach sein, der, wie oben vermerkt, 1357 verstorben war.

Als weitere Mitglieder der Ritterfamilie sehe ich an: Marquard v. Röhrenbach, der 1322 zugunsten des Kl. Heiligenkreuz auf Erbrechte an einem Wald bei Peilstein im s. Wienerwald verzichtete, und einen Jans [v. R.], der ca. 1385 sein freies Eigen in Noppendorf und Kleinrust (bei Statzendorf) in Lehen des Kl. Herzogenburg verwandelte.

1390 nannte sich Wolfgang der Sebeckh von Rörnpach; er hatte von seinem Vater Wallseer Lehen in Zöfing bei Sieghartskirchen ererbt. Wenn die Sebecken Röhrenbach als Ansitz erwählten, muß es bedeutend gewesen sein, da sie in der Nachbarschaft die Burg Kogl (bald auch Rappoltenkirchen) in Besitz hatten und um Neulengbach die Vesten Seebach, Oberwolfbach, Baumgarten-Ollersbach, Vestenleiten und Thurn besaßen. 1591 hatten die Herrschaft Rappoltenkirchen die Ortsobrigkeit in Röhrenbach. 1688 verkaufte Maria Franziska Jörger den Freihof in Röhrenbach um 1300 Gulden an Margarethe v. Lindegg.

H.Srbik, Studien z. Gesch. d. österr. Salzwesen [Forsch. z. inneren Gesch. Österr., hsg. A. Dopsch, H. 12] 1917, 42/49 – Schweickhardt II, 130, 138 – Büttner, Domvögte 29 – Riesenhuber [314] – Dehio [283] – Hipp.Kal. 1970, 139 – Winter III 120 Note – Klaar, Karte – HONB R 310.

[Ausgabe 1969, fehlt in 1982: Kerschbaumer 236, 399, 472 – Schachinger 154, 160, 172 – Tullnführer 78]

Veröffentlicht am 27.8.2025

E 59.14   Sieghartskirchen 

Sieghartskirchen, Verschollene Burg [1982]

H. Mitscha-Märheim hat hier ein karolingisches Gräberfeld d. 9. Jahrhunderts ausgegraben. Auch der Ortsname weist auf die Zeit vor 1000 zurück. Der Ort ist nach einer Eigenkirche eines Siegehard Gf. v. Sempt-Ebersberg benannt. Da Sieghard mit Sizzo abgekürzt wurde, hieß der Ort Sieghartskirchen auch Sitzkirchen. Die Ebersberger gaben das benachbarte Elsbach an ihr Hauskloster Geisenfeld. Auch Öpping dürfte nach einem Ebersberger Eppo benannt sein. Nach dem Aussterben der Ebersberger 1045 fiel Sieghartskirchen an den dt. König zurück und kam am 25. X. 1051 durch K. Heinrich III. an das neugegründete Marienstift (Reichspropstei) in Hainburg (MG DH 276). Da m. E. damals der Onkel des Kaisers Bf. Gebhard III. v. Regensburg die Ungarnmark verwaltete, finden wir in der Folge Sieghartskirchen im Lehenbesitz der Domvögte v. Regensburg, der Vohburger, Sulzbacher und Lengbacher. 1103/20 erscheinen die Brüder Sigihart und Otto v. Sieghartskirchen (FRA II/69, 289 Nr. 155). Als die Gf. v. Sulzbach 1188 mit Gebhard III. im Mannesstamm ausstarben, kam die Burg und das Dorf Sieghartskirchen an die Lengenbacher, deren Besitz hier an die Gf. v. Schaunberg gedieh. Aber 1188 war ein Teil von Sieghartskirchen abgespalten worden. Soweit der Besitz der Gf. v. Sulzbach nicht Reichslehen war, kam er nämlich an die Erbtochter bzw. deren Gatten Pfgf. Rapoto v. Ortenburg. Elisabeth lebte später als Laienschwester im bayr. Kl. Baumburg a. d. Alz. Pfalzgraf Rapoto II. übertrug am 2. XI. 1228 die Pfarre Sieghartskirchen mit Patronatsrechten und Vogtei, aber ohne Zehent an das Kl. Baumburg. Die Zehente beanspruchte Passau (MB II 196; 29 b 75).

1252 versprach Hzg. Ottokar in Hainburg für die Rückstellung der Güter zu sorgen, die sein Ministeriale Otto v. Walterskirchen dem Hochstift Regensburg in Sieghartskirchen entzogen hatte. Daraufhin kamen die Zehente 1259 wieder an den Bg. v. Passau, der sie an Pfgf. Rapoto v. Ortenburg verlieh, sie aber dann notgedrungen Otto v. Walterskirchen auf Lebenszeit zugestehen mußte (MB 29b 133 Nr. 130). 1264 kamen die Zehente durch den Bischof an die Krypte des Pass. Domes.

Die Burg Sieghartskirchen verlieh die Gf. v. Schaunberg zuerst an die Eisenbeutel v. Kogl, anschließend ab 1347 an die Tiernstein v. Osterburg. Diese behielten diese Lehen auch, als Gf. v. Schaunberg um 1377 ihre Lehensrechte als Hft. Orth an die Habsburger abtraten. Oberlehensherr der Burg war also nun der Bg. v. Regensburg, Inhaber des Kirchenlehens der Landesfürst, Afterlehensmann ein Ministeriale v. Tiernstein-Osterburg. Im Lehenbuch Hzg. Albrechts IV. ist das halbe Haus (= die Burg) zu Sieghartskirchen, das damals vorübergehend des Kranichbergers Hausfrau, eine geb. Tiernstein erhält, noch von des Schawnberg lehenschaft. 1397 pfändet Friedrich v. Kranichberg dem Weikhart v. Tiernstein auch Sieghartskirchen. 1470 gab K. Friedrich III. dem Bernhard v. Tiernstein-Osterburg einen Lehenskonses über das der Hft. Orth lehenspflichtige Dorf Sieghartskirchen. 1591 gehörten der Herrschaft der Geyer zu Osterburg 54 Häuser. 1601 kam Sieghartskirchen durch Kauf an die Hft. Rappoltenkirchen, bei der es verblieb. Statt der Herren v. Osterburg waren nun vorerst die Frh. v. Questenberg Herrschaftsbesitzer, die aber bis 1696 den Osterburgern Einfluß beließen.

Die Lage der Burg ist nicht bekannt. Ende März 1426 planten die Hussiten, Sieghartskirchen durch Emissäre niederbrennen zu lassen; eine Zerstörung 1529 durch die Türken wird allgemein angenommen; die restliche Zerstörungsarbeit ist auf das große Erdbeben von 1590 zurückzuführen, das in Rappoltenkirchen und Sieghartskirchen große Schäden anrichtete. Vischer zeichnete um 1670 kein Schloß in Sieghartskirchen auf seiner Karte ein und konnte auch keinen Stich des verschwundenen Schlosses anfertigen.

Veröffentlicht am 27.8.2025

Anmerkung Marktgemeinde, Andreas Bohnec, 27.12.2025 zu
„Das karolingische Gräberfeld von Sieghartskirchen.“ Die vollständige Abschrift finden Sie unter Geschichte/Frühgeschichte im Register 38).


Anmerkung Marktgemeinde, Andreas Bohnec, 27.12.2025 zu Hussiten:
Link zur einer weiteren Quelle: 
https://www.zobodat.at/pdf/Jb-Landeskde-Niederoesterreich_22_0001-0087.pdf

Österreich im Kriege gegen die Hussiten (1420 – 1436).
Von Ferdinand Stöller.

Veröffentlicht von ZOBODAT, ohne weitere Quellenangabe.
Laut Google-Buchsuche ist die Quelle „Jahrbuch für Landeskunde von Niederösterreich, 1929“.

Seite 40: Dagegen fällt wohl in die gleiche Zeit (Ende März) ein interessanter Versuch der Hussiten, durch Emissäre Göttweig, Sieghartskirchen, St. Pölten, Seitenegg und Königstetten niederbrennen zu lassen; der Fähre bei Theiß hatten sie sich zu diesem Zweck bereits versichert. Allein der Anschlag mißlang, da einige Sendlinge gefangen wurden und ihn beim Verhöre eingestanden. 6)
 
6) Strein V, 352 pag. 158. — Abschrift im N.-ö. Landesarchiv: „Eodem anno (1426) hat Jm (es handelt sich um Rudolf von Tierstain) Herr Hennschik von Hochenstain aus Merherrn das shloß Osterberg wellen absteigen und einnemen lassen und darzue ier 14 bestell und jedem derowegen dreyzehen shock geben, do hat der fahen soll, daß sy Gottwey einnemen oder aber Sighartskhirchen, Sannt Polten, Sitneckh unnd khunigstetten abbrennen solln; Sy haben auch geraisige Beshüttung gehabt zu Teizz, das da leyt enhalb des vrfars ze Holburg; also hat aussgesagt Genngel Tohenshmidt, ainer under den bestellten so genannten und durch Herrn Wolfganng von Toppel zum hauss Impach, hanns Scharner vom Wasen unnd Stephan Fenchter zu Frideraw verhört worden — sub Nr. 307“. Leider ist bei dem derzeitigen Zustand der Handschrift die Bezugsnummer nicht feststellbar. Eine Anfrage an das Linzer Archiv, das gleichfalls ein Exemplar besitzt, blieb ebenfalls erfolglos.
 
Seite 87: Übersichtsskizze. Sieghartskirchen ist eingetragen.

Weitere Quelle, nur eine Auszugsansicht:
Link zur Quelle.

Archiv für Kulturgeschichte, Bände 19-20, 1929:
„…die Hussiten vierzehn Leute bestellt hatten, denen die Niederbrennung einiger niederösterreichischer Orte (u. a. St. Pölten, Sieghartskirchen und Königstetten) aufgetragen worden war.“

Veröffentlicht am 27.12.2025

E 59.15   Sieghartskirchen, Verschollene Burg 

Verschollene Burg (1969)

Die Burg Sieghartskirchen ist in der Umgebung der alten, tw. rom. Margarethenpfarrkirche, die einen Wehrturm aufweist, anzunehmen. Sie liegt erhöht, vom Friedhof ist die Mauer um die Kirchenterrasse erhalten. Der Pfarrhof war ein Ansitz des bayr. Klosters Baumburg a.d. Alz. Ein Türsturz aus Stein bez. 1640. In einem Raum Deckenstukkos, Ansicht und Wappen des Stiftes Baumburg, Monogramm und Wappen des Propstes Patritius Stoettner (gest. 1737). Ein wichtiger Hinweis auf die Lokalisierung der ehem. Burg liegt darin, daß das nur durch die Reichstraße von der Kirchenterrasse getrennte Großgasthaus zum Mohren allgemein als ehem. Schloßtaverne gilt. Binder nahm an, daß das Gasthaus an der Stelle der alten Burg, also auf dem Burgstall, stehe. Im Gasthof nächtigte 1714 Kg. Karl XII. v. Schweden nach seiner Flucht aus der Türkei auf seinem Gewaltritt gegen Skandinavien. Hingegen wohnte K. Napoleon 1805 und K. Ferdinand I. 1848 im Pfarrhause.

Das Geschlecht der Sighardinger – der Ortsname weist auf einen Sighard zurück – dürfte hier vor 1045 Besitz gehabt haben, da damals ihre Verwandten, die Gf. v. Ebersberg-Sempt, im benachbarten Elsbach begütert waren. 1051 wurde Sigehartteschiriha durch Kg. Heinrich III. an eine Reichsprobstei, nämlich an das von ihm in Hainburg gegründete Marienstift, übergeben (MG DH III 276). Über das Bistum Bamberg kam Sieghartskirchen an dessen Vögte, die Gf. v. Sulzbach. Die Sulzbacher waren aber auch Vögte der Regensburger Bischöfe. Als die Sulzbacher 1188 mit Gebhard III. im Mannestamm ausstarben, erbten die Hochfreien v. Lengenbach, die nun Domvögte von Regensburg wurden, die Lehen der Sulzbacher. Fortan war Sieghartskirchen Regensburger Lehen bzw.  Lehen der Schaumberger und der Herrschaft Orth/Donau. Andererseits hatte die Erbtochter Gebhard III. den Gf. Rapoto I. v. Ortenburg geheiratet, der Sieghartskirchen in Besitz nahm. 1228 übertrug Rapoto II. Gf. v. Ortenburg und Pfalzgf. in Bayern die Kirche Sieghartskirchen mit Patronatsrecht und Vogtei dem Chorherrnstift Baumburg a.d. Alz in Bayern. Das Stift behielt Sieghartskirchen bis 1803. Daneben bestand die Burg der Regensburger Bischöfe weiter. In ihr wohnten Gefolgsleute der bereits genannten Geschlechter. 1108-1120 erscheinen die Brüder Sigihart und Otto v. S. (FRA II/69, 289 Nr. 155). Dorf und Burg kamen 1347 über die Eisenbeutel (siehe Kogl) durch Heirat an die Tiernstein zu Osterburg. In einem Lehenbuch wird das feste Haus Sieghartskirchen 1391 und 1396 ausdrücklich als Lehen der Gf. v. Schaunberg angesprochen. 1470 gab K. Friedrich III. dem Bernhard v. Tiernstein-Osterburg einen Lehenskonsens auf das der Herrschaft Orth/Donau lehenpflichtige Dorf Sieghartskirchen (NÖLA Urk. 4073). 1591 gehörten zur Herrschaft der Geyer zu Osterburg hier 54 Häuser. 1601 kam Sieghartskirchen durch Kauf an die Herrschaft Rappoltenkirchen, bei der es verblieb. Wann die Burg zerstört wurde, ist unbekannt. Ende März 1426 planten die Hussiten, Sieghartskirchen durch Emissäre niederbrennen zu lassen; eine Zerstörung 1529 durch die Türken wird allgemein angenommen, 1590 dürfte das große Erdbeben die restliche Zerstörungsarbeit getan haben.

Veröffentlicht am 27.8.2025

E 59.16   Sieghartskirchen, Verschollener Eisenbeutelhof

Sieghartskirchen, Verschollener Eisenbeutelhof [1982]

Weigand I. Eisenbeutel hatte bereits 1252 Besitz in Sieghartskirchen. Die Eisenbeutel waren Gefolgsleute der Gf. v. Schaunberg. Um 1335 war der Hof von den Schaunbergern dem Weichart v. Toppel, Hofmeister in Österreich, Besitzer der Burg Kogl, verliehen. Am 24. VIII. 1335 übergab Gf. Konrad v. Schaunberg den Eisenbeutelhof den Herzogen. Auch sie verliehen ihn an Weichart v. Toppel. Noch 1696 verwaltete die Hft. Osterburg den Eisenbeutelhof, der damals aber zwischen der Hft. Rappoltenkirchen und dem Kl. Baumburg strittig war.

Daß der Eisenbeutelhof in Sieghartskirchen oder in unmitttelbarer Nachbarschaft lag, ist eine Annahme, für die mehr zu sprechen scheint, als für eine Lage bei Kogl.

Veröffentlicht am 27.8.2025

E 59.17   Sieghartskirchen, Baumburgerhof

Sieghartskirchen, Baumburgerhof

Der Ansitz der Augustinerchorherrn v. Baumburg in Sieghartskirchen nahe der Kirche wurde bis in die jüngste Zeit als Pfarrhof benützt und wird heute als der „alte Pfarrhof“ bezeichnet. Zusammen mit der hochgelegenen Pfarrkirche St. Margaretha, die noch heute von der Kirchhofmauer umgürtet ist, war er einst wohl befestigt. Nach dem Neubau des jetzigen Pfarrhofes 1968 stand der Baumburgerhof leer. 7 Räume wurden für Ausstellungszwecke adaptiert, das Gebäude restauriert. An einem Türsturz findet sich die Jahreszahl 1640, in den Räumen Stuckdecken und Malereien mit dem Wappen und der Ansicht des Kl. Baumburg. Auf Probst Patrizius Stöttner (+ 1732) weisen ein Wappen und Monogramm. Im Pfarrhof wohnte 1805 Napoleon I., 1848 K. Ferdinand I. Auf seinem Gewaltritt von der Türkei zur Ostsee nächtigte 1714 Kg. Karl XII. v. Schweden in der Taverne (heute Großgasthof „Zum Mohren“). Dieses liegt dem Kirchenhügel gegenüber an der Bundesstraße. Da anzunehmen ist, daß das Kloster das Schankrecht beanspruchte, dürfte es sich um die ehem. Stiftstaverne handeln. Baumburg behielt seinen Besitz bis 1803.

Veröffentlicht am 27.8.2025

E 59.18    Sieghartskirchen, Ehemaliges Posthaus

Sieghartskirchen, Ehemaliges Posthaus

Wo die Bundesstraße 1 die Kleine Tulln übersetzt, das ehem. Posthaus (Wienerstraße 12). Eine Poststation wurde hier 1568 eingerichtet und 1599 dem Postboten Lukas Eberl überlassen. Poststationen auf der Reichsstraße nach Linz waren Purkersdorf, Sieghartskirchen, Perschling, St. Pölten und Melk. Der letzte Erbpostmeister Emanuel Puchberger (1822-1871) [Ausgabe 1969, fehlt in 1982: dessen Nachkommen bis heute den schloßartigen Bau besitzen,] ließ 1832 einen klassizistischen Bau entstehen, der heute unter Denkmalschutz steht. 1832 wurde das bisherige 1gesch. Gebäude um 1 Stockwerk erhöht, das neue Obergeschoß wurde das Hauptgeschoß.

Die gegen den Hof gerichtete Langseite von 7 Fensterachsen hat asymmetrisch gelegen einen Balkon über 2 Säulen; diese wurden nachträglich durch Fensterwände zu einem geschlossenen Vorbau verbunden. Die Schauseite ist die gegen W gerichtete 5achs. Schmalseite. Statt des Dachgiebels ist ein hoher Maueraufsatz (bez. 1832) mit zahlreichen Blendnischen. Im Obergeschoß 4 Pilaster mit jonischen Kapitellen. Unter 2 Fenstern Zierbaluster aus Terrakotta, dazwischen auf Konsolen ein Balkon mit Eisengitter.

Das Erdgeschoß auch an der Schauseite wenig gegliedert. Über der ö. Schmalseite ein Halbwalm; auf dem angebauten 1geschossigen Nebengebäude eine Sonnenuhr [Anmerkung Marktgemeinde, Andreas Bohnec 20.7.2025: Verwendung als Trauungssaal bis zum Abriß 2018. 2018/2019 Errichtung des Zubaues.]. Direkt an der Straße ist der Hof durch meist 1geschossige ehem. Stallungen und Wagenschuppen abgeschlossen. Diese Räume dienten zeitweise als Turnhalle, heute als Betriebsstätte einer Wäschefabrik. Die Abschlußmauer dieser Nebengebäude beim Hofeingang dekorativ verziert, wieder mit einem hohen Maueraufsatz (Scheinmauer) an der Giebelwand. Das Hauptgebäude ist bewohnt.

Der klassizsistische Ausbau des Ansitzes steht in Verbindung mit der Durchreise hochgestellter Persönlichkeiten. Als Kn. Maria Louise nach der Verbannung ihres Gatten Napoleon I. nach Österreich zurückkehrte, wurde sie im Posthaus des Emanuel Puchbeger von ihrem Vater K. Franz I. empfangen.

Anmerkung Marktgemeinde, Andreas Bohnec, 8.12.2025:
Heimatbuch Sieghartskirchen 2001, Roland Dobersberger, Seiten 67-68 und dazu Anmerkung Nummer 63:
Und wieder konnte die Bevölkerung einen diesmal eher bescheidenen Wagenzug am 21. Mai sehen. Marie Louise, die Kaiserin der Franzosen, kam mit einem kleinen Gefolge von Frankreich. Die Kaiserin Marie Ludovika war ihr entgegengekommen und zwischen St. Pölten und Sieghartskirchen auf die unglückliche Kaiserin der Franzosen getroffen. Gemeinsamt setzten die beiden Kaiserinnen in einer Kutsche die Reise nach Schönbrunn fort.
# 63: Heinike und ihm folgend Rabl Sieghartskirchen [1978, Seite] 43 berichten, dass Kaiser Franz I. seine Tochter Marie Louise im Posthaus von Sieghartskirchen erwartet hätte. Das ist nicht möglich: Die Exkaiserin kommt am 21. Mai 1814 durch Sieghartskirchen. Kaiser Franz kehrt erst am 15. Juni 1814, nach dem ersten Friedensschluß von Paris in seine Monarchie zurück.
Veröffentlicht am 8.12.2025.

Als die kais. Familie 1848 nach Innsbruck flüchtete, übernachtete K. Ferdinand I. im Pfarrhof, Ehzg. Franz Karl mit Gattin Sophie, also die Eltern Franz Josephs, beim Postmeister. Dessen Sohn stand damals allerdings als Student in den Reihen der Legionäre. Auch Franz Liszt hat im Postmeisterhaus genächtigt. Mit der Eröffnung der Westbahn 1859 wurden die Postkutschen überflüssig und das Posthaus wurde privater Wohnsitz der Familie Puchberger. 1980 kaufte die Gemeinde den Bau, der als Amtshaus Verwendung finden soll.

Schweickhardt II [131] – Weiskern II 188 – Binder [I 188] – Riesenhuber [313] – Dehio [323] – Eppel, Wien [136] – Hippolyt I 63, 277; VII 241 – Pass.Urb. I 220 – R. Heinike, Hohe Besuche i. S., TG III/6, 2 – H. Mitscha-Märheim, D. karonling. Gräberfeld v. S. Archaeologia Austriace 13, 1953 [Abschrift, Gemeindehomepage-Frühgeschichte], 21 – A. Erhard, über die Ortenburger, Verhandlungen d. hist. Vereins für Niederbayern 41, 1905 – H. Mitscha-Märheim, MbGW 1937, 135 – E. Klebel, Herrieden u. Eichstätt, Jb. F. fränk. Landesforsch. 14, 1955 – Wolf [122] – Winner [54] – Lechner TK 1953, 74; 1954, 42/45 – Hipp.Kal. 1970, 138 – Rabl, Festschrift 1978 – Winter III 113 Nr. 13; 121 Note, 478 – Büttner/HiSt. 553 – HONB S 341.

[Ausgabe 1969, fehlt in 1982: Halmer, WW 40 – Calvi 386 – Schachinger 132, 160, 506 – Arnberger 104, 110, 211 – Kerschbaumer 52, 88, 520 – Biack-Kerschbaumer 138, 150, 157 u.a. – Tullnführer 76 – Klaar 13, 15 Abb. 2]

Veröffentlicht am 27.8.2025

E 59.19   Weitere Erwähnungen bei anderen Orten, Büttner Ausgabe 1969

Ausgabe 1969:

Bei Würmla, Seite 66: Die Höchenberger besaßen u.a. Dietersdorf a.d. Tulln.

Bei Atzelsdorf (Michelhausen), Seite 74: 1399-1407 Auseinandersetzung über das Erbe. Die bisher freieigene Burg, die ihren Waldbestand bei Gerersdorf nächst Sieghartskirchen hatte, wurde nun ldf. Lehen des Niclas Tracht und des Hans Zink.
Über ein anderes Atzelsdorf wird bei Rappoltenkirchen gesprochen.

Bei Michelhausen, Seite 83: Michelhausen gehörte seit 834 zur Grundherrschaft der Bischöfe von Regensburg. Am S-Rand ihres Besitzes entstanden im Laufe der Jahrhunderte die Regensburger Lehensfesten Dietersdorf, Pixendorf und Atzelsdorf. […]
Von den Hofkirchen kam 1610 das Dorf M. an die Verdenberg (zu Dietersdorf).

Buchberg (Maria-Anzbach/Neulengbach/St. Pölten) Seite 126: Lengenbacher: Burgstall, Röhrenbach, Kleingraben und Kogel gehörten Besitzmäßig meist zusammen. Am NO-Fuß des Buchberges hatten um 1300 die Ritter Eisenbeutel v. Kogel den größten Einfluß; sie nannten sich auch nach Purgstall/Erlauf. 1308 bezeugte Herlibe v. Purchstal, aus dem Burgstall am Buchberge, eine Urkunde Weigant Eisenbeutels v. Kogel (UB Hzgbg 34 Nr. 39). Da Herlibe nach einen Kalhoch v. Ollern auftritt und der Personenname Herlib in Ollern oft auftritt, dürfen wir Herlibe v. Purchstall zur Familie der Besitzer von Ollern rechnen. […] 1591 waren hier die Herrschaften Rappoltenkirchen, Raipoltenbach und Vestenleiten begütert; […]

Kienberg (Altlengbach/Neulengbach/St. Pölten) Seite 130: 1380 verkaufte Ulrich der Kienberger ein Lehen und zwei Weingärten zu Abstetten an Lilienfeld; Abstetten liegt immerhin an der unteren, Kienberg im Bereich der oberen Großen Tulln. […] Seit Burchart Kienberger 1455 die Veste Kogel erhalten hatte, sind die vier Ämter Starzing, Meilberg, Stollberg und Khienberg zu einer Besitzeinheit verbunden.

Seebach Seite 138: Knapp nach 1380 gewannen die Seebecken auch die Burgen Leithen, Unterturm, Röhrenbach bei Rappoltenkirchen und Kogl.

Langmannersdorf (Weissenkirchen a.d. Perschling) Seite 161: Um 1591 waren auch die Herrschaften Jeutendorf, Murstetten und Dietersdorf mit je einem Holden Grundbesitzer im Orte.

Hagenau (Böheimkirchen), Seite 197: Seit Schweickhardt wird das Hagenau bei Außerkasten immer wieder (auch TopNÖ) mit Hagenau bei Rappoltenkirchen verwechselt, die Burg Hagenau auch irrig mit der Burg Wolfsberg sw. Böheimkirchen identifiziert.

Veröffentlicht am 27.8.2025

E 59.20   Abkürzungen, Literatur (Büttner, 1982)

Abkürzungen, Literatur (1982):

AÖG = Archiv für Kunde österreichischer Geschichtsquellen, seit 1865 Archiv für österreichische Geschichte, Wien.

Bf., bf. = Bischof, bischöflich

Binder = Binder Georg, die niederösterreichischen Burgen und Schlösser I, Wien-Leipzig 1925 (Österr. Bücherei, Sonderband II).

BlLk = Blätter des Vereines für Landeskunde von Niederösterreich.   (Online Land NÖ - Publikationen)

BUB = Fichtenau H. und Zöllner E, Urkundenbuch zur Geschichte der Babenbetger in Österreich. Wien 1950 ff., 4 Bde.

Dehio = Dehio-Handbuch. Die Kunstdenkmäler Niederösterreichs, 5. Auflage Wien 1972.

Dehio in der Ausgabe 1969 = 3. Auflage, Wien 1953.

Ebf, ebf.  = Erzbischof, erzbischöflich

eck. = eckig (4-eck.)

Eppel, Wien = Eppel Franz, Kunst im Lande rings um Wien. Wien, 1961.

FRA II = Fontes Rerum Austriacarum, Abt. II; Diplomataria et acta. Wien 1849 ff.

Frh., frh. = Freiherr, freiherrlich

GB =  Geschichtliche Beilagen zum St. Pöltner Diözesanblatt (früher zu den Consistorial-currenden der Diözese St. Pölten). 1878 ff. [Abschrift Gemeindehomepage, in den jeweiligen Epochen.]

gesch. = Geschoß, geschossig

Gf(n)., gf. = Graf (Gräfin), gräflich

Halmer, Ww = Halmer Felix, Der Wienerwald als wehrpolitischer Raum im Mittelalter. Wien-Leipzig, 1942.

Hft. = Herrschaft

Hipp. Kal. = Hippolyt-Kalender. Geschichte d. Pfarren d. Diözese St. Pölten, vorwiegend v. Bittner Gerhard und Winner Gerhard. St. Pölten 1963-1971.

HiSt. = Handbuch der Historischen Stätten Österreich I. Donauländer und Burgenland, hg. Lechner Karl, Stuttgart 1970. [Abschrift am 19.7.2025, Ausgabe 1985]

Heuwieser, Pass. Trad. = Quellen u. Erörtungen zur Bayerischen und Deutschen Geschichte, NF. VI.: Die Traditionen d. Hochstiftes Passau, hg. v. Max Heuwieser, München 1930.

HONB = Heigl Heinrich, Historisches Ortsnamenbuch von Niederösterreich, 8. Bde. Wien 1964-1981.

JbLk = Jahrbuch für Landeskunde von Niederösterreich. Wien.   (Online Land NÖ - Publikationen)

joch. = jochig

Klaar/BDA = Klaar Adalbert, Pläne und Vermessungen im Bundesdenkmalamt, Wien I., Hofburg, Schweizerhof, Säulenstiege und im Burgenarchiv der NÖ Landesregierung, Wien. I., Teinfaltstraße 8.

Ldf. = Landesfürstlich

MAG = Mitteilungen der anthropologischen Gesellschaft in Wien.

MbAV = Monatsblatt des Altertumsvereines zu Wien. Wien 1884 ff.

MG DChr = Monumenta Germaniae historice, DD = Diplomata, DChr = Deutsche Chroniken, Necr = Necrologia, SS = Scriptores. Hannover 1826 ff.

MIÖG = Mitteilungen d. Instituts f. österreichische Geschichtsforschung.

N., n. = Norden, nördlich

NÖLA = Niederösterreichisches Landesarchiv, Wien I., Herrengasse 11 und Teinfalstraße 8. [Heute in der Landeshauptstadt von NÖ: St. Pölten]

O = Osten, östlich

Pass. Urb. = Die Passauer Urbare v. Maidhof A, Veröffentl. d. Inst. f. ostbair. Heimatforschung in Passau. Bd. 1, 17, 19 (1933-1939).

quadr. = quadratisch

Riesenhuber = Riesenhuber P. Martin, Die kirchlichen Kunstdenkmäler des Bistms St. Pölten, St. Pölten 1923.

Scheiger, Burgen = Scheiger Josef, Über Burgen und Schlösser Österreichs unter der Enns, Wien 1837. [Abschrift im Register C 4]

Schweickhardt = Abschriften Gemeindehomepage, Epoche 19. Jahrhundert

SUB = Salzburger Urkundenbuch v. Hauthaler Willibald und Martin Franz. 4 Bde. Salzburg 1910-1933.

TG = Der Tullner Gau, gebundene Ausgabe im Gemeindearchiv vorhanden.

TK = Heimatkalender des Bezirkes Tulln. 1949 ff.

TopNÖ = Topographie von Niederösterreich.

UH = Unsere Heimat. Monatsblatt des Vereines für Landeskunde von Niederösterreich und Wien. Wien 1928 ff.   (Online Land NÖ - Publikationen)

Vischer = Vischer Georg Mattäus, Topograpia Austriae inferioris, Frankfurt a. Main 1672, bzw. Neuausgabe Wien 1920; Karte dazu 1669 Austria mappis geographicis distructa, Wien 1727.

W = Westen, westlich

Weiskern = Weiskern Friedrich Wilhelm, Topographie von Niederösterreich. 2 Bde. Wien 1769 ff.

Winner = Winner Gerhard, Das Diözesanarchiv St. Pölten. St. Pölten 1962.
[Abschrift aus Privatbesitz – siehe im Register E 62]

Winter = Winter Gustav, Niederösterreichische Weistümer. 4 Bde., Wien 1886-1913 [Abschrift Gemeindehomepage-Frühgeschichte]

Veröffentlicht am 27.8.2025

E 60.1   Abstetten in: Handbuch der historischen Stätten Österreich..., 1985  (= Quelle für E 60.1 bis E 60.5)

Handbuch der historischen Stätten Österreich
Donauländer und Burgenland
Erster Band, Dr. Karl Lechner, 1985

Seite 183:

Abstetten

(BH Tulln). Die Kleinsiedlung A. liegt als Kirchweiler am Fuß des Kirchenhügels am O-Ufer der Großen Tulln. Das Martinspatrozinium spricht für eine karol. Urpfarre. Der Ort wird als „Abbatesteti“ in einem Weistum von 983-991 erstm. gen.[annt] Um diese Zeit sind die Erzbff. v. Salzburg und die Bff. v. Regensburg und Passau als Grundherren in A. anzunehmen. Dies spricht für die Bedeutung von A. im frühen Ma.

Als die Ungarn 991 über den Wienerwald zurückgedrängt wurden, erhielt das Hochstift Passau nach dem erw. Weistum A. mit den beiden verschollenen Orten Egilinsteti und Zeidmannesstetin zurück. Einer von ihnen lebt wohl in dem späteren Altenmarkt (- Neulengbach) fort. Die erst um 1190 gegr. Pfarre Neulengbach wurde aus der 1. H. 12. Jahrhundert bezeugten Pfarre exscindiert [Anmerkung Marktgemeinde, Andreas Bohnec, 20.7.2025: Damit dürfte die Pfarre Abstetten gemeint sein – Nennung 1137.], obwohl sie nach den Besitzgrenzen einer Urk.[unde] Ottos III. von 998 zur Doppelpfarre Anzbach-Altlengbach gehören müßte. Um 1230 war Passau Patronatsherr der Pfarre A. und hatte das Kollationsrecht. Am Grundbesitz der Pfarre waren auch die Regensburger Domvögte, die Hochfreien v. Lengenbach, beteiligt. Vor 1260 hatten die Gff. v. Plain-Hardegg, anschließend Ulrich v. Kapellen und Otto v. Perchtoldsdorf, Passauer Zehente zu Lehen. Der Passauer Besitz dürfte auf sein Eigenkl.[oster] Kremsmünster zurückgehen. Auch der Ortsname weißt auf Kl[oster].-Besitz.

Zwischen 991 und 1023 erwarb der Erzbf. v. Salzburg Gut zu „Dittersdorf“ und gab im Tausch dafür Besitz im w. Tullnerfeld. Dietersdorf blieb nur vorübergehend bei Salzburg. Mit seinem heute von einem Prinzen v. Liechtenstein bewohnten Schloß gehört es zur Gem.[einde] A.

Die Besitzer des Hochstiftes Regensburg reichte von Michelhausen her ins Tullntal. Pixendorf, später Lehen der bayr. Gfsch. Hals, gehörte noch zu diesem Bereich. Aus Regensburger Lehen stammen wohl auch die Anteile der Herren v. Lengenbach am Grund der Kirche A. und die Güter der Gff. v. Schaunberg s. von A., bei Siegersdorf und an anderen Orten. Besitz der Regensburgischen Lehenherrsch. Orth in Dietersdorf selbst ist im 15. Jahrhundert nachgewiesen, er wurde verm.[utlich] von Salzburg eingetauscht.

Als Tulln im 14. Jahrhundert Sitz eines Passauer Weih[bischofes] wurde, wurden die Pfründen der Pfarre A. und des dazugehörigen Judenau zur Verbesserung der Einkünfte des Tullner Pfarrers herangezogen. Als die Pfarre durch Eingriffe der prot.[estantischen] Grundherren auf den benachbarten Schlössern Judenau, Dietersdorf, Ödental und Pixendorf, der got. Kirchenbau aber durch Türkeneinfall von 1529 und das Erdbeben von 1590 schwer gelitten hatten, wurde sie mit der Pfarre Tulln vereinigt und durch einen Vikar pastorisiert.

In der Teilgemeinde Plankenberg, die bis 1928 den Namen Loibersdorf trug, liegt in einer Talenge der Großen Tulln auf einer Terrasse w. des Flusses das gleichnamige Schloß. Der Bau stammt aus dem 17. Jahrhundert. Über dem Eingang befindet sich das Wappen des Bankiers Gf. Moritz Fries. Seine Söhne verkauften 1822 das Schloß an die Fstt. v. und zu Liechtenstein. Damals war dort eine Erziehungsanstalt für Adelige untergebracht. Alexander Gf.  v. Auersperg (1806-76), der unter dem Pseudonym Anastasius Grün als Lyriker und Freiheitskämpfer bekannt wurde, besuchte diese Schule. 1884 verpachtete Fst. Liechtenstein das Schloß dem Landschaftsmaler Emil Jakob Schindler. Seine Tochter Alma war die Gattin Gustav Mahlers und Franz Werfels. 1893-1911 wirkte der Maler Hugo Darnaut mit Schülern der Wiener Akademie der bildenden Künste im Schloß. Seit 1956 ist es in Privatbesitz.

FWeiglsperger, Pfarre A. (LV 132, 1, 1878) – LV 285, VOWW 1: 141, Jgg. 1929-1931; 299, 3; 435, Jg. 1953, 1954 (KLechner); 751; 971 – „Kennst du die Heimat“, H. 3, 5 (RBüttner)

Bei Judenau, ab Seite 336: 
Das Rittergeschlecht der Matseber erhielt um 1429 die Lehenschaft der Kapelle J., die zur Pfarre Abstetten gehörte.

1597 rotteten sich bei Michelhausen 4000 aufrührerische Bauern zusammen und vereinigten sich bei J. mit 3000 anderen Bauern. Sie sprengten im nahen Schloß Dietersdorf das Tor und bedrohten den Viertelshauptmann Hans Gerhabn.

Schloß – Verein „Rettet das Kind“ – 150 Kinder besuchen die Hauptschule in Sieghartskirchen oder die höhere Schule in Tulln.

Veröffentlicht am 27.8.2025

E 60.2   Rappoltenkirchen

Seite 491:

Rappoltenkirchen

R. hieß ursprünglich Rapotenkirchen und wurde verm.[utlich] nach dem 836-54 als Präfekt und Grenzpf. nachgewiesenen Gf. Raoto, der in Tulln seinen Sitz hatte, benannt. Nach dem österr.[eichischen] Landbuch kam R. zugleich mit Sitzenberg 1186 von dem steir. Hz. Ottokar IV. an die Hochfreien v. Lengenbach. Schon damals bestand in R. eine Georgspfarre. Das Erbe, das die Lengenbacher 1236 bei ihrem Aussterben hinterließen und das teils an die Babenberger, teils an Passau gelangte, umfaßte Forste, Bauernlehen, Hofstätten, Weingärten und Zehente, auch das Grundstück und das Patronatsrecht der Kirche. Ein Lehensmann der Lengenbacher, Eberger, nannte sich 1210 nach der Burg. Die Pfarre kam an den Lf., ging nach 1529 ein und wurde 1733 als herrsch[aftliche] Patronatspfarre wieder aufgerichtet. Die Kirche hat einen got.[ischen] Chor und ein Langhaus aus dem 16. Jahrhundert. Die Burg R. fiel beim Tod des letzten Lengenbachers verm.[utlich] an die Schenken v. Dobra, die in der 1. H. 14. Jahrhunderts in R. nachweisbar sind. Seit M. 14. Jahrhundert ist R. lfl. Lehen. Hz. Rudolf IV. hatte den Titel „des Reiches obrister Jägermeister“ angenommen und wollte auch für das Hzt. Österr.[eich] das Amt eines obersten Jägermeisters einführen. 1358 verlieh er diese Würde dem Ritter Friedrich v. Kreisbach und gab ihm die Burg R. als Amtslehen. Die Burg sollte fortan „Jägerburg“ heißen. Friedrich v. Kreisbach war in der Schlacht bei Mühldorf mit Kg. Friedrich dem Schönen in bayr. Gefangenschaft geraten; um ihn loszukaufen, mußte seine Familie 1323 seine Stammburg Kreisbach bei Wilhelmsburg verkaufen. Friedrich erwarb sich den Beinamen „der Landfahrer“, weil er in abenteuerlichen Kriegszügen und Fahrten alle Länder Europas und des Orients besuchte und angeblich bis Indien vordrang.

Im 15. Jahrhundert gehörte die zum Schloß umgestaltete Burg den Rittern Sepeck. Das Erdbeben von 1590 zerstörte das Schloß R., so daß der damalige Besitzer Franz v. Presing nach St. Pölten übersiedelte. Ab 1627 besaßen die Frhh. v. Questenberg das Schloß. Ihnen folgten 1710-1821 die Gff. v. Kuefstein. Über Fst. Franz Joseph v. Dietrichstein gelangte es an den Wiener Bankier Georg Frh. v. Sina zu Hodes und Kizda. Der Architekt Theophil Hansen baute 1870 das Schloß für die Frhh. v. Sina aus. 1891 ging der Besitz gemeinsam an Chariclee zu Hohenlohe-Schillingsfürst, Iphigenie Reichsgfn. zu Pappenheim, die Prinzen Emanuel und Theodor Ypsilanti, Irene Maurocordato und Anastasia Wimpfen über. Bis in die Gegenwart gilt R. als Schloß der Fstt. Ypsilanti. 1906-64 ruhten in einer Gruft beim Schloß die Gebeine des griechsichen Freiheitshelden Alexander Fst. Ypsilanti, der an der Spitze des „heiligen Bataillons“ bis 1821 für die Befreiung Griechenlands gekämpft hatte und anschließend von Metternich bis 1827 in Haft gehalten worden war.

LWiedermann, Pfarre R. (LV 132, Bd. 7, 1903) – AKerschbaumer, Friedr. Chreuspeck, d. Landfahrer (LV 126, Bd. 14, 1880) – RBüttner, Mit d. Ritterschwert quer d. d. alte Welt (LV 143, 1962) – KLechner (LV 435, 1954) – LV 299, 3; 385, VOWW 2; 405; 406; 741; 971; 1123; 1125

Veröffentlicht am 27.8.2025

E 60.3   Ried am Riederberg

Seite 500:

Ried am Riederberg

Die Straßen der Römerzeit und des Frühm. überschritten den Hauptkamm des Wienerwaldes zwischen Gugging und St. Andrä. Daneben war auch der Übergang aus dem Tal des Wienflusses über den Sattel bei R. ins Tal der Kleinen Tulln bekannt. Das beweist das Schanzwerk auf dem Rauchbuchberg. N. des Riederbergsattels zieht dort am Hauptkamm des Wienerwaldes ein 2 m hoher Erdwall mit 3 m breiter Krone und vorgelegtem Graben entlang. Angeschlossen ist eine umwallte Fluchtburg. Im S des Riederbergsattels befindet sich beim „Weißen Kreuz“ ein 500 m langer Erdwall. Der Kamm des Wienerwaldes wurde bereits von den Awaren und Magyaren durch Erdwerke und Verhagung befestigt.

Bischof Eigilbert von Freising erhielt 1033 von Kg. Konrad II. für seine Verdienste den Königshof Ollern n. von Ried. Die Bff. v. Freising bzw. ihre Vögte, die Gff. v. Ebersberg, dehnten frühzeitig ihren Besitz über den Wienerwald gegen O aus. Freising eröffnete so den Übergang über den Sattel des Riederberges. Ö. von ihm ist 1060 Laabach, später auch Gablitz und Mauerbach Freisinger Besitz. Auch die Burg Ried wurde Freisinger Lehen, ist aber als solches erst nach 1300 nachweisbar. Um 1200 waren die Hochfreien v. Lengenbach, Domvögte v. Regensburg, die mächtigsten Grundherren des Gebiets. 1211 erreichte Hadmar v. Kuenring, der spätere Erbe der Lengenbacher, von Bf. Mangold v. Passau eine teilweise Exscindierung der Kapelle von Ried (Riedauge) aus der Mutterpfarre Sieghartskirchen. Als die Lengenbacher 1236 ausstarben, erhoben die Bff. v. Passau lehensherrl. Ansprüche auf die Burg Ried. Spätestens unter Kg. Rudolf I. setzte Freising seine Lehenshoheit über Ried durch. Die Kuenringer blieben bis 1280 im Besitz der Burg Ried, verpfändeten sie aber. 1280 vertauschten die kuenringischen Brüder Leudold I. und Heinrich IV. die Veste Ried an Kg. Rudolf.

Einschub zu 1280, Recherche am 21.7.2025:

Quelle: Die babenbergische Vogtei über Stift Metten
Von Otto Friedrich Winter
Jahrbuch für Landeskunde von Niederösterreich, 1976, Band 42

Veröffentlicht von ZOBODAT

Online-Link:
Jb-Landeskde-Niederoesterreich_42_0323-0336.pdf

Seite 333 (PDF Seite 11):

In dem Revers der Brüder Leutold (I.) und Heinrich (IV.) von Kuenring über den von König Rudolf I. zugunsten seines Sohnes Albrecht bestätigten Vertrag zwischen König Ottokar von Böhmen und ihrem Vater Albero (V.) über den Tausch der Burg Ried (am Riederberg) gegen die Verpfändung der Stadt Zwettl und die Belehnung mit dem Dorf Rossatz („ville in Rossazze“) heißt es zu letzterem nur „cum suis attinentiis“ 50).

50) 1280 Juli 21, Wien. Or. Haus-, Hof- und Staatsarchiv Wien. Regest Lichnovsky- Birk 1, Nr. 605, und Frieß Kuenring Regest Nr. 344. — Winter Rossatz, 45. — Rudolf Büttner Burgen und Schlösser an der Donau (Wien 1964) 102, führt irrig Albero von Feldsberg und dessen Erbtöchter als Nachfolger Alberos (V.) an. — Über die Rechtsgrundlagen des Überganges der ehemals babenbergischen Besitzungen und Rechte an die Habsburger vgl. Alphons Lhotsky Geschichte Österreichs seit der Mitte des 13. Jahrhunderts (1281— 1358) (Veröffentlichungen der Kommission für Geschichte Österreichs 1 [Wien 1967]) 52 und 68.

Einschub Ende.

 

Er verpfändete sie dem Landschreiber und Kammergf. Konrad v. Tulln. Konrad überließ die Veste seinem Schwiegersohn Otto v. Neuburg. Otto und seine Nachkommen behielten die Burg bis ins 15. Jahrhundert und nannten sich „Schenken von Ried“. 1416 verzichtete Walpurga, die Witwe des letzten Schenken von Ried, auf die Pfandschaft zugunsten Hz. Albrechts V. Seit 1368 nahmen die österr. Hzz. die Veste Ried nicht mehr vom Bischof von Freising, sondern vom Kloster Nieder-Altaich zu Lehen, ohne daß die Herkunft dieser Rechte erkennbar ist. In den Lehensreversen ist ab 1457 nur noch vom Burgstall Ried die Rede. Die Burg ist seither verfallen. Bescheidene Reste der Ringmauer und eines Turmes finden sich auf einer Gipfelkuppe 1,5 km s. R. Das Dorf Ried, in dem der Bischof von Freising noch 1593 zehn Häuser besaß, wurde vom lfd. Hubamt verwaltet, kam aber in der 2. H. 16. Jahrhundert als „Amt Ried“ samt dem Kirchenpatronat an die Herrschaft Rappoltenkirchen.

In einer Talmulde s. des Gasthofes auf dem Riederberg wurde 1456 von dem Vikar der österr.[eichischen] Franziskanerprovinz Gabriel v. Verone ein Franziskanerkl.[oster] („im Paradies“ gen.[annt]) gegr.[ündet]. Seit der Zerstörung durch die Türken 1529 blieb es Ruine. Erhalten sind die Mauern der spätgot. Kirche. Als Nachfolger dieses Kl[osters] gilt das um 1620 in Neulengbach gegr[ündete] Frazsikanerkl[oster]. In der Neuzeit führte die Reichsstraße über den Riederberg; für den Pferdewechsel und Vorspann bestanden Poststationen in Purkersdorf an der Wien und in Sieghartskirchen an der Kleinen Tulln.

JCaspart, Die Schanze a. d. Rauchbuchberg (LV 51, 1934) – RBüttner, Befestigunganl. im Wienerwald um die Jt.wende (LV 33, 1956) – AKerschbaumer, Das Paradies am Riederberg (LV 126, Bd. 9, 1875) – GKaschnitz-Weinberg, Klosterruine b. R. (LV 1320, Bd. 9, 1908) – KLechner (LV 435, 1954) – FHögl, Ruine d. ehem. Franziskanerkl. (LV 141, Bd. 1, 1926) – LBergolth, Ortsgesch. v. R. (LV 141, Bd. 3, 1928) – LV 385, VOWW 2; 408; 406; 741; 748; 1074; 1123

Veröffentlicht am 27.8.2025

E 60.4   Sieghartskirchen

Seite 553:

Sieghartskirchen

Die Gff. v. Ebersberg schenkten um 1037 das S. benachbarte Dorf Elsbach an ihr Hauskl[oster] Geisenfeld. Der namengebende Sieghartd gehörte wohl diesem Geschlecht, einem Zweig der sog.[enannten] Sieghardinger an. 1051 wurde das Reichsgut S. von Kg. Heinrich III. dem von ihm gegr.(ündeten] Marienstift in Hainburg übergeben. Über Bischof Gebhard III. v. Regensburg, den Oheim des Kg., dürfte S. an das Bst. Regensburg und später an dessen Vögte, die Gff. v. Sulzbach, gekommen sein. Von Gebhard II. v. Sulzbach (+ 1188) kamen die Regensburger Vogteirechte an die Herren v. Lengenbach, nachdem er S. bereits an seinen Schwiegersohn Rapoto I. v. Ortenburg übertragen hatte. 1228 überließ Rapoto II. Gf. v. Ortenburg, Pfalzgf. in Bayern, die Kirche S. mit Patronatsrecht und Vogtei dem bayr.[ischen] Kl.[oster] Baumburg an der Alz. Dieses Kl.[oster], das auch Mautfreiheit besaß, konnte seine Rechte (u. a. Mautfreiheit) bis 1803 ausüben. Die Burg S. blieb Regensburger Lehen (Orth) der Gff. v. Schaunberg; im Lehenbuch Friedrichs III. erscheint auch das Dorf als Lehen der 1377 in die Hand der leopoldinischen Linie der Habsburger gekommenen Herrschaft Orth. Von der Burg ist seither nicht mehr die Rede. Sie wurde 1529 endgültig zerstört. Verliehen war S. im Spätm[ittelalter] an die Ritter Eisenbeutel, von denen es an die Thiernstein v. Osterburg und an die Geyer v. Osterburg überging. In S., das noch in der Babenbergerzeit Marktrecht erhielt, ist der spätrom. W-Turm der Pfarrkirche St. Margaretha erhalten. Im Pfarrhof zeigt eine Stuckdecke eine Ansicht des Kl[osters] Baumburg aus der 1. H. 18. Jahrhundert. Wegen der Poststation an der Reichsstraße Wien – St. Pölten wurde S. ab 1700 ein beliebter Übernachtungsort. Hier reiste 1714 Kg. Karl XII. v. Schweden, 1782 Papst Pius VI. durch. Napoleon wohnte 1805 und 1809 im Pfarrhof. 1814 reisten die Teilnehmer des Wiener Kongresses mit Ks. Franz I., Zar Alexander I. und Kg. Friedrich I. v. Württemberg über S. nach Wien. Als Marie Luise aus Frankreich zurückkehrte, erwartete sie Ks. Franz I. im Posthaus zu S. [ *)]  Dieses diente 1848 der ksl. Fam.[ilie], die vor der Revolution in Wien geflüchtet war, als Nachtquartier. Der junge Thronerbe Franz Josef zog es vor, am Fuß des Hügels Schneeleiten in einem Zelt inmitten seiner Soldaten zu nächtigen.

HMitsch-Märheim, Das karoling. Gräberfeld v. S. (LV 54, Bd. 13, 1953) [Abschrift unter Geschichte/Frühgeschichte] – RHeinike, Hohe Besuche i. S. (LV 141, Bd. 3, 1928) – LV 385, VOWW 2; 299; 3; 405; 406; 435; 1954 (KLechner); 971; 1123; 1125.

Veröffentlicht am 27.8.2025

*)  Anmerkung Marktgemeinde, Andreas Bohnec, 8.12.2025:
Heimatbuch Sieghartskirchen 2001, Roland Dobersberger, Seiten 67-68 und dazu Anmerkung Nummer 63:
Und wieder konnte die Bevölkerung einen diesmal eher bescheidenen Wagenzug am 21. Mai sehen. Marie Louise, die Kaiserin der Franzosen, kam mit einem kleinen Gefolge von Frankreich. Die Kaiserin Marie Ludovika war ihr entgegengekommen und zwischen St. Pölten und Sieghartskirchen auf die unglückliche Kaiserin der Franzosen getroffen. Gemeinsamt setzten die beiden Kaiserinnen in einer Kutsche die Reise nach Schönbrunn fort.
# 63: Heinike und ihm folgend Rabl Sieghartskirchen [1978, Seite] 43 berichten, dass Kaiser Franz I. seine Tochter Marie Louise im Posthaus von Sieghartskirchen erwartet hätte. Das ist nicht möglich: Die Exkaiserin kommt am 21. Mai 1814 durch Sieghartskirchen. Kaiser Franz kehrt erst am 15. Juni 1814, nach dem ersten Friedensschluß von Paris in seine Monarchie zurück.
Veröffentlicht am 8.12.2025.

E 60.5   Weitere Erwähnungen bei anderen Orten,  Fachausdrücke

Seite 254:

Bei Gablitz: 1033 schenkte Ks. Konrad II. dem Bst. Freising einen Wirtschaftshof in Ollern. Wie aus den Freisinger Urbaren des 13./14. Jahrhunderts zu ersehen ist, erstreckte sich der zu diesem Hof gehörige Herrschaftsbereich bis in die Täler des Gablitz- und Mauerbaches.

Seite 327:

Bei Hollenburg: Zur freisingischen Herrschaft Hollenburg gehörten die benachbarten Orte Wagram an der Traisen, Neusiedl bei Nußdorf an der Traisen und Theiß (n. der Donau), jedoch auch Ollern, Freundorf und Ried am Riederberg.


Einschub - Anmerkung Marktgemeinde, Andreas Bohnec, 15.4.2026:
* Die oben angegebene Zugehörigkeit von Ried am Riederberg zu Hollenburg ist die einzige Quelle.
* Die Topographie von Niederösterreich (1768/1770, Register E 57.7.13) besagt, dass Ried "theils nach Hollenburg dienstbar" ist.
* Bei der Recherche im NÖ Landesarchiv zur Maria-Theresianischen Fassion (1750-1751) wird dort zwar Ollern (GB Tulln), Weinzierl (am Riederberg?) (GB Tulln), aber Ried (GB Herzogenburg) angegeben.
* Der heutige Abgleich der Namen in der MThF 0745 Band 1 mit der Haus- und Hof Karte hat ergeben, dass diese Namen alle mit dem Ried südlich von Hollenburg (in der Nähe von Traismauer) ident sind und nicht unser Ried am Riederberg betreffen. Dies gilt zumindest nachgewiesen für 1750-1751.
Veröffentlicht am 15.4.2026.


Seite 618:

Bei „Wienerwald“: Seit dem Jahre 1000 begann ein reger Wetteifer zwischen geistlichen Grundherrschaften um den Besitz der Wienerwaldhöhen und –übergänge. Passau gewann damals vom Tullnerfeld aus den nördlichsten Teil des Hauptkammes um den Tulbinger Kogel. An den Passauer Besitz schließt sich ein kleineres Besitztum des Kl.[osters] Seitenstetten an. Seit der Schenkung des Hofes Ollern durch Kg. Konrad II. an das Bst. Freising 1033 griffen die Gff. v. Ebersberg als Vögte dieser Bff. mit ihren Gefolgsleuten über den Hauptkamm ostwärts aus. […]

Die nw. Abdachung war um 1200 in Besitz der Hochfreien v. Lengenbach, die ihre Hauptburgen Neulengbach und Rappoltenkirchen an der Forstgrenze des Wienerwaldes hatten; ihr Waldamt war wohl in Kogel. Ihre Vasallen saßen auf den Burgen Ried (Kuenringer) und Purkersdorf (Feldsberger).

Fachausdrücke  (ab Seite 843):

Burgstall
a) Stelle, wo eine Burg stand.
b) im besonderen Stelle einer frühgeschichtlichen Erdbefestigung (beide als Flurname häufig).
c) eine verödende, ruinöse Burg.
d) später eine kleine aufrechte, meist in Händen von niederen Adeligen befindliche Burg.

Exscindierung
Ausgliederung einer Tochterpfarre (oder zunächst nur eines Vikariates) aus einer Mutterpfarre (auch Eximierung).

Gewährbücher
Grundbücherliche Aufzeichnungen, die eine tatsächliche Innehabung eines Grundes oder einer Sache (mhd.: gewere) rechtlich sichern und gewährleisten sollen.

Grangie
Groß-Wirtschaftshof mit Nebengebäuden und umliegendem Kulturland der Zisterzienserklöster, ursprünglich nur von Conversen betreut.

Grundherrschaft
(Auch Grundholden). Herrschaft über Grund und Boden und über bäuerliche Leute mit daran haftenden Hoheitsrechten, die sich um eine Burg aufbaut; ihr Kern ist die Schutzgewalt über „Grundholden“ (die in der „Huld“ ihres Herrn stehen), seit dem 16. Jahrhundert „Untertanen“ genannt, denen Land zur Leihe und zu Dienst- und Zinsleistung gegeben ist (Rustikalland), während das Herrenland (Dominikalland) in Eigenregie verwaltet wird. Überwiegt dieses völlig (gegenüber der Rentenwirtschaft), so sprechen wir von „Gutswirtschaft“. Eine Mittelstellung nimmt die „Wirtschaftsherrschaft“ ein, die einen geschlossenen, zentral auf die Herrschaft und auf ihren Absatz angelegten Wirtschaftsverband darstellt.

Gülten
(Auch Gültbuch, Gülteinlagen). Kleine Natural- oder meist Geldzinse von zur Nutzung ausgegebenen herrschaftlichen Grund und Boden. „Gült“ (im engeren Sinn): ab 16. Jahrhundert die grundherrlichen Einkünfte aus dem landständischen Besitz, wonach die Landsteuer (Gültsteuer) bemessen wurde; „Gülteinlagen“: die Fassionen über diese Einkünfte nach Selbsteinschätzung der Besitzer; Einkünfte und Gültsteuer wurden in das laufend geführte „Gültbuch“ eingetragen.

Kreid-(Kreuden-)Feuer
Signal- und Warnfeuer vor heranziehenden Feinden an hochgelegenen Stellen (Bergen) (mhd. kride = Angriff).

Marchfutter
Eine vom Reich (König) dem Inhaber der Mark (Mgf.) zu Lehen gegebene, von den Herrschaften zu leistende Haferabgabe für das Reiteraufgebot in der Mark. Von dieser Leistung, die auf die Grundholden umgelegt und bis ins 19. Jahrhundert eingehoben wurde (zweckentfremdet und unverstanden!) konnte ursprünglich nur der König befreien, später aber auch der Landesfürst.

Patronat
Das aus dem Eigenkirchenrecht im 12. Jahrhundert hervorgegangene Recht einer Herrschaft über das Eigentum von Pfarr- und Filialkirchen, mit dem besonderen Recht, den Pfarrer bzw. den Kirchenvorsteher vorzuschlagen bzw. einzusetzen, was besonders in der Zeit der Reformation streng geübt wurde.

Taiding
Gerichtsversammlung verschiedenen Ranges und verschiedener Funktion:
Dorf-(Nieder-) Gericht
Hoch-(Land-) Gericht
Vogtgericht
landesfürstliches Gericht (oberes Landgericht, Landtaiding, Landschranne) bzw .Hofgericht
landmarschallisches Gericht.
Das Taiding stand unter einem besonderen Gerichts-, bzw. Friedensbann.

Veröffentlicht am 27.8.2025

Seite 437 und 438:

Bei Neulgenbach: Daß die Kapelle in N. in die Karolingerzeit zurückgeht, ergibt sich aus der späteren Abhängigkeit von Abstetten und nicht von der Pfarre Altlengbach-Anzbach. Die Errichtung der Pfarre N. und die Exscindierung aus der Passauer Altpfarre Abstetten erfolgte erst nach dem Aussterben der Lengenbacher.

Als Johann Eusebius gestorben war, begründete seine Witwe Maria in N. ein Franziskanerkloster. Es sollte die Tradition des Franziskanerklosters „im Paradies“ fortsetzen, das die Türken 1529 in Ried am Riederberg zerstört hatten. […]
Türken 1683: Das Franziskanerkloster wurde niedergebrannt.

Veröffentlicht am 15.12.2025

E 61.1   Ollern - Alarun in: Twerdy, Beiträge zur Geschichte des Wienerwaldes, 1998

Beiträge zur Geschichte des Wienerwaldes
Wilhelm Twerdy, 1998

Impressum: Diese Arbeit unterliegt dem Urheberrecht. Um der Forschung nicht hinderlich zu sein, werden unter Nennung der Quelle und des Verfassers Veröffentlichungen gestattet; ausgenommen sind die abgebildeten Originaldokumente.

IV.G.) Ollern –Alarun
(Besitz des Bistums Freising)

Ab Seite 259:

König Konrad II. gab 1033 dem Bistum Freising den Königshof Alarun in der Markgrafschaft des Adelpertus. 1)

1) 1033. 19. Juli, Memleben, F II/31, 73, MG DDK II., S 295, Meichelbeck I/1, 227, fehlt in BUB IV/1

Nachbar im Norden war seit 200 Jahren das Bistum Passau, das seinen Besitz nach den Ungarnkriegen wieder zurückerhalten hatte. 3 Jahre vorher hatte das Bistum vom Kloster Weihenstephan die Insel Sachsengang eingetauscht, es verfügte bereits über Besitz in der Ostmark, der im äußersten Osten lag.  2)

2) ca. 1030, F II/31, S 70

Im gleichen Jahr drangen die Ungarn nach einer Niederlage des königlichen Heeres wiederrum bis Wien vor.

In der Schenkung heißt es, mit allem zu diesem Ort rechtlich und legal gehörendem Zubehör, mit Unfreien beiderlei Geschlechtes, Bauland und Gebäuden, Äckern, Weingärten, Feldern, unbebautem und Bebautem Land, Wiesen, Weiden, Wäldern, Wildprät und Gewässern. Wenig später erhielt das Bistum Eichstätt den Wald von Chumberc bis zur dürren Liesing.  3)

3) 1033. 21. Juli, Haina, MG DDK II. 262 et 197, Heidingsfelder, S 60

Die Frage bleibt offen, ob nach diesen Schenkungen noch Wald als Königsgut verblieb, ob der Waldanteil des Könighofes also ursprünglich noch größer war. Mit dem Könighof erhielt das Bistum die wichtigste Straße über den Rieder Berg, die nach Purkersdorf und von dort im Wiental weiter bis Wien führt. Noch einmal begegnen wir Königsgut auf dieser Strecke in Weidlingau und durchqueren Gottesfeld, die Schenkung von 1014 an das Bistum Bamberg, ehe das Mündungsgebiet des Wien-Flusses erreicht wird. Ein Jahr später erhielt das Bistum vom selben König großen Besitz in der Nähe des Urula – Url Flusses, der an Aribo von Ersinburc verliehen gewesen war.  4)

4) 1034. 7. Mai, Regensburg, F II/31, 74, MG DDK II. 288, 30

Ollern – Alarun hatte vorerst keine eigene Pfarre, so bleibt offen, zu welcher Pfarre dieses Gebiet gehörte. St. Laurencio am Rieder Berg wurde als Kapelle bezeichnet, es wurde später von der Pfarre Sieghartskirchen gelöst,  5)

5) 1211. 22. Mai, Wien, HHSTA

hat auch Alarun – Ollern zu Sieghartskirchen gehört? Nach der Version der tschechischen Forschung würde Kaplitz kleine Kapelle bedeuten,  6)

6) kaplice = kleine Kapelle, HB Gablitz, S 96 ff

bestand auch in Gablitz bereits damals eine Laurentius Kapelle? Der heilige Laurentius war auch der Kirchenpatron von Tulln.  7)

7) GB XV, S 278, A 6

Wir müßten annehmen, daß ein Bistum eine Eigenpfarre anstrebte und der Besitz nicht zu einer Passausischen Pfarre gehörte wie der frühe Königshof. So darf beachtet werden, daß die Pfarre Purkersdorf später an den Herzog kam, ihre Lehenszugehörigkeit aber nie genannt wurde. Die Straße über den Rieder Berg bestand bestimmt bereits in der Römerzeit, dies beweist ein in jüngster Zeit beim Rabenstein aufgefundener Grabstein. Da Gablitz zum Königshof gehörte, ist damit auch der Zugang von Alarun – Ollern aus erwiesen, hier lag aber das straßenmäßig schwierigste Stück dieser uralten Poststraße.

König Heinrich III. hat 1040 dem Bistum Freising unter Bischof Nitker die Schenkung seines Vaters über den Hof zu Alarun bestätigt.  8)

8) 1040. 18. Jänner, Augsburg, F II/31, 75, Meichelbeck I/1, 237, Stumpf 1040, Orig., BHSTA, MB 29a, 66

Der Einfall eines ungarischen Heeres unter König Aba und Gegenoffensiven führten zu weiteren Kämpfen mit den Ungarn, bis diese in der Schlacht bei Menfö 1044 besiegt wurden.

1060 tauschte Bischof Ellenhard von Freising von seinem unfreien Untertanen Winther 1 Hube in dem Loupach neben dem Holze des „Dominus“ gelegen, gegen 1 Hube zu Alarn in die Hand des Advokaten Otto, aus dem Lehenbesitz Ottos, Sohn des Grafen Perthold.  9)

9) 1060. 16. Mai, Ulmerfeld, Meichelbeck I/1, 517, F II/31, 78

Loupach ist das heutige Laabach am Laabach gelegen, der in den Gablitzbach mündet. Der zwischen diesem Bache und dem Höbersbach gelegene Wald trägt heute den Namen Rieder Forst. Alarun hatte also ein Graf Perthold vom Bistum zu Lehen. Ohne Zweifel war dies Graf Berthold von Dießen, der Ahnherr der Grafen von Wolfratshausen. Der angrenzende Wald gehörte dem Bischof, sonst müßte Besitz des Herzogs in der Urkunde stehen. Dieser ist in der Urkunde auch nicht erwähnt. Der Tausch dürfte also innerhalb des Schenkunggutes stattgefunden haben. Was veranlaßte den Bischof 1 Hube abseits einer größeren Siedlung zu erwerben und hiefür eine Hube des Zentrums des Schenkungsgebietes zu geben? Vermutlich erwarb der Bischof damit einen Jagdsitz, der ziemlich abseits der Besiedlung lag.

1074 erhielt der Bischof von Freising von König Heinrich IV. 100 königliche Huben zu Bruck an der Leitha.  10)

10) 1074. 26. November, Regensburg, MGD H IV

[…, Jahr 1123]

Der Bischof hatte in der Ostmark bedeutenden Eigenbesitz. Alarun hatte damals Graf Otto IV. von Wolfratshausen und seine Hausfrau Laurentia, vom Bischof zu Lehen.  14)

14) vor 1126. Öfele, AÖG 133, Lechner, Babenberger-Stammtafel, S 479

[…] Bischof Heinrich starb am 9. Oktober 1137 und wurde in Freising bestattet. Sein Nachfolger wurde 1138 Otto von Babenberg, Sohn des Markgrafen Leopod III., der sich mit Erzbischof Conrad aussöhnte und dafür die Rückstellung der bischöflichen Rechte erhielt.  18)

18) 1138, Dopsch, S 269

War Alarun bisher an Grafen vergeben, sind unter der Amtszeit Bischof Ottos Ministeriale genannt, die sich nach Alarn nannten. Ein Ortolf und sein Bruder Ulricus waren für Christine von Tulbing Zeugen.  19)

19) ca. 1140, F II/4, S 37, 181 et Udalricus, F II/4, 309 und F II/4, 327

Um 1160 berichtete der Nachfolger Bischofs Otto, Bischof Albert I. von Freising seinem Domkapitel über seine Verhandlungen mit Herzog Heinrich II. wegen der Befreiung der „Cottidiana exactio“ bezüglich Ebersdorf und Ollern an das Kloster Neustift.  20)

20) ca. 1160, QUE, NF XIX, 9, BHSTA, Freising 35

Kaiser Friedrich I. übertrug die Rechte auf den Freisinger Gütern zu Enzersdorf, Ollern, Hollenburg und Eberstorf nach Verzichtsleistung Herzog Leopolds und dessen Sohn Friedrich an Bischof Otto von Freising.  21)

21) 1189. 18. Mai, Wien, MB 31/1, S 437, BUB IV, 1, 205, 892, Orig., verschollen, Marchfutter, Landgericht und Burgwerk waren Lehen des Reiches, Insert im Diplom K. Ruldolphs I. vom 1277. 21. Mai, Wien, Orig., verschollen.

Für Herzog Friedrich von Österreich bezeugte 1196 ein Chalhous de Alarn die Mautfreiheit für die Propstei Ardagger. 22)

22) 1196. 4. Feber, (Groß-) Enzersdorf, HHSTA, BUB I, 92. in Anwesenheit Bischofs Otto von Freising

Das innerhalb des Königshofes Alarun gelegen Gablitz muß damals ein Sachsenganger besessen haben, da er als Zeuge einer Schenkung aufscheint.  23)

23) 1190/1200. F II/4, 433. Alle weiteren Daten unter Gablitz.

[…] In Brünn beurkundete der König für den Bischof, den Besitz des Friedrich dapifer de Lengenbach und des Friedrich von Mauerbach im Predium Alarn und befahl dem Landschreiber Sidolin, den Bischof im ungestörtem Besitz seines Gutes Alarn zu schützen  37)

37) 1270. 14. Juli, Brünn, FII/31, 314, 289, BHSTA

und Friedrich von Mauerbach und Friedrich von Lengenbach hatten also Alarn innegehabt. […]

Bischof Emcho von Freising, der von 1283 bis 1311 den Bischofsitz innehatte, ließ von Chunradus de Ried die Waldgrenze der Hofmark Alarn schriftlich festlegen: Die erste Eintragung soll 1291 erfolgt sein, die nächste 1296: „Nota quod fines seu termini nemoris in Alarn incipiunt in Dultigesawe et currunt super Regenwasser, deorsum in ripam Alerpach et per directum deorsum ripam Maurpach usque in den Hirzfurt per directum sursum per Chlepfenden graben super Regenwasser. Item post Regenwasser per directum vsque Roswrtigen graben supra et abinde secundum Roswrtigen graben deorsum vsque in die Gaebelitz et secundum Gaebelitz sursum vsque in die Santigenschiezstat. Hoc est ad terminos capellule in sancto Laurencio.“  41)

41) Cod. 241, BHST, in AÖG 27, S 303, J. Zahn, d. Freing. Saal- und Copial-Urbarbücher in ihren Beziehungen zu Österreich, S 240, Text nach Cod. 241, f 77, keine Markbeschreibung, diese nur nach Notizbuch Bischof Konrads III. 1314 – 1322, später keine Erwähnungen mehr!

Im 14. Jahrhundert nannte sich ein Ministerialengeschlecht nach Alarn. Chalhoch war Zeuge für Wigand den Eisenbeutel vom benachbarten Kogel.  42)

42) 1308. 25. März, HZBG, U 34

Aus einem Urbar über das Predium Hofmark Alarn ist uns bekannt, daß Chalhoch eigentlich der „Judenauer“ genannt wurde, ebenso Chunrat und Wolfker.  43)

43) 1305, Urbar Hofmark in Alarn

In Judenau nannte sich das Geschlecht aber nach Stolberg, was der Ursprungsort gewesen sein könnte.  44)

44) 1310. 6. Dezember, Wolfger d. Stolberger v. Judenau, F II/18, CXVII, Orig., et 1331. 13. Juli HZBG, U CX

Da bisher nur ein Stollberg im Bereiche der Herrschaft Lengbach im GB Barnd-Laaben bekannt ist, könnte es sich um Ministeriale der Lengenbacher gehandelt haben. Wolfker, Chalhoch und Chunrat die Judenauer, die sich nach Ollern nannten, standen in einem Nahverhältnis zu Herlieb von Purchstall. Von Wolfker sind die Hausfrauen Ottilie und Offmey, von Chalhoch die Hausfrauen Gertrud und die Söhne Herlieb, Chalhoch und Chunrat und die Tochter Alheid bekannt. Besitz hatte dieses Geschlecht in Judenau, Kogel, Alt-Lengbach, Ollern, Baumgarten, Wilhelmsburg und Stetten. Eine Besitzveränderung für Ollern ist nicht bekannt, die dazugehörigen Wälder waren im Besitz des Bischofs und wurden getrennt vergeben. Vermutlich besaß das genannte Geschlecht nur das feste Haus oder eine verschwundene Burg.

Im Urbar des Jahres 1305 ist Weinzierl genannt, der Berg Sonnenwies, Äcker, Weindienste und Holden. Im Tal „Nuzgrab“ hatten Friedrich und Pernger von Wilfleinstorf Besitz, den Hof im Dorf Alarn hatte Heinricus Bawarus. Genannt ist auch Ried, unter den Bewohnern Heinricus Pömer und Leupold, Wolfkerus Chorner, Otto Eninchlein de Vlohperch-Flachberg. Heinrich der Pair, um den es sich hier handeln dürfte, war später Hofmeister in Dornbach und auch Burggraf zu Leesdorf. Die Pömer finden wir später in Achau. 1310 hatte das Bistum Freising im Amt Allarn 22 „libras“ und 72 „denare“.  45)

45) 1310. 3. Jänner, F II/36, S 164

Chalhoch und Chunrat von Alarn bezeugten für Gertrud von Waldeck, Priorin des Dominikanerinnen-Klosters in Tulln.  46)

46) 1311. 28. Mai, HZBG, U XLV et 6. Juni, HZBG, U XLVI

1311 verlieh Bischof Emcho von Freising „villa Gablitz mit dem Wald Rozwaertiger Graben“ an Griffo von Wien. Er hatte von den Mauerbachern gekauft, Lehensinhaber vom Bischof war aber Leupold von Sachsengang.  47)

47) 1311. 29. Juni, U. Sachsengang 91, Not. Buch. B. Konrad III. von Freising

1312 ernannte Bischof Gottfried, Reinprecht von Wallsee zu seinem Burggrafen und Pfleger zu Enzersdorf, zum Sachwalter der Freisinger Güter vor den Landgerichten.  48)

48) 1312. 6. November, F II/35, 489

Präpositus Godefridus de Hachesacker von Freising starb am 27. August 1314 in Wien und wurde nach Freising überführt. Er war am 1. Feber 1311 erwählt worden.  49)

49) 1314. 27. August, Deutinger, Bd. 5, N 30

König Ludwig richtete aber 1315 an Bischof Chunrad von Freising die Nachricht, er solle zu diesen Zeiten seine Lehen nicht durch den König empfangen, da die Besitzungen des Bistums infolge des Krieges zwischen ihm und König Friedrich im Besitze des Herzogs von Österreich waren.  50)

50) 1315. 21. November, Meichelbeck II/1, 126 zu 236, LV

König Friedrich hatte mit dem Bischof einen Wald bei Kirchbach, den der Bischof zu Lehen nahm, gegen einen Wald in Mauerbach, Mauereck und Wispuch, getauscht.  51)

51) 1316. 18. April, F II/36, S 103

Diese eingetauschten Wälder benötige der König zur Ausstattung der von ihm gegründeten Kartause Mauerbach. Nach einer nicht mehr erhaltenen Urkunde hatte er das Gut Mauerbach von „Herbort super Columpnam“ gekauft. Der Wald war so umfrangreich, daß die Kartause urkundlich verpflichtete wurde, einen eigenen Förster zu halten. Aus dem gleichen Jahr besagt eine Aufzeichnung, daß der bischöflichen Curie Weizen in Ollern zustand, von dem dem Verwalter 4 Modul und 11 Metzen verblieben.  52)

52) 1316. 20. Mai, F II/36, S 105

Im gleichen Jahr wurde durch das Bistum auch ein Urbar über Alaren – Ollern verfaßt.  53)

53) 1316, o.D., F II/36, S 103

„Zuerst vom Ort Reingrub direkt in die Wiese genannt Sonnenwiese, von diesem Ort in den Stainpach und von hier zum Fluß Steinpach. Vom vorgenannten Fluß verläuft die Grenze der Kirche bis zum Ort, der Bischofswarte und Peilstein genannt wird. Von diesem Ort Peilstein zum Gablitz genannten Fluß, von diesem Fluß direkt in den Fluß, der Wien genannt wird. Von dort bis nach Mauerbach und Gaizruck, von diesem Ort zum Fluß Alarsbach – Ollersbach genannt und von dort in den Lieleich und bis Aichein. Das Feld in Elsbach ist zur Hälfte Eigentum der Kirche. Innerhalb dieses Distriktes liegt das „castrum ried“, das der Herzog mit allem Zubehör von der Kirche zu Lehen hat. Speziell hat der Herzog den Kirchberg genannten Wald zu Lehen. Der Schenk von Chuenring hat innerhalb dieser Grenzen Vlohsperch – Flachberg. In Ried hat er 3 Lehen. Griffo von Wien hat das Dorf Gablitz, Christan der dapifer von Lengenbach den Wald Puchberg. Der Hubmeister von Wien hat den Wald Hirzfurt, auch Griffo hat an diesem Ort einen Wald. Der Stuchs von Trautmannsdorf hatte von der Kirche 10 solidus in Alarn zu Lehen. Innerhalb dieser beschriebenen Grenzen sind nachfolgende Güter besetzt und nicht einbekannte Namen der Lehen, die dennoch Eigentum der Kirche sind. Eisenbeutel das Dorf Weinzierl, der Kieburger, Bürger von Wien den Wald bei Purgleis, die Söhne des Wernhard Christan von Wien den Wald Charelholz, Karolus de Charhoren – Chorherrn den Wald Weczelstein, Der Forstmeister des Herzogs den Berg Saupuhel, die Söhne des Rudolph von Wien, die Wiese bei Krautgarten. Die Geschichte des Castrums Ried wird wegen seiner besonderen Bedeutung gesondert behandelt.

Dieses Urbar weist auf Zustände hin, die in der Zeit des Streites der beiden Könige entstanden waren. Das Bistum scheint in diesem Streit Verlierer gewesen zu sein. Immerhin wird beim Verzicht des Chunrat von Mauerbach, eines Sohnes des Leutwin und dessen Hausfrau Margret, auf das Gut Mauerbach festgehalten, daß es teilweise auch Lehen des Bistumes von Freising war.  54)

54) 1320. 4. April, HHSTA

Nach der Rückkehr des Königs aus der Gefangenschaft und knapp vor seinem Tode, gab er Chunrat von Alarn und dessen Schwester Alhait eine öde Hofstatt und das zum Zeitpunkt niedergefallene Gemäuer des Herzogshofes in Kloster Neuburg klosterhalben, bei der Kapelle vor dem Turm zum Lehen. Der König siegelte diese späte Entschädigung mit seinem großen Königssiegel.  55)

55) 1329. 1. Mai, Winkelberg, FKLN, CLVI, Orig., A. St. Kl. Neuburg

Es dürfte sich um einen Ersatz des bisherigen Ansitzes gehandelt haben.

1336 verkaufte Reinbot der Hubmeister das Holz „Schuttwürfel“ an den Prior von Mauerbach.  56)

56) 1336. 10. Jänner, Wien, Orig., HHSTA, HA, M 17, f 51, 52, Hantschk, S 113, Cod. 165, f 133

Es schloß oben an des Greiffen Hölzlein an und ging von dem Puchberge an den Kallenberg. Vorher hatte er es mit seinem Bruder Chunrat als Lehen des Bischofs von Freising besessen. Im Urbar des Jahres 1316 wurde dieser Wald Hirzfurt genannt. Mit Hand des Bischofs Chunrat von Freising verkaufte 1337 auch Jans der Greiff bei unserer Frauen Stetten-Maria am Gestade in Wien, das Dorf Gablitz mit dem Holz 13 Leiten, das vorher sein Vater Greiff zu Lehen hatte um 500 Pfund an Herzog Otto.  57)

57) 1337. 22. Juli, Orig., HHSTA, F II/35, 666. Q I/3, 3027. Bischof Chunrath siegelte diese Urkunde!

Der Verkauf schloß den Hof in Gablitz und alles Besitztum zu Gablitz ein und wurde in Lehensgewähr abgeschlossen. Der Bischof siegelte die Urkunde mit dem Aussteller und 6 weiteren wichtigen Zeugen: Alber der Cherbeck (Atzkersdorf), Jansen der Taler, Hofmarschall des Herzogs Otto, Hagen von Spilberg, der Hofmeister der Frau Herzogin, Simon der Richter von Neuburg, Christian der Schlüssler von Neuburg und Reinhard der Zaunrüd, Judenrichter in Wien. Über diesen Kauf gelangte Gablitz später an das Kloster Mauerbach. 1339 urkundeten die Brüder Jacob und Leutold von Chunring, Obrist Schenken, wegen der Burghut zu Enzersdorf und zu Ulmerfeld auf Bischof Chunrat.  58)  […]

58) 1339. 24. April, Waidhofen, Orig., HHSTA

1343 lag Chalhoch von Alarn im Streit mit dem Deutschen Orden bezüglich einer Mühle an der Perschling bei Katzenberg. Herlieb und Chalhoch waren Zeugen für Eberhat von Katzenberg und Agnes.  60)

60) 1343. 12. März, HHSTA et 1349. 13. Juli, NÖUB I., 421, 356

Die Familie dürfte keinen Besitz in Alarn besessen haben. Urkunden mit Angehörigen dieses Geschlechtes werden daher nicht mehr angeführt.

Bischof Albrecht (von Hohenberg) verkaufte 1354 an den Prior Johann von Mauerbach um 60 Pfund Besitz am Chalhochperg beim Spital bis an den Schuttwürfel und aufwärts zur Gablitzer Mark.  61)

61) 1354. 15. März, Samstag nach Gregorientag, HHSTA, HA, M 17, f 45, 46 et 16. März, nächster Samstag nach Mitterfasten, Orig., HHSTA et 18. März, Eritag nach St. Gertrudis, HHSTA. Bischof Albrecht war 1354 im Lager Herzog Albrechts II. bei der Belagerung Zürichs.
Um seine Schulden bezahlen zu können, verkaufte er im Jahr darauf dem Herzog seine von den Eltern ererbte Herrschaft Triberg im Schwarzwald. W. Baum, Rudolf IV., der Stifter, S 232

Ulrich der Judenauer zu Alarn und Diemut und ihr Sohn Stephan erhielten 1355 vom Probst Heinrich von Baumburg den Zehent auf dem Tannbrucker Hof zu Judenau.  62)

62) 1355. 13. Oktober, BHSTA, Baumburg U 106

Alarn müßte er als Freisinger Lehen besessen haben.

1358 verkaufte Bischof Albrecht von Freising, diesmal um 150 Pfund, den Wald am Retzeinspühel und am Chalhochsperg, Kirchengut der Hofmark Ollern, an den Prior von Mauerbach. Der Herzog gab formell seine Zustimmung.  63)

63) 1358. 26. Feber, HHSTA, F II/35, 729 et 4. Mai, NÖLA, U 72, Zustimmung des Herzogs

Im Jänner 1359 verlieh Herzog Rudolf IV. dem Bischof einen Wochenmarkt für das Dorf Hollenburg. Er versuchte nach dem Tod Bischofs Albrechts 1359, seinen Kanzler Johann Ribi auf den Freisinger Bischofstuhl zu setzen.  64)

64) 1359. Jänner, W. Braum, Rudolph IV., S 232, A 238, nach BHSTA, U Freising 278

Kaiser Karl IV. bestätigte von Nürnberg aus dem Bistum die Urkunden König Rudolphs von 1277 und die Kaiser Friedrichs von 1189, die die Marktrechte und die Landgerichte zu Enzersdorf, Ollern und Hollenburg betrafen.  65)

65) 1361. 7. April, Nürnberg, F II/35, 738 Orig., BHSTA, Urk. Fasc. 119, ebenda, E 1, E2

Die Hofmark Ollern war bereits weitgehend zerfallen, eine Burg dürfte es nicht mehr gegeben haben.

Herzog Albrecht verglich sich 1365, nach einem Schiedsrichter-Entscheid, mit Bischof Paul von Freising betreffend der Rückforderung von Gütern in Österreich, die Herzog Rudolph IV. dem Bistum entzogen hatte. Unter den genannten Gütern in Niederösterreich ist aber Hollenburg nicht enthalten.  66)

66) 1365. 28. Oktober, BHSTA, F II/35, S 344, 748

Bischof Paul (von Jägerndorf) war vor seine Transferierung nach Freising, Bischof von Gurk und hatte große Schulden, die Herzog Rudolph übernommen und sich dafür an freisingischen Besitzungen schadlos gehalten hatte.  67)

67) W. Baum, Rudolph IV., der Stifter, 1996, S 129, A 111, nach W. Wadl, Geschichte der Juden in Kärnten, D. Kärntner Landesarchiv 9, 1993, S 225 ff. Papst Innozenz VI. hatte bereits Mitte Juni 1359 auf ein Ersuchen des Kaisers und Herzog Rudolphs IV. geantwortet, daß er beschlossen habe, den Gurker Bischof Paul nach Freising zu transferieren. W. Baum, S 110, A 88.

Zu den entzogenen Gütern dürfte Ried gehört haben, das allerdings 1368 als seit altersher dem Gotteshauses Nieder-Altaich gehörig, bezeichnet wurde, ohne die Zugehörigkeit zu Freising auch nur zu erwähnen.  68)

68) 1368, 9. Jänner, Wien, HHSTA

1374 beurkundete der Wiener Bürgermeister Jans auf dem Chienmarkt, daß Frau Chunigunde, Witwe des Hans des Hermendlein in der Klage vorgebracht hätte, ihr Mann hätte ihr den ihm versetzten Hof zu Alarn hinterlassen. Der Hof wurde ihr darauf für 23 Pfund zugesprochen.  69)

69) 1374. 7. Dezember, Wien, HHSTA, Q I/3, 3327

Um 1380 hatte Hans der Fug den Hof in dem Steinbach bei Ried mit Acker, Wiesen, Holz und Zubehör als herzogliches Lehen.  70)

70) 1380, o. D., LB 1380, N 352

Noch am 14. April 1381 hatte Bischof Leopold von Freising mit anderen, darunter auch Reinhard Wehinger für Herzog Leopold die Bürgschaft über 4000 Pfund übernommen, die dieser zum Ankauf der Festen Stuchsenstein, Buchberg, Losenheim und zu dem Hof aufgenommen hatte.  71)

71) 1381. 14. April, Graz, St.LA, U 3398, Lichn. IV, 1574

Seit 20. September 1381, durch Papst Urban VI. bestätigt, war Berchtold von Wehingen, Bischof von Freising. […] Besitzungen seines Bistums… Genannt wurde Groß-Enzersdorf, Ulmerfeld, mit Randeck, Waidhofen an der Ybbs, Weißenkirchen und Hollenburg in Niederösterreich. Ollern ist nicht genannt, dürfte verwaltungsmäßig bereits bei Hollenburg gewesen sein.  72)

72) hiezu L. Stierle, D. Herren v. Wehingen

Der Knecht Wolfhart der Ramperstorfer von Alaren erwarb 1391 von Heinrich von Pottendorf vom Jüngeren Gülten zu Asparn auf dem Tullnerfeld, 1400 verkaufte Conrad der Ramperstorfer, ein Bürger zu Wien, diese an Propst Bartholomeus von Klosterneuburg.  73)

73) 1391. 31. Dezember, F/28, DLIV, S 64 et 1400. 9. April, F/28, Kommentar zu DLIV, S 64, aus alten Kammerbriefen

1399 verpflichtete sich Remigius, der Pfarrer von Freundorf für den verstorbenen Pfarrer von Olarn – Ollern Wolfhart den Ramperstorfer ein Seelenamt und 2 Messen zu feiern. Falls der Jahrtag nicht gehalten würde, wäre der Pfarrer von Tulln berechtigt, die Stiftung, die u.a. 4 Tagwerke Wiesen bei Katzelsdorf betraf, an sich zu ziehen.  74)

74) 1399. 3. November, GB XV, S 278, Orig., Cons. A. St. Pölten, Regest in Kerschaumer, Tulln, S 391

Ob der Ramperstorfer der erste Pfarrer war, ist nicht nachzuweisen, da die Pfarrgründung nicht bekannt ist. Ollern war also bereits Pfarre, wann diese aufgelöst wurde ist nicht bekannt, sie wurde erst 1783 neu gegründet. Das Geschlecht Rampersdorfer dürfte sich nach dem Vorort Reinprechtsdorf, heute bei Wien V, genannt haben. […]

1435 beurkundeten Nachbarn zu Olarn, darunter Peter Korenhof als Amtmann, Mert Grach und Paul Imhoff, daß der Kelch, den Frau Kunigunde, die Paratedin nach St. Lorenz bei Ried geschenkt habe, nicht an einen anderen Ort kommen solle.  81)

81) 1435, o. D., Tulln, U DXIV

St. Laurentius bei Ried wird später nochmals 1476 in den Passauer Matriken genannt.

Die Feste Ried, nach dem Freisinger Urbar ein Lehen des Bistums an den Herzog von Österreich, wird gesondert behandelt. Das frühere Amt Ollern dürfte verwaltungsmäßig zum Besitz der Feste Hollenburg gekommen sein. Kloster Mauerbach hat in seiner Einlage 1558 u. a. bekannt: in Ollern behauste Güter und Überländ.  82)

82) 1558, AE, UW 12, taxiert 1559. 15. Jänner

1559 verfaßte Johann Theodor, Herzog zu Ober- und Nieder-Bayern, Bischof zu Freising und zu Regensburg durch den Pfleger zu Hollenburg Ambros Eysenreich, seine Gülteinlage.  83)

83) 1559. 14. Jänner, NÖLA, AE, OW 238

Darunter behauster Dienst
zu Ried, samt Brandstätten 3 tal  2 sch   6 pf
zu Ollern, zu Weinzierl     14 tal   4 sch
zu Prun          7 ta
Bergrecht Dienst zu Ried, Ollern und Freindorf
Wein Zehent zu Ried und Bergrecht zu Freindorf
Wälder sind nicht mehr angeführt.

1571 gab es im Gablitzer Amt: 89 1/2 Tagwerke Wiesen, im Rieder Amt: 76 Tagwerk Wiesen.  84)

84) 1571, o. D., HKA, W 65/E, f 1292

1572 bestand dieses Amt nicht mehr, die Gemeinden Ollern und Ried besaßen Hölzer. Die Gemeinde Ollern trug OG auf den Steinen, die Gemeinde Ried RG.  85)

85) 1572, HKA, HS 86

[…] Der Bischof hatte 1591 die Ortsobrigkeit in Ollern –  87)

87) 1591, Ber.[eitungs] Buch, VUWW, XXXVI     [Gemeindehomepage Geschichte/Epoche 16. Jahrhundert:  1591 Abschrift Bereitungsbuch]

30 Untertanen, in Weinzierl – 37 Untertanen, Johann Eusebius von Khuen die Ortsobrigkeit in Ried – 42 Untertanen, in Flachberg – 43 Untertanen.  88)

88) 1591, Ber.[eitungs] B.[uch] OW, S 95

[…] Das Bistum hatte 1676 keinen Waldbesitz mehr, die Gemeinde Ollern besaß einen Wald. Sie war durch den Richter Adam Haberl und Adam Hofer, Thoma Preitwieser, Matthias Wurmb und Simon Böheimb als Geschworene vertreten.

Im Rieder Amt begann beim Dreieckstein 111 die Ollinger Gemein und ging bis Stein 117. Im Purkersdorfer Amt begann das Ollinger Gemeinholz der Landstraß nach des Täglsberg bis an die Gablitz, bis zum Bachbett der Allhang. Im Weidlingauer Amt bei Stein 119, O:G, Ollerer Gemein.  90)

90) 1676, HKA, HS 88

In der Josephinischen Fassion wurde die Gemeinde Ollern mit der Nummer 197 VOWW bei der Herrschaft Chorherren geführt.  91)

91) 1787, VOWW 197, NÖLA

In der Grenzbeschreibung heißt es: mit Anfang der Hauptmarchung der k.k. Waldamt Tulbinger Au.
Ried XII: Hauswälder zu Ollern am Rieder Berg
   790, darunter Freihof Freindorf
   857, Gemeinde Ollern 48.6 Joch 18 Klafter
   858, Gemeinde Ollern 342 Joch
   Gesamt Wald 720.43 Joch  10 Klafter

Die Gemeinde Flohberg wurde bei der Herrschaft Chorherrn unter VOWW 196 geführt. Flohberg hatte 12 Häuser.
unter Herrschaft Chorherrn
   414, Grillenbart, dominical  106.47 Joch  23 Klafter
unter Flohberg
Ried VIII:
   512, Altarberg am Rieder Berg  22.49 Joch 14 Klafter
   528  1.42 Joch  21 Klafter

In Chorherrn war Franz Grießauer Ortsrichter, in Flohberg Franz Schwert.
Herrschaft Chorherren gesamt:
   Äcker  206.9 Joch  18 Klafter
   Wiesen  83.6 Joch  21 Klafter
   Weingärten  38.6 Joch  21 Klafter
   Wald   131.6 Joch  8 Klafter

Die Gemeinde Ried wurde bei der Herrschaft Rappoltenkirchen unter VOWW 376 geführt. Welcher bedeutende Waldbesitz zu dieser königlichen Schenkung gehört hat, läßt sich aus der Josephinischen Fassion Gablitz zumindest für den Gablitzer Bereich auch nachträglich feststellen. Zum ursprünglichen Besitz gehörten auch die Wälder der späteren Kartause Mauerbach. Da die ersten Lehensinhaber, die Grafen von Wolfratshausen in Traditions Notizen aufscheinen, könnte Ollern – Alarun ihr österreichischer Ansitz gewesen sein.  92)

92) ca. 1140, F II/4, 288 et 292 C

Durch den Aufenthalt in der Markgrafschaft scheint auch die Ehe des Grafen Otto mit Justitia von Babenberg, der Tochter des Markgrafen Ernst und Enkelin des 1033 genannten Markgrafen Adalbert zustande gekommen sein.  93)

93) Stammbaum Dießen-Wolfratshausen nach Trotter und Oefele, und K. Lechner, die Babenberger, Stammbaum, S 479

Justitia war die Mutter des 1155 verstorbenen, Bischofs Heinrich von Regensburg, Alarun ging an ihren anderen Sohn Graf Otto III., der mit Lauritta verheiratet war. Das Schenkungsgut an der Perschling, das 1058 ihre Großmutter Froiza erhalten hatte, ging später an die Grafen von Wolfratshausen über.  94)

94) Lechner, Babenberger, S 79, A 94

Bischof Heinrich von Regensburg, Enkel des Markgrafen Ernst von Babenberg hat 1146 den Babenberger Herzog Heinrich von Bayern, einen Urenkel des Herzogs Ernst als Suffragan zusammen mit Erzbischof Conrad von Salzburg in den Kirchenbann gesetzt.  95)

95) 1146. 2. Juli, Viterbo, Bestätigung des Papstes Eugen III., BUB IV, 752, aus Abschrift, Bozek, Cod. Dipl. Moraviae 1., Lechner, Babenberger, Orig. verschollen

Nach der Absetzung des Siboto II. von Weyarn-Neuburg als Vogt von Tegernsee durch Kaiser Heinrich V. wurden die Wolfratshauser auch Vögte von Tegernsee. Als letzter fungierte Heinrich II. bis zu seinem Tode 1157.  96)

96) 1121 – 1157, AÖG 133, S 106, J. Weissensteiner

1803 wurde das Bistum Freising säkularisiert. Die Besitzungen kamen teils zu Bayern, teil zu Österreich. Der letzte Fürstbischof von Freising und gleichzeitig auch Fürstpropst von Berchtesgaden, war Joseph Conrad Freiherr von Schroffenberg.  97)

97) + 1803, in Berchtesgaden, Hilgenreiner, S 1539

Über die k.k. Staatsgüteradministration kam die Herrschaft Hollenburg an Johann Jacob von Geymüller.  98)

98) Czeike, Hist. Lexikon Wien, S 538, LV

Am 19. Juni 1812 ersuchte dieser um Gültanschreibung an. Er besaß auch die Herrschaft Eisentür bei Krems.

1821 wurde Ollern als Katastralgemeinde VOWW 570 zur Herrschaft Rappoltenkirchen gehörend, aufgenommen.  99)

99) 1821. 25. April, Rappoltenkirchen, BAfEuVW

Definitiv, Ollern samt Encalven Weinzierl, Flachberg und Freihof Reichersberg. Es grenzte an die Gemeinde Ried, an fremde Pfarrgrenze, Weinzierl und Flohberg. Nördlich an Staasdorf und Chorherren. Östlich an Wilfersdorf und Gablitz. Südlich an Ried, Reichersberg, Weinzierl und Flachberg.

Die Grenzbeschreibung begann bei der Poststraße am Rieder Berg. Richter zu Ollern war Franz Matzwinkler, Richter zu Chorherren Ander Welser, Richter zu Wilfersdorf Johann Eichinger, Richter zu Staasdorf Josef Niederleitner, Richter zu Flohberg Franz Schwert, Richter zu Weinzierl Johann Karner, Ignatz Münichdorfer war als k.k. Förster vertreten.

Gesamtausmaß 1375 Joch  768 Klafter
hievon Wald 700 Joch  192 Klafter
hievon Bauparzellen 6 Joch  281 Klafter

Die Kirche zu Freindorf besaß die Parzellen: 412, 164, 110, 142
Waldanteile aus dem Grundparzellenprotokoll:

private Besitzer
Weideck, Lange Leiten  13 Joch   1182 Klafter
Artezfeld, Dreihölzerplatte  95 Joch  1215 Klafter
Dreihölzerplatte   94 Joch  1175 Klafter
Dreihölzerplatte   128 Joch  213 Klafter
Waldfeld   5 Joch  407 Klafter
privat, gesamt  337 Joch  992 Klafter

Herrschaft Chorherren
109, Grobhölzer  5 Joch   1571 Klafter
Gemeine Flachberg
18                    829 Klafter
Gemeinde Ollern
17, 35, 63, 352, 358   356 Joch  305 Klafter

Gesamt Wald in Ollern   700 Joch   497 Klafter

Veröffentlicht am 27.8.2025

E 61.2   Ried am Riederberg - Riede (Twerdy)

Beiträge zur Geschichte des Wienerwaldes
Wilhelm Twerdy, 1998

Impressum: Diese Arbeit unterliegt dem Urheberrecht. Um der Forschung nicht hinderlich zu sein, werden unter Nennung der Quelle und des Verfassers Veröffentlichungen gestattet; ausgenommen sind die abgebildeten Originaldokumente.

IV.H.) Ried am Riederberg – Ride
(mit Dörflein bei Ried auf dem Berger)

Ab Seite 264:

Daß das Castrum Ried innerhalb der Besitzgrenzen des Königshofes Alarun – Ollern lag, geht aus den Urkunden des Bistums Freising hervor. Der alten Römerstraße folgend, bestand wohl auch in der karolingischen Zeit diese wichtige Poststraße. Die Burg Ried lag an der Stelle, wo ein hoßer Paß zu überwinden war, also der Reisende besonders gefährdet schien. So gehörte diese Burg wohl zum alten Königshof, auch wenn sie nicht direkt erwähnt ist. Die erste Nachricht ist aus dem Jahre 1211 erhalten.  1)

1) 1211. 22. Mai, Wien, HHSTA, F II/36, S 103, Friess 167, Hormayr Archiv 1828, p 340

Bischof Manegold von Passau eximierte die von Hadmar von Chunring erbaute Kapelle in Riede auf Wunsch des Pfarrers Heinrich de Gruscharn von Sieghartskirchen aus dem Verbande der Mutterkirche Sieghartskirchen. Das Dorf Ried gehörte ebenfalls zum Königshof, lag also innherhalb des an Freising geschenkten Gutes. Burg und gleichnahmiges Dorf gehörten den gleichen Besitzern. Kein Zeuge dieser Urkunde weist jedoch auf Freising! Die Urkunde wurde aber in die Urkunden Bücher des Bistumes aufgenommen, sie wurde im Hause des Advokaten Otto ausgestellt. Daß vorwiegend Ministeriale Zeugen waren, die zum Kreis des Lengenbacher gehörten, ist dadurch verständlich. Sieghartskirchen war damals einerseits durch Elisabeth, Tochter des Grafen Gebhard von Sulzbach und Gattin des Graf Rapoto I. von Ortenburg, an deren Sohn Graf Rapoto II. gekommen, seit 1188 hatten aber auch die Lengenbacher Besitz.  2)

2) 1188, Büttner, Burgen NÖ 5, S 59

Anmerkung Marktgemeinde, Andreas Bohnec, 31.12.2025:
Manegold – Trennung Ried siehe im Register E 64, Regesten und Urkunden aus „Die Herren von Kuenring. 1874“.
Veröffentlicht am 31.12.2025.

Wahrscheinlich aber nur als Lehen der Ortenburger, denn 1228 übergab Graf Rapot II. die Kirche Sieghartskirchen an Baumburg.  3)

3) 1228. 2. November, Salzburg, BHSTA, U Baumburg 13

Um 1157/63 war ein Regingerus und sein Bruder Wernherus de Riede Zeugen für Bischof Konrad von Passau.  4)

4) 1157/1163,Wien, bzw. Passau, MB 28, S 109, XII, Hornmayer XXXIX, 107, Boshof 800 zu 1156 – 1164

In einer Originalurkunde vom 22. September 1160 war Reginger für den Bischof Zeuge, als diese die Kirche St. Oswald in Nöchling weihte. Er steht unmittelbar nach dem Fridericus prefectus unter den Laienzeugen an zweiter Stelle.  5)

5) 1160. 22. September, St. Johann zu Säbnich, Boshof Reg. Pass. Bischöfe, 772, BHSTA, KU Regensburg-Obermünster 11, Ried I., S 232, 252

Er fehlte aber am 11. April des gleichen Jahres in Krems, obwohl hier mehrere Zeugen aus dem Viertel unter dem Wiener Wald vertreten waren.  6)

6) 1160. 11. April, Krems, Boshof 762, A. Zwettl

Beide Brüder waren auch Zeugen für den Bischof bei der Bestrafung des exkommunizierten Dietrich von Ollersbach.  7)

7) 1156. 17. September – 1164. 29. Juni, Wien, Boshof, 797, Meiller RB, S 40, 41

Ob sie tatsächlich Ried am Riederberg zuzuordnen sind, ist nicht gesichert. Wenige Jahre später war ein Chunradus de Riede Zeuge für Herzog Heinrich, der aber für den Bischof nicht als Zeuge nachweisbar ist.  8)

8) 1176. o. D., F II/11, 9, VI, laut Watzl, Urbar S 74, A 1, zu 1666, BUB I, 6/41, 45

Hier besteht über die Zuordnung zu Ried in NÖ kein Zweifel. 1196 war ein Dietmar de Riede Zeuge für den Abt von Wilhering.  9)

9) ca. 1196, OÖUB II, 446, CCCIV

Im gleichen Jahr ein Otto de Riede ausdrücklich als Ministeriale des Herzogs für Bischof Wolfker,  10)

10) 1196, MB IV., S 146, XVI, Orig., BHSTA, KU Formbach 13, Boshof, 1021,

während zwei Jahre vorher ein Otto de Riede für den gleichen Bischof unter lauter Oberösterreichern aufscheint.  11)

11) 1194. 28. Oktober, Boshof, 991, BHSTA, Orig., Domkapitel Passau, U 16, MB 28, I, S 261, 40

Wie oben erwähnt, war um 1211 die Burg aber im Besitze der Chunringer.

In den Passauer Urbaren wird das Castrum „Rudiberch“ genannt, der Pfalzgraf von Ortenburg hatte den Grund, (worauf es stand) und den Zehent vom Bischof zu Lehen.  12)

12) 1250/60, Maidhof, Pass. Urbare. I, 221. Die Hauptlinie starb 1248 im Mannesstamme aus. Die Passauer Eintragung gilt als nicht richtig.

1280 verzichtete die Brüder Leutold und Heinrich von Chunring, mit ihren Gattinen Agnes und Adelhaid, Töchter des Truchseß von Feldsberg zugungsten König Rudolphs von Habsburg gegen andere Pfandschaften auf die Feste Ried.  13)

13) 1280. 21. Juli, Wien, HHSTA, Lichn. I., Reg. 77, 605, Bö-RE V., reg 1202,S 299, Friess 344

Für Adelhaid wird das Todesjahr 1264 angegeben,  14)

14) + 1264, Kuenringer Katalog, Zwettl 1981 et JB f. LK v. NÖ, 1980/81, Kuenringer Forschungen, Stammbaum

so könnte ihre Erwähnung eher auf ein Erbe nach den Feldsbergern hinweisen. Wenig später verpfändete der König an den Landschreiber Chunrat, zur Abstattung der ungeheuren Schuld nach dessen Abrechnung der Interregnumsjahre, die niemand anzweifeln durfte, unter anderem das Castrum Ried.  15)

15) 1281. 2. Juni, Bö. Re. V., reg. 1330, S 323, für Abrechnung 1276 – 81, 12.436 Pfund und 606 Mark Silber

Bischof Emcho von Freising hat Chunradus de Ried den Befehl gegeben, die Waldgrenzen der Hofmark Alarn schriftlich festzuhalten.  16)

16) J. Zahn in AÖG 27, S 237, BHSTA, Cod. 241, vierte Abteilung, Fol 77, S 240, AÖG Text, Seite 303, Nota 93 im Auftrag Bischofs Emcho von Freising, 1283 – 1311 verfaßt. Die älteste Eintragung soll von 1291 stammen. Trotzdem ist es wahrscheinlich, daß der Landschreiber diese Waldgrenze verfaßte. Als Inhaber von Ried war er dem Bischof von Freising verpflichtet, anderenfalls auch selbst daran interessiert. Ried dürfte somit ausdrücklich als Freisinger Besitz ausgewiesen sein.

Dies müßte vor 1286 geschehen sein, denn Chunrat trat mit seiner Frau Eyte wenig später in das Kloster Tulln ein. Ihre Tochter Alhaid brachte Ried ihrem Mann Otto, dem Sohn des Duric-Dietrich von Chalenberg zu, der sich und sein Geschlecht fortan als Schenken von Ried bezeichnete. 1286 stifteten Chunrat und Eyte, die bereits im Kloster waren, mit ihren Töchtern Adelhaid de Ried und deren Mann Otto und Katherina für den Prediger Orden in Tulln.  17)

17) 1286. 1 – 22. Dezember, Kl. Tulln, U LXIII

Die Eintragungen im Hofmarkbuch Alarun zu 1291 und 1296 müßten daher bereits von anderer Hand stammen. 1305 nannte sich Otto weilen Schenk von Ried, sonst aber auch nach Neuburg.  18)

18) 1305. 11. April, Tulln, HHSTA et 1293. 12. September et 1297. 21. September,

Während Otto bereits vor 1308 starb  19),

19) 1308. 18. November, Wien, Orig., St. Kl. Neuburg, F II/10, CXXIV

finden wird Chunrat den Munich noch 1310 für seinen Enkel.  20)

20) 1310. 7. Juni, HHSTA

Ottos Sohn, Johann oder Jans, der 1308 erstmals genannt erscheint, finden wir auch 1309 und 1310 in Urkunden.  21)

21) 1309. 21. Dezember, Tulln, OÖUB V, 26, et 1310. 7. Juni, HHSTA et 7. Juli, F II/10, CXXXI

1313 quittierte er zusammen mit Ott dem Grafenwerder 30 Pfund Kaufschilling vom Freisinger Landrichter Gottfried von Konradsheim.  22)

22) 1313. 13. November, Waidhofen, HHSTA, F II/35, 497

Offensichtlich war es den Habsburgern daran gelegen, die Pfandschaft zu lösen, was schon 1305 geschehen sein könnte. 1314 erhielt Otto von Grünburg für seine Verdienste das Castrum Ried als Pfandschaft.  23)

23) 1314. 15. August, AÖG II, 1849, 61

Gerade in diese Zeit fällt die Feststellung des Bistums Freising, daß das Castrum innerhalb des Distriktes Alarn gelegen wäre und der Herzog dieses von der Kirche zu Lehen habe.  24)

24) 1316. Urbar Hofmark Alarn, siehe Ollern, F II/36, S 103

Allerdings gab es damals 2 Könige, die sich blutig bekämpften. Der Gründburger hatte bereits 1310 eine Insel bei Tulln und das Castrum Froberg erhalten. Mit seiner Gattin Chunigunde erhielt er vom Herzog ebenfalls wegen treuer Dienste das von Heinrich von Liechtenstein gekaufte Haus Haseneck. Im Mai wurde er zu den Baronen Österreichs gezählt.  25)

25) 1310. 12. Mai, AÖG 1849/II., S 531 et 1313, o. D., NÖLA, HS 5, Bd. X., 53 et 1313. 4. Mai, Klosterneuburg, U Aragon 47

König Friedrich hat der Witwe nach Ott von Grünburg wegen der Lösung zu Ried aus dem Gericht zu Neuburg „markthalben“ 50 Pfund gegeben, jährlich also 400 Pfund.  26)

26) aus 1358, HHSTA, HS, W 6, S 133

Die Pfandschaft wurde also gelöst, ohne daß bekannt wäre wem das Lehen oder die Pfandschaft weitervergeben wurde. Jans der Schenk von Ried, der sich 1313 so nannte, war Forstmeister des Wiener Waldes. Dies bezeugen allerdings nur wenige Urkunden. Im Urbar des Bistumes Freising ist festgehalten, daß 1316 der Schenk von Chunring das innerhalb der Grenzen liegende Dorf Flachberg und 3 Lehen im Dorf Ried zu Lehen hatte. 1334 kam es im Auftrag des Herzogs zur Teilung des Erbes nach Jans dem Schenk von Ried in 4 Teile. Für die Tochter Elsbeth, Gattin Heinrich des Schuchlers  27),

27) 1366. 24. Juli, Wien, Q II/1, 675,A. Wien

wurde der Teil durch Schiedsrichter bestimmt.  28)

28) 1334. 24. Feber, NÖLA, U 216

Jacob der Grabner von Judenau und Burggraf zu Senftenberg gab 1342 Geld auf behausten Holden „zu dem Dörflein dacz do leit pei Ried und heißt auf dem Perig“ u.a. an Eberhard von Walsee für Säusenstein.  29)

29) ÖNB, CV 12499, f 38

Die Tochter Jans des Schenk, Kathrey war die Gattin Chunrat des Harmarkters, des Hubmeisters, wie aus einer Urkunde von 1339 hervorgeht, als sie beide bereits verstorben waren.  30)

30) 1339. 8. März, Wien, Q II/207, A. Wien

Sie hatten eine Tochter Elsbeth. Der Sohn Albrecht hatte 1359 das Steinhaus vor dem Widmer Tor, das den Schotten dienste, erworben.  31)

31) 1359. 6. Feber, HHSTA, FAm U

Im Jänner dieses Jahres war er Hofmeister Herzog Rudolphs.  32)

32) 1359. 10. Jänner, BHSTA, F II/35, 734

1366 gab er einen Pfandrevers über Ried, da alle Urkunden in Purkersdorf verlorengegangen waren.  33)

33) 1366. 28. Jänner, Wien, noch als Hofmeister, Pfandrevers über neue Urkunden über Ried, HHSTA, Lichn. IV., 711 siehe auch 17. Juli, Wien, Q II/1, 673 a

Neben den vielen Ämtern, die ihm übertragen waren, war er auch Landmarschall. 1367 nannte sich Wolfgang von Winden Magister Curie de Ried, ein Purchart von Ried dürfte sein Vater gewesen sein.  34)

34) 1367. 22. Juni, Wien, OÖUB VII, 326, CCCXXXIII, HHSTA, Codex et 25. November NÖUB II, 493

1368 belehnte der Abt von Nieder-Altaich die Herzöge Albrecht und Heinrich mit Ried, das „seit alters her des Gotteshauses war“.  35)

35) 1368. 9. Jänner, Wien, Lichn. IV, 838, HHSTA, MB XV, S 66, Schachinger S 116

Dies ist beachtenswert, da sich Herzog Albrecht 1365 mit Bischof Paul von Freising über die Rückerstattung der Güter geeinigt hat, die Herzog Rudolph dem Bistum entzogen hatte.  36)

36) 1365. 28. Oktober, Wien, BHSTA, F II/35, S 344, 748

Ried ist in dieser Einigung aber nicht genannt. 1370 beurkundete Ulrich von Padendorf, daß er an seinen Aidam, Jans de Ried und seine Tochter Kathrey den Hof zu Padendorf gegeben habe.  37)

37) 1370. 12.Mai, NÖLA, U 784

Jans oder Hans war der Sohn des Albrecht, 1376 hatte er in Nußdorf den Amtmann Peter der Hadmar.  38)

38) 1376. 12. Mai, NÖLA, U 916

In Meidling lag 1379 ein Weingarten; der Chunrat von Ried gehörte. Wohin derselbe einzureihen wäre, ist nicht feststellbar. Den Hof im Steinpach bei Ried hatte um 1380 Hans der Fug als herzogliches Lehen inne.  39)

39) 1380. o.D., LB 1380, Nr 352, S 65, S 54

Hans der Schenk leistete 1381 den Lehensrevers auf die Feste mit dem Waldamt zu Ried und 100 Pfund auf dem Gericht zu Tulln, die sein Satz um 1900 Pfund waren. Er nannte in der Urkunde seinen Oheim, Wernhart den Drugsetz und Hans von Dietreichstock, den Forstmeister, „die Zeit pede mein verweser“.  40)

40) 1381. 16. Juli, Wien, HHSTA, Lichn. IV., 1605

Hier erscheint erstmals ein herzogliches Amt zu Ried, das erst nach einem Besitzerwerb möglich war. Vermutlich mußte Freising hier auf Besitz verzichten.

1389 soll Herzog Albrecht III. das Haus Zagging mit dem Kirchlehen zu Hain und das Weinungeld in dem Mühlbach an Johann den Schenk von Ried und an seinen Aidam Johann von Neydeck verliehen haben.  41)

41) 1389. 25. August, Abschrift, HZBG, CCLXXIII

Johann von Neideck hat tatsächlich wenig später zur der Kirche in Hain eine Stiftung gemacht,  42)

42) 1404. 2. Feber, GB XV, 461, Cons. A. St. Pölten

die andere Nachricht ist aber nur mehr als Abschrift erhalten. 1395/96 wurde er auch mit den Festen zu Ried und Czelking, dem Zehent zu Gutenbrunn, Geld zu Böhmisch Krut und vielen anderen Lehen belehnt.   43)

43) 1395/96, LB A IV, 107

Bereits 1394 hatte er zusammen mit Ulrich dem Innprucker den Turm zu Gottelsbrunn mit der Hofmarch und das Arbaistal zu Lehen erhalten.   44)

44) 1394, LB A IV., 862

1397 verkaufte er an Urlich von Walsee, den Hofmeister des Herzogs Wilhelm, um 1000 Pfund Güter zu Grinzing, Nußdorf, Heiligenstadt und Sievering.   45)

45) 1397. 30. März, Wien, NÖLA, U 1412

Da ihm im gleichen Jahr Herzog Albrecht die Feste Ried fronte, werden diese Verkäufe verständlich, unbekannt ist aber wieso er so verschuldet war.   46)

46) 1397, o. D., HHSTA, HS, W 18, f 170r

Um 1398 hatte Hans der Pottenbrunner den Hof in dem Stainpach bei Ried zu Lehen.   47)

47) ca. 1398, LB A IV, 328

Forscher unterscheiden zwischen einem Hans dem Schenk und einem jüngeren ebenfalls mit Namen Hans, der von 1398 bis 1412 in Urkunden als kaiserlicher Hauptmann in Laa genannt wurde und mit Walpurga, der Tochter des Jörg Hauser und der Magdalena, verheiratet war.  48)

48) R. Perger, in JB Wien 1961/62, S 51 ff und 1399. 8. September, Wien, Lichn. V., 344, Q I/10, 18104, herzogliche Genehmigung der Anweisung der Morgengabe auf die herzogliche Lehensfeste Ried.

1398 siegelte er auch für den neuen Forstmeister Hans von Dietreichstock.   49)

49) 1398. 20. November, Wien, HHSTA, Q I/4, 4205

Bereits 1400 verkaufte Hans der Schenk von Ried mit seiner Hausfrau Walburga Besitz zu Rannersdorf, rechtes Eigen mit Zehent, an Abt Niclas von Heiligenkreuz um 125 Pfund. Den Zehent hatte ihnen der Herzog am 5. Juni übereignet.   50)

50) 1400. 19. Juni, Watzl, in loco. S 225, bisher unediertes Original in Heiligenkreuz et 5. Juni, wie vor

Damals schuldete er Dietrich dem Innprucker 150 Pfund.   51)

51) 1400. 14. Oktober, Wien, Q I/10, 18125

1405 empfing er von Propst Anton von St. Stephan Haus und Sitz zu Hadersdorf, wie diesen sein Vater Albrecht der Schenk von Ried und nachher der schon verstorbene Forstmeister Hans von Dietreichstock empfangen hatten.  52)

52) 1405. 1. September, NÖLA, U 1665, DA, Repertorium N 27

Damit scheint bewiesen, daß es nur einen Hans oder Jans gab. 1406 war er unter den Räten Herzog Wilhelms, siegelte im Jahr darauf den Landfriedenschluß Herzog Leopolds, bürgte gegenüber Jost von Mähren und siegelte 1408 und 1409 als Forstmeister.   53)

53) 1406, 3. September et 1407. 2. Jänner, Wien, Q I/10, 18308 et 28. September, Wien, Q I/10, 18346 et 1408. 14. Jänner, Korneuburg, Q I/10, 18354 et 1409. 8. März, Q I/10, 18365

1407 verkaufte Hans als Forstmeister eine Gült von 3 Pfund weniger 85 Pfennig gelegen zu Pierbaum bei Triebensee auf 7 Hofstätten an Hans den Pierbaumer gegen Wiederkauf innerhalb von 6 Jahren.   54)

54) 1407. 27. Mai, Orig., U Hardegg 163

Wegen einer Schuld von 300 Pfund an Wilhelm den Turs, Propst von St. Stephan zu Wien mußte er nach kleineren Verkäufen Hadersdorf mit genannten Wäldern und Wiesen als Pfand geben.   55)

55) 1412. 15. Oktober, HHSTA, Q I/4, 4367 et Q I/1, 4367

Kurz darauf dürfte er gestorben sein, denn seine Witwe Walpurga, gab 1413 ihre Morgengabe auf der Feste Ried an ihren neuen Gatten Sigmund von Polheim.   56)

56) 1413. 28. September, Q I/10, 18456, LB 1411, 67, HKA, HA, R 39

Erst 1416 verzichtete sie zu Gunsten Herzog Albrechts V. auf die Pfandschaft Ried, „an der Festen ze Ried mit irr zugehörung an dem Waldamt“.   57)

57) 1416. 26. März, Wien, Lichn. V., 1608, Q I/10, 18516

1429 hat sie als geborene Hauser und Witwe nach Sigmund von Polheim eine bedeutende Stiftung für ihre Eltern bei den Minoriten in Wien gemacht.   58)

58) 1429. 25. Juni, Wien, Q I/5, 4865

1421 erhielt Herzog Albrecht von Abt Johannes von Nieder-Altaich das Castrum Ried zu Lehen, als dieser den Benediktiner und Augustiner Orden visitierte.   59)

59) 1421, o. D., MB XI, S 324

Die Kirche St. Lorenzen bei Ried gehörte 1429 zum Dekanat Mautern und wurde als dem Herzog gehörend geführt.   60)

60) 1429, erneuert 1476, Schmieder Pass. Matriken, III. Dekanat

Für diese Kirche hatte Kunigunde die Paratedin einen Kelch gestiftet, daß dieser für immer dort zu verbleiben habe, beurkunden Nachbarn zu Ollern.  61)

61) 1435, o. D., Tulln, U DXIV

Paul der Teuffel war 1438 Pfleger der Herrschaft Ried.   62)

62) 1438, o. D., Tulln, U DXX

1443 erhielt Walpurga, die Witwe nach Hans dem Schenken von Ried und Witwe nach Sigmund Polheim, das Dorf Rohr als Familiengabe.   63)

63) 1443. 26. Mai, Q I/5, 4897

König Ladislaus beurkundete 1457, den Purkstall zu Ried, gelegen vor dem Wiener Wald, als Lehen des Abtes von Nieder-Altaich zu besitzen.   64)

64) 1457. 15. September, Not. Blatt 1857, S 15

Wann die Feste verödete, ist also nicht bekannt, vermutlich wurde sie später nicht mehr aufgebaut. Ihre Lage wurde 1935/36 festgestellt. Sie soll 1500 m südlich der Kirche von Ried gestanden haben.   65)

65) Büttner 5, S 57, Architekt Dr. Adalberg Klaar

Der 13. Ried hieß noch 1787 das Burgfeld. Dieses begann bei der Weinzierler Freiheit und endete bei der Elsbacher Freiheit.

Am Riederberg entstand ein kleines Franziskaner-Kloster, das Paradeis genannt wurde. 1464 wurde dort eine Provincialsynode abgehalten, der der Vikar Gabriel von Verona vorstand.   66)

66) 1464, Kerschbaumer, Tulln

Kaiser Friedrich gab die Dörfer Elspach und Ried für jährlich 16 Pfund an Burkhard Kienberger.   67)

67) 1466. 27. Juni, Baden, HHSTA, Chmel, 4536

1476 wurde die heute verschollene Kapelle St. Laurentius nochmals genannt.   68)

68) 1476, Schmieder, Pass. Matriken

Im Jahr darauf verpfändete der Kaiser pflegeweise zur Verrechnung die Dörfer Ried und Elsbach an Ladislaus Ramensteiner.   69)

69) 1477. 7. August, Wien, HHSTA, Chmel 7138

Elsbach stammte aus gänzlich anderem Besitz, war aber dem Herzog heimgefallen. 1491 erhielt der Pfleger zu Steyr Andreas Krabath von Lappitz die beiden Dörfer durch König Maximilian im Namen des Kaisers für 500 Pfund.   70)

70) 1491. 7. Feber, Wels, HKA, M 225, HKA, HA, R 39, f 11, Pf. Buch, K. Max. I., 1495 – 1518, bl 45

1494 erhielt sie, nun zusammen mit dem Amt Pottenbrunn, Matthias Spaur, Erbschenk in Tirol um 560 Gulden.   71)

71) 1494, Freitag vor Sonntag Exaudi, HKA, GDB 3a, 66 et Samstag vor Sonntag Trinitat, GDB 3a, S 291 Hans Harrasser, der Hubmeister in Österreich mußte ihm das Amt Pottenbrunn abtreten.

Nach seinem Tode 1497, hatte sein Sohn Christoph Spauer diese Lehen. 1512 kamen sie an seine Witwe Barbare, geborene Mainberg, 72)

72) 1512. Freitag nach S. Leopold, HKA, GDB 18, 154. Erbfolge ist dort genau angegeben.

Christoph war zuletzt Land Untermarschall gewesen. Über Sigmund Spauer kamen die Lehen 1526 an Christoph von Mainberg, von diesem an den Viztum Jörg Khiembser, dessen Sohn Sebastian sie bis 1535 besaß. 1543 kamen sie an seine Witwe.   73)

73) 1543. 29. September, an Witwe, HKA, HS 53

1535 erhielt Joachim Marschall von Reichenau, er war früher Kammerprokurator gewesen, für 100 Gulden ausständiger Dienstgelder das Amt Anzbach verschrieben. Am 21. August ersuchte er um die beiden Dörfer, einschließlich des Amtes Pottenbrunn. Er erhielt sie aber erst 1544 um 1500 fl. Er hatte diese Summe 1529 in Prag für Wein und Zehrung des Bischofs von Bamberg aufgewendet. Eingeantwortet wurde ihm auch der Fossenhof und der Hof an der Naß auf Welbing, die er um 150 fl. gekauft hatte.   74)

74) 1535. 21. August, Wien, HKA, HS 53, f 1 v et 1544. 4. Oktober, Wien, HS 53, f 1 v

Sein Vater Eberhart der Marschall hatte bereits 300 Gulden auf dem Ungeld seiner Taverne zu Ried, die vorher Wilhelm Veithuber gehabt hatte, nun wurde diese Summe an die Erben nach Khiembser verpfändet.   75)

75) 1530, HKA, HA, R 39

Carl Hayden und Christoph Vomb für seinen Bruder Leopold, überließen an Joachim Marschall eine Schuld, auf Grund ihrer Abrechnung mit dem Feldhauptmann und Kriegszahlmeister Veit von Waldburg bestand. Hievon waren 300 fl auf der Taverne zu Ried verpfändet, der Rest wurde auf Anordnung König Ferdinands auf den Pfandschilling geschlagen.

Daß das Amt Ried einschließlich der Kirche St. Georg 1548 an Cornelius Lappitz gekommen wäre, kann mangels an Urkunden nicht bestätigt werden, müßte aber richtig sein.   76)

76) 1548, Büttner I/1, S 47

Anmerkung Marktgemeinde, Andreas Bohnec, 2.8.2025:
Siehe dazu auch eine Abschrift Wißgrill (1797) im Register C 13.

Festzuhalten ist, daß es also auch das Amt Ried gab. Nach dem „tödlichem Abgang“ des Joachim Marschall kamen die Dörfer Elsbach und Ried an den Kärntner Landeshauptmann Christoph Freiherr von Tannhausen zu seiner Herrschaft Neulengbach.   77)

77) 1554. November, HKA, HA, L 20, f 86

1565 verschrieb Kaiser Maximilian II. an Rudolph von Khuen für 13.408 fl unter anderem die Dörfer Elsbach, Ried und Flachberg.   78)

78) 1565. 23. Jänner, Wien, HKA, M 956, mit Vermerk kassiert 1567

Letzteres stammte eindeutig aus dem Besitz des Königshofes Alarun, der an das Bistum Freising gekommen war. Hier waren Ried und Flachberg wieder vereinigt, der Freisinger Besitz erscheint weitgehend zerstückelt.

Nach dem Tode Rudolphs kam 1582 die Herrschaft an seinen Sohn Johann Eusebius. Dieser hatte 1591 die Ortsobrigkeit in Ried 62, in Elsbach 61, in Reidling 11, in Flachberg 63, in Mitterndorf 50, in Asperhofen 54 und Neulengbach 56 Untertanen.   79)

79) 1591, Ber. Buch OWW, S 67 ff

Unter Johann Eusebius, der 1622 starb, erwarb 1614 Seyfried Christoph Breiner der Ältere käuflich die Dörfer Elsbach und Ried. Khuen focht er wegen der Abtretung des Amtes Pottenbrunn gerichtlich an.   80)

80) 1614, HKA, HA, R 39, f 14

Das Amt Ried verblieb offensichtlich bei der Herrschaft Neulengbach. Nach Matthias Graf Khuen-Bellasy zu Liechtenberg und Sonegg, Freiherrr auf Neuen Lengbach kam die Herrschaft an Franziska Plfy, geborene Khuen, Gräfin von und zu Plassenstein. Nach ihrem Tod kam sie an Johann Anton Graf von Palfy und an Maria Theresia Gräfin von Sinzendorf, geborene Palfy. Von Nicolaus Joseph Graf von Palfy kaufte Johann Paul Partolotti die gesamte Herrschaft. Dieser verkaufte 1713 mit anderen Ämtern auch das Amt Ried an Johann Carl Graf von Kufstein.   81)

81) 1713. 9. Mai, NE, OW 304

Im gleichen Jahr suchten Richter und Gemeinde zu Ried über den Obrist JM Hartmann „wegen Hinwegreißung der 1683 ruinierten Planken um unser Dörfl“ an.   82)

82) 1713. 8. Oktober, HHSTA, Obr. JM Amt, Karton 127, f 298 - 303

Johann Julius Graf von Hardegg berichtet 1736, die Kirchenväter in Ried, Gottlieb Pfellenstehrer und Matthias Pökhner, wollten Stauden aus einer Wiese ausräumen, um für die renovierte Kirche eine Wiese zu bekommen.   83)

83) 1736, 1. April, HHSTA, Obr. JM Amt, Karton 127, f 296

Johann Ferdinand Reichsgraf von Kufstein erwarb 1740 die Herrschaften Sieghartskirchen und Rappoltenkirchen, so kam das Amt Ried zur Herrschaft Rappoltenkirchen. 1752 wollte der Hüttler im Schliffgraben im Rieder Amt Leopold Pernecker die Abräumung der Viehweide am Heyratsberg, berichtet der FM Matthias Gruber.   84)

84) 1752. 21. April, Auhof und Bericht, 1749. 28. Mai, HHSTA, Obr. JM Amt, Karton 127, f 286

1756 richtete der Bader in Ried, Johann Neumann über Carl Anton Reichsgraf von Harrach die Bitte um eine kleine Tagwerk Wiese.   85)

85) 1756. 26. Oktober, wie vor, Karton 127, f 292

1779 erwarb Antonia Pruckmayrin, die Witwe des Postmeisters aus Purkersdorf, von der k.k. Linien und Landschranken Wegmaut und Wiener Torsperren Gefällen Administration das Kameral Weg Mauthaus am Riederberg, das von allen Anlagen und Abgaben befreit war.  86)

86) 1779. 24. August, NE, OW 413

Von Ihr kam es an ihre Tochter Maria Anna Pleschnitz, 1833 an Josepha Gesser, Joseph, Ferdinand und Carl Pleschitz, Anna Obrist und Rizizka Caroline. Vom Gatten der letzteren Carl, an Angermaier Wilhelm und Josepha, 1838 an Pfeiffenberger Joseph und Franziska und 1841 an Entlitzberger Leopold und Magdalena. Dessen zweite Frau Franziska heiratete später Leopold Steinböck.   87)

87) 1824. 21. Dezember et 1833. 14. Juni et 1834. 11. Juli et 1838. 9. Feber et 1841. 5. April et 1849. 15. März, OW 413

Bei diesem Gebäude handelte es sich um das Haus am Paß, das zugleich Wirtshaus war. Es war vermutlich die alte Taverne.

Anmerkung Marktgemeinde, Andreas Bohnec, 14.12.2025:
Es handelt sich dabei um das ehemalige Wirtshaus Fuchs. Von Elsbach kommend an der Kreuzung Bundesstraße 1 nach Reichersberg/Ollern, rechte Seite. Hier zweigte früher die Poststraße nach rechts ab. Siehe historische Landkarten unter A1.
Den neuen und heutigen Straßenverlauf und den alten Straßenverlauf “Alte Chaussee“ sehen Sie in der „Franzisco-Josephinische Landesaufnahme (1869-1887)“
Veröffentlicht am 14.12.2025

Die Gemeinde Ried wurde in der Josephinischen Fassion unter der Nummer 376 im VOWW verzeichnet.   88)

88) 1787. 11. August, Tulln, NÖLA, VOWW 376

Sie hatte 42 Häuser und gehörte zur Herrschaft Rappoltenkirchen. In der Grenzbeschreibung wurde als Beginn die Weinzierler Kapelle angeführt. Michael Brauneis war Richter in Ried. Folgende Riede wurden verzeichnet:

1. Ried: Ortsplatz
2. Ried: Ober Mitterfeld
3. Ried: Langfeld
4. Ried: unter Mittelfeld
5. Ried: Aichkogel
6. Ried: Totenhengst
7. Ried: Sandfeld
8. Ried: Hoffeld
9. Ried: Hammergstöttn
10. Ried: Bodenfeld
11. Ried: Graben, darunter 337 Mauthaus
12. Ried: Sandwiesenplatz
13. Ried: Burgfeld, beginnt bei Weinzierler Freiheit, endet bei Elsbacher Freiheit
14. Ried: Rieder Kirchenwiesen Platz
     413, Kirche Ried, Wald   23 Joch  233 Klafter
     415, Klosterleiten    6 Joch  200 Klafter
15. Ried: Rammwiesenplatz, endet beim alten Kloster
     418, 421, 423, 424, privat     3 Joch  485 Klafter
     425, zu Haus 17     2 Joch  320 Klafter
     427, zu Haus 26     1 Joch  1258 Klafter
16. Ried: Klosterleitenplatz
     428, zu Haus 25     1 Joch  461 Klafter
     weitere 25 kleine Teile
     459, Gemeinde Ried, Hausberg     22 Joch  1233 Klafter
17. Ried: Rosenthalplatz
     461, zu Haus 32     13 Joch  977 Klafter
     462, zu Haus 33      8 Joch   619 Klafter
     463, zu Haus 36      4 Joch   1556 Klafter
     466, zu Haus 11    11 Joch   836 Klafter

Die Katastralgemeinde Ried wurde 1822 unter der Nummer 680 VOWW vermessen.   89)

89) 1822. 25. April, Tulln, BAfEuVW, VOWW 680

Die Grenzbeschreibung wurde am 25. April in Rappoltenkirchen verfaßt. Johann Behm war Richter zu Ried.

Waldparzellen:
Gemeinde Ried
     309, Hausberg     6 Joch  495.2 Klafter
     311 a-f, Klosterleiten     54 Joch  1244.8 Klafter
privat, 312-315      3 Joch    830.9 Klafter
diverse, 330, 332, 333, 336-40, 346, 347, 349, 357, 361, 352, 354, 355, 411,413, 416, 417  32 Joch 859.5 Klafter
Pfarre Ried, 341, 343, 503, 505
Eichkogel     27 Joch   443.8 Klafter

Gesamt Wald   124 Joch   638.2 Klafter

Summe aller Grundparzellen     504 Joch  1099.2 Klafter
Summe aller Bauparzellen     6 Joch   947.7 Klafter
Gesamt     511 Joch   646.9 Klafter

Veröffentlicht am 27.8.2025

E 61.3   Elsbach - Elspach (Twerdy, mit Recherche zum Jahr 1037)

Beiträge zur Geschichte des Wienerwaldes
Wilhelm Twerdy, 1998

Impressum: Diese Arbeit unterliegt dem Urheberrecht. Um der Forschung nicht hinderlich zu sein, werden unter Nennung der Quelle und des Verfassers Veröffentlichungen gestattet; ausgenommen sind die abgebildeten Originaldokumente.

IV.H.1.) Elsbach –Elspach
(Gemeinde im GB Tulln)

Ab Seite 267:

Eberhard Graf zu Murach und seine Hausfrau Adelhaid, sein Bruder Graf Adalrain und seine Hausfrau Richlind hatten väterliches Erbe im Osterland: Elsbach, Lengenbach, Aspherhofen, Freinstein und Gorspach mit allem Zubehör und 10

Transcription
 In dem Namen der heiligen und ungetheilten Dreyfaltigkeit, aus verhenngen göttlicher guetigkeit, Eberhard Graf zu Murach.

Als wir unterweist warden aus dem allerheilwertigsten Gesezen der heiligen Kosung, das wir zeitliche und irdische guetter verlassen und nachsezen sollen, und erkennen zu erwerben die ewigen Nutzung und wohnung die ohn Ende in den Himmeln beleibiglich seyn, und darumb damit wir nit geben den Gebothen des Herr nein tabes unnutzes hören, sonder das wir merken sein nachzuvolgen göttlichen Rathe; Haben wir etlich Ende un statt unsers väterlichen Erbs in Osterlandt gelegen, als Elsbach, Legenpach, Aspershofen, Freinstain, und Gorspach, mit allen Zugehören, und zehen Weingartten, und etlich in Bayrn, als die Sintzpurch, mit dem Woldt Sintzpuech, Samspach, und Lanquait, und allen andern Zugehören, und auch in obern Bayrn das dorff Geissenfeldt, mit sambt dem aigen und forst, und Gigueigenhausen, und Mentzenpach, Feglenpach und Gaimershaim, mit allen Zugehören, freylich und lediglich gegeben, zu Erhohung der Abbtey zu Geissenfeldt, und haben uns unser Frawen Lichtmesstag nach Christi unsers Herrn Geburth, achthundert und dreyssigisten aller gerechtigkeit und allen benanten Stucken verzihen und gentzlich aufgeben, wir haben auch das gevestigt und bestätt mit gueten Verhengen unsers lieben Gemahels Frauen Adelheiten, und auch unsers lieben Brueders Graf Adabrains und Richlinde seines Gemahels, und auch ander Fürsten und Grafen Rathe, und haben solchen unsern Willen aus Babstlichen und Kheiserlichen Gewalt und Mayestet erworben, gevestigt und bestätt zu sein in den Ehren der allerwürdigsten Jungfrawen Maria, und S. Zenonis, und das darin unser, unser Eltern und Vorfodern und Nachvolgern ein lobliche Gedächtnuss wurde gehalten, darumb sollen die Frawen alles oben benennt freylich besitzen zu ewigen Zeiten, mit allen ihren Zuegehören und anhengen, als Geschlos, Märckte, Gossen, Weilern, Dorffern, Kirchen, Knechten, und Dirnen, Hofstetten, Gebeuen, gebauts und ungebauts Erdreich, Weg und aweg, ausgengen und eingengen, besuechung, oder die besuecht mogen warden (inquirendis) Zollen, Mauten Tafern, Wäldter, Vorsten, Schwaigen, Gejadt und Wildtpan, Wassern, Vischwaiden und Vischung, Milen und Mil Rechten, Weingärten, mit allen beweglichen und unbeweglichen, und mit allen adern Angehegen, Nutzung und Niessung, die gesatzlich geschriben oder benent mögen warden, mit was schikung das ist, das alles geben und zuaigen wir, als wir am allerbesten und vesten thuen mögen ohn aller widersprechen und wollen, das die würdig Abbtissin der Saemmung zu Geissenfeldt aus khaiserlichen und unsern Rechten frey macht und gewaldt habe, zu ewigen Zeiten solch obbenant Stätt und Endt mit allen ihren Auhangen als oben beriert ist, inhalten und besitzen, und ihr und dem Gottshauss ein fieglichen Vogt den obbenanten Endten gelegen zu erwellen, oder was ihn verzimbt mit aller Schickung, mit dem Zuthuen, zu Nutz und Niessung des Chlosters.

Ob  aber yemands, das ob Gott will nicht geschen, die Grossgebung dieser unser Gab, die mit Bäpstlichen und Kaiserlichen Gewalt gevestiget und bestätt ist, furnämb zu erstörn oder zu brechen oder zu freveln, oder solch unser Gebung nieder zu drucken oder zu beschwern, mit was Mass das geschäh, der muess das an den tag des Gerichts vor den augen Gottes ewigelich beweinen in der unausleschlichen Zwanckhnuss, das nit gescheh, sonder das die unser gebung von allen ewigelich unzerbrochen beleib, haben wir den Brief darnach schreiben lassen, mit unser aigen handt gevestet, und haben heissen bezaichnen mit eindruckhen unsers Sigels.

Und des sind Zuegen: Graf Babo von Scheyern, Udalrich Marggraf, Adalbero Marggraf, Otockher sein Brueder, Pabo, Engildre, Arbo, Magonus, Huch, Ortolf, Chuno zu Vohburg, Werner von Glana, Gotteschalckh von Marpach, Werner von Prun, Gerunckt von Levensgorf.

Geschehen am tag und Jare oben benannt.

Previous Editions
"Monumenta Geisenfeldensia" in Monumenta Boica, vol. 14 (München 1784), doc. n. 1, pp. 271-74.

How to Cite:
First citation: Josip Banic (ed.), Fontes Istrie medievalis, vol. 2: A 804 usque ad 1077, doc. 1037_EM, fontesistrie.eu/1037_EM (last access: date).
Subsequent citations: FIM, 2: doc. 1037_EM.

Zur Fälschung 1037 / Editor's Notes
Bernardo Benussi's argument that Ulrich I of Weimar-Orlamünde became the margrave of Istria no later than 1037, and only then the margrave of Carniola, following the death of Eberhard II between 1041 and 1044, is based solely on this document. However, this particular document is a blatant forgery, composed either in the late 15th or early 16th century. It is therefore not a reliable source for early 11th century history and Benussi's argument should thus be abandoned. Ulrich I appears in authentic historical sources with the title of a count around 1045, and with the title of the margrave in 1056 (see the sources here) and 1058 (the first official imperial diploma mentioning Ulrich I as margrave, see the edition here).

Veröffentlicht am 27.8.2025

E 61.4   Die Urbare des Hochstifts [Passau] im 13. und 14. Jahrhundert (I. Band / 1933), OÖ Landesbibliothek

Anmerkung Marktgemeinde, Andreas Bohnec, 3.8.2025:
Abschrift aus einem Internet Fund (Original-LINK    https://digi.landesbibliothek.at/viewer/fullscreen/AC02512317/344/)

Die Urbare des Hochstifts [Passau] im 13. und 14. Jahrhundert (I. Band / 1933), OÖ Landesbibliothek
Kirchenlehen in Niederösterreich südlich der Donau.

Seiten 220 – 222:

Item ecclesiam in Abstetin (1738) confert episcopus Pataviensis et fundus est suus et advocati Ratispon(ensis)  (a 1739).

1738. Abstetten Pfd., B. Tulln – Der Ort wird schon in dem Weistum von ca. 985 – 991 als dem Passauer Bistum zugehörig bezeichnet (Heuwieser, Traditionen S. 80, nr. 92). Erstmals bezeugt ist ein plebanus de Abbetsteten in der ersten Hälfte des 12. Jahrhudnerts (Fr. Kurz, BEyträge z. Gesch. d. Landes ob d. Enns II, S. 488 nr. 18). Die Pfarrei wurde wohl aus der von Tulln ausgeschieden (Kerschbaumer, Gesch. d. Bist. St. Pölten I, 224), woraus sich das Patronat des Hochstifts erklären würde. Das bischöfliche Kollationsrecht bezeugen auch die sog. Lonsdorfer Matrikel und jene von 1429 (MB. 28 b, 489 und 495 und Schmieder S. 20, Nr. 6); s. auch P10 bei Nr. 94. Hochstiftischer Zehent der Pfarrei A. im 13. Jahrhundert ergibt sich auch aus MB. 29 b, 531 nr. 131 (J. 1278); 6 [Geldsymbol] Einkünfte aus A. vergab Bischof Otto am 30.10.1260 an Ulrich von Kapellen (MB. 29 b, 167 Nr. 167).

a) ratispon., über der Zeile von gleicher Hand nachgetragen.

1739. Nach P4 Nr. 179 wurde dem Hochstifte die Hälfte des Zehenten in A. vom Regensburger Domvogte Otto von Lengenbach (+ 1235) ledig. Das Ende des 10. Jahrhunderts noch freie Reichsgut zwischen dem Tullner- und Anzbach, damit wohl auch Besitz zu Abstetten, hatte Engelrich, dem Stammvater der Freien von Traisen-Lengenbach, Kaiser Otto III. im Jahr 998 verliehen (MGDD. 2, 711 nr. 287).

[Fortsetzung Text, dann die Anmerkungen]
Item ecclesiamm in Sigehartschirch(en) (1740) confert comes palatinus de Ortenberch (1741) et ha[bet]

1740. Sieghartskirchen Mkt., B. Tulln – Das bisherige Reichsgut S. wurde am 25. 10. 1051 durch König Heinrich III. an das Marienstift von Hainburg vergabt. (MGDD. Heinrich III., S 376 nr. 276 = MG. 29 a, 105 nr. 378). Mit diesem kam es wohl an das Hochstift Bamberg und dann an dessen Hauptvögte, die Grafen von Sulzbach (Klebel in MIÖG. 41, S. 120 f.). Von diesen gelangte es durch Elisabeth, die Tochter des 1188 verstorbenen Grafen Gebhard II. von Sulzbach und Gemahlin Rapotos I. von Ortenburg, an die Grafen von Ortenburg (Lampel, Einleitung zu Jansen Enenkels Fürstebuch S. 28 f.; Klebel, a. a. O. 122).   Vgl. weiter nächste Note.

1741. Zu Ortenburg Mkt. M. Schl., AG. Vilshofen. – Rapoto II., Graf von O. und Pfalzgraf von Bayern (+ 1231), übertrug am 2. 11. 1228 Eigentum, Patronatsrecht und Vogtei der Pfarrei S. dem bayerischen Augustinger-Chorherrenstift Baumburg (BA. Traunstein), was Bischof Rüdiger am 12. 6. 1242 bestätigte (MB. 2, 196; 29 b, 75 f.). In dem Stifte hatte Rapotos II. Mutter Elisabeth zuletzt als Laienschwester gelebt und es reich beschenkt. Es blieb im Besitz des Patronatsrechtes usw. bis zur Säkularisation 1803. Das „Predium“ kennt das Kloster Baumburg als Patronats- und Vogteiherrn für die Kirche von Sieghartskirchen noch nicht. Die Quelle für den Sieghartskirchen betreffenden Teil scheint also der Zeit vor 1228 anzugehören. Durch die Urk.[unde] von 1228 wird aber nicht bestätigt, daß der Zehent in S. an Baumburg gegeben wurde; somit wird er vor und nach 1228 in der Hand der Ortenburger als der Eigenkirchenherren gewesen sein. Den von Rapoto innegehabten und wohl nach seinem Tode durch Otto von Walterskirchen usurpierten Zehenten erhält Bischof Otto von Lonsdorf am 11. 2. 1259 durch landgerichtlichen Entscheid zugesprochen (ebenda 29 b, 133 f.). Im J[ahr] 1263 überträgt ihn der Bischof nach neuerlichen Irrungen mit Otto von Walterskirchen diesem auf Lebenszeit und vergibt ihn dann 1264 an die Krypta der Passauer Domkirche (MB. 29 b, 192 f., 457 f.). Durch die Urk[unde] von 1228 wird noch für diese späte Zeit ein ius ratione fundi seitens des Patronatsherrn einer Pfarrkirche bestätigt (vgl. hiezu die wiederholten Angaben unseres Prediums bezüglich „fundus“).

[Fortsetzung Text, Anmerkungen]
ab episcopo Pataviensi et decimas ibidem et fundum in quo situm est castrum in Riede (1742), et abbatissa de Gisenvelt (1743) habet villam in Esilspach (1744) ab episcopo Pataviensi.

1742. Am Riederberge EH., G. Ried am Riederberge, B. Tulln, wo noch Reste der früheren Burg festgestellt sind. – [Fälschlicherweise Tyroller Ried im Innviertel.] Über hochstiftischen Besitz am Riederberge vgl. P4 Nr. 186.

1743. Geisenfeld Mkt., einstige Benediktinerinnenabtei, BA. Pfaffenhofen a. d. Ilm (OB).

1744. Elsbach D., G. Sieghartskirchen, B. Tulln. – Laut dem sog. Stiftbrief der Abtei Geisenfeld von angeblich 1037 hätte deren Gründer Eberhard Graf von Murach (richtig: Graf von Ebersberg und Markgraf von Krain 1040 – 1044) den Ort E. zur Dotation gegeben, während eine andere Angabe diese Schenkung auf Eberhard und seine Gemahlin Adelheid zurückführt. Im Gegensatz dazu vermacht nach einer unbedenklichen Traditionsnotiz Wilbirg, Eberhards Schwester und Mutter Gerbirgs, der ersten Äbtissin des Klosters, diesem das Dorf E., das denn auch im Urbar der Abtei erscheint (MB. 14, 272 f., 215, 181 f,; dazu die kritische Erläuterungen von O. Mitis, Stud. Z. älteren österreich. Urkundenwesen, S. 172/7). Dem Widerspruch obiger Überlieferung fügt sich die Behauptung des Passauer Urbars hinzu, wodurch der Rätsel Zahl noch vermehrt wird.

[Fortsetzung Text, Anmerkungen]
Item ecclesiam in Rapotenchirch(en) (1745) contulit advocatus Ratispon(ensis); […]
Item ecclesiam in foro Lengach (1748) exempta est ab ecclesia in Absstetin  a) (1749).

a) Das erste „s“ von gleicher Hand zwischen b und st übergeschrieben.

1745. Rappoltenkirchen, Pfd., B. Tulln – R. nebst „Chelchdorf“ (s. unten Nr. 1746) und Sitzenberg hatte Ottokar VI., Herzog von Steiermark, vor 1186 an den Regensburger Domvogt Otto III. von Lengenbach (+ um 1192) gegeben; doch fiel dieser Besitz mit dem Tode des kinderlosen Domvogtes Otto V. im J[ahr] 1235 an die Babenberger und zwar an Herzog Friedrich II. heim (MGChr. III/2, S. 710 f.; vgl. auch Dopsch, Landesf. Urbare S. 68, 71, 72, 74). Daß Ottos V. Zehntbesitz („2 partes decimarum“) in R., den er vom Passauer Hochstift lehensweise besessen, an dieses 1235 ledig geworden sei, bezeugt auch das Urbar P4 Nr. 178.

1749. Abstetten Pfd., B. Tulln – Zur Ausscheidung der Pfarrei Neulengbach aus der Mutterpfarrei A. vgl. auch Kerschbaumer, Gesch. d. Bist. St. Pölten I, 232 mit Bezug auf unsere Stelle. Vgl.Nr. 1738.

Veröffentlicht am 27.8.2025

E 61.5   Fortsetzung Elsbach (Twerdy)

[Ende Einschub Recherche, Fortsetzung Twerdy:]

Nach Th. Ried wäre Eberhard Graf zu Leukenberg gewesen, LK Vohenstrauß, in der Oberpfalz. Der als Zeuge genannte Markgraf Adalbero ist der Markgraf von Istrien, Herzog von Kärnten und Verona, + 1039, in Geisenfeld begraben. Sein Bruder Otakar nannte sich nach Erinstein, sie waren Brüder der Aussteller.   2)

2) Thomas Ried: Geneal. Studien d. Grafen von Hohenberg, Regensburg 1812

Im selben Jahr dotierten Graf Eberhard von Ebersberg und seine Schwester Willibirg das Kloster Geisenfeld und gaben hiezu Besitz in Asperhofen, Lengbach und in Elsbach 3 Weingärten, 23 Manicipii und Wald, durch die Hand des Markgrafen Udalrich von Kärnten (+ 1070, Sohn des Popo I. von Weinmar) in die Hand der Äbtissin Gerbirg un des Advokaten Haertwich.   3)

3) (1037) zu 1250, MB XIV, 272, 281

Gerbirg, seine Nichte, war die erste Äbtissin, + 1061. Geisenfeld liegt an der Ilm, die Stiftung wurde 1040 durch Kaiser Heinrich III. bestätigt. Nach dem Aussterben der Ebersberger wurden 1045 die Grafen von Scheyern-Wittelsbach Vögte des Klosters. Scheyern, LK Pfaffenhofen an der Im, Oberbayern.   4)

4) HB, S 28, auch Hilgenreiner, S 1617

Der kleine Ort am Rande des Wienerwaldes erzählt seine Geschichte.

In seiner unmittelbaren Nachbarschaft bestand der Königshof Alarun. 3 Jahre nachdem ihn König Konrad II. an das Bistum Freising gegeben hatte, schenkte Graf Eberhard den kleinen Nachbarort an sein Hauskloster. Offenbar hatte der Ort ausgedient, da kein Bedarf mehr war, neben dem Königshof ein eigenes Quartier beziehen zu können, auch im Anschluß an den Wald, den wenige Tage später der König dem Bistum Eichstätt geschenkt hat.   5) Was blieb ist der unveränderte Name des Ortes.

5) 1033. 19. Juli, Memleben, F II/31, 73 et 21. Juli, Haina, MGH DD Konrad II, 261 et 197

Die Passauer Urbare sagen, daß die Äbtissin von Geisenfeld die Kirche im Dorf Esilpach vom Bischof von Passau habe.   6)

6) 1250/60, Maidhof I, 21

1260/80 nennen die österreichischen Urbare Eselbach. 7)

7) 1260/80, Österr. Urbare I/1, S 70

Später heißt es als Besitz des Klosters Geisenfeld: in Elsbach 9 Weingärten, von 1 Hof 3 Modia Weizen und Hafer, neues Maß, von Huben und Lehen 3 tal, 60 den, von der Mühle 33 den und 2 Hennen, von 11 Äckern 1/2 tal und 11 denare.   8)

8) MB XIV, 215

Das Kloster wurde erst 1803, 18. März aufgehoben.   9)

9) 1803. 18. März, Hilgenreiner, S 1617

1316 wurde im Urbar des Bischofs von Freising das „Campus in Elsbach“ genannt, das zur Hälfte im Besitz der Kirche Freising war.   10)

10) 1316. F II/36, S 103

In diesem Jahr versetzte Volchel von Hag an Bischof Chunrat von Freising seinen Hof zu Elsbach, der Lehen des Stiftes war, mit Zubehör um 30 Pfund. Dieses Elzbach lag im GB Amstetten und soll von „else“ Traubenkirsche seinen Namen haben.   11)

11) 1316. 9. November, Waidhofen, F II/36, S 59, Weigl, E 156

1412 hatte Wolfgang Haidn 1 Hube in Elsbach als landesfürstliches Lehen,   12)

12) 1412. AfNÖ, LB 1411, p 41, HA, R 39

Walpurga, Tochter des Georg Hauser, Witwe nach Sigmund von Polheim, stiftete 1429 ihr väterliches Erbe den Minoriten in Wien, darunter auch Dienste in Elsbach.   13)

13) 1429. 25. Juni, Q i/5, 4865

10 Jahre später waren die Dörfer Elsbach und Ried zusammengelegt, als ein Bestandteil des Amtes Pottenbrunn, das um 500 fl durch den Landesfürsten verliehen wurde.   14)

14) 1444. Freitag v. d. Sonntag Oculi, an Matheus Spaur verliehen. Revers auch 1462. 6. Oktober, Wien, auf Urbar Pottenbrunn, GB XV, S 444, HHSTA

Der Übergang des Dorfes in den Besitz des Landesfürsten ist nirgends verzeichnet. Das Kloster Geisenfeld scheint in österreichischen Quellen mit diesem Besitz nicht mehr auf. Mit Pottenbrunn blieb es bis 1543 vereint. Folgende Belehnungen sind bekannt. 1466 an Burkhard Kienberger, 1477 an Ladislaus Ramsteiner, 1491 an Ander Krabat von Lappitz, 1512 an Barbara von Haimberg, Witwe nach Christopf von Spaur, 1626 an Christoph von Mainberg und 1543 an Sebastian Khiembsers Witwe.   15)

15) 1466. 27. Juni, Baden, Chmel 4536, HHSTA et
1477. HHSTA, HB, S 30 et
1491. Montag nach St. Dorothea, Wels, HKA, GDB 2b, 45a et
1512, Freitag nach St. Leopold, GDB 34 et
1526. 27. August, HKA, HS 53, f 1v et
1543. 29. Jänner

1561 schenkte Hans Prunner als kaiserlicher Diener testamentarisch dieses Amt an Hans Hauff von Steinach und vermachte der Pfarrkirche zu Asparn sein ödes Gehölz bei Elsbach. Hans Hauff erhielt das Amt erst 1562 eingeantwortet.   16)

16) 1561 et 1562. 31. Oktober, JB Adler, 14, S 122

1561 war er Pfleger zu Lempach, er wurde als Kommissar zur Einsetzung des Pfarrherrn eingesetzt. 1562 berichtet er von Streitigkeiten wegen der Pfarre zu Anzbach. [1564:Herrschaft Neulengbach, 4 Ämter]

Diese Ämter wurden ein Jahr später an Rudolph Khuen Belasy frei verkauft. Noch 1575 wird von ihn als Pfleger berichtet.   17)

17) […] 1575. 9. Juli, GB XV, 233, Const. A. St. Pölten

1582 gab es in Elsbach 31 Häuser. Johann Eusebius von Khuen hatte 1591 die Ortsorbrigkeit in Elsbach XLI, aber auch in Asperhofen LIV.   18)

18) 1591. Ber.[eitungs] Buch OWW
Anmerkung Marktgemeinde, Andreas Bohnec, 3.8.2025:
Abschrift unsere Gemeinde betreffend siehe unter Geschichte/Epoche 16. Jahrhundert.

Im gleichen Jahr soll Elsbach mit Sieghartskirchen zur Herrschaft Rappoltenkirchen gekommen sein.   19)

19) 1591. HB, S 32

1606 stiftete Barteleme Koller zu Sieghartskirchen, Untertan der Herrschaft Lengbach zu Elsbach, mit seiner Ehefrau Rosina 1 Joch Weingarten zur Pfarrkirchen in Sieghartskirchen. Colomann Stölner war damals Richter in Elsbach, und Clement Wolmnedl zu Elsbach war Zechmeister der Kirche.   20)

20) 1606. 16. April, HB, S 34

1787 wurde die Gemeinde Elsbach mit 34 Häusern als Herrschaft Rappoltenkirchen unter der Nummer 371 im VOWW verzeichnet.   21)

21) 1787. 11. August, NÖLA, VOWW 371

Franz Brunner machte als Richter die Grenzbeschreibung. Folgende Riede wurden verzeichnet:
1: Ried: Ortsplatz
2: Ried: Waldfeld
3: Ried: Postlingfelder
4: Ried: Sieghartskirchen Felder
5: Ried: Riederfeld Platz
6: Ried: Plachengrabenplatz
7: Ried: Auwiesenplatz
8: Ried: Grießfleckplatz
9: Ried: Moßwiesenplatz
10: Ried: Frauenwiesenplatz
11: Ried: Müllnerwiesenplatz
12: Ried: Pöstling
13: Ried: Tadelgraben
14: Ried: Saumwinkel
15: Ried: Tiergartenwiese
16: Ried: Kellerwiesenfleck
17: Ried: Weisleitenplatz
18: Ried: Dollerbergplatz
     684, Häuser von Elsbach   5 Joch  988 Klafter
     685, privat   2 Joch  480 Klafter
     7x privat   24 54/64 Joch   7 Klafter
     693, Pfarre Sieghartskirchen   2 Joch  1254 Klafter
     701, Haus 19   5 Joch  100 Klafter
     702, Pfarre Sieghartskirchen   9 Joch  542 Klafter
19. Ried: Kirchwiesenplatz
     735-742, 8 kl. Waldungen   5 46/64 Joch   19 Klafter
     743-754, 12 kl. Waldungen   12 34/64 Joch   11 Klafter
     hievon:
     750, Kirche Renbach   3 Joch  583 Klafter
     754, Pfarrhof Sieghartskirchen   1 Joch  290 Klafter
     755-758, 4 kl. Waldungen   8 26/64 Joch   9 Klafter
     hievon:
     759, Herrschaft Judenau
          Schiffernwald   6 Joch  269 Klafter

Gesamtausweis:
     Äcker   226 7/64 Joch   2 Klafter
     Wiesen   175 20/64 Joch   17 Klafter
     Weingärten   19 9/64 Joch   24 Klafter
     Wald   73 54/64 Joch   6 Klafter

1822 erhielt die Katastralgemeinde Elsbach die Nummer 143 im VOWW.   22) Sie grenzte östlich an Gemeinde Ried, k.k. Waldamt, nördlich an Freundorf, westlich an Sieghartskirchen, Gerersdorf, südlich an Rappoltenkirchen.

Gesamtausweis: 13. April 1822
     Gesamtgröße   685 Joch  210 Klafter
     hievon Bau Parzellen   5 Joch  1261 Klafter
     hievon Waldparzellen   185 Joch  956.6 Klafter
Waldanteile:
     Pfarre Sieghartskirchen   13 Joch  518.9 Klafter
     Kirche Rernbach   2 Joch  785.4 Klafter
     k.k. Waldamt, Stifelberg   20 Joch  1561.7 Klafter
     Herrschaft Judenau   6 Joch  271.6 Klafter
     privater Besitz   143 Joch  82 Klafter
     Gemeinschaften   8 Joch  634.3 Klafter
     Gesamt   188 Joch  653 Klafter

22) 1822. 13. April, VOWW 143, BAfEuVW

Fürst Johann von und zu Liechtenstein besaß 1837 das Grundbuch Elsbach.   23)

23) 1837. 20. Feber, NE, OWW 551

Veröffentlicht am 27.8.2025

E 61.6   Sieghartskirchen– Sigchartteschircha (Twerdy)

Beiträge zur Geschichte des Wienerwaldes
Wilhelm Twerdy, 1998

Impressum: Diese Arbeit unterliegt dem Urheberrecht. Um der Forschung nicht hinderlich zu sein, werden unter Nennung der Quelle und des Verfassers Veröffentlichungen gestattet; ausgenommen sind die abgebildeten Originaldokumente.

IV.I.) Sieghartskirchen– Sigchartteschircha
(Markt, GB Tulln)

Ab Seite 268:

König Heinrich III. schenkte 1051 auf dem Kriegszug gegen die Ungarn das bisherige Reichsgut Sighartteschircha dem Marienstift in Hainburg. Mit Recht wird Sieghartskirchen als eine Gründung eines Sighart angenommen, dessen Geschlecht später Sighardinger genannt wurde. Die Urkunde über die Schenkung war ursprünglich im Archiv des Stiftes Baumburg aufbewahrt,   1)

1) 1051. 25. Oktober , Heimenburg – Hainburg, MGDD H III, 376, 276, Maidhof I, AM 1745, MB 28, c, 105, 378, MIÖG 1926: Klebel. In comitatu Adalberti marchonis in pago Ostericha situm

vermutlich kam Sieghartskirchen später an Baumburg. Hauptvögte des Klosters an der Als waren die Grafen von Sulzbach. Graf Sizo (Sieghard VII.) erbaute mit seiner Gattin Judith-Tuta die Kirche zu Baumburg, die von Erzbischof Hartwig vor 1023 geweiht wurde.   2)

2) vor 1023. 12. Juli, SUB II, 70

Gründer des Stiftes war Sieghard VI. mit seiner Gattin Pilihilde, der in der Schlacht bei Menfö 1044 gefallen war. Sein Vetter Sieghart VII. war Graf an Alz und Traun zu Baumburg. Der Enkel des Sieghartd VI., ebenfalls mit Namen Sieghartd, wurde 1104 in Regensburg ermordet.   3)

3) Dr. Wegener: Sieghardinger und K. Öttinger, S 155, MGSS IX, S 725, Chr. Kl. Neuburg.

Da die bayrischen Edlen darüber empört waren, vermutete man eine Duldung des Königs. Wenig später, um 1108/20 wurden die Brüder Sigihart und Otte de Sigihartskirchen nach Sigiboto de Bornheim, Gerunc de Tulbingin, weiters Otto, Marchqart, Perinhart de Goldarin, Zeizo, Mazili und Rudpreht als Zeugen für die Schenkung eines Rapotos an Göttweig genannt.   4)

4) 1108/20, F II/69, 289, 155

Da die Bornheimer um 1140 Steinbach bei Ernstbrunn besaßen, vermutet man Rapoto von Ernstbrunn als Schenkenden. Sigiboto von Bornheim hat bereits 1096 Göttweig, mit Erlaubnis des Bischofs Herimann von Augsburg mit einem Gut zu Erdberg – Ertpurch bei Poysdorf bedacht.   5)

5) 1096, F II/51, S 18, 9. Wahrscheinlich 1121/22 entstanden. Hermann von Vohburg, 1096 – 1133. 18. III., Series episcopus 301, Gams

Möglich wäre aber auch ein Zusammenhang mit Rappoltenkirchen, da neben Sieghartskirchen auch Ministeriale von Gollern – Goldarin genannt sind. Ein Rapoto de Walprehtisdorf erscheint um 1141/47 in den Göttweiger Traditionsnotizen.   6)

6) 1141/47, F II/69, S 467, 335

Dies ist Walpersdorf, zu dem später Gollarn gehörte. Die Sieghartskirchner kommen sonst in keine Urkunde mehr vor. Vermutlich handelte es sich um ein festes Haus, von dem nichts mehr vorhanden ist. Die zugehörige Feste könnte Burgstall-Kogel gewesen sein.

Um 1145 hören wir von einem kaiserlichen Ministerialen, Gottfried von Wetterfeld, der 12 Weingärten bei Sieghartskirchen für das Kloster Admont erwarb.   7)

7) 1145, U StM I., 238

Sein Bruder Heinrich der Span, er nannte sich Heinrich de Vohburg, stiftete sein Gut zu Landersdorf bei Elsendorf in Bayern für Admont.   8)

8) 1135. 15. Juni, Reichenbach, Ried: Regens burg, S 198, CCX ex Dipl. et ca 1130, U StM I, 149, Cod. Trad. Admont

1188 soll Elisabeth, die Tochter des Graf Gebhard von Sulzbach, Sieghartskirchen geerbt haben und es ihrem Gemahl Rapoto I. von Ortenburg zugebracht haben.   9)

9) 1188. Nach 28. Oktober, Maidhof P. U. I., AM 1740, Abhandlungen der historischen Klasse der bayrischen Akademie der Wissenschaften   1833

Dieser starb am 23. Jänner 1206. Sieghartskirchen dürfte schon um 1100 Pfarre gewesen sein. Die Kirche war dem heiligen Josef und der heiligen Margarete geweiht, wie Walkenstein bei Eggenburg, die Stiftung des Otto de Drauburg. Um 1177/94 und 1197 wurde der Bruder des Parrochius von Sieghartskirchen als Zeuge namens Hertinch genannt.   10)

10) 1177/94, F II/4, 543 et 1197, F II/4, 584

1211 haben die Chunringer wegen der Excindierung der Kapelle Ried aus dem Verband der Pfarre Sieghartskirchen unter Pfarrer Heinrich de Grauscharn mit Bischof Manegold von Passau verhandelt.   11)

11) 1211. 22. Mai, F II/36, S 103, HHSTA

Anmerkung Marktgemeinde, Andreas Bohnec, 31.12.2025:
Manegold – Trennung Ried siehe im Register E 64, Regesten und Urkunden aus „Die Herren von Kuenring. 1874“.
Veröffentlicht am 31.12.2025.

1228 beurkundete Bischof Gebhard von Passau die Übergabe von Sieghartskirchen einschließlich der Vogtei der Pfarre an das bayrische Kloster Baumburg durch den Sohn der Elisabeth von Sulzbach, Rapoto II. Graf von Ortenburg und Pfalzgraf zu Bayern.   12)

12) 1228. 2. November, Salzburg, MB II, 196, 29b, 75 f, BHSTA, Baumburg, U 15, F II/51, verdächtig laut Studien 1880, III. Heft,S 103, Abt Wezelo von Chotwico war Zeuge

[Schiedsspruch, Bestiftung und Mautfreiheit Baumburg]

Im Jahr darauf bestätigte Bischof Rüdiger von Passau dem bayrischem Augustiner Chorherren Stift Baumburg seinen Besitz in Sieghartskirchen.   17)

17) 1242. 12. Juni, BHSTA, Baumburg, U 16, MB II, 196, 29b

1248 hat er auch dem Stift St. Pölten seinen Grundbesitz in Sieghartskirchen bestätigt.   18)

18) 1248, o.D., NÖUB I, 63, 39

Auf dem Landgericht in Tulln konnte 1259 das Hochstift Passau den Zehent in Sieghartskirchen, den früher Ludwig von Zelking besessen hatte, auf Grund des Schiedsspruches der Richter Otto von Haslau und Heinrich von Liechtenstein behaupten.   19)

19) 1259. 7. Feber, 11. und 12. Feber, Tulln, MB 29/2, 134, 130, MB I, 134, Hornmayer 1828, S 100, Reg. Zelking

Ludwig von Zelking war mit Elisabeth von Meissau verheiratet, er besaß Walprechtsdorf! Für diese Jahre besagen die Passauer Urbare, daß der Pfalzgraf von Ortenburg auch die Kirche von Ried von Passau besaß, weiters den Zehent und den Boden, worauf das Castrum Ried lag.   20)

20) 1250/60, Maidhof, P. Urbare, I, S 220

1263 wurde der Zehent zu Sieghartskirchen von Bischof Otto von Passau an Otto von Walchunskirchen gegeben. Zeuge für Otto von Walchunskirchen war u. a. Wolfker von Judenau.   21)

21) 1263. 3. April, MB 29, S 192, CXCVIII

Walchunskirchen ist Walterskirchen bei Poysdorf. Otto wurde 1271 Camerarius genannt.   22)

22) 1271, o. D., Q I/1, 732, F II/3, S 465

Ein Bruder Ulrich von Sieghartskirchen war 1321 Zeuge für Propst Luther von Northousen.   23)

23) 1321. 1. Juni, St. Pölten, F II/51, 310

1328 haben zwei Brüder Chunrat die Eisenbeutel eine Stiftung der Kirche St. Michael in Haunoldstein gemacht, darunter 1 Joch Acker, das Helwig von Sieghartskirchen von ihnen zu Lehen, aber verkauft hatte, daher war es heimgefallen.   24)

24) 1328, GB XI, 485, nach Wissgrill II., S 376

1340 wurde ein Halblehen zu Sieghartskirchen als Lehen des Graf Chunrat von Schaunburg bezeichnet. Wernher der Payer von Ruspach verkaufte Geld auf diesem Lehen an den Hofmeister Ulrich von Pergau.   25)

25) 1340. 8. September, Wien, OÖUB VI, 350, CCCXLV
Online-Recherche und veröffentlicht am 6.12.2025:
Link zur Originalquelle.
Sygehartschirichen

1347 gab Agnes von Atzenbruck, Gattin des Chunrat des Eisenbeutel von Osterburg ihren Schwiegersöhnen, Chunrat dem Scheuerberg für Anna und Marchart von Tiernstein für Agnes, ihre Morgengabe Osterberg gegen die Dörfer Sieghartskirchen und Pobendorf [Anmerkung Marktgemeinde, Andreas Bohnec, 4.8.2025: Ortswüsung Bobendorf. Heutiger Standort des Sportplatzes am Ortsrand Sieghartskirchen, Richtung Elsbach. Siehe auch unter Geschichte/Frühgeschichte, Kurt Bors.], einen Hof daselbst und das Gut Grimse – Greimsee.   26)

26) 1347, o. D., NÖLA, HS 5, Bd. V

Helnweig de Sieghartskirchen hat Chunrat den Eisenbeutel als seinen Herrn bezeichnet.   27)

27) 1348. HS 5, Bd. V.

Die Eisenbeutel, die damals auf Kogel saßen, müssen das Dorf Sieghartskirchen besessen haben, nach ihnen wurde der Eysenpeutelhof auch später genannt. 1357 wurde die Kirche zu Sieghartskirchen genannt.   28)

28) 1357. MB II, 238

Herzog Rudolph IV. hat 1363 von den Brüdern und Grafen Wernhard, Ulrich und Heinrich von Schaunburg die Herrschaft Ort mit allem Zubehör erhalten und wurde von Bischof Friedrich von Regensburg damit belehnt. Herzog Rudolph soll diese Belehnung aber erzwungen haben.   29)

29) 1363. Freitag vor dem Pfinztag, HS 5, Bd. IX, 47, hiezu Dr. H. Willinger, Orth, S 40, A 10h, 13 und 18, zu 1363. 26. Mai

Nach Mert von Würmla erhielt 1365 Stephan von Hohenberg auf Grund seines Schiedsspruches Bergrecht zu Sieghartskirchen u.a., Heinrich der Preuhofer erhielt Bergrecht zu Baumgarten und 2 Höfe zu Holzleiten.   30)

30) 1365. 20. April, OÖUB VIII, 223, CCXXI, A. Gschwendt, Weigl H 464, Holzleiten bei Würmla
[Recherche und Veröffentlichung am 21.12.2025 siehe im Register E 63.2]

In Sieghartskirchen wurde damals Wein gebaut, Riedbezeichnungen haben sich erhalten, auch heute wird wieder Weinbau an einem Südhang versucht. Diese Bergrecht hat der Hohenberger 1369 seinem Oheim Marchart von Tiernstein weiterverkauft.   31)

31) 1369, HS 5, Bd. V

Von Berchtold dem Feuerschütz konnte Marchart 1371  2 bestiftete Güter zu Sieghartskirchen und zu Meinhartspach dazu kaufen.   32)

32) 1371, HS 5, Bd. V.

Marchart gab Bischof Albrecht von Passau rechtes Eigen 18 Eimer Wein Bergrecht zu Goldarin in der Pfarre Abstetten. Der Bischof gab ihm dafür die Erlaubnis den Zehent in der Pfarre Haunoldstein zu einer ewigen Messe zu stiften.   33)

33) 1372, HS 5, Bd. V.

Christoph der Altenwinckler von Klosterneuburg verkaufte ihm 1376 alles Gut zu Sieghartskirchen, das sein Vater Christoph von Pernolt von Talesprunn und Lorenz Mitterndorfer gekauft hatte.   34)

34) 1376, o. D., HS 5, Bd. V., S 41, 42

In der Hofschranne entschied Herzog Albrecht einen Streit zwischen Marchart dem Turs von Hag und Berchtold von Frankenrode wegen eines Steinbruches und einer Viehtrift.   35)

35) 1376. 16. Juli, Wien, HHSTA. Die Tiernsteiner besaßen auch die Feste Hag

Der Frankenroder ist ident mit dem 1371 genanntem Feuerschütz. Wilhelm von Gowkallsdorf verkaufte an Marchart alles Überland in der Pfarre Sieghartskirchen.   36)

36) 1378, o. D., HS 5, Bd. V.

Um 1380 gab es bereits herzogliches Lehen zu Sieghartskirchen. Daniel von Grabarn und seine Brüder hatten u.a. 10 Dreilinge Wein-Bergrecht zu Heinzingen und zu Sieghartskirchen.   37)

37) ca. 1380, LB A III, 55

Philipp der Purchstaller hatte Getreide-Zehent zu Sieghartskirchen als herzogliches Lehen.   38)

38) ca. 1380, LB A III, 50, 1 Mut Getreide

Marquart von Tiernstein hatte mit Osterberg ein Holz und die Fischweide zu Sieghartskirchen und im Dorf Gerhartsdorf in der Sieghartskirchner Pfarre.   39)

39) ca. 1380, LB A III, 81

Um 1388 hatte Jörg der Seebeck u.a. Geld auf behaustem Gut und Überländ zu Rörnbach in der Pfarre Sieghartskirchen als herzogliches Lehen,   40)

40) ca. 1388, LB A III, 96

Hensel von Gerhartsdorf 1380/95 Geld auf Besitz zu Gerhartsdorf, die Hölzer Hohenwart, Hagneck, Netztal alle zu Gerhartsdorf in der Pfarre Sieghartskirchen und in der Pfarre Rappoltenkirchen.   41)

41) 1380/95, LB a III, f 19

Marchart von Tiernstein besaß mit anderem das Haus Sieghartskirchen als Schaunburger Lehen. 1396 war die Hälfte seines Besitzes im Besitz seiner Tochter Anna, Gattin des Friedrich von Kranichberg, Weichard hatte den Satz zu Sieghartskirchen, ausgenommen den Zehent, der Lehen von Passau war.   42)

42) ca. 1396. LB AIV, f 11, 66 und f 70, f 125

Seien Witwe Agnes lebte noch 1391. 1397 hat Friedrich von Kranichberg Weichart vonTiernstein nicht nur die Feste Osterberg mit Zugehör, das Haus zu dem Gehag, sondern auch Sieghartskirchen mit allem Zugehör gepfändet.   43)

43) 1397. 19. März, GB XV, 487, HHSTA, HS, W 18, f 170

Weichart war der Bruder seines Schwiegervaters. 1399 war Pfarrer Hans von Sieghartskirchen in einer Bruderschaft mit dem Pfarrer von Totzenbach, dem Pfarrer von Anzbach und dem von Ollersbach.   44)

44) 1399. 6. Dezember, HHSTA

1390 hat Agnes ihrem Sohn Weichart von Tiernstein mit der Feste Osterberg auch das Dorf Sieghartskirchen übergeben, was Herzog Albrecht bestätigte. 1391 hat sie ihm die väterlichen und mütterlichen Güter übergeben.   45)

45) 1390 und 1391, HS 5, Bd. V.

Seiner Hausfrau Anna, Tochter des Rudolph von Scherffenberg gab Weichart von Tiernstein 500 Pfund Heimsteuer und achthalbhundert Gulden Morgengabe, hievon waren 125 Pfund Geld auf Sieghartskirchen und auf Wagendorf versichert.   46)

46) 1403, HS 5, Bd. V

[Recherche zur Heimsteuer und Morgengabe am 28.9.2025, veröffentlicht am 12.10.2025:

Mitgift – Wikipedia

https://de.wikipedia.org/wiki/Mitgift 

Mitgift (von mittelhochdeutsch mitegift „das Mitgegebene“) oder Aussteuer (auch Heiratsgut, früher Heimsteuer) bezeichnet Vermögen in Form von Gütern und Hausrat, die eine Braut mit in die Ehe bringt. Die Mitgift ist eine kulturell festgelegte Form des Gabentausches anlässlich einer Heirat. Sie wird vom Vater der Braut (oder ihrer Verwandtschaftsgruppe) an den Vater des Bräutigams (oder seine Verwandtschaftsgruppe) oder direkt an das Ehepaar übergeben.

[…]

Der Wortbestandteil -steuer leitet sich ab vom althochdeutschen stiura „Hilfe, Beihilfe“. Die Menge und Qualität („Aussteuerqualität“) der Aussteuer sollte bei entsprechenden finanziellen Möglichkeiten bis ins hohe Alter ausreichen. 

 

Wiener Eherecht im Mittelalter – Wien Geschichte Wiki

https://www.geschichtewiki.wien.gv.at/Wiener_Eherecht_im_Mittelalter

Im Eherecht spielten Vermögensfragen eine wichtige Rolle. Der Gatte erhielt nach Vollzug der Ehe die sogenannte Heimsteuer (Mitgift) ausbezahlt, die entweder von der Gattin selbst oder von ihren Eltern, allenfalls auch von anderen (entfernten Verwandten, Wohltätern) aufgebracht wurde; sie verblieb dem Gatten auf Lebenszeit, auch wenn er die Gattin überlebte. Im Fall seines Todes fiel sie gemeinsamen Kindern oder (sofern keine Kinder vorhanden waren) der Witwe beziehungsweise deren Erben oder dem Spender der Heimsteuer zu. Der Gattin stand die sogenannte Morgengabe (Widerlage) zu, die entweder vom Gatten selbst oder von dessen Eltern aufgebracht wurde. Zum Unterschied von der Heimsteuer wurde die Morgengabe nach Vollzug der Ehe nicht ausbezahlt, sondern nur versprochen; zur Auszahlung gelangte sie erst nach dem Tod des Gatten, entweder an die überlebende Gattin oder, wenn diese schon verstorben war, an gemeinsame Kinder oder, wenn keine Kinder lebten, an die Erben des Gatten.

 

Morgengabe – Wikipedia

https://de.wikipedia.org/wiki/Morgengabe

Morgengabe ist eine in Bezug auf die Eheschließung vorgenommene Zuwendung von Geld oder Gütern des Bräutigams an die Braut, manchmal aber auch eine Zuwendung der (verwitweten) Frau an den zweiten Ehemann oder eine gegenseitige Gabe der beiden Eheleute. Die Morgengabe war im traditionellen deutschen Recht von Bedeutung und ist es in islamischen Rechtsordnungen heute noch.      Einschub Ende]

Herzog Ernst verlieh ihm 1412 die Dörfer „Siegharteskirchen“ und Wagendorf als Lehen der Grafschaft Ort.   47)

47) 1412, HS 5, Bd. V., U 169

Um 1410 hatte Wolfhart der Innprucker Geld in der Pfarre Sieghartskirchen und in den Pfarren Marchartsdorf und Anzbach, aber auch den Wein- und Getreide-Zehent zu Sieghartskirchen als herzogliches Lehen.   48)

48) ca. 1410. LB A V, 156

1413 verzichtet Veit der Zern, ein Gast Chorherr von Neuburg, mit seinem Bruder und seiner Stiefmutter auf 2 TGW Wiesen, die ihr Vater zur Pfarrkirche Sieghartskirchen gestiftet hatte, die jetzt Steuerkirche des Weichart war.   49)

49) 1413, HS 5, Bd. V.

Um 1423 erhielt Jörg der Hohenberger u.a. 15 Eimer Wein-Bergrecht und 4 Joch Weingarten an der Hasleiten zu Sieghartskirchen.   50)

50) ca. 1423, Not. Blatt 1858, 182

Herzog Friedrich bewilligte 1427 Rudolph von Tiernstein mit Heimsteuer und Morgengabe seiner Hausfrau Anna, Tochter des Friedrich von Hohenberg auf einige Güter zu Sieghartskirchen, Wagendorf und Gerersdorf zu gehen.   51)

51) 1427. 26. Oktober, Lichn. V., 2576

1430 belehnte der Herzog, Hartmann von Burgau und seine Erben mit Gülten zu Greimsee und Winhartsdorf in der Pfarre Sieghartskirchen, die Lehen der Grafschaft Ort waren.   52)

52) 1430. 16. Oktober, Innsbruck, Lichn. V., 2844

Wolfhart der Innprukker hatte sie zu Lehen besessen, aber verschwiegen, daher waren sie dem Herzog heimgefallen. Wegen des Zehent zu Sieghartskirchen hatte 1434 Rudolph von Tiernstein Irrung mit Christoph Pöttinger.   53)

53) 1434, HS 5, Bd. V., 301. Christoph Pöttinger saß wohl in Murstetten, hatte aber auch Lehen in den Pfarren Zwentendorf, Böheimkichen, Kapellen, Herzogenburg, Baumgarten, Pottenbrunn und Tulln, als väterliches Erbe. LB A V, 446

1443 hat König Friedrich dem Rudolph von Tiernstein die Lehen Sieghartskirchen und „Leobendorf ?“ bestätigt.   54)

54) 1443, HS 5, Bd. V.

Wolfgang von der Leitten hatte 1455 für sich und seinen Bruder Stephan Gülten und Zehente in der Pfarre Sieghartskirchen.   55)

55) 1455. 17. April, Wien, Not. Blatt 1854, S 162

Kaiser Friedrich machte 1458 den Augustiner Chorherrn zu Baumburg und Verweser der Pfarre Sieghartskirchen Ulrich Stettner, zum kaiserlichen Kaplan und nahm ihn und seine Kirche in besonderen Schutz.   56)

56) 1458. 12. November, Wien, Chmel 3663, HHSTA

1470 bewilligte der Kaiser der Ursula, Tochter des Friedrich von Hohenberg und Hausfrau des Pernhart von Tiernstein, die Widerlegung des Heiratsgutes auf das Dorf Sieghartskirchen mit Zugehör, „unsere Lehenschaft der Herrschaft Ort“.   57)

57) 1470. 30. Oktober, Graz, NÖLA, U 4073

Um das Amt Sieghartskirchen wurde 1492 ein Kompromiß zwischen Sigmund und Heinrich von Prueschink und Ursula, geborene Hohenberg, Gattin des Wernhard von Mainberg, im Sinne des Vermächtnisbriefes des Bernhard von Tiernstein, erster Gatte der Ursula, geschlossen. Nach Punkt 6 dieses Vertrages sollten die Brüder Prueschink einen Monat nach dem Datum dieses Vertrages um 1000 rheinische Gulden gereicht in Gold und Slag on Abgang zu Melk im Markt Ursula dieses Amt ablösen. Erst nach Bezahlung sollte Ursula alle brieflichen Urkunden über dieses Amt ausfolgen. Falls die Brüder die Zahlung vorerst nicht leisten wollten, sollten sie 50 Pfund Nutz und Gült aufzeigen und Ursula satzweise verschreiben, bis sie die 1000 Pfund erlegen würden.   58)

58) 1492. 12. Oktober, U. Hardegg 445, Orig., „Betaidigt“ wurde, daß Ursula das Amt Sieghartskirchen mitsamt etlichen Stücken, Gülten und Gütern darauf ihre Verschreibung anzeigt mit allem Zubehör abzutreten hat. 6 Petschaften auf der Urkunde aufgedruckt.

Wenig später hat Heinrich von Prueschink seiner Hausfrau Elisabeth, geborene von Rosenberg, 1500 ungarische und Dukaten Gulden Heimsteuer auf Schloß und Herrschaft Osterburg verschrieben. Hiezu gehörte das Amt Sieghartskirchen, das um 1000 rheinishe Gulden versetzt war. Sollte zu seinen Lebzeiten dieser Satz nicht gelöst werden, sollte dieses Amt seiner Ehewirtin um 1000 fl erlassen und auszufolgen sein. Falls seine Erben diese Pfandschaft nicht sofort lösen würden, müßten sie Elisabeth jährlich 50 Pfund Geld und vierhalb Fuder guten Weines gen Osterburg on Abgang zu reichen schuldig und pflichtig sein.   59)

59) 1496. 21. Feber, U Hardegg 484, Orig., 3 Siegel

Von seinem Vater Ernreich Koppel, Bürger zu Wien, erbte Hans Koppel Geld am Dornberg in der Pfarre Sieghartskirchen und anderes.   60)

60) 1491, Linz, LB 17/8, 65

Bereits 1513 gab es eine Kaufabrede zwischen Johann und Ulrich Grafen von Hardegg einerseits und den Vettern Hans und Sigmund Geyer andererseits um die Herrschaft Osterberg.   61)

61) 1513. 2. Dezember, U Hardegg 643, die Herrschaft Osterburg wurde ausdrücklich als Lehen Kaiser Maximilians angeführt. Sieghartskirchen ist nicht enthalten, dies könnte auf ein freies Eigen hinweisen, für dessen Übertragung keine Urkunde erforderlich war.

1558 bekannte Hector Geyer zu Osterburg in seiner Gülteinlage: Sieghartskirchen behauster Dienst, Bergrecht, Bestandäcker vom Eisenbeutelhof, Wein-Zehent und Bergrechte.   62)

62) 1558. 9. März, AE, OW 32

Im Jahr darauf erstellte Johann Thalheimer, der Kirchherr zu Sieghartskirchen für die Pfarre eine neue Gülteinlage, die mit 32 Talenten taxiert wurde.   63)

63) 1559. 3. April, AE, OW 368

Hector Geyer hatte 1571 das Holz Possing, ca. 100 Joch groß, im Sieghartskircher Burgfrieden.   64)

64) 1571. 20. März, HKA, HA, W 65/C, f 440

Die Pfarre hatte Holz im Koglinger Amt, die Herrschaft Osterberg im Rieder Amt.   65)

65) 1572, HKA, HS 86

1591 hatte Ferdinand Christoph Geyer die Ortsobrigkeit in Sieghartskirchen mit 40 Häusern, weiters in Baumgarten und in Osterburg, Sieghartskirchen muß aber Wilhelm Geyer besessen haben.   66)

66) 1591. Ber.[eitungs] Buch, OW, S 76

1601 erfolgte eine Einlage über das Gut Sieghartskirchen: behauster Dienst, Acker vom Eysenbeutelhof verlassen, Wiesendienst, Viehgeld, Zehent, Korn, Hafer, Wein-Bergrecht. Doch im selben Jahr verkauften Wilhelm Geyers zu Osterburg Söhne, Melchior, Albrecht und Roman Geyer, (wegen der von ihrem Vater hinterlassenen Schulden) den ihnen eigentümlichen, öden Edelmannsitz Eisenpeutelhof samt dem zugehörenden Markt „daselbst Sieghartskirchen mit Freiheiten und Mannschaften, samt dem Dorf Wagendorf, darinnen die Dorf Obrigkeit, 1 behaustes Gut zu Rörenbach, 1/2 Lehen zu Gerestorf mit allem Zubehör, Gehölzen, samt Burgfried und Wildbann, Hoch- und Schwarzwildprät, Reisgejaid, Fischweide um ungenannte Summe an Heinrich von Oed zu Rappoltenkirchen, auf Reinsberg und Wang, seiner Majestät JM im Wienerwald, unsern lieben Schwager“.   67)

67) 1601. 6. Feber, aus OW 31, OW 105, f 3 et 20. September, f 10. Nach Orig., Abschrift HHSTA, obr. JM Amt, v.
1629. 2. gbris, Wien. 1601. 27. Jänner und 29. September.

Beim Ansuchen um Anschreibung bekundete Heinrich von Oed, er wolle den Eisenbeutelhof auch für seine Kinder wiedererbauen und wollte ihn vom bisherigen Grundbuch abschreiben lassen.   68)

68) 1601. 22. September, AE, OW 34, f 7, am 1. Dezember erfolgte die Zuschreibung des Gutes Sieghartskirchen, AE, OW 29, f 48

Damit waren die Herrschaften Osterburg und Sieghartskirchen wieder getrennt. Heinrich von Oed starb schon 2 Jahre später. Die Gerhaben seines Sohnes Johann Bernhard von Oed verkauften mit Einwilligung der Majestät und des Landmarschalles in Österreich, Güter und die Herrschaften Rappoltenkirchen und Sieghartskirchen an Sigmund von Maldendin zu Plankenstein.   69)

69) 1603. 8. November, OW 105, f 13

Die Söhne Sigmunds verkauften 1627 die erblich angefallenen Güter Rappoltenkirchen und Sieghartskirchen an Gerhard von Questenberg, Freiherr auf Jamerschitz. Abgeschrieben wurde aber erst 1630, Sieghartskirchen hatte 64 Haus und war mit 30 Talenten taxiert.   70)

70) 1627. 24. August, OW 105, f 16 et 1630. 9. März, f 4 et 1629. 5. April, f 18 et 1630. 8. April, f 21

Wegen Streitigkeiten waren die Söhne Malendins auch nicht angeschrieben worden. 1662 wurde der 4. Sohn des Gerhard von Questenberg laut Testament auch von Sieghartskirchen Generalerbe.   71)

71) 1662. 7.7bris 1662, OW 105, f 25

Das Gotteshaus war damals abgebrannt und lag noch öde. Die Herren und die Untertanen von Sieghartskirchen waren lutherisch. Der Prädicant durfte sich aus dem Holz der Pfarre Sieghartskirchen in Rappoltenkirchen ein Haus bauen.   72)

72) 1663. 13. April, GB VII, S 50

Zur Bereitung der Herrschaft 1676 erschien Pfarrer Franz Dürrnberger, Kaplan Augustin Aichenberger, der Schulmeister Mattheus Mösinger und der Förster Martin Putz. Die Pfarre war im Besitz des Klosters Baumburg an der Alz in Bayern. Sie hatte Wald im Rieder und im Koglinger Amt.   73)

73) 1676, HKA, HS 88

Ein Jahr später ersuchte Johann Anton Freiherr von Questenberg um Anschreibung.   74)

74) 1677. 2. Dezember, OW 105, f 27

1685 wurde reklamiert, daß nicht 15 Häuser, sondern 25 Häuser abgebrannt wären. Sieghartskirchen hatte in der 1. Klasse 64 Häuser, gesamt 162, hievon 23 öd.   75)

75) 1685. 3. gbris, OW 105

1701 ersuchte der einzige Sohn des Johan Anton, Johan Adam, um Anschreibung an.   76)

76) 1701. 26. Jänner, OW 105, f 32

1723 kam es zu einem Vergleich zwischen Johann Adam und dem Prälat Patritius und Erzdiakon zu Baumburg. Geregelt wurde der Zehent auf der Ochsenhaut und im Aentzgraben, dann ging es um an die Herrschaft ausständigen Dienste der Kirche und Pfarre Sieghartskirchen, aber auch um Dienste, die der Inhaber an die Pfarre zu entrichten hatte. Schließlich auch um den Eisenbeutelhof, den Geyer im Markt Sieghartskirchen „possedirt“ hatte.   77)

77) 1723. 2. Jänner, Wien, GB VII, S 51

Die Regierung genehmigte den Vertrag 1724. 10 Jahre später gab Johann Adam der Pfarre Rappoltenkirchen einen Stiftsbrief. Doch 1740 verkaufte er beide Herrschaften an Johann Ferdinand Graf von Kufstein, der 2 Jahre später um Zusammenlegung beider Herrschaften zu einer Rubrik ansuchte.   78)

78) 1740. 2. Mai, f 39 et
19. gbris, f 34 et
1742. 25. Juni. OW 105, f 41

Nachdem am 12. August 1755 publiziertem Testament wurde Johann Ferdinand Graf von Kufstein Generalerbe. Er besaß damals neben der vereinigten Herrschaft Rappoltenkirchen und Sieghartskirchen auch die Herrschaften Zacking, Viehofen, Greillenstein und Burgsleunitz. Die vereinigten Herrschaften ware mit 204 Talenten, 5 Schillingen und 20 1/4 Kreuzer taxiert und hatten 89 21/96 Häuser. Insgesamt hatte er 343 56/96 Häuser.   79)

79) 1755. 12. August und 1777. 20. August, NE, OW 77

1787 erhielt die Gemeinde Markt Sieghartskirchen die Nummer 375 im VOWW.   80)

80) 1787. 11. August, VOWW 375, NÖLA

Sie gehörte zur Herrschaft Rappoltenkirchen. Sieghartskirchen hatte 65 und Gerersdorf 14, zusammen 79 „Haus“. Josef Wenger war Marktrichter, Johann Josef Weninger Verwalter und Georg Kohrnfeil Richter in Gerersdorf.

Folgende Riede wurden genannt:
1. Ried: Dammwiese
2. Ried: Vogelwiese
3. Ried: Grieswiese
4. Ried: Bodenfeld
5. Ried: Dammäcker
6. Ried: Gratschwein
7. Ried: Linzgraben, Anzgraben
8. Ried: 
9. Ried: Ziegelkreuz
10. Ried: Sichelgrund
11. Ried: Plachen, bei Elsbach
12. Ried: Armenstatt, Weingarten
13. Ried: Langenberg, Weingarten
14. Ried: Ziegelofen
     959, Wald, Gotteshaus   17 Joch  1016 Klafter
15. Ried: Anzgraben
     960, Gemeinde, Tannenschachen   96 Joch  1586 Klafter
     962, Ochsenhaut   7 Joch  950 Klafter
     969, Kuhberg   44 Joch  473 Klafter
     971, Leiten am Auberg   57 Joch  106 Klafter
     973, Pfaffengrund   7 Joch  1513 Klafter
     973, 1/2 Pfarrhof   1 Joch  850 Klafter
16. Ried: Ortsplatz Gerersdorf
17. Ried: Waldfeld
18. Ried: Hohenwart
19. Ried: Aichkogel
20. Ried: Pfaffengrund
21. Ried: Schneeleiten
22. Ried: Hohenwart
     1129, Gemeinde Gerersdorf   6 Joch  235 Klafter
     1130-37, privat   15 26/64 Joch   1370 Klafter

Gesamtausweis:
     Äcker    546 4/65 Joch   11 Klafter
     Wiesen    154 60/64 Joch   3 Klafter
     Weingärten    103 62/64 Joch   21 Klafter
     Wald    255 29/64 Joch   24 Klafter

Aufteilung des Waldes
Kirche Sieghartskirchen   17 Joch   1016 Klafter
Pfarrhof Sieghartskirchen   1 Joch   850 Klafter
Gemeinde Sieghartskirchen   213 Joch   1428 Klafter
Gemeinde Gerersdorf   6 Joch   235 Klafter
privat   15 26/64 Joch   1370 Klafter

1820 hatte die Pfarre Sieghartskirchen
     Katastralgemeinde Elsbach   13 Joch  518.9 Klafter
     Katastralgemeine Rappoltenkirchen   221.6 Klafter
     Katastralgemeine Sieghartskirchen   20 Joch   777 Klafter
     Katastralgemeine Sieghartskirchen   257 Joch  46.7 Klafter
     genannt Kühberg, Kreinzipf, Leiten, Anzgraben und Ochsenhaut.

1821/22 war Johann Georg Epp Marktrichter. 1821 waren die beiden Herrschaften an Franz Joseph Fürst von Dietrichstein übergegangen, der aber einen Monat später an Georg Freiherr von Sina weiterverkaufte. Sein Sohn Simon Freiherr von Sina zu Hodos und Kizdia, der dem ungarischen Landstand angehörte, besaß 1858 die „Gutskörper“ Gföhl, Dros, Leopoldsdorf, Hennersdorf, Rappoltenkirchen und Sieghartskirchen.

81) 1821. 14. März, NE, OW 77 et 21. April et 1858. 10. Feber, OW 77

Veröffentlicht am 27.8.2025

E 61.7   Rappoltenkirchen– Rapotenchirchen (Twerdy)

Beiträge zur Geschichte des Wienerwaldes
Wilhelm Twerdy, 1998

Impressum: Diese Arbeit unterliegt dem Urheberrecht. Um der Forschung nicht hinderlich zu sein, werden unter Nennung der Quelle und des Verfassers Veröffentlichungen gestattet; ausgenommen sind die abgebildeten Originaldokumente.

IV.J.) Rappoltenkirchen– Rapotenchirchen

Ab Seite 271:

Markgraf Leopold III. gab seiner Schwester Elisabeth zur Hochzeit mit Markgraf Otakar von der Steiermark als Morgengabe unter anderem Rappoltenkirchen. Diese Nachricht überbringt uns das Landbuch von Österreich und Steier, das ca. 1240 bis 1245 geschrieben wurde.   1)

1) 1095, nach dem 12. Oktober, GB St. Pölten, Preuenhuber, Anales Styrensis, S 364, 391


Marktgemeinde, Andreas Bohnec, Recherche 3.1.2026 – Es wurde zwar eine alte Quelle aus 1780 gefunden, sie gibt Preuenhuber nur als Quelle an. Interessant sind aber die Seiten darüber, weil Rappoltenkirchen erwähnt wird.

Versuch einer Staatsgeschichte von Steyermark. 
Von den ersten Zeiten nach C. G. bis auf den im Jahre 1246. erfolgten Tod Friedrichs des Streitbaren des letzten Herzogs von Oesterreich und Steyer. aus dem Babenbergischen Geschlechte.
Wien, 1780.

Online-Link:
Hier gelangen Sie zur Originalausgabe.

Ab Seite 77:
§ XIII. Ottokar der IV. 
Vom Jahre 1088 – 1122.

Nach dem Tod Ottokars des III. erhielt sein Sohn Ottokar der IV. diese Markgrafschaft. […]

Seite 81:
§ XVI.

Ich finde von Ottokar dem IV. nun nichts mehr als seinen Tod anzumerken. Ottokar starb im Jahre 1122.

Seine Gemahlin war Elisabeth eine Tochter Leopolds des Schönen, und Schwester Leopolds des heiligen Markgrafen von Oesterreich (c) mit

(c) Igitur Ottachyr Marchio accepit uxorem Elisabeth fororem Marchionis Austriae Liupoldi, ejus videlicet, qui postea fororrem Henrici V. Imperatoris accepit.
MS. genea. Vorav. Beym CAESAR Ann. Sty. T. I. p. 106.

(mit) welcher er einen Sohn Leopold den Starken zeugte, welcher ihm in der Markgrafschaft folgte. […]

Ennenkel in seinem Fürstenbuche Augs. Von Linz 1618. p. 5. berichtet, daß ihr Vater ihr zum Heyrathsgut mitgeben, was er an Eigenthum hatte, bey Wilhelmspurg, den dem heutigen Stift Lilienfeld bis an kleinen Fluß Piesting, ferners Herzogburg, Chelichdorf (heute Kallendorf) Oshram, Grußberg, Rapotenkirchen (heute Rappoltenkirchen) Gumpollskirchen. …

PDF Seite 25 von 189:
Auf eine Landkarte „Das Herzogthum Steyermark“ ist Sieghartskirchen noch eingezeichnet.
Hier ist auch Kremsmünster (südlich von Linz-Ens, westlich von Steyer, Zusammenhang Kloster Kremsmünster – Abstetten) eingezeichnet.

Veröffentlicht am 3.1.2026.


K. Lechner sagt hiezu, daß die meisten genannten Orte, wie Wilhelmsburg, Herzogenburg, Rappoltenkirchen und Gumpoldskirchen in der zweiten Hälfte des 11. Jahrhunderts noch nicht im Besitz der Babenberger waren. Er vertrat die Ansicht, daß Markgraf Liupold II., der am 12. Oktober 1095 starb, selbst noch seine älteste Tochter Elisabeth mit Markgraf Otakar II. der karantanischen Mark vermählen konnte.   2)

2) + 1095. 12. Oktober, K. Lechner, Babenberger, S 115

Seinen Sitz hatte er auf der Burg am Kamp. Unbestritten scheint zu sein, daß Rappoltenkirchen, zusammen mit Sitzenberg durch den letzten steirischen Otakar an die Hochfreien von Lengbach kam.   3)

3) K. Lechner, S 402, A 26

Herzog Friedrich II. urkundete am 18. September 1235 vor der Burg Sitzenberg für das Kloster Garsten,   4) der letzte Lengenbacher starb 1236.

4) 1235. 18. September, OÖUB III., A. Garsten, BUB II; 322, Lechner, Babenberger, 407, A 72

Um 1210 war ein Ebergerus von Rapotenchirchen Zeuge für Otto, den Vogt von Regensburg, als dieser seinen Untertanen befahl, dem Stift Göttweig den schuldigen Wein-Zehent zu reichen.   5)

5) 1210, o. D., F II/51, 72

Rappoltenkirchen gehörte zu den älteren Pfarren, Pfarrer Heinrich von Rappoltenkirchen war 1220 mit Pfarrer Heinrich von Lengenbach Zeuge für Otto von Lengenbach bei dessen Schenkung des Gutes St. Peter in der Au an das Kloster Admont.   6)

6) 1220, Pfarre St. Georg als Gründung der Grundherrschaft, U StM II., 177

Im gleichen Jahr hatte Otto sein Castrum Eberstein und das Castrum lebekke um 1800 Mark Silber an den Erzbischof Eberhard II. von Salzburg verkauft.   7)

7) 1220, o. D., Meiller, Reg. SE. 244, HHSTA, Kammer Bücher

Der Erzbischof war am 16. Oktober in Neunkirchen.   8)

8) 1220. 16. Oktober, Meiller, Reg. SE 243

Bischof Gebhard von Passau hatte über den Abt von Mariazell, den Abt der Schotten und andere das Interdikt ausgesprochen. Eine Kommission, der der Abt von Heiligenkreuz angehört hatte, hat dieses Interdikt am 7. Dezember in Krems aufgehoben. Auf Intervention Bischof Gerhards wurde es am 14. Dezember von Prag aus wieder als gültig erklärt, Pfarrer Heinricus von Rappoltenkirchen war unter den Betroffenen.   9)

9) 1229. 7. Dezember, Krems, GB. St. Pölten, I., MB 29, 344, 345, F II/11, 74, 86, Eigner S 26, et 17. Dezember, Prag OÖUB II, 680, GB, St. Pölten. I.

Mit dem Tode des Advokaten der Regensburger Kirche wurden 2 Teile des Zehentes in Rappoltenkirchen frei.   10)

10) + 1236, MB 29, S 217, CCXX, zu 1250/60

Ein Herrandus de Rappotenkirchen bezeugte 1244 eine Schenkung des Albero von Schwarzenau an das Kloster Maria Magdalena in Wien.   11)

11) 1244. 26. Oktober, Q I/3, 2799, Kopie

Im Pfründeverzeichnis der Diözese Passau heißt es, daß die Kirche in Rappoltenkirchen der Advokat von Regensburg besaß, nun wäre sie dem Bischof mit dem Grund und Zehent freigeworden, ebenso das Dorf Chaelichdorf – Kalchdorf am Fuß des Berges Sitzenberg.   12)

12) 1254/65, MB 28

In Rapotenchirchen hatte der Landesfürst Haferdienste, Eier- und Geflügel-Dienste, Dienst von Äckern, von 2 Benefizien und Dienste bei eventueller Anwesenheit des „Herrn“.   13)

13) 1260/80, Öst. Urbare II/1, 302, 293, et I/1, 67, 268, 288 [Abschrift siehe bei 03 Landesfürstliche Urbare im Register 3.1]

Den Verkauf des Hauses am Kienmarkt zu Wien mit der Katherinenkapelle, an den Landschreiber Magister Chunrad und dessen Frau Eyte, bezeugte 1275 auch Wernher der Pfarrer von Rappoltenkirchen.   14)

14) 1275. 23. März, HHSTA

Nach dem Pfründeverzeichnis der Diözese Passau gehörte Rappoltenkirchen in das Dekanat Stein.   15)

15) 1332, o. D., Maidhof und GB VIII, die Verleihungstaxe betrug 20 Pfund, es müßte sich um eine sehr ertragreiche Pfarre gehandelt haben, meinte Pfarrer Leopold Wiedermann

1333 soll Johann der Schenk von Dobra die Feste Rappoltenkirchen und das Amt zu Ried an Friedrich von Chreuspach um 1300 Pfund verkauft haben. Dobra gilt als verödeter Edemlammsitz bei St. Peter in der Au. Letzteres war ebenfalls Besitz der Lengenbacher! Der Herzog hat im Jahr darauf seine Zustimmung erteilt.   16)

16) 1333, Montag vor dem Matthiastag (19. September), GB VII, S 45, HKA et 1334. 19. September, GB VII, S 45, angeblich HKA

Diese Nachricht dürfte datumsmäßig falsch sein, sie ist leider nicht überprüfbar. [Anmerkung Marktgemeinde, Andreas Bohnec, 5.8.2025: In den bisherigen Abschriften scheint das Jahr 1353 auf, Register C 13: Einmal Kerschbaumer, dazu Recherche Wißgrill-Adelslexikon.]
Interessant scheint der Mitverkauf des Amtes Ried zu sein. Vermutlich handelt es sich um das Jägeramt, das für Ried auch später bezeugt ist.   17)

17) 1515, Gejaidbuch des Wilhelm von Graisheim, Leeder, S 291 ff.

Der erste namentlich genannte Besitzer des „Hauses“ Rappoltenkirchen ist Ott von Wald. Dieses Geschlecht besaß die Herrschaft Wald, in der Bezirkshauptmannschaft St. Pölten gelegen.
[Verkauf Güter zu Hegerberg, Krenberg, Geld in Michelbach, Besitz zu Kaltenbrunn]
Über seine Pfandschaft Rappoltenkirchen ist bisher keine Urkunde aufgefunden worden. 1355 löste Hans der Schenk von Dobra mit Willen des Herzog Albrecht von Ott dem Walder um 240 Pfund das Haus Rappoltenkirchen mit Zubehör. Der Herzog schuldete ihm 150 Pfund, den Rest von 70 Pfund, der 1357 noch bestand, schlug er ihm auf den Satz von Rappoltenkirchen.   21)

21) 1355. 11. November, Lichn. II., 1808, Dipl. Albr. II. p 38 et 1357. 3. Juni, Lichn. II., 1940. Dipl. Albr. II, p 119

Einen Hof mit 2 Hofstätten zu Haunoldstein verkaufte der Schenk 1361 mit Bewilligung Herzog Rudolphs an Marchard von Tiernstein zur Herrschaft Ortenburg.   22)

22) 1361. 30. November, GB XV, S 485, A. Greinburg

Daraus ist erstichtlich, daß die oben stehende Nachricht datumsmäßig falsch sein muß. Tatsächlich hat aber 1358 Herzog Rudolph das Amt des Obrist Jägermeisteramtes an Friedrich von Kreisbach neu „ausgetan“ und hiezu die Feste Rappoltenkirchen als Lehen gegeben. Die Feste sollte in Hinkunft Jägerburg heißen, was sich aber nicht durchgesetzt hat. Eine Urkunde mit ähnlichem Inhalt ist mit 1359 datiert und befindet sich im Besitze des Hauses Liechtenstein in Vaduz.   23)

23) 1358. 5. November, Winter, S 276, LV, GB VII, n. ö. Lehen- und Pfandschaftsprotokoll et 1359. 20. November, Orig., A. Vaduz, GV VII; Blätter 1880, S 208

Anmerkung Marktgemeinde, Andreas Bohnec, 5.8.2025:
Näheres zum Jägermeisteramt siehe in Anschluss an diese Abschrift.

Sie dürfte an die Zeit erinnern als die Liechtensteiner dieses Amt innegehabt haben. Friedrich von Chreuspach starb um 1360. Als Jägermeister folgte sein Sohn Wilhelm von Kreuzbach, der mit Anna, Tochter des Weichart von Toppel verheiratet war.

Um 1380 nennt das Lehenbuch folgende Lehen; Die Kreuzpecken haben durch Herzog Albrecht III. die Feste, das Kirchlehen und das Jägermeister-Amt.   24)

24) 1380, LB Albr. III., S 50, S 35, 174, HA, R 39, f 3

Philipp der Purchstaller hat Lehen empfangen und erhielt um 6 Pfund das Haus in Rappoltenkirchen. Hans der Innprucker vom Wasen hatte Geld zu Grabensee, zu Rappoltenkirchen, zu Erla und zu Dornberg. Hans von Atzenbruck hatte ein Holz am Eichberg, im selben Lehenbuch wird auch Heinrich von Atzenpruck als Inhaber genannt. Hensel von Gerhartsdorf – Gerersdorf hatte die Hölzer Hohenwart, agneck und Necztal, alles vor Gerhartstorf in der Pfarre Sieghartskirchen und in der Pfarre Rappoltenkirchen. Niclas Heuginger und Conrad Schneitel erhielten miteinander 1 Hof zu Rappoltenkirchen und 13 Pfund Geld.   25)

25) 1380. LB, S 50 et alt 24 et 78 et 455 et alt 19, S 103 et S 147, OÖUB X, LII, 117

Der Besitz war also weitgehend zersplittert und getrennt verliehen. Das Stift St. Dorothea erwarb 1383 eine Gülte imDorf Eppuing – Oepping.   26)

26) 1383, o. D., AÖG II, S 132

Seit 1384 waren die Scheuchensteiner Jägermeister, ohne daß über dieses Geschlecht mehr ausgesagt werden kann. Wulfing von Scheuchenstein hatte 3 Pfund und 61 Denare Geld im Dorf Rappoltenkirchen.   27)

27) LB Albr. III., 361

1396 wurden die Brüder Ott und Wolfgang die Scheuchensteiner als Inhaber des Jägermeister-Amtes genannt. Zwei Jahre später hatte Ott das Amt und Geld alleine inne, Elenn, der Witwe nach Wulfing, verblieb die Morgengabe, Geld zu Ober Bierbaum und ein Haus zu Rappoltenkirchen.   28)

28) 1396, LB A IV., 175 et 1398, LB A IV., 305 et 1398, LB A IV., 1292. Die Scheuchensteiner führen meist nur einen Helm im Siegel, zu welchem Geschlecht sie zu zählen sind, ist nicht bekannt.

Leider sind von den Brüdern nur Wappen mit Helm bekannt, wodurch über das Geschlecht nichts ausgesagt werden kann. 1404 hat Niclas der Heuginger seinen landesfürstlichen Hof zu Rappoltenkirchen an Hans den Prumstorfer weiterverkauft.   29)

29) 1404. 5. Juli, HHSTA, Q I/10, 18244

Die nächsten Lehensinhaber waren die Innprucker, von dennen Ott von Meissau, Obrist Schenk in Östereich, das Lehen kaufte. 1406 verkaufte er als Hofmeister Erzherzog Wilhelms die Hälfte der Feste, des Dorfes, des Kirchlehens, des Amtes und der Vogtei, Lehen der Herrschaft Österreich um 232 Pfund an Wolfgang den Seebeck. Vermerkt wurde, daß die vorgenannte Vogtei auf den Dörfern Epping – Oepping und Gräcking – Kracking lag.   30)

30) 1406. 12. März, HKA, HA, R 15, f 4, St. Georgientag, Blätter 1872, S 172, HHSTA, Abschrift 2. gbris 1629, Wien, Obr. JM Amt, Karton 127, f 133 und 146, St. Gregorientag, d. hlg. Lehrers, Zeugen waren Alber von Ottenstein als Hofrichter und Mert von Plankenstein.

Dieser war mit Hedwig, der Tochter des Pernolt Klingenfurter verheiratet und erhielt im Jahr darauf Geld auf dem Tullnerfeld, das seine Gattin Hedwig 1407 an Ulrich von Ror verkaufte. 1411 wurde die Feste an Wolfgang verliehen.   31)

31) 1407, o. D., HS 5, Bd. 2. et 1411, Lb 1411, p 28

Um 1417 hatte bereits Jacob der Seebeck, der Wolfgang seinen Onkel nannte, Geld auf behaustem Gut zu Rappoltenkirchen, das er von dem Innbrucker auf dem Wasen gekauft hatte, einen Hof mit Zubehör, das Holz zu Aichberg, Geld zu Paumgarten auf dem Tullnerfeld auf behaustem Gut und zu Wimmersdorf.   32)

32) ca. 1417. LB A V., 105 B

Stift St. Dorothea verkaufte im selben Jahr seine Gülten im Dorfe Epping an Wolfgang Lasberg zu Rappoltenkirchen.   33)

33) 1417, o. D., A. St. St. Dorothea, A. Kl. Neuburg

Jacob der Seebeck verkaufte 1423 das Holz am Aichberg zu Rappoltenkirchen an Christoph Matseber, der dieses Holz zu seinem Lehen Judenau verliehen bekam.   34)

34) 1423, o. D., Not. Blatt 1859, 261, 262

1418 verkaufte er Gülten zu Paumgarten an Herzog Albrecht, der diese der Kartause Mauerbach widmete.   35)

35) 1418. 22. August, Q I/5, 4853

Von Herzog Albrecht V. erhielt er einen Lehensbrief über Rappoltenkirchen, das Dorf, das Kirchlehen und das Jägermeister Amt, das er bisher nur satzweise innegehabt hatte. Der Vermerk: gekauft von dem Innprucker, wurde beibehalten.   36)

36) 1428. 14. März, Wien, Not. Blatt 1859, 564, LBA V., 47, Lichn. V., 2627

Das Pfründverzeichnis der Diözese Passau nannte daher für 1429 die Herren von Seebeck als Patrone der Pfarre Rappoltenkirchen.   37)

37) 1429. Not. Blatt 1859, S 54

Im Besitz dieses Geschlechtes verblieben Feste und Amt. König Ladislaus verlieh 1456 die Feste, das Dorf, das Kirchlehen, die Vogtei und Geld an die Brüder Tybolt und Jacob von Seebeck. Tybolt erhielt mit seiner Hausfrau Barbara vom König auch Geld auf behausten Gut zu Rappoltenkirchen, das von Wolfgang dem Zistersdorfer übergeben worden war.   38)

38) 1456. 18. August, Not. Blatt 1854, 239, f 9 et f 99b

1448 war Tybolt Verweser des Landgerichtes gen Wolfstein, König Friedrich hatte ihn auch benachrichtigt, daß er dem Kloster Melk Stock und Galgen verliehen habe, er solle daher das Kloster nicht beirren.   39)

39) 1448. 20. August, Chmel 2466

Tybolt hat 1465 für seine Gattin Ursula, Tochter des Niclas des Dexner, 250 Pfund Morgengabe mit Erlaubnis König Friedrichs auf das lehenbare Schloß Rappoltenkirchen legen dürfen.   40)

40) 1465. 17. Dezember, Neustadt, AÖG 10, Birk, U 869

1480 hatte Wolfgang von der Leiten unter anderem auch Lehengüter und Lehen zu Rappoltenkirchen und zu Stretzing. Nach seinem Tode fielen diese Lehen an seinen Vetter, den Wiener Bürger und Ratsherr Ernreich Koppel, der damit belehnt wurde.   41)

41) 1480. 4. Feber, Wr. Neustadt, LB 1440/80, 268, Q I/5, 5052

Von diesem erbte sein Sohn Hans Koppel ebenfalls Bürger zu Wien, er wurde 1491 belehnt, sandte jedoch König Friedrich diese Lehen auf. Der König verlieh im selben Jahr die Feste, das Kirchlehen, die anderen zugehörenden Güter und die Lehen nach Hans Koppel nach Ursula, der Witwe des Tybolt, an Andre Krabath von Lapitz, dem Pfleger zu Steier.   42)

42) 1491. Sonntag, Palmtag, Linz, LB 17/8, f 63r, mit Vermerk 1497 an Wolfgang von Lapitz, LB H 119

[Besitzungen, Schwager, Gattin] Andre Krabath von Lapitz ist am 3. September 1506 in Amstetten gestorben.   43)

43) […] et 1506. 3. September +, GB XV, S 55

König Maximilian I. verlieh Rappoltenkirchen nun an die 3 Söhne des Andre, Wolfgang, Hans und Ulrich. Diese beurkundeten ein Teillibell, der Vater hatte ihnen neben Seiseneck und Rappoltenkirchen auch die Feste Leiben hinterlassen.   44)

44) 1506. 3. Oktober, Graz, LB 17/10, 119, HKA, und GDB 2a, f 43 r, R 15, et 1506. Montag nach St. Leopold, NÖLA, HS 5, Bd. VII.

Doch 1522 wurden die Brüder Wolfgang, Hans und Ulrich wieder belehnt. Diesmal kam der Sitz Atzleinsdorf mitsamt dem Kogel dazu.   45)

45) 1522. 11. Juni, LB 17/13, 98

Knapp vor der Einschließung Wiens durch die Türken verlieh Erzherzog Ferdinand an Hans von Lapitz den Wildbann zu Seiseneck, den sein Bruder Wolf verschwiegen hatte, im Sinne des Generalmandates über verschwiegene Lehen.   46)

46) 1529. 18. September, HS 5, Bd. VII

Am 26. September 1529 wurde Rappoltenkirchen durch die Türken verwüstet, es blieb in der Folgezeit ohne Pfarrer. Nach dem Tode des Wolfgang von Lapitz am 14. September 1530 wurde Hans von Lapitz auch Lehensträger für den Sohn des Verstorbenen, Ulrich von Lapitz.   47)

47) 1531. 19. Juni, Wien, LB 17/15, 40 et 1530. 25. Jänner, GB VII., S 46, + 1530. 14. September, A. St. Tulln, Grabstein in Melk

Einen Tag vorher hatte Hans von Lapitz das Bergrecht zu Baumgarten und zu Nentzing auf dem Tullnerfeld, das er von David von Trautmannsdorf gekauft hatte, erhalten.   48)

48) 1531. 18. Juni, LB 17/15, f 39r, 40

Dieser erwarb das Doktorat und wurde 1536 mit seinen Vettern Veit und Cornelius, den Söhnen des Hans, belehnt.   49)

49) 1536. 19. Juni, Wien, LB 17/15, 236r

Veit von Lapitz erhielt 1537 die Vogtei Zeylern. 1540 erhielten Cornelius und sein Vetter Paul von Lapitz nach Dr. Ulrich von Lapitz, Vater beziehungsweise Vetter, Seiseneck, Rappoltenkirchen und Atzleinsdorf.   50)

50) 1540. 24. Oktober, LB 17/16, 75

1548 sandte Cornelius auf und bat an seinen Schwager Jörgen Waseyo (Georg Basey) zu verleihen.   51)

51) 1548. 5. September, LB 17/17, f 62

Nach dem Tode des Georg Basey verfaßte Pilgrim von Sinzendorf zu Fridau als Gerhabe der Erben nach Basey die Einlage im Gültbuch:   52)

52) 1560. 19. August, AE, OW 105, f 1

vermerkt die Rent und Gült zu der Festen Rappoltenkirchen gehörig.
1. Amt Rappoltenkirchen von gestifteten und behausten Gütern, von Burgrecht und Überland, Wiesendienst und Küchendienst.
2. Amt am Kogel von bestifteten und behausten Gütern, von Burgrecht, Brandstätten und Überländ, Kucheldienst, Traid-Zehent, von Bestandäckern zu Kogel, Vogtdienste.
3. Amt zu Gerersdorf von bestifteten und behausten Gütern, von Brandstätten und Überländ und Kucheldienst.
4. Amt zu Rörnbach von behausten und gestifteten Gütern, von Brandstätten und Überländ, am Aichkogel Weinperg und „Peyßgleig“ 20 Viertel-Weingärten, zu Bradten 7 Viertel-Weingärten um 10 Eimer verlassen. 20 Eimer-Bergrecht zu Peysling, 14 Eimer Wein-Zehent zu Rörnbach, zu Rappoltenkirchen ein kleines Bergrecht, Wein-Zehent, meist öd, 6 Eimer. 26 Metzen Diensthafer zu Umbsee und Starzing, Traid-Zehent, Korn und Hafer zu Umbsee und Rörnbach.

Die Pfarre Rappoltenkirchen war seine Lehenschaft und Vogtei und hatte folgendes Einkommen: 1/2 Traid Zehent zu Rappoltenkirchen, Korn und Hafer. Die Pfarre hatte Wein-Zehent und Bergrecht, die Weingärten waren aber fast verödet, sie trugen 6-8 Eimer Wein. Zum Pfarrhof gehörten Ackerlandwiesen. Seit der „Türggen Verhöhrung“ gab es keine Pfarre. Cornelius von Lappitz erhielt 1562 von K. Ferdinand I. das Amt Ried käuflich und vereinigte es mit der Herrschaft Rappoltenkirchen.   53)

53) 1562, o. D., Hippolytus 1864

Pilgrim von Sinzendorf erhielt 1564 als Gerhabe Lehensurlaub, 1567 verlieh Erzherzog Maximilian den gesamten Besitz an Cornelius Bassey, den vogtbar gewordenen Sohn des Georg.   54)

54) 1564. 18. September, Wien, LB 17/19, 2 et
1567. 11. September, HKA, HA, R 15, f 7

1571 besaß Cornelius ein Gehölz im Amt Ried, sein Vater Georg hatte es von seinem Schwager Cornelius von Lappitz erworben. Zur Waldbereitung 1572 war Cornelius Bassey Inhaber, das Gehölz lag im Koglinger Amt.   55)

55) 1571. 11. Jänner, HKA, HA, W 65/C et 
1572, HKA, HS 86

Cornelius war der Letzte seines Namens, nach seinem Tode wurde am 2. April 1579 der Auftrag zur Bereitung an Johann Philipp von Brassican und Abraham Länser gegeben, da das Lehen heimgefallen war.   56)

56) 1579. 2. April, Wien, HA, R 15, f 9, 11 ff, placet, 5. April, Orig.

K. Rudolph belehnte Albrecht von „Sachawitz“ als Gerhab der Töchter des verstorbenen Cornelius Bassey, Elisabeth und Maria Anna mit der Feste und allem Zubehör.   57)

57) 1583. 27. Jänner, LB 17/22

Franz von Prösing, Freiherr zu Stein kaufte vom Gerhaben der Pupillen Albert von Sachwitz zu Wels und sollte im Auftrag des Landmarschallgerichtes den 4. Teil des Lehens ins Vizdomat erlegen. Der Gerhabe teilte mit, daß sein verstorbener Schwager das Jägermeister Amt nicht „gebraucht habe“, er gab auch 4 unterschiedliche Hölzer an, die zur Herrschaft gehörten:  58)

58) 1580. 10. November, HKA, R 15, f 217 et f 25

1) Holz auf der Hohenwart, ca. 225 Joch
2) Holz in der Walchen, ca. 120 Joch
3) bei dem Topel Rämb und gegen den Kogel hinab, ca. 424 Joch
4) Holz im Kreitgang, ca. 4 Joch
Das Erdbeben von 1590 zerstörte den Kirchturm von Rappoltenkirchen.   59)

59) 1590. Suess: D. Erdbeben in NÖ

Nach dem Bereitungsbuch wurde Cornelius Bassey als Inhaber der Dorfobrigkeit in Gerersdorf, Rappoltenkirchen, Kogel und Röhrenbach genannt, der Verkauf wurde aber mitgeteilt.   60)

60) 1591. Ber.[eitungs] Buch, OW, S 88

1592 berichtete Melchior Klesel an Erzherzog Ernst, in Rappoltenkirchen und in Judenau würden durch Hieronymus Weichler, Prädikant zu Judenburg, Predigten gehalten.

1594 erfolgte „ein Kaufanschlag Feste Rappoltenkirchen mit ödem Burgstall am Kogel, früher Edelmannsitz, jetzt mit allem der Herrschaft einverleibt, gesamt 2000 fl, Kirchenlehen und Erbtvogtei 1000 fl, Jägermeister Amt 500 fl, Schankgerechtigkeit 500 fl,Schloß Azelsdorf, Lehen von Österreich, mit Graben umfangen, verödet, von Wolfen Habervorgel erkauft. Beschreibung nach Freiherr von Stein auf Sixental, Inhaber von St. Pölten. Gesamt 2060 Joch Holz, je 5 fl ergibt 10.300 fl, Gesamtwert 38.866 Gulden“.   61)

61) 1594. 9. September, Schallaburg, HA, R 15, f 228

Franz von Pösing zu Stein auf Rappoltenkirchen hatte Gut Rappoltenkirchen samt allem Zubehör 1595 an Heinrich von Oedt auf Ernek verkauft, dieser ersuchte um Zuschreibung.   62)

62) 1595. 4. März, OW 105, f 8

Nach Tod des Cornelius Bassey kam die Herrschaft durch die neuen Gerhaben Abraham Stockhorner zu Starrein und Harras und Wilhelm Christoph Hebl zu Limberg, an dessen Töchter Elisabeth und Maria Anna, Ansuchen um Anschreibung an Gerhaben und Pupillen.   63)

63) 1595. 14. Feber, OW 105, f 7

König Matthias wandte sich 1598 an die k.k. Räte. Seemann wolle Rappoltenkirchen als Lehen. Die 2 Töchter des Bassey wären verstorben, da der von Prösing und der von Ödt keinen Konsens hätten, wäre das Lehen heimgefallen, an Seemann wäre daher zu bewilligen. Wilhelm Seemann von Mangen zu St. Peter in der Au, Hofkammerrat und seit 1585 Verwalter der Landeshauptmannschaft unter der Enns, wurde am 15. Dezember mit Rappoltenkirchen, Kogel und dem Sitz Atzelsdorf belehnt.   64)

64) 1598. 24. Juli, Wien, HA, R 15, f 236 et
15. Dezember, LB 17/22, 120

Kaiser Rudolph II. fragte 1601 bei Seemann an, ob er zum Posseß Rappoltenkirchen gekommen sei!   65)

65) 1601. 6. Oktober, Wien, HA, R 15, 175. Am 28. Feber 1600 hat der Kaiser seinem Bruder aus Pilsen berichtet, daß Seemann um Erlassung seines Regimentdienstes gehorsamst ersucht habe. Orig., f 241, am 10. September 1610 hieß es: „Wie er (Seemann) sein Hofkammerdirektori verlassen und jährlich 300 fl Pension verwilligt worden“, nach f 175

1601 verkaufen Melchior, Albrecht und Roman die Geyer von Osterburg auf Hardt und Rotenhaus an Heinrich von Oedt von Ernegg und Reinsperg und Wang zu Rappoltenkirchen den ihnen eigentümlichen Edelmannsitz Eisenpeutel samt dem zugehörigen Markt Sieghartskirchen mit dem Dorf Wagendorf und der Dorfgerechtigkeit in Wagendorf mit genannte Gehölzen gegen eine Summe Geld, von Ahnen und Vater Wilhelm Geyer an sie erblich gekommen.   66)

66) 1601. 27. Jänner und 29. September, Tag hlg. Michael, HHSTA, Obr. JM Amt, Karton 127, f 142 ff. Melchior Geyer saß zu Hardt, Albrecht zu Rottenhaus. Roman war Truchseß des Erzherzogs Maximilian.

1603 verkauften die Gerhaben des Johann Bernhrd von Ödt, Sohn des Heinrich von Ödt, Andre Rächwein zu Kleinatzelsdorf und Hans Christoph Kaufmann zu Jeutendorf mit Zustimmung der Majestät und der Landmannschaft, Rappoltenkirchen und Sieghartskirchen an Sigmund Malendin zu Plankenstein und ersuchten um Zuschreibung.   67)

67) 1603. 8. November, HA, R 15, f 236

Im Dezember wurde die Feste und der Sitz Atzelsdorf an Wilhelm Heinrich von Ödt zu Handen seiner Pupillen Johann Bernhard und Hans Christoph von Ödt verliehen.   68)

68) 1603. 23. Dezember, LB 17/22, 194

1606 wurde wiederum Andre Rächwein als Gerhabe nach Heinrich von Ödts Erben belehnt.   69)

69) 1606. 7. Juni, LB 17/22, 251

Nach Kauf wurde Sigmund von Malendein 1608 belehnt. Auch König Matthias belehnte ihn 1611 mit der Feste und dem Kirchlehen, er besaß auch die Feste und Herrschaft Plankenstein.   70)

70) 1608. 31. Jänner, LB 17/22, 282 et
 1611. 20. Juli, LB 17/24, 65

1613 nannte er sich auch zu Deutschbach und Sieghartskirchen. 1616 erwarb er als zu Rappoltenkirchen, Plankenstein und Weissenbach von Volkhard von Concin zu Working das Amt Leyß.   71)

71) 1616. 27. Mai, AE, OW 120, f 21

Seine Söhne Adam, Seyfried und Sigmun von Mallendein zu Temtschach auf Rappoltenkirchen und Weißenburg verkauften Plankenstein mit dem Amt Leyß an Gotthard Freiherrn von Tattenbach.   72)

72) 1625. 24. November, OW 120, f 15

Zwei Jahre später verkauften sie auch das Gut Rappoltenkirchen und Sieghartskirchen samt dem freiem Eelmannsitz und Burgstall zu Kogel, Aiglensdorf – Atzeldorf und den Eysenbeutelhof, an den Hofkriegsrat Gerhard von Questenberg, Freiherr zu Järmerschitz. Dieser wurde 1628 unter Bedingung der katholischen Religion mit der Feste, dem Kirchlehen, der Vogtei, dem JM Amt, dem Lehen zu Stratzing, Geld auf Überland, Zehent zu Rernpach, Getreide Zehent zu Sieghartskirche, Sitz Atzelsdorf mitsamt dem Kogel belehnt.   73)

73) 1627. 14. August, OW 120, f 16 et
1628. 7. Dezember, LB 17/26, 102, 104

1629 teilten die Brüder mit, daß ihr Vater Sigmund nach dem Ankauf von 1603 wegen Streitigkeiten nicht an die Gült geschrieben worden wäre.   74)

74) 1629. 5. April, OW 120, f 18

1630 ersuchte Gerhard von Questenberg um Anschreibung, im Oktober bestätigte ihm der Kaiser, gemeinsam mit dem Wald- und Forstmeister Pfeffer von Pfeffershofen, die Pflegschaft und den Wildbann im Gemeinholz.   75)

75) 1630. 8. April, OW 120, f 21 et 2. Oktober, Pflegschaft, R 15, f 213, und f 209. Ferdinand II. stellte von Regensburg aus fest, daß 1406 mit der Feste Rappoltenkirchen der Wildbann und das Jägermeisteramt verkauft wurden wären, de jure würde dies auf „Dich“ transferiert sein. Questenberg war damals auch Pfandinhaber der Herrschaft Petschaw. HHSTA, Obr. JM Amt, Karton 127, f 137, 1630. 2. Oktober, Regensburg.

1636 erfolgte eine neuerliche Belehnung, ebenso 1638 durch K. Ferdinand III.   76)

76) 1636. 21. Mai, LB 17/26, 309 et
1638. 28. Juni, LB 17/26, 515

Im gleichen Jahr war er auch Lehensträger der Töchter des Hans Unterholzer für 9 Untertanen zu Motten und Polweis.   77)

77) 1638. 28. Juni, AE, OM 67

Bereits 1637 beschwerte sich Questenberg beim Obrist Land JM Bruno Graf von Mannsfeld, daß der vor 2 Jahren verstorbene WM Pfeffer ihm Schwierigkeiten bereitet hätte wegen des 4. Pfennigs aber auch wegen der Jagd auf Wölfe und Luxen „der Pfeffer, so ein flagellum des Adels in materia venatoris“, er persönlich habe ihn aber nie beleidigt gehabt.   78)

78) 1637. 30. Oktober, Brief an Majestät,, HHSTA, Obr. JM Amt, f 136 und 22. August, f 140. In Pfeffers Zeiten wurde der Wildbann zu dem kaiserlichen Wildbann gezogen und war strittig.

Wegen der Einsprüche Questenbergs wurde von den Verordneten der Landschaft eine Kommission aus Bruno Graf von Mansfeld, Obrist JM, Falkenmeister und Stallmeister, David Ungnad und Wenzel Hegenmüller auf Albrechtsburg bestellt.   79)

79) 1640. 25. Oktober, Wien, Orig., HHSTA, Obr. JM Amt, Karton 127, f 145

1643 erfolgte eine Freimachung gegen eine Gebühr von 1500 Gulden.   80)

80) 1643. 12. Dezember, LB 17/26

1657 ersuchten die Gerhaben der Söhne des Gerhard von Questenberg um die Anschreibung des Traid-Zehent zu Rappoltenkirchen nach Ankauf von Johann Kaltschmied von Eisenberg und um Zuschreibung zur Herrschaft Rappoltenkirchen an. Hans Jacob von und zu Graf von Brandis Freiherr zu Cronburg und Forst und Hans Franz von Lamberg hatten zuerst an Johann von Kaltschmid verkauft gehabt. Johann Anton Freiherr zu Questenberg auf Jaromoritz, Rappoltenkirchen und Sieghartskirchen erwarb ihn von Kaltschmid.   81)

81) 1657. 12. August, Prag und 23. Oktober, OW 120, f 14 und f 23

1663 war das Gotteshaus in Sieghartskirchen abgebrannt und lag dann öde, Herr und Untertanen zu Sieghartskirchen und Rappoltenkirchen waren lutherisch. Dem Prädicanten wurde gestattet, sich aus dem Sieghartskirchner Holz in Rappoltenkirchen ein Haus zu bauen.   82)

82) 1663. 13. April, GB 7, S 50, A. Hschft. Rappoltenkirchen

Laut Testament des Gerhard von Questenberg war sein 4. Sohn, Johann Antonio Generalerbe.   83)

83) 1662. 7. September, OW 120, f 25

1672 ist er nach seinem Vater als Besitzer genannt, 1677 ersuchte er um Anschreibung im Gültbuch.   84)

84) 1672, R 15, f 209 et
1677. 2. Dezember, OW 120, f 27

1696 richteten Richter und Gemein zu Rappoltenkirchen an Christoph Johann Graf von Althan ein Schreiben wegen ihres Gemeinholzes,   85)

85) 1696. 12. Feber, HHSTA, Obrist JM Amt, Karton 127, f 182

1710 an den Hof und Land Obrist JM Hartmann v. u. z. Liechtenstein zu Nikolsburg, Herzog zu Schlesien, Troppau und Jägerndorf und Graf zu Rittberg wegen der Robottverpflichtung 8 benachbarter Gemeinden: Grabensee, Markersdorf, Innpruck, Großgraben, Habersdorf, Siegerstorf, Paisling und St. Johannesberg.   86)

86) 1710. 20. gbris, Wien, wie vor, Karton 127, f 192

1701 ersuchte Johann Adam Graf von Questenberg nach seinem Vater Johann Antonio einschließlich des erkauften Steuerdrittels um Zuschreibung an. Zwischen dem Grafen und dem Prälaten Patritius, Propst und Erzdiacon zu Baumburg, kam es 1723 zu einem Vergleich. Dieser Vergleich wird unter Sieghartskirchen näher erläutert.   87)

87) 1723. 2. Jänner, Wien, GB 7, S 51, von der Regierung genehmigt 1724. 29. März

Der Pfleger Ignatz Severin Rauscher berichtete 1731, daß Questenberg in Mähren auf Schloß Jaromeritz wäre.   88)

88) 1731. 17. 8bris, HHSTA, Obr. JM Amt, Karton 127, f 194

1733 kam es durch ihn zur Wiederaufrichtung der Pfarre Rappoltenkirchen, der er einen Stiftungsbrief gab. Er sicherte dem Pfarrer Einkünfte von 300 fl jährlich zu und verpflichtete sich den Pfarrhof auf seine Unkosten instandzuhalten.   89)

89) 1701. 26. Jänner, OW 120, f 32 [Grund für diese Jahreszahl an dieser Stelle unklar, Anmerkung Marktgemeinde, Andreas Bohnec, 6.8.2025. Vielleicht zur Anmerkung 87 oben?] et
1733. 12. März, Gesch. d. Pfarre R., Pf. Archiv, S 52, GB 7

1740 verkaufte er an Johann Ferdinand Graf von Kufstein, dieser suchte um Zuschreibung an. Als Reichsgraf, Rat und Hofvicekanzler kaufter er 1741 vom Hochstift Passau den Halb- und Viertel-Traid-Zehent am Kogel, zu Winersdorf, zu Paißing, zu Dornberg, zu Stärzing und Oedt, zu Markersdorf und Mazleinsdorf und ersuchte um Zuschreibung.   90)

90) 1740. 2. Mai, OW 120, f 39 et 19. gbris, f 34 et
1741. 15. Juni und 10. Juli, OW 120, f 35 und f 37

1742 suchte der Graf um Zusammenziehung beider Herrschaften zu einer Rubrik an.   91)

91) 1742. 25. Juni, OW 120, f 41

Auf sein Ansuchen wurde ihm 1743 als Hof Vicekanzler, Freiherr auf Greillenstein, Herr der Herrschaften Zaking, Viehofen, Rappoltenkirchen und Sieghartskirchen auf Grund einer Schätzung durch Gutachter um 4000 fl der bisher königliche Wildbann verliehen, der nun bei der Herrschaft Rappoltenkirchen verbleiben sollte.   92)

92) 1742. 26. Oktober, Dekret wegen Schätzung an den FM in Baden Johann Georg Otto, wegen Wildbann in Rappoltenkirchen, vordere und hintere Ponna, R. Gemeinde, Graggingberg und Schifferwald, f 99,
1743. 17. Mai, HHSTA, Obr. JM Amt, Karton 127, f 89, Benachrichtigung der Kaiserin Maria Theresia, f 195

Dies, obwohl 1629 festgestellt worden war, daß der Wildbann ein Zubehör der Herrschaft war. Es erfolgte eine Ausmarkung im Beisein des Johann Josef Edlmüller, Verwalter der Herrschaft Rappoltenkirchen, des Christoph Ecker, Richter in R.[appoltenkirchen], Leopold Pruckmayr Marktrichter in Sieghartskirchen und Johann Ottmann Dorf Richter zu Gerersdorf, eine Mappe wurde verfaßt und Steine mit den Zeichen HR und W = Wildbann versetzt.   93)

93) 1743, April, wie vor, f 105

1777 erfolgte eine Gültanschreibung des Johann Ferdinand Graf von Kufstein. Er besaß die Fidei Comiss Herrschaften Rappoltenkirchen und Sieghartskirchen, Zagging, Viehofen, Greillenstein, Alt-Pölla, Burgschleinitz und Allodial-Zehent in Greillenstein.   94)

94) 1777. 17. September, NE, OW 77 und OW 143

Unter diesem Eigentümer erhielt die Herrschaft und Gemeine Rappoltenkirchen die Nummer 373 im VOWW.   95)

95) 1786. 22. Oktober, Grenzbeschreibung und 1787. 11. August, Fassion VOWW, 373, NÖLA

Rappoltenkirchen hatte 42 Häuser, Öpping 5, Kraking 4 und Kreuth 11, zusammen 63 Häuser. Verwalter war Johann Josef Weninger und Franz Johann Teufel, Adam Pimberl   96)

96) 1730. 10. März, der 73 Jahre alte Lorenz Pimperl, gebürtig aus Rappoltenkirchen sagte aus, daß ihm sein Vater Michael Pimperl vor dem Türkenrummel über den Wildbann im Pixendorfer Holz berichtet hätte. Die Familie Pimperl existiert auch noch heute.

war Richter in Rappoltenkirchen, Karl Früwald Richter in Kreuth.

Folgende Riede wurden genannt.
Ortsplatz
1. Ried: Antoni Feld
2. Ried: Weinberg
3. Ried: Moderstock
4. Ried: Leiten
5. Ried: Feldl
6. Ried: Steinriegl
7. Ried: Anwörd
8. Ried: Bachwiese
9. Ried: Roßgraben
10. Ried: Breitfeld
11. Ried: Weixelgarten
12. Ried: Türgraben
13. Ried: Aufeld
14. Ried: Tiefenhalt
15. Ried: Adenberg
16. Ried: Walchen
17. Ried: Baumstall
18. Ried: Heignen
19. Ried: Dorf Öpping
20. Ried: Brunnfeld
21. Ried: Walchen
22. Ried: Panzau
23. Ried: Krottensumpf
24. Ried: Dorf Kraking
25. Ried: Dorf Kreut
26. Ried: Waldfeld
27. Ried: Frauenberg
     600, privat   1 Joch  994 Klafter
28. Ried: Preutfeld
29. Ried: Mühlwald
30. Ried: Bachwiese
31. Ried: Pana
     657, Gemeinde Rappoltenkirchen   4 Joch  1005 Klafter
     660, Gemeinde Rappoltenkirchen   22 Joch  260 Klafter
     662, Gemeinde Rappoltenkirchen   8 Joch  93 Klafter
     664, Gemeinde Rappoltenkirchen   24 Joch  1070 Klafter
     666, Gemeinde Rappoltenkirchen   24 Joch  1539 Klafter
     670, Gemeinde Rappoltenkirchen   47 Joch  1352 Klafter
32. Ried: Hohenwart
     671     25 Joch  1406 Klafter
     673     8 Joch  416 Klafter
     675     34 Joch  817 Klafter
     677, Herrschaft Judenau   26 Joch  1560 Klafter
     680, Herrschaft Atzenbruck   18 Joch  452 Klafter
33. Ried: Thonenschachten Wald
     681, Herrschaft   74 Joch  887 Klafter
     682, privat   2 Joch  1358 Klafter
     683, privat   3 Joch  1370 Klafter
     684, Herrschaft, Krakingberg   4 Joch  1248 Klafter
685, Herrschaft, Vorderer u. Hinter Walch 78 Joch 20 Klafter
     686, Herrschaft, Adenberg   14 Joch  149 Klafter
     687, Herrschaft, Frauenberg   242 Joch  1275 Klafter
     688, Herrschaft, Hohenwart   210 Joch  1271 Klafter

Gesamtausweis:
     Äcker     338.26 Joch   13 Klafer
     Wiesen     544.57 Joch   11 Klafter
     Wald     882.00 Joch   8 Klafter
     Wald, rustical   221.45 Joch  21 Klafter

Zur Herrschaft gehörten damals auch der Markt Sieghartskirchen mit Gerersdorf, die Gemeinde Ried mit 42 Häusern, die Gemeinde Kogl, die Gemeinde Henzing 18 und Wagendorf mit 12, zusammen 30 Häuser und Gemeinde Elsbach mit 34 Haus. Nur die Gemeinde Henzing ist nicht direkt geführt, sie wird daher hier dazugenommen.

Gemeinde Henzing und Wagendorf, VOWW 372.   97)

97) 1787. 11. August, VOWW 372, NÖLA

Folgende Riede wurden genannt
1. Ried: Ortsplatz Henzing
2. Ried: Poenten
3. Ried: Obermitterfeld
4. Ried: Scharfenackern
5. Ried: Braitten
6. Ried: Oberhasleiten
7. Ried: Obersatzgraben
8. Ried: Oberlindthall
9. Ried: Untersatzgraben
     504, 506-509, privat     10 Joch  531 Klafter
     505, Herrschaft Judenau   5 Joch  1375 Klafter
10. Ried: Unterlindthal
     510-535, privat     34 27/64 Joch   389 Klafter
     536, Gemeinde Henzing          445 Klafter
11. Ried: Mitterhasleiten
     537-581, privat     47 62/64 Joch   1095 Klafter
     582, Gemeinde Henzing      7 Joch 819 Klafter
12. Ried: Ortsplatz Wagendorf
13. Ried: Launfeld
14. Ried: Untermitterfeld
15. Ried: Bachfeld
16. Ried: Unterhasleiten
17. Ried: Auberg
     679, Gemeinde Wagendorf     25 Joch  1143 Klafter
     680, Gemeinde Wagendorf     16 Joch   525 Klafter

Gesamtausweis:
     Äcker     156 43/64 Joch   14 Klafter
     Wiesen     23 12/64 Joch   19 Klafter
     Weingärten     86 7/64 Joch   19 Klafter
     Wald     150 24/64 Joch   7 Klafter
     hievon dominical     5 55/64 Joch

Franz Brunner war Richter in Henzing, Johann Joseph Wieninger Verwalter und Franz Josef Teufel Richter in Wagendorf. 1790 kam es zur Aufhebung der Localie Kogl, es wurde mit der Pfarre Rappoltenkirchen wieder vereinigt. Hagenau, Geigelberg und Dornberg kamen unter Pfarrer Matthias Lederer zur Pfarre Johannesb[e]rg.   98)

98) 1790. Pf. Archiv, S 58

Zur Herrschaft Rappoltenkirchen gehörten 1821 folgende Katastralgemeinden:   99)

99) 1821. 21. April, Tulln, VOWW 658, BAfEuVW

     Rappoltenkirchen, 658 VOWW     1099 Joch 530 Klafter Wald
     Ollern, 570 VOWW          700 Joch   497 Klafter Wald
     Starzing, 782 VOWW          45 Joch   911 Klafter Wald
     Öpping, 572 VOWW          2 Joch   930 Klafter Wald
     Penzing, 585 VOWW          69 Joch   520 Klafter Wald
     Kreuth, 420 VOWW          9 Joch   820 Klafter Wald
     Ried, 680 VOWW          124 Joch   638 Klafter Wald
     Sieghartskirchen, 764 VOWW     277 Joch 823 Klafter Wald

In Rappoltenkirchen hatten:
Die Herrschaft den Haaberg, Bauernöd und den Frauenberg, mit 683 Joch   1216 Klafter
Gemeinde Rappoltenkirchen   87 Joch   1229 Klafter
private Anteile   80 Joch   1482 Klafter
Pfarre Michelhausen   17 Joch   902 Klafter
Gemeinde Dornberg   5 Joch   821 Klafter
Herrschaft Neulengbach   170 Joch   6 Klafter
Herrschaft Atzenbruck   26 Joch   685 Klafter
Herrschaft Judenau   27 Joch   365 Klafter
Kirche Sieghartskirchen      221 Klafter

1821 ersuchte Georg Sina um Gültanschreibung der Herrschaften Rappoltenkirchen und Sieghartskirchen nach Franz Joseph Fürst von Dietrichstein-Proseau-Lexlie. Doch noch 1821 mußte Franz Josef Fürst von Dietrichstein um Gültanschreibung von Johann Ferdinand Graf von Kufstein erworben, ansuchen.   100)

100) 1821. 15. März und 1821. 26. März, NE, OW 77

1857 folgte Simon Freiherr von Sina, Herr der Herrschaften Gföhl, Droß, Leopoldsdorf, Hennersdorf, Rappotenkirchen und Sieghartskirchen.   101)

101) 1847. 1. Dezember, NE OW 77, Ansuchen 1858. 10. Feber durch Dr. Ritter von Gredler

1891 kam die Herrschaft Rappoltenkirchen zu gleichen Teilen an:   102)

102) 1891. 20. Jänner, NE, OW 77

Clariclee Erbprinzessin von Hohenlohe Schillingfürst, Iphigenie Reichsgräfin von Pappenheim, Theodor Prinz Ypsilanti, Emanuel Prinz Ypsilanti.

Der dänische Architekt Theophil Hansen errichtete im Auftrag des Freiherrn von Sina das neue Schloßgebäude. Schloß und Herrschaft bestehen auch heute. Nur das Dorf liegt außerhalb der Waldgrenze. Sieghartskirchen ist die Nachbargemeinde.

Veröffentlicht am 27.8.2025

E 61.8   Recherche zu 1333 oder 1353 Schenk von Dobra, Oberjägermeisteramt

Anmerkung Marktgemeinde, Andreas Bohnec, 5.8.2025: 
Twerdy zweifelt die Richtigkeit der Jahreszahl 1333 im Bezug auf „Schenk von Dobra“ an. Tatsächlich scheint in den bisherigen Abschriften zur ehemaligen Burg Kogl die Jahreszahl 1353 auf.

Gemeindehomepage – Register C 13. In der Liste der Besitzer von Rappoltenkirchen (Kerschbaumer im Jahr 1880) der erste Eintrag mit einer Recherche – Wißgrill (Jahr 1795).

Bereits im Jahr 2023 auf der Gemeindehomepage veröffentlicht gibt es zwei Quellen mit der Jahreszahl 1333: Schweickhardt und die bei Twerdy zitierten „GB“ = Geschichtliche Beilagen zum St. Pöltner Diözesanblatt.

Eine Internet-Recherche ergab zwei weitere Quellen:

1) Auszugsansicht „Die Wappen des Adels in Niederösterreich“ von Johann Evang Kirnbauer von Erzstätt, Band 26, Teil 1

Online-Link:
https://books.google.at/books?newbks=0&redir_esc=y&hl=de&id=51FmAAAAMAAJ&dq=Schenk+von+Dobra+Rappoltenkirchen&focus=searchwithinvolume&q=Rappoltenkirchen

Seite 67:

Schenk v. D. verkaufte die Veste Rappoltenkirchen am Mathäustage 1353 an Friedrich v. Creusbach.

2) Jagd-Zeitung. Achtzenter Jahrgang. 1875. Wien.
Nr. 22. Ausgegeben am 30. November 1875. 
Anmerkung Marktgemeinde, Andreas Bohnec, 10.8.2025:
Zum Thema Jägermeisteramt finden Sie weitere Informationen im Register 3.3 unter „03 Landesfürstliche Urbare…“.

Online-Link:
https://www.google.at/books/edition/Jagd_Zeitung/vJtm0FojnfcC?hl=de&gbpv=1&dq=Schenk+von+Dobra+Rappoltenkirchen&pg=PA656&printsec=frontcover

Ab Seite 653 (PDF-Seite 670):

Beitrag zur Geschichte des Oberstjägermeisteramtes in Oesterreich.

Eines der angesehensten Hofämter war im Mittelalter das Jägermeisteramt, die Würde des supremus magistter venatorum.

Trug einerseits der Hofjägermeister mit seinem Gefolge und seinem Zugehör an Falken, Hunden u. s. w. nicht wenig dazu bei, um öffentliche Feste oder Aufzüge der Fürsten reich und durch die größte Mannigfaltigkeit zu illustriren, so gaben andererseits im Mittelalter die Jagden selbst jene Veranlassung, bei der von Seite der Fürsten nur zu oft eine ganz besondere Pracht, ein mannigfaltiges Zeremoniell entwickelt wurde.

In Frankreich hatten sich zuerst bei der Ausführung von Jagden gewisse Formen und Formalitäten ausgebildet, die strenge überwacht und eingehalten wurden, so daß zuletzt das Wesen der Jagd in dieses Zeremoniell aufgelöset erschien.

Mit der Entwicklung und der Ausbildung der Landeshoheit machte sich auch an den deutschen Höfen eine Vorliebe für eine, die Würde der Fürsten auch nach außen zum Ausdrucke bringende Pracht und ihre Hoheit manifestirendes Zeremoniell geltend.

Unter den österreichischen Landesfürsten aus dem Hause Babenberg war es namentlich Leopold der Glorreiche, welcher bei festlichen Veranlassungen mit Vorliebe eine große Pracht entfaltete und entfalten ließ; die verschiedenen Hofwürdenträger traten bei solchen Gelegenheiten mit dem ganzen Aufwand, der ihrer Stellung und ihrem Wirkungskreise entsprach, in Funktion. Nach seinem Tode (1230) vergingen nahe 130 Jahre, bis abermals ein österreichischer Landesfürst eine Prachtliebe entfaltete, welche an die Zeiten Leopolds des Glorreichen erinnerte.

Herzog Albrecht der Weise oder Lahme war am 20. Juli 1358 gestorben. Herzog Rudolf IV., der Stifter, beim Ableben seines Vaters nahe 19 Jahre alt, war ein thatkräftiger, durch viele gute Eigenschaften ausgezeichneter Herr, dessen Handlungsweise jedoch ebenso oft einen großen Hang zur Eitelkeit und Prunksucht erkennen läßt. Er fügte den vielen Titeln, die er führte, auch den eines Reichs = Oberjägermeisters bei.

Der Vater Rudolfs IV., Herzog Albrecht der Weise, trat die Regierung der Erbländer nach dem Tode seines älteren Bruders, des am 13. Jänner 1330 im Schlosse zu Gutenstein gestorbenen deutschen Königs Friedrichs des Schönen an. Wenige Wochen später, und zwar am 25. März 1330 wurde gegen ihn ein Vergiftungsversuch gemacht, dem seine Schwägerin, die Herzogin Elisabeth, Gemalin Ottos des Fröhlichen, welche von den vergifteten Speisen ebenfalls genossen hatte, sofort erlag. Herzog Albrecht wurde zwar vom Tode errettet, allein er blieb an Händen und Füßen bis an sein Lebensende gelähmt, daher er außer dem Beinamen des Weisen auch noch jenen des Lahmen erhielt.

Wie groß auch immerhin die Sorgfalt war, welche der Herzog trotzß seiner Körper-Gebrechen der Verwaltung der Erbländer zuwendete, von der Entfaltung einer besonderen Pracht oder gar von der Ausführung größerer Jagden war während der Dauer seiner 28jährigen Regierung keine Rede. Während dieser Zeit scheint auch das in Erledigung gekommene Oberstjägermeisteramt nicht mehr verliehen worden zu sein.

Von dieser Lücke in der Reihe der großen Hof-Würdenträger erhielt Herzog Rudolf IV. bei Gelegenheit der am 20. November 1358 stattgefundenen Erbhuldigung Kenntniß.

Er traf auch alsbald Vorkehrungen, um dieses Gebrechen zu beheben und verlieh die Würde eines Jägermeisters mit Urkunde vom 20. November 1359 an den österreichischen Ritter Friedrich von Kreußbach.

Das Pergament-Original dieser Urkunde befindet sich im fürstl. Liechtenstein‘schen Hausarchiv. Dieselbe wurde bisher durch den Druck nicht veröffentlicht. Bei dem Umstande, daß sich viele Leser der Jagdzeitung mit quellengemäßen Geschichtsforschungen beschäftigen, erachten wir den Wortlaut dieser Urkunde umsomehr mittheilen zu sollen, da unter den in derselben aufgeführten Zeugen Namen vorkommen, welche in so mancher Beziehung von hohem Interesse sind.

Sie lautet :
Wir Rudolf von Gotsgnaden Phallentz Erczherczog ze Österreich, ze Steyr, vnd ze Kernden, fürst ze Swaben vnd ze Elsazz, Herr ze Krayn, vf der March, vnd ze Porttnaw, vnd des heiligen Römischen Reichs, obrister Jegermaister, Tun kunt, allen Leuten, ewiklich , gegenwertigen vnd künftigen, den es ze wizzen durst geschicht, Daz wir nach tode, der seligen gedechtnizze, herrn Albrechts, wilent Herczogen, vnd herren, der egenanten Landen, vnsers lieben herren, vnd vatters, des Jares, do man zalt, von christs geburt, Tausent drewhundert, Acht, vnd funfzig Jare, morendes, nach sant Elyzabethen tag, sazzen mit vnserr fürstlichen gezierde, in aim gestul, auf dem Hoff ze Wienn, da hin wir, allen Herren, dienstleuten, vnd mannen, Rittern, vnd Knechten, vnsers fürstentvms, von Österreich, auf denselben tag, gebotten hatten, vns, als irm herren ze huldenn, vnd ir lehen von vns, ze emphahen, Vnd sunderlich, hetten wir da hin für vns, beruffet, und besendet, als recht ist, alle vuser Amptleut, in vnserm fürstentum, ze Österreich, mit den dasselb, vnser Lant, beseczet ist , uns da ze dienenn, vnd ze wartenn, yeklicher, mit seinem Ampte, als er geseczet, vnd geordent, vnd von alter her komen ist, desselben tags wurden wir inne, vnd erfunden gepresten, ains Jegermaisters in dem egenanten vnserm fürstentum, vnd daz dasselb Jegermaister Ampt von todes wegen, vor vil Zeiten, ledig worden waz, Vnd wan der volkumenhait fürstlicher wirde, vnlidig wesen sol, aller gepreste, nicht allain, an ir selber, sunder auch an den iren, dar vmb nach guter vorbetrachtung, vnd wisen Rate, vnserr herren, Dienstmanne, manne vnd anderr, vnserr getrewen, vnd sunderlich der egenanten, vnserr Amptleut, wurffen wir dasselb ampt, wider auf, vnd haben es, mit aller der ordnung, bescheidenheit, und kraft, wortenn, werchen, vnd geberden, die von recht, vnd gewonheit vnsers Landes ze Österreich, dehains weges, dar zu gehörent, verlihen, und lihen, mit diesem briefe recht vnd redleich, für vns, vnd für die Hochgeborn fürsten, friderich, Albrecht vnd Leupolten, Herczogen, vnd herren mitsampt vns, in den egenanten, vnsern Landen, vnd für vnser aller erben, ewikleich, dem fromen, vesten vnd wol verdientem Ritter, vnserm getrewn lieben Dienstmanne Friderich von kreusbach vnd allen sinen lehens erben, innezehaben, ze niezzenn, vnd ze vbende, mit allen den rechten, freiheiten, vnd gewohnheiten, als es billeich haben sol, Vnd wan ouch die güter, mit den das egenant Ampt, gestift, vnd gewidemt waz, von langen hinleuffenden ziten, als es ledig gewesen ist, vergangen, vnd vnwizzentlich worden sint, vnd ein yeklich ampt haben sol, dar aus es gevbet vnd vollebracht werden müge, Sid nach laute der rechten niemt mit sein selbs sold gepunden ist ze Ritterscheften, dar vmb haben wir mit volkomenheit fürstleicher macht, von vnserm rechten aigen, dasselbe Ampt, gestift, vnd gewidmet, von newen dingen, vnd haben darzu gefüget, vereint, vnd gegeben, fügen, vereinen, vnd geben, auch ewikleich, mit diesem brief, das haus, daz da her hiez, Rapotenkirchen, und fürbaz ewikleich, durch geleichnizze willen, des Amptes, haizzen vnd genant sin sol, Jegerberg, mit allen nuczen, rechten vnd gütern, die darzu gehörent, vnd von alter darzu gehöret hant, ez sei aigen lehen, verlehent, oder vnverlehent, der kyrchenlehen, daselbs , Purgrecht, Pergrecht, Phenniggült, holcz, acker wismatt, viehwaid, vnd gemainlich, mit aller zugehörung, wie die genant, oder wa die gelegen ist, gesucht, vnd vngesucht, Mit der bescheidenhait, daz der egenant friderich von kreusbach, vnd sein lehenserben, dasselb haus, vnd waz dar zu gehört, [Druckfehler – ein Wort fehlt.]  itsampt dem vorbeschaiden Ampte, von vns , vnd vnsere erben, ze rechtem lehen, innehaben, vnd niezzen sullen, als vor bescheiden ist, Geschech aber, daz des egenanten friderichs lehens erben, abginugen, vnd dasselb Ampt von in ledig wurde, So soll das egenant haus mit allen dem, vnd darzu gehört, ander ir erben, oder wem es der vorgenant friderich, oder sein lehens erben, beschiket, vnd geschaft habent, innehaben, vnd niezzen mit aller zugehörung, als lang, vncz daz wir, vnser Prüder, oder vnser Erben, oder der dem danne, das egenant Ampt verlihen ist, ez erlösen vnd geledigen, mit dreihundert phunden, vnd zwainczig phunden phenning wienner Münzze, vmb dieselben Summe phenning, der egenant friderich das vorbeschaiden Haus, mit seiner zugehörung, gelöset hat, von vnserm getrewn Jansen, dem Schenken von Dobra, dieser dinge sint gezüge, vnd sint hie bi gewesen, die hernach geschriben stent, die Hochgeborn fürsten, Herr Meinhart Marggraf ze Brandenburg, und herczog ze obern Peyern, Graf ze Tyrol, vnd des heiligen Römischen Reichs obrister kamrer, vnser Swager, Herr Wenczla Herczog ze Sachsen, Graf ze Pren, vnd des heiligen Reichs, obrister Marschalkh, unser lieber Öheim, Vnd die Erwirdigen herr Ortolf Erzbischof ze Salzburg, Legat des Stuls ze Rom, herr Paul Bischof ze Freysing, herr Götfrid Bischof ze Pazzaw, und herr Johans, bestetter Bischof ze Gurk, vnser Kanczler, herr Vlreich Bischof ze Seccaw, Herr Peter Bischof ze Lauent, vnser lieber freunt, Vnd die Edeln, vnser lieben getrewn, Graf Meinhart von Gorcz, vnser Phallenzgraf ze Kernden, Graf Ott von Ortemburg, vnser Hauptman ze Krayn, vnd auf der Marich, vnd Graf Rudolf sein Bruder, Graf Johans von Phannberg, unser Hauptman in Kernden, Purchart, Perchtolt, Purchart Johans, vnd Ott Grafen von Maidburg, Vlreich vnd Hermann Prüder, Grauen von Cyli, Vlrich vnd Hainrich, Grafen von Schawnberg Prüder, Graf Ybann von Pernstain, Stephan von Maissaw, obrister Marschalkh, Peter von Ebersdorf obrister Kamrer, Haydenrich von Meissaw, obrister Schenk, Albrecht von Puchhaim obrister Druchsecz, in Österreich, Friderich von Pettow, obrister Marschalkh, Rudolf Ott von Lichtenstain von Muraw, obrister Kamrer, Friderich von Walsse obrister Schenk, Friderich von Stubenberg, obrister Druchsecz, in Steyr, Friderich von Auffenstain obrister Marschalkh, Herman von Ostrawicz, obrister Schenk, Hertneid der Kreiger, obrister Druchsetz, vnd der Kamrer, in Kernden, Herman von Landenberg, vnser Lant Marschalkh in Österreich, Eberhart von Walsse von Lincz, vnser Hauptman ob der Ens, Eberhart von Walsse von Gretz, vnser Hauptman in Steyr, Perchtolt von Pergaw, vnser Hofrichter, Chol von Seldenhofen, vnser Hauptman ze Porttnaw, vnd ze Pruscheldorf, Hainrich von Hakkenberg, vnser Hofmayster, Pylgreim der Strewn, vnser Hofmarschalkh, Friderich von Walsse, von Drosendorf vnser Kamer Maister, Johans von Prunn, vnser Kuchenmaister, Hainrich von Prunn, vnser Schenk, Hainrich von Walsse von Drosendorf, Eberhart, vnd Jans von Kapelln, Vettern, Mertt der Stuchs, vnd Albrecht sein sun, Jans vnd Ott von Celking, Rudolf vnd Dyetmar von Losenstain, Vettern Vlrich, vnd Seyfrid von Kranichperg, Brüder, Hainrich vnd Wernhart von Meissaw, Eberhart von Dachsberg, Johans Turs von Rauchenekk, Wilhelm der Schenk, von Liebenberg, vnser getrewn lieben, vnd andere erbere Leut genug, die ze gegen waren, Vnd ze vrkunde, vnd sicherheit, vnd erbere gedechttnuzze, der vorgeschrieben, vnserr aufseczung, bewidemung vnd lihunge, hiezzen wir disen brif schriben vnd versigellen, mit vnserm grozzen anhangendem Insigel, der geben ist ze Wienn, an der Mitwuchen, die ze den ziten was, Mornendes, nach sant Elyzabethentag, des Jares, do man zalte, von christes geburte, Tausent, drevhundert, fünfzig Jar, vnd dar nach, in dem Neunden Jare,Vnserr geburtlichen zeit, in dem ain vnd zwaintzigistem, und unsers gewaltes in dem andern Jare.

+Wir. der. vorgenant. herzog. Ruodolf. sterken, Disen, prief. mit. diser vnderschrift. vnsers. selbes. hant. +

Friedrich von Kreußbach, der erste Oberstjägermeister Herzogs Rudolf IV. stammte aus einem niederösterreichischen Adelsgeschlechte, welches im Traisenthale ansässig war.

Das Stammschloß dieses Hauses lag in mäßiger Entfernung von dem Orte Wilhelmsburg, am rechten Ufer des Traisenflusses. Das sprechende Familienwappen der Kreußbach oder wie sie sich auch schrieben, der Chreuspach ist ein aufrechter Krebs, mittelalterlich Chreus, Chrews, auch Grois genannt.

Der Stammsitz Schloß Kreußbach kam jedoch schon ziemlich zeitlich aus dem Besitze dieses Hauses, denn schon mit Kaufbrief vom 6. März 1323 verkaufen Engeldich von Chreuzbach und seine Verwandten an Stephan von Hohenberg das Haus zu Chreuzbach sammt Zugehör um 425 Pfunde Wiener Pfennige.

Friedrich von Kreußbach stand bereits in ziemlich vorgerücktem Alter, als ihm das Oberstjägermeisteramt übertragen wurde. Er führte überhaupt ein viel bewegtes Leben, er focht in der Schlacht bei Mühldorf (28. September 1322), wo er mit König Friedrich dem Schönen in Gefangenschaft gerieth, er zog mit Herzog Otto dem Fröhlichen nach der Lombardei und mit König Johann von Böhmen gegen die Preußen, er bekämpfte in Spanien die Sarazenen und besuchte dreimal das heilige Grab.

Im Jahre 1333 hatte er von Johann dem Schenk von Dobra die demselben lehenweise gehörige Burg Rappoltenkirchen in V. O. W. W. um 320 Pfunde Wr. Pfennige käuflich an sich gebracht.

Wie aus dem oben mitgetheilten Diplom vom 20. November 1359, welches an Friedrich von Kreußbach am Hofe in großer Feierlichkeit und in Gegenwart der Stände übergeben worden war, hervorgeht, wurde vom Herzog Rudolf IV. das Oberstjägermeisteramt in Oesterreich zum Erbamt er hoben; zugleich fand auch die Belehnung mit der Burg Rappoltenkirchen mit der Bestimmung statt, daß dieselbe von nun an den Namen „Jägerburg" zu führen habe.

Der neue Oberstjägermeister genoß die ihm verliehene Würde nur durch einige Monate, er starb bereits im Jahre 1360. Er liegt in der Augustinerkirche zu Baden begraben, sein Grabstein befindet sich dort rechts vom Haupteingang zunächst dem Orgelchor.

In Folge der Erhebung in die neue Würde scheint Friedrich von Kreußbach dem alten Wappen seines Hauses, dem aufrechten Krebs, unter Bezugnahme auf das Oberstjägermeisteramt noch ein zweites Wappen beigefügt zu haben. Der erwähnte Grabstein zeigt nämlich neben dem alten Familienwappen der Kreußbach, und zwar an erster Stelle ein Schild, in welchem eine dreitheilige Kette, deren jederseits befindlichen drei Glieder in der Mitte durch einen Ring zusammengehalten werden, vorkömmt. Am offenen mit Helmdecken versehenen Turnierhelm ist als Helmzier ein gekrönter Brakenkopf mit ausgeschlagener Zunge und einem Halsband, an dessen Ring fünf längliche Kettenglieder hängen, angebracht.

Ein solches Wappen mit der Kette erscheint immer nur vereint mit jenem der Kreußbach, es wurde von keiner der damaligen Adelsfamilien geführt, es findet sich weder auf Monumenten, noch in irgend einem Wappenbuche. Dasselbe läßt sich nur als ein Zeichen des an die Kreußbach verliehenen Oberstjägermeisteramtes auffassen, indem die Kette eine Hundekoppel ist und der gekrönte Brake den Leithund vorstellt.

Dem, wie bereits erwähnt, im Jahre 1360 gestorbenen Friedrich von Kreußbach folgte im Oberstjägermeisteramte dessen Sohn Wilhelm. Mit ihm starb das Geschlecht der Kreußbach im Mannesstamme aus. Auch er wurde in der Augustinerkirche zu Baden beigesetzt.

„Wilhalm von Chreuspach obrister Jegermaister" ist als Zeuge aufgeführt in einer Urkunde, welche einen Gegenstand betrifft, der für viele Leser unseres Blattes von Interesse sein dürfte.

Mit Diplom vom 30. Oktober 1364, dessen Pergament-Original im fürstlich von Starhemberg'schen Archiv zu Efferding aufbewahrt wird, erlaubt Rudolf IV., „Ercz Herczog ze Österreich etc." in Anbetracht der „grozzen trew und begird", welche Eberhart von Wallsee und sein Geschlecht" ye zu vns vnd zu vnsern Vordern gehabt habent" auf dem Berge Klausberg ob der Klausmühle ob dem Pösenbache eine neue Veste zu bauen, welche Lehen der Herzoge sein und bleiben soll. „Und wenn der erwirdig name dez egenanten Geschlechts Walsse yeczund nyudert ist in vnserm Lande ze Oesterreich von Vesten wegen, Darumb haben wir dieselben Newn Vest genant Walsse der wort, daz derselb name Walsse nicht vertilgt noch dez vergezzen werde, sondern daz des also ewigleich in vnsern Landen werde gedacht etc."

Neben jenen Oberstjägermeistern, welche diese Würde lehenweise als ein erbliches Hofamt im Besitze hatten, sehen wir sehr bald am Hofe und im Dienste der österreichischen Regenten, auch noch Forstmeister oder Waldmeister in Funktion, die mit der Verwaltung und Leitung des Jagdwesens thatsächlich betraut waren.

Die Veranlassung zur Bestellung eigener Jagd-Oberbeamten dürfte wohl in dem Umstande zu suchen sein, daß der erbliche Oberstjägermeister mehrmals aus welch immer einem Grunde zur Ausübung des oft mühevollen Jagddienstes nicht geeignet war, und somit auf die Bestellung eines entsprechenden Ersatzmannes Bedacht genommen werden mußte.

Der Oberstjägermeister war der Vertreter seines Hofamtes bei Hoffesten und andern feierlichen Gelegenheiten; die Forstmeister oder Waldmeister waren die eigentlichen Jagdbeamten der österreichischen Regenten, bis in die Zeiten des Kaisers Maximilian I. herab.

Herzog Rudolf IV., der Wiederhersteller des Oberstjägermeisteramtes in Oesterreich, starb bekanntlich sehr frühe. Schon unter der Regierung seines jüngeren Bruders des Herzogs Albrecht III. (mit dem Zopfe) fand die oben angedeutete Dienstestrennung statt.

Während Wilhelm von Kreußbach die Würde des Oberstjägermeisters bekleidete, werden als Forstmeister und eigentliche Jagdoberbeamte Herzogs Albrecht III. genannt: Werner der Schenk von Ried, und nach diesem Hanns von Dietrichstock. Dieser letztere hatte seinen Wohnsiz im „Gjaidschloß zu Hadersdorf." Er war eine besondere Vertrauensperson der Herzoge. Er ist als Zeuge aufgeführt im Testament Herzog Albrecht III. - er war anwesend, als zu Holenburg am 22. November 1395, nach dem Tode des letzteren, zwischen den Herzogen Albrecht IV. und Wilhelm, ein die Regentschaft der Länder und die Verwaltung des Hausvermögens betreffendes Uebereinkommen abgeschlossen wurde. Sein Siegel befindet sich an der dießfälligen Urkunde.

Die bewegten Zeiten des fünfzehnten Jahrhunderts brachten für die österreichischen Zustände und Verhältnisse viele tiefgreifende Veränderungen. Die Art und Weise, wie von denselben das Oberstjägermeisteramt berührt worden ist, wollen wir in einem späteren Beitrage zur Jagdzeitung nachweisen.

 

IV.K.) Kogl – Chogel

Diese Abschrift wurde bereits im Register C 31 veröffentlicht.

Veröffentlicht am 27.8.2025

E 61.9   Dietersdorf mit Oedental (Twerdy)

Beiträge zur Geschichte des Wienerwaldes
Wilhelm Tweddy, 1998

Impressum: Diese Arbeit unterliegt dem Urheberrecht. Um der Forschung nicht hinderlich zu sein, werden unter Nennung der Quelle und des Verfassers Veröffentlichungen gestattet; ausgenommen sind die abgebildeten Originaldokumente.

IV.U.) Dietersdorf –Dietersdorf
(mit Oedental* - Vetestall)

Ab Seite 307:

Dietersdorf, heute noch mit einem herrschaftlichen Schloß geziert, liegt in der Pfarre Sieghartskirchen.

Anmerkung-1 Marktgemeinde, Andreas Bohnec, 22.7.2025:
Dietersdorf liegt in der Pfarre Abstetten, Altgemeinde Abstetten (bis 1971), ab 1972 Marktgemeinde Sieghartskirchen. Eine alte Zugehörigkeit zur Pfarre Sieghartskirchen ist unbekannt.
Bekannt ist nur der Pfarr-Tausch der Orte Henzing (von Abstetten zu Sieghartskirchen) und Ranzelsdorf (von Sieghartskirchen nach Abstetten) im Jahre 1759. (Heimatbuch Abstetten, 1987. Seite 85).
Eine heutige Internet-Recherche nach den Matriken Sieghartskirchen bestätigt dies aber (https://data.matricula-online.eu/de/oesterreich/st-poelten/sieghartskirchen/). Laut „Historische Abweichungen“ sollen Ried, Ranzelsdorf, Dietersdorf, Steinhäusl bis 1784 bei der Pfarre Sieghartskirchen gewesen sein. Gleichzeitig sollen diese Orte ab 1784 bei der Pfarre Abstetten gewesen sein. Bei Ried (am Riederberg) stimmt dies nicht – Ried wurde zur eigenen Pfarre.
Bei Abstetten wird unter „Historische Abweichungen“ nur Henzing korrekt angegeben.

Anmerkung-2 Marktgemeinde, Andreas Bohnec, 28.12.2025:
 Bei der Zusammenstellung für das Inhaltsverzeichnis wurde im Register D 11, nach der Anmerkung 135a), folgender Eintrag zu Dieterdorf-Pfarre Sieghartskirchen gefunden:
„[…]Schaunberger bzw. Orther Besitz in den zur Pfarre Sieghartskirchen zählenden Orten Dietersdorf und Siegersdorf.“ [Veröffentlicht am 28.12.2025]

Anmerkung 3 Marktgemeinde, Andreas Bohnec, 16.4.2026:
Bei einer Recherche in Matricula (https://data.matricula-online.eu/de/oesterreich/st-poelten/) im Tauf-, Trauungs- und Sterbebuch ab 1749 fanden sich tatsächlich Einträge von Dietersdorf in der Pfarre Sieghartskirchen.
Allerdings finden sich auch Einträge von Dietersdorf und Ainsiedl im ältesten Buch von Abstetten, Jahr 1628!
Veröffentlicht am 16.4.2026

1312 gab Graf Wernhart von Schaunberg Bertold von Steina und seiner Frau Gertrud das Gut Dietrichsdorf zu Lehen. Die Brüder Friedrich und Chunrat von Dietrichsdorf hatten es von seinem Vater gehabt und ihm aufgesendet.  1)

1) 1312. 23. Mai, OÖUB V, 76, LXXVII, A. Gschwendt.

Vermutlich handelte es sich um die Brüder Chunrat und Friedrich die Eisenbeutel, Chunrat nannte sich nach Kogel, sein Sohn war Weigand II. von Kogel, der mit einer Tuta verheiratet war.  2)

2) R. Büttner, Die Eisenbeutel, JB f. LK NÖ, 38, 1968/70, 243 ff.

Damit wäre die nachfolgende Nachricht verständlich. Im Jahr darauf erhielt aber Ludwig von Zelking das Gut zu Dietrichsdorf, das er von Weigant dem Eisenbeutel und Tuta gekauft hatte, von Wernhart von Schaunberg zu Lehen. Der Eisenbeutel hatte das Gut als rechtes Eigen verkauft und verschwiegen, daß es Lehen des Graf Wernhard von Schaunburg und seiner Brüder war, 1313 wurde der Zelkinger belehnt.  3)

3) 1313. 24. April, Wien, NÖLA; HS 5 Bd. IX, 561, OÖLA, HS 150, N 13, f 5 r

Vermutlich nach dem Tode des Zelkingers kamen die von Steina wieder in den Besitz des ihnen bereits 1312 verliehenen Gutes, denn 1341 verkauften Wolfgang und Berthold von Steinach an Ulrich von Merkenstein und Dietmung den Hof zu Dietreichsdorf ohne den Weingarten Wiltperger um 160 Pfund.  4)

4) 1341. 5. April, Wien, OÖUB VI, 373, CCCLXVIII, A. Gschwendt

Im Jahr darauf verpflichteten sich beide, nun wird auch die Gattin des Wolfgang, Dietmut genannt, diese Güter innerhalb 14 Tagen aufzugeben oder beim Einlager zu Tulln zu erscheinen. Lehensherr war Graf Chunrad von Schaunburg.  5)

5) 1342. 30. November, Dietersdorf, NÖLA, U 3818, Blätter 1868, 127, 22

Ulrich von Merkenstein hatte die Tante Agnes, die mit Chunrad dem Eisenbeutel verheiratet war, einem Enkel des Vorgenannten. Die Brüder von Steinach hatten 1340 Gut zu Fuenveld- Feinfeld an das Stift Altenburg verkauft. Wolfker von Talarn, der 1341 siegelte, war der Schwager der Brüder.  6)

6) 1340. 9. Juni, Altenburg, F II/21, CCIII, anerstorbenes Eigen, von den 4 Brüdern Ott, Chunrad, Heinrich und Seyfried, und Schwestern Jeut und Alheid gekommen.

Dietersdorf war als Lehen der Schaunburger. Es könnte Erbe der Baumgartner sein, auch wenn frühere Urkunden nicht bekannt sind. Büttner vermutete Dietersdorf als Erbe des Lengenbacher an die Grafen Plain-Hardegg.  7)

7) R. Büttner, Burgen 5, S. 43

Vermutlich geht auf Kogel der Schaunburger Besitz um Dietersdorf zurück, da ja kein anderer Herrschaftssitz bekannt ist. Über ein halbes Jahrhundert fehlen nun Belege. Später wird Dietersdorf als Lehen von Ort bezeichnet, Ort mußten die Schaunberger 1377 an die Herzöge verkaufen. So fehlen auch Urkunden, die die Besitzübergabe an die Hohenberger beweisen. Die Hohenberger blieben im Besitz des Gutes bis 1540. Sie sind nicht ident mit den Hohenbergern im GB Lilienfeld. Vermutlich stammen sie aus Höhenberg im GB Weitra.

Ulrich der Chienberger verkaufte mit einem Hof und Überländ zu Abstetten auch einen Weingarten zu Dietersdorf, der einen Eimer Wein in des „Hehnbergers“ Hof diente, um 300 fl an das Stift Lilienfeld.  8)

8) 1380. 15. April, F II/81, 327.

Pet der Hohenberger und seine Hausfrau Kathrey hatte seinem Schwager Hans die Dörfer Paysling und Dietersdorf in der Pfarre Sieghartskirchen „gemacht“.  9)

9) ca. 1388, NÖLA, HS 951, LB A III, F 391

Friedrich der Hochenberger kaufte 1395 von Hans dem Püchsendorfer und seinem Bruder Mert datz Mawrling mit Zubehör, Lehen des Bischof von Salzburg, diente in den Amthof zu Burgrecht.  10)

10) 1395, 24. März, NÖLA, U 3843, beachten F II/51, S 764, Meidling im Tale, M 149, GB Krems

1396 pfändete Hans der Trawn, Chorherr zu Passau und Pfarrer von Abstetten, dem Peter dem Hohenberger den Hof zu Dietersdorf, darauf er sitzt und den Zehent.  11)

11) 1396, HHSTA, HS W 18, 158 r

Um 1398 hatte der „Hohenberger“ das Dorf Dietreichsdorf, den Halb Zehent zu Michelhausen, das Dorf Peysling, das Dorf Sieghartsdorf, 2 Holden zu Greim, Geld auf Überländ, Holden in Hag bei Marchartsdorf, alles zu Siegharstdorf, Zehent zu Hart bei Altlengbach, was Hans den Seebeck in der Leiten von der Herrschaft gehabt hatte, als herzogliches Lehen.  12)

12) ca. 1398, NÖLA, HS 961, LB A IV, 1173

Jörg der Hohenberger und Wolfgang Haiden erhielten um 1417 u. a. das Haus Würmlach, das von Niclas von Würmlach ledig geworden war als herzogliches Lehen.  13)

13) ca. 1417, LB A V, 119

Jörg erhielt um 1423 das Bergrecht zu Baumgarten auf dem Tullnerfeld, Geld auf 2 Höfen zu Holzleiten, das er von Jörg dem Scheck gekauft hatte. Von Erhard Haiden hatte er das Haus Würmla, Geld zu Henntzing, Zehent und Weinbergrecht, Wein Bergrecht zu Sieghartskirchen, Hüt Dienst zu Henntzing, den Halb Zehent zu Badendorf, Geld zu Holzleiten und 2 Hofstetten und einem Feldlehen gekauft und wurde damit belehnt.  14)

14) ca. 1423, LB A V, 8

Sigmund Fritzesdorfer, der 1423 mit Poysbrunn belehnt wurde, könnte zum Geschlecht der Höhenberger gehört haben.  15)

15) 1423, Büttner 13, S 141

Um 1426 hatte Niclas der Molter 2 ganze Lehen zu Dietersdorf, Weingarten in der Hagenau und die Eglsee Wiese zu Dietersdorf, nun Burgrecht der Maissauer.  16)

16) ca. 1426, LB A V, 133

Kaiser Friedrich vertröstete 1452 seinen Rat Walter Zebinger zu Kranichberg, ihm und seinem Sohn Thomas und dessen Gattin Margarete, den Hof zu Dietersdorf mit Zubehör, ein Orter Lehen, zukommen zu lassen, wenn der Sohn des Jörg des Hohenberger ohne Erben abginge.  17)

17) 1452. 29. November, Neustadt, AÖG 10, Birk U 6, D 91, f 1

1463 überließ der Kaiser Jörg dem Hohenberger, Pfleger zu Laa, Schloß und Ungeld auf 1 Jahr.  18)

18) 1463. 20. November, Chmel, 4033, HHSTA

1475 soll Jörg mit seiner Hausfrau Anna, geborene Neudecker die Feste Poysbrunn und den Hof zu Dietersdorf dem Truchseß Merten von Staatz verpfändet haben.  19)

19) 1475, Büttner, S 42, zw. Greifenstein und St. Pölten

1470 hatte ihn Kaiser Friedrich mit Poysbrunn belehnt.  20)

20) 1470, o. D., Büttner 13, S 142

Dem Kaiser übersandte Jörg 4 Jahre später einen Aufsandbrief über Gülten, Getreide-Dienst und Zehent zu Holzleiten und Reydling, die er dem Conrad dem Zirkendorfer verkauft hatte, der belehnt wurde.  21)

21) 1479, 6. Juli, Wien, Chmel 7304, HHSTA

Sigmund Hohenberger gab 1497 seinem Bruder Sebastian Hohenberger Schloß Poysbrunn, Schloß Würmla, den Sitz Dietersdorf und den Sitz Fürestorf, der von König Maximilian belehnt wurde. Richtig Fritzelsdorf, GB Persenbeug.  22)

22) 1497, Samstag nach St. Michael, AfNÖ, LB 17/9, 317

1500 erhielt er für diese Schlösser zweimal Lehensurlaub.  23)

23) 1500, Samstag nach St. Erhard und Eritag nach Leopold, LB 17/10, 35 und 36, nach GB XII, S 28 wäre es zu diesen Zeitpunkten belehnt worden, nach Statthaltereiarchiv, Codex 1550, bl 35, 36

1514 stiftete der Hofmeister zu Klosterneuburg Kaspar Kunigsfeld mit seiner Gattin Margarete u. a. an die Kirche St. Andrä an der Traisen 6 Viertel Weingarten zu Dietersdorf.  24)

24) 1514. 3. Jänner, GB XV, 91, nach A. St. Andrä

Nach dem Tode des Sebastian Hohenberger wurde Hans Kornfeil als Gerhabe der Kinder Jörg und Helias mit den drei Schlössern und dem Sitz Dietersdorf belehnt. Der Vater der Kinder hatte in den Kriegsverläufen alle Dokumente verloren.  25)

25) 1526. 4. August, Wien, LB 17/14, 102

1536 erhielt Helias Hohenberger nach seinem Vater und seinem Stiefvater Hans Kornfeil den Sitz Dietersdorf und nach dem Tode seines Bruders Jörg auch die Feste Poysbrunn, Kirchlehen und Maierhof, Zehente, den Sitz Fritzersdorf und das Schloß Würmla.  26)

26) 1536. 15. Mai et 25. Juni et 12. September, LB 17/15, f 237r, 239, 240 et f 249

1538 wurde erstmals Oedental genannt.  27)

27) 1538, LB 17/15, 287 v

1540 erhielt Hans Starzhauser als Schwager des Elias Dietersdorf mit Wildbann, den Elias aufgesendet hatte.  28)

28) 1540. 14. Juli, GB 17/20, 62

Johann, Abt zu Säusenstein stellte 1548 für Hans Starzhauser einen Pfandbrief über die 3 Ämter Asperhofen, Innbruck und Murstetten aus.  29)

29) 1548. 30. September, Wien, HKA, HA, S 6

Im Jahre 1552 machte Hans Starzhauser zu Dietersdorf seine Einlage: auf behaustem Gut, Bergrechte zu Dietersdorf und zu Siegersdorf, 1/2 Wein Zehent, Holz zu Bedarf, 20 Viertel WG, Sidern, Henzing, Goldarn, Streithofen erkauft, Wagendorf, Einsiedel, Siegersdorf, Drasenhofen bei Falkenstein und verschiedene Zehente.  30)

30) 1552. 9. Feber, NÖLA, AE, OW 70

1555 erhielt er eine Zuschreibung nach Kauf von Wenzeslaus Hannauer über 2 Talente.  31)

31) 1555. 19. März, OW 70

Eufrosina, seine Witwe, Tochter des Sebastian Hochenberger auf Würmla, Poysbrunn und Dietersdorf machte 1558 eine neue Einlage.  32)

32) 1558, OW 70

Die Gerhaben der Kinder des Starzhauser, Adam und Ludwig, Christoph Rueber und Sebastian Pöttinger, erhielten im gleichen Jahr den Hof zu Dietersdorf mit dem Wildbann.  33)

33) 1558. 30. Juni, LB 17/18, 145

Nach dem Tode des Hans David Starzhauser, dem letzten seines Stammes, erhielten Christoph Rueber zu Püchsendorf und Albrecht Sachawitz den Auftrag zur Schätzung des Hofes zu Dietersdorf.  34)

34) 1571. 30. Mai, Wien, HKA, HS 53, f 57

1580 war Heinrich von Öd zu Reinsperg, Mang und Ödenthal Gerhabe des Hans Gerhab zu Dietersdorf.  35)

35) 1580. 7. Jänner, OW 141

Im Gültbuch stand noch Eufrosina Starzhausesr. Aus der Einlage der Eufrosina waren Gülten dem Bischof von Passau heimgefallen und Sebastian Pöttinger zugeschrieben worden.  36)

36) 1580. 8. Jänner, OW 141, f 3

Maria, geborene Starzhauser, Tochter der Eufrosina, war die Gattin des Hans Gerhab von Dietersdorf, sein Schwager war Heinrich von Öd. Der Sohn Hans Georg Gerhab erhielt nach dem Tode der Schwiegermutter die Feste mit Zubehör und Gehölz.  37)

37) 1580. 7. Jänner, AE, OW 69

Kornfeil erbte zwar von Leopold Pöttinger, ließ aber Gerhab zuschreiben.  38)

38) 1583. 21. Dezember, OW 69

1584 gehörten dem Hans Gerhab zum Gut Dietersdorf: 11 Holden in Dietersdorf, 34 in Eisenreichdornach, 9 in Leuzmannstorf und 4 in Gollern, zusammen 60 Untertanen.  39)

39) 1584, o.D., GB XV, 4, nach A. Ottenstein

1587 war Heinrich von Öd von Erneck zu Reinsperg und Wang auf Ödental Siegler für Michael von Lasberg.  40)

40) 1587. 29. September, St. Pölten, GB III, S 291, FII/81, 1365

Nach dem 1593 erfolgten Tod des Hans Gerhab waren die Witwe Regina, geborene Prandterin und die Kinder Besitzer. Ander Kornfeil von Würmbla und Hans Reiker zum Turm waren Kommissare des Landmarschallgerichtes wegen einer Forderung von 1353 fl.  41)

41) 1599. 16. August, OW 69.

1600 ersuchte die Witwe nach Abzahlung der Schuld um Anschreibung im Gültbuch an. Vorher hatte Hans Georg Gerhab von Hohenberg, er hatte nach seinem Vater Hans Gerhab von Hohenberg 1/2 Dietersdorf nach dem Tod seiner Mutter Maria Gerhab, geborene Starzhausesr, mit seiner Stiefmutter Regina Gerhab, geborene Prandtner, einen Vergleich geschlossen und gegen eine Entschädigung Verzicht geleistet.  42)

42) 1600. 1. Jänner et 1. Juni et 6. November, OW 69, f 7 - 11

1605 vermachte Regina Lasotin, geborene Prandt, Dietersdorf ihrem Gemahl Dietrich Lasota auf Stäbelburg.  43)

43) 1605. 4. September, Hasendorf, OW 69, f 15

1613 bekannte der Erbe, daß Regina bereits 1604 den Edelmannsitz Dietersdorf samt allem Zubehör Adam Abel Peuger von Reizenschlag auf Weissenbach und dessen Gattin Susanne, geborene von Öd, verkauft hätte. Beide wären aber bereits verstorben, sie kamen daher nicht an die Gült, Adam Abel Peuger und Gattin sollten zugeschrieben werden.  44)

44) 1613. 11. Feber, OW 69, f 11

Hektor Kornfeld von Weinfeld zu Würmla, Oberhauptmann des Erzherzogtums unter der Enns, VOWW und Melchior Krueg zu Eysenreichs berichteten, nach Adam Abel Peugers Tod und nach Tod seiner Gattin, wäre das Gut an deren eheliche Tochter Benigna Peugerin gefallen, die Gült sollte von Lasota ab- und den Peugerischen Erben zugeschrieben werden.  45)

45) 1613. 12. Feber, OW 69

Hector Kornfeil verkaufte an Bernhard Welzer zu Spiegelfeld, Pfandinhaber der Herrschaft Rohitsch und ersuchte um Abschreibung.  46)

46) 1613. 15. Feber, OW 69, f 13

Freiherr von Welz verkaufte 1627 an Hyeronymus Graf von Montecucoli, Freiherr auf Rippa und Saxtorn, Herr der Herrschaft Hoheneck und seine Hausfrau Barbara, geborene Freiin von Concin die Güter Dietersdorf und Oedental, doch gaben beide das Gut zwei Jahre später an Anna Margarete Freiin von Neuhaus, geborene Freiin von Teuffenbach weiter.  47)

47) 1627. 8. Jänner, OW 69, f 17, 18 et 1629. 29. August, OW 69

Letztere ersuchte 1630 um Zuschreibung.  48)

48) 1630. 19. Juni, OW 69

Vom Gemahl der Anna Margarete, Georg Seyfried von Prandt hatte 1636 Christine Kholnpeckin, geborene Mallendein, Dietersdorf und Oedental erworben, sie verkaufte an Johann Peter von Verdenberg zu Judenau.  49)

49) 1636. 1. November, OW 69, f 24, Zuschreibung 7. November

Nach dem Tode des Johann Peter wurden 1654 die Söhne Alexander und Johann Baptist Universalerben. Von der Herrschaft Judenau kam das Amt Chorherren mit Gehölz dazu, das Dorf Sigersdorf und Grabensee, Amt Langenlebarn und Obensee, 56 Haus, taxierte Gült 28 fl. Alexander erhielt durch Vergleich die Herrschaften Dietersdorf und Ödental, die Herrschaft Neuaigen und das Dorf Königsbrunn, Johann Baptist erhielt Judenau.  50)

50) 1654. 23. Juni, OW 69, f 26

Alexander starb 1672 in Brünn ohne ein Testament. Sein Sohn Johann Philipp von Verdenberg wurde Alleinerbe, er hatte den Vetter Johann Peter von Verdenberg.  51)

51) 1672, OW 69, f 32

1686 bat Johann Baptist den Sohn seines verstorbenen Bruders Alexander, Johann Philipp von Verdernberg, er solle die landesfürstlichen Lehen mit aufsagen, doch stimmte dieser nicht zu.  52)

52) 1686. 27. Mai, OW 69

Es kam zu einem Ratschlag bezüglich der Herrschaft Dietersdorf.  53)

53) 1686. 20. Dezember, OW 69, f 36, coll. Abschrift 1702. 2. Dezember

Kaiser Leopold gab zum Dignus des Ratschlages eine Relation, die der Landuntermarschall Adam Anton Grundemann von Falkenberg mit der Unterschrift des Kanzlers Oswalt Hartmann von Hütteldorf verfertigte.  54)

54) 1687. 25. Feber, OW 69, f 37

Als Commissare für die Schätzung wurden Johann Ernst von Haißenberg und Bernardus Schmelte bestellt, sie gaben 1688 ihren Bericht.  55)

55) 1687. 28. November, OW 69, f 41 et 1688. 12. Jänner, f 43, Bericht Johann Baptist von Verdenberg hatte seinen Pfleger zu Judenau Johann Gorg Schülf beauftragt.

1701 verkaufte Johann Peter die Herrschaft Judenau, das Gut Dietersdorf samt dem Edelsitz Ödental mit Waldungen und Auen um 256.000 fl. und 1000 Dukaten Leihkauf an Johann Adam Ander Reichsfürst von Liechtenstein.  56)

56) 1701. 14. Mai, OW 69.

Das Gut Dietersdorf war mit 30 Talenten taxiert und hatte 42 Haus, der Edelsitz Ödental mit 11 Talenten hatte 18 Haus. Johann Philipp Graf von Verdenberg hatte an Johann Ferdinand Franz Graf von Enchevort verkauft. Nach Einspruch des Johann Baptist kam es 1686 an die Verdenberg zurück. Christoph Graf zu Verdenberg verkaufte an Fürst Adam Ander Reichsfürst und Regierender des Hauses Liechtenstein zu Nikolsburg, in Schlesien Herzog von Troppau und Jägerndorf, das Gut Dietersdorf und den Sitz Ödental. 1703 wurde der hochfürstliche Revers unterschrieben.  57)

57) 1703. 24. Mai, OW 69, f 28, Revers 1703. 19. Mai, f 30. Johann Adam Ander von Liechtenstein war seit 1699 Präsident der Geheimen deputierten Kommission in Cameralibus, 1710 gab er der Banco del Giro ein Darlehen von 500.000 fl. AÖG 132, S 32 nach HKA, HS 652, pag 3250 ff

Nach dem 1712 publizierten Testament erhielt die Witwe Erdmunda Theresia Maria die Herrschaft Judenau samt Dietersdorf und Ödental, weiters die Herrschaften Weissenburg und Kirchberg an der Pielach nach Graf Theodor von Sinzendorf.  58)

58) 1713. 7. Feber, OW 69, f 129

Nach Publizierung des Testamentes der Erdmunda, verwitwete Fürstin von Liechtenstein, geborene Gräfin von Dietrichstein kam 1737 der Besitz an ihre Tochter Theresia, verwitwete Prinzessin von Savoyen gegen 6000 fl Geldausgleich an die andere Tochter. Beim Verkauf wäre ihrer Schwester bzw. den Fürst Auerspergschen Enkeln der Kauf anzutragen.  59)

59) 1737. 16. März, OW 68, f 137

1738 stellte sie ihre Verpflichtung aus. Judenau hatte 259 Haus, taxiert 125 fl, 6 sch, 26 1/2 kr, Dietersdorf mit 30 fl, 4 sch, 6 kr und 42 Haus, Oedental mit 8 fl, 18 1/2 sch und 18 Haus, alles nebst der erkauften Drittelsteuer. Auch der Edelhof zu Kritzendorf mit Drittelsteuer gehörte dazu.  60)

60) 1738. 3. März, Wien, OW 69, f 136

Universalerbe nach Theresia war Franz Joseph Fürst von Liechtenstein.  61)

61) 1777, 17. September, NÖLA, NE, OW 67

Nach Tod seines Bruders Aloys kamen die Herrschaften 1813 an Johann Fürst von Liechtenstein allein.  62)

62) 1813. 7. August, NE, OW 67

Im Archiv Liechtenstein haben sich zwei Urbare von 1615 bis 1702 erhalten:

1. Urbarium, sowie Grund-, Gewähr Kaufbuch über das Schloß Ödental, samt demselben angehörigen Stücken, Gründen und Einkommen: Bereich über Dietersdorf, Amt Gollern, Getreide Zehent auf behausten Gütern zu Wagendorf, Pfennigdienst von Weingärten zu Arbestal, Bergrecht zu Dietersdorf und Weindienste zu Gollern im Altenberg und im Neuberg.

Die Herrschaft war also von den Starzhauserischen Erben mit Sitz zu Dietersdorf nach Hans Christoph von Oedt, Adam Peuger von Reitzenschlag, sowie seiner Witwe Susanne von Oedt 1612 an Bernhard Welzer zu Spiegelfeld durch Kauf gekommen. Hiezu gehörten:
1 Mühle mit 4 Gängen, Dietersdorf 9 behauste Untertanen, Gollern 4 behauste Untertanen, 54 Joch Äcker, 41 TGW Wiesen und 20 Viertel WG. Die Hofgründe, ca 300 Joch Gehölz, das Fischwasser von der Lewberstorfer Wehr bis hinab zur Oedentaler Wehr mit 2 Wehrbächen.

2. Urbarium, sowie Grund-, Gewähr- und Kaufbuch über den Edelmannsitz Dietersdorf im Tullnerfeld. Sitz Dietersdorf mit behausten Untertanen in den Ämtern Dietersdorf, Gollern, Hentzing, Lang-Mannersdorf, Überländen, Zehenten, WG Diensten zu Arbesthal, Gollern im Alten und im Neuberg.

Aus dem Besitz der Starzhauserischen Erben war es an Dietrich Lasotha von Steblau, Adam Abel Peuger von Reitzenschlag und Sunsanne von Oedt, 1612 an Bernhard Welzer zu Spiegelfeld verkauft worden.

Veröffentlicht am 27.8.2025

E 61.10   Urkunde 1312. 25. Mai (zu Dietersdorf) - Deutscher Text

Anmerkung Marktgemeinde, Andreas Bohnec, 23.7.2025:
Zur Annmerkung 1 und 4 (OÖUB =Oberösterreichisches Urkundenbuch) im Register E 61.9 wurde auf Wikipedia eine Liste gefunden.

Online-Link:
https://de.wikipedia.org/wiki/Ober%C3%B6sterreichisches_Urkundenbuch

Urkunden-Buch des Landes ob der Enns.
 Herausgegeben vom Verwaltungs-Ausschus des Museums Francisco-Carolinum zu Linz.
 Fünfter Band. Wien, 1868.

Anmerkung Twerdy 1) 1312. 23. Mai, OÖUB V, 76, LXXVII, A. Gschwendt.

Anmerkung Marktgemeinde Andreas Bohnec, 10.8.2025:
Heute erfolgte auf der Gemeindehomepage die Nummerierung der einzelnen Register. Dabei fiel der Unterschied im Datum auf: 23. und 25. Mai. Beides ist kein Abschreibfehler.

LXXVII.
1312. 25. Mai.

Wernhart von Schaumberg leiht Bertholden von Staina das Gut zu Dietrichstorf, welches ihm über die Brüder Friedrich und Chunrat von Dietrichstorf aufgesandt haben.

Ich wernhart von Schoumberch vergich vnd tun chunt an disem prief allen den, die in an sehent oder horent lesen, di nu sint vnd her nach chunftich werdent, daz ich das gut datz Dietrichstorf, daz friedreich vnd sein Bruder Chunrat vnd ir Erben uon meim Vater gehabt, habent, daz selbe Gut hat der egenant fridreich vnd Chunrat sein pruder uon Dietreichstorf von mier auf geben mit gutem willen vnd auch ze der zeit, do si iz wol getun mochten, vnd han ich daz vorgenant Gut geliben dem Erbern mann Hern Berchtodlen uon Staina, vrouen Gedrauten seiner Hausurowen vnd allen fern Chinden paidev Sunen vnd tochtern, die si mit einander habent vnd auch noch gwinnent, ze rehtem lehen allen fren vrumen da mit ze schaffen, als si ze reht schullen vnd schol ich dez vorgenaten (sie) Gutes datz Ditreichstorf mit alle dev vnd dar zu gehort versucht vnd vnuersucht herr vnd Gewer sein hern Berchtolz uon Staina, vrouen Gedrauten seiner hausurowen vnd ier paider Chind für allen Chrieg vnd fu(e)r alle ansprach, als Landesreht vnd gewonhait ist in Osterreich. Daz dev red Gantz siete vnd vnuerchert beleib, So gib ich dem oftgenanten Hern Berchtolden uon Staina, vrouen Gedrauten seiner Hausurowen vnd ier paider Chinden disen Brief zeim sichtigen vrchund vnd zeim ebigen zeug dieser sache uersigelt mit meim Anhangunden insigel vnd sind dez Gezeuch her Chunrat uon potendorf, her Stephan uon Meissauw vnd her albrecht uon Chuenring, her Eberhart, her hainrich, her vlreich vnd her friedreich Gepruder uon walsee, her wernhart von Rotenuel, her Leutold der haimpech, Chunrat uon Mitterberch vnd Rudolf der Schiuer, Helmweich der Chuliber vnd andrer piderber leute genug. Dieser prief ist gegeben, do man zalt uon vnsers Hern Chistes gepurd dreuzehen hundert jahr, dar nach in dem zwelften jar des pfinztags an sand vurbans tag.

Orig. auf Perg. mit einem hängenden Siegel. Querbalken mit dem Sparren. (Aus dem Orig. zu Gschwendt.)

Veröffentlicht am 27.8.2025

E 61.11   1341. 5. April, Wien  (zu Dietersdorf)  -  Deutscher Text

Sechster Band, Wien, 1872.

Anmerkung Twerdy 4) 1341. 5. April, Wien, OÖUBVI, 373, CCCLXVIII, A. Gschwendt         

CCCLXVIII.
1341. 5. April Wien. 

Die Brüder Wolfgang und Berthold von Steinach verkaufen an Herrn Ulrich von Merchenstein den Hof zu Dietreichstorf, welcher Lehen ist von den Grafen zu Schaunberg.

Ich Wolfgang von Staynach vnd ich Diemut sein Hausurowe vnd ich Perchtol von Staynach sein bruder Wir veriehen vnd tvn chvnt allen den, die disen breif sehent oder horent lesen, die nu lebent vnd hernach chunftich Sint, Daz wir mit aller vnser Erben gvten willen vnd gunst mit verdachtem mvt vnd mit gesampter hant zve der Zeit, do wir iz wol getvn mochten Vnd mit vnsers Lehenherren hant dez Edlen Herren Graf Chunrades von Schawenberch Verchauft haben vnsers rechten Lehens, daz wir von im ze Lehen haben gehabt, vnsern hof daz Dietreichstorf vnd swaz dar zv gehoret, vnd dor zve alles daz gvt, daz wir gehabt haben da selbens daz Dietreichstorf, Ez sei ze Veld oder ze Dorff, gestift oder vngestift, versucht oder vnversucht, Swie so daz genant ist, an den Weingarten, der da haizzet der Wiltperger, den nem wir besunderleich vor avz vns selber ze haben. Daz vor genant gut alles daz Dietreichstorf haben wir Recht vnd redleichen Verchauft vnd geben mit allem dem nvtz vnd rechten, alz wir iz in Lehens gewer herpracht haben, Vmb Hundert Phvnt vnd vmb Sechtzich phvnt weinner Phenninge, der wir Recht vnd redleich verricht vnd gewert sein, Dem erbern Herren her Vlreichen von Merchenstain vnd allen seinen Erben furbaz ledichleich vnd vreleichen ze haben vnd allen iren frumen da mit ze schaffen, verchauffen, versetzen vnd geben, swem Si wellen an allen irrsal vnd dar vber zve ainner pessern sicherhait so setzen wir vns, ich Wolfhart von Stainach vnd ich Dyemut sein Hausurowe vnd ich Perchtold von Stainach sein bruder vnuerschaidenleich mit sampt allen vnsern Erben vber daz vor gesprochen gut alles daz Dietreichstorf ze Veld vnd ze dorff, swie so daz genant ist, hern Vlreichen von Merchenstain vnd allen seinen Erben zv rechtem gewer vnd scherm für allev ansproch, als Lehens recht ist vnd dez Landes ze O(e)sterreich. Wer aber, daz si mit recht an dem oftgenanten gvt allem icht ansproch gewunen, von swem daz wer, daz suln wir in an allen irn schaden allez auz richten, Vnd suln auch daz haben auf vns vnd auf vnsern trewen vnd auf allem vnsrn gvt, daz wir haben in dem Lande ze Ostereich oder swa wir is haben, is sei Erbgvt oder Varund gvt, swi so daz genant ist, wir sein lebendig oder tode. Vnd daz diser chavffe furbaz also stet vnd vnzebrochen beleibe, dar vmb so gewen wir in disen breif zve ainner waren Sichtigen vrchund vnd zve ainner Ewigen Vestinung diser sach versigelt mit vnsern in sigiln vnd mit der eihern herren jnsigiln, die hernach gescriben stent, her Chadoltes von Ekchartsawe, hern Otten von Zelkingem, hern Otten von Walde, hern Fridreichs von Acenprukke, hern jacobs dez Grabmer vnd hern jansen von Mvlingen vnd Wolfgeir von Talaren vnd Albrecht von Pirbavm, die alle diser Sach gezevig sint mit iren Insigeln. Diser breif ist geben ze Weine nach Cristes gebvrd Drezehen Hunddert Jar, dar nach in dem Ayn vnd Viertzigisten jar an dem Heilgen Antlas tag.

Original auf Pergament in Gschwent. Sechs Siegel hängen, drei sind abgefallen. 
1. Wolfgang von Steinach hat einen Schild ohne Helm mit drei L, zwei oben neben einander, beide auswärts gekehrt, und ein verkehrtes unten. 
2. Rekartsau, wie Hanthaler Tab, XXX, Nr. XVIII. 
3. Otto von Wald, l. e. Tab. XLVII, Nr. XXI. 
4. Friedrich von Azenbruk, wie bei Hanthaler. 
5. Schild ohne Helm mit einem schrägrechten Balken. 
6. Ein rundes Siegel ohne Helm mit zwei schräglinken Durchschnitten durch den dreieckigen, an den Seiten abgerundeten Schild.

Veröffentlicht am 27.8.2025

E 62   Urkunden - verschiedene Orte aus: Das Diözseanarchiv Sankt Pölten, Gerhard Winner, 1962

Genehmigung zur Veröffentlichung vom 18.8.2025.

DAS DIÖZESANARCHIV SANKT PÖLTEN
Behörden und Institutionen Ihre Geschichte und Bestände
Von Gerhard Winner, 1962

Pergament-Urkundenreihe

 

Seite 204:

1364 April 29

(des mantags vor dem auffahrt tag)

Chuenrat der Salczer, Bürger in Tulln, und seine Frau Magret stiften mit Zustimmung des Bischofs Albrecht von Passau und des Dechants und Pfarrers von Tulln Hinrich, sowie mit dem Rat der Bürgerschaft eine ewige Messe auf dem St. Anna-Altar in Unser-Frauen-Kirche zu Tulln an dem Anger; sie geben dazu 12 u Wr. D., die als freies Eigen auf behausten Holden zu Stestorf (Staasdorf), Wagendorf und Raentzleinstorf (Ranzelsdorf) – zum Teil im Burgfrieden der Stadt – liegen, und einen Weingarten zu Chunigsteten (Königstette) in dem Eberharczpach, genannt der Schreiber, dessen jährliches Erträgnis mit 10 u d angegeben wird; als erster Inhaber der Stiftung, deren Verleihung dem Bischof von Passau zustehen soll, wird Herr Otte genannt; für den Fall der Nichtbesetzung durch den Bischof, wird der Tullner Bürgerschaft das Präsentationsrecht eingeräumt.

 

Orig. Perg. 28,6 : 20,5 Plica, Siegel des Ausstellers und der Stadt Tulln fehlen.

Reg.: Kerschbaumer CCCXXV.

 

Seite 210:

1369 April 25

(Marci ewangeliste)

 

Wolfhart von Weinczirl und sein Bruder Mert verkaufen ihr Gut zu Weinczierl (Weinzierl am Riederberg), nämlich eine Hofstatt neben Chuenrad dem Vischer und Seidlein dem Leitgeben, ein Weingarten, ein Baumgarten, beide bei der Hofstatt, und eine Wiese hinter dem Dorf, alles Lehen von Propst Oertolf von Newnbuerch (Klosterneuburg), um 16 u Wr. d. an Pfarrer Hainrich von Tulln. Zeugen: Hainrich von Aczenprukk und ihre Vetter Weychart von Vetlndorf (Hütteldorf).

 

Orig. Perg. 26,3 : 16,8 Plica, an Perg. Pressel 4 Siegel: 1. Wolfhart, fehlt, 2. Mert, fehlt, 3. Hainrich von Aczenprukk, besch., 4. Weychart von Vetlndorf, fehlt.

Reg.: Kerschbaumer CCCLV.

 

Seite 214:

1378 April 23

(des nachsten freitags vor sand Joergen tag)

 

Weichart von Vetelndorf (Hütteldorf) und seine Frau Katrey verkaufen ihre freieigene Hofstatt zu Weintzuerl (Weinzierl), die neben dem Haus Chunrats des Vrlaubers liegt, und von der man jährlich 60 d Michaelidienst leistet, um 24 u Wr. d. an Heinrich, Dechant und Pfarrer zu Tulln und Amtmann des Bistums Passau in Österreich. Zeugen: Heinreich von Aczenpruke zu Tautendorf, dessen Bruder Alber von Aczenpruke zu Rawednichk (Reidling), Weichart vom Stain zu Aczenpruchk.

 

Orig. Perg. 19,3 : 13,4 Plica, an Perg. Pressel 2 Siegel: 1. Austeller, stark 2. Heinrich v.A., 3. Albert v.A., besch., 4. Weichart vom Stain, besch.

Reg.: Kerschbaumer CCCXCI.

 

Seite 215:

1380 Jänner 9

(des montags nach dem prehemtag)
 

Weychart von Uetelndorf (Hütteldorf) und seine Frau Kathrei verkaufen 60 d Michaelidienst, gelegen zu Weinczuerl (Weinzierl) auf einer freieigenen Hofstatt, die Chunrad der Vischer besitzt, um 4 ½ u Wr. d. an Hainreich, Dechant und Pfarrer von Tulln und Amtmann des Bistums Passau in Österreich. Zeuge: Hainrich der Aczenprukker von Tautendorf.

 

Orig. Perg. 19,3 : 13,4 Olica, an Perg. Pressel 2 Siegel: 1 Austeller, stark besch., 2. Hainrich er Aczenprukker.

Reg.: Kerschbaumer CDI.

 

Seite 215:

1399 November 3

(mantag nach aller heiligen tag)

 

Remigi, Pfarrer zu Freyndorf (Freundorf), und Domvikar zu Passau verpflichtet sich zur Einhaltung der Stiftung des verstorbenen Wolfhart des Ramprestorffer zu Olern (Ollern) für einen Jahrtag am Donnerstag nach Dreikönig; das Stiftungsgut besteht aus drei Wiesen zu Checzlestorff (Katzelsdorf am Wienerwald), gelegen neben Niklein dem Gikkel, dem Ryententaler und Dyetlein dem Vaerlein, von denen 3 d Burgrechtdienst zu Michaeli an die Choerlinn zu Checzlestorff zu leisten sind, und einem Tagwerk Wiesen zu Checzlestorff, gelegen neben Ulrich dem Nüstlein, von dem 2 d Michaelidienst an Pilipp den Gefeller zu Charihorn in den Hof zu Charihorn (Chorherrn) geleistet werden; bei Nichteinhaltung der Stiftung verfällt sie dem Pfarrer von Tulln als Lehensherrn und der St.-Stephans-Kirche zu Tulln als Mutterkirche; sollte sie auch dort nicht gehalten werden, gehen die 4 Tagwerk Wiesen an das Tullner Spital über. Zeuge: Pfarrer Haymrich der Kekch von Tulln.

 

Orig. Perg. 35,4 : 22,4 Plica, an Perg. Pressel 2 Siegel: 1. Pfarrer Remigi, besch., 2. Pfarrer Kekch, besch.

Reg.: Kerschbaumer CDLII.

 

Seite 265:

1549 Oktober 2, Wien

 

Der Passauer Offizial u. d. E. Wuolfgangus Furtmarus investiert Mauritius Kobitsch auf die durch Resignation Christophorus Gassners vakante Pfarre zum hl. Martin in Abstetn (Abstetten), deren Kollation dem Bischof von Passau zusteht.

 

Orig. Perg. 33,3 : 14.6 Plica; Offizialatssiegel fehlt.

Reg.: GB I S. 5.

 

Seite 272/73:

1567 September 17, Wien

 

Der Passauer Offizial u.d.E. Caspar Haldeberger investiert gemäß Kollation durch den Bischof von Passau Thomas Heyss auf die durch Tod des Mauritius Gobitsch vakante Pfarre zum hl. Martin in Abstettn.

 

Orig. Perg. 33,8 : 19,4 Plica, unter Plica eh. Unterschriften, rechts: Caspar Haldeberg, links Jacobus Strigelius, Notar; Rückverm.: Ad officium deposita XV februarii LXXVII; an gold-rosa Schnur in Bleikapsel Offizialatssiegel.

Reg.: GB I S. 6.

 

Seite 290:

1632 September 22, Wien

 

Der Passauer Offizial u. d. E. Carl von Kirchberg erteilt Martin Barisch die Jurisdiktion für die Pfarre Abbstetten unter Voraussetzung der Zustimmung des Pfarrers.

 

Orig. Perg. 31,6 : 20,4 eh. Unterschriften des Offizials und des Notars Martin Huetter; Offizialatssiegel aufgedrückt.

Reg.: GB I S. 18.

 

Seite 290/91:

1633 März 10, Wien

 

Der Passauer Offizial u. d. E. Carolus von Kirchberg errichtet den auf Grund einer Kommission in Haffnerbach am 10. September 1632 unter Anwesenheit des Vicedechants von Melk Jacobus Doblerus, des Dechants und Pfarrers von Abbstetten Petrus Antonius Menginus und des Konsistorialnotars Martinus Huetter zwischen dem Pfarrer der St.-Zeno-Kirche in Haffnerbach Stephanus Appoyger und dem Grafen Hieronymus Montecucoli als Inhaber der Patronatsherrschaft Hochenegg abgeschlossenen Vertrag; danach geht die Pfarrherrschaft in den Besitz der Patronatsherrschaft über, und zwar: …

 

Orig. Perg. 64 : 36 Plica, eh. Unterschriften des Offizials, Montecucolis und des Notars Huetter; an rosa Band 2 Siegel: 1. in Bleikapsel Offizialatssiegel, 2. Holzkapsel Siegel Montecucolis.

Erl.: GB XV S. 452.

 

Seite 312:

1695 September 2, Wien

 

Der Passauer Offizial Johannes Joachim Ignatius Graf Aham ratifiziert die Regeln die von Vikar Johannes Georgius Mösner in der Pfarre zum hl. Martin in Abstötten und in der Filiale zur hl. Agatha in Asperhofen errichteten Bruderschaft der ewigen Anbetung.

 

Kopie, Paper 44 : 34; Beglaubigung durch den Notar Pelser 2. Juni 1744.

Veröffentlicht am 27.8.2025

E 63.1  Bergrecht Bedeutung und sonstige Recherche-Treffer

Nach der Erfassung “Bergrecht“ im Inhaltsverzeichnis wurde nach dessen Bedeutung recherchiert. Das Wort alleine ergab nur Treffer zum Bergbau.

Die Suchworte „Eimer Wein-Bergrecht“ und „Bergrecht Sieghartskirchen“ ergab folgende Treffer:

1) Der Eimer 
Ein Beitrag zur mittelalterlich-neuzeitlichen Maßkunde des burgenländischen Raumes. 
Von Harald Prickler, Landesarchiv, Eisenstadt

Veröffentlicht von ZOBODAT – www.zobodat.at

Zum vollständigen Text gelangen Sie hier:
https://www.zobodat.at/pdf/Burgenlaendische-Heimatblaetter_24_0021-0034.pdf

Beim Studium von Urbaren, Bergbüchern, Conscriptionen, Zehentregistern und ähnlichen wirtschaftsgeschichtlichen Quellen fallen dem aufmerksamen Leser immer wieder die alten Maßangaben Mut, Metzen, Maß, Eimer, Kübel, Pint, Halbe, Pfund, Schock u.a.m. auf. […]

Bis zur Einführung des Litermaßes im Jahre 1871 stand im mitteleuropäischen Raum als gebräuchlichstes Flüssigkeitsmaß der „Eimer“ (Emer) in Verwendung. […]

Bis ins 16. Jahrhundert führt der Eimer allgemein die Bezeichnung „Urn“ (lat. urna), dann setzen sich die Formen „Eimer, Emer“ durch. […]

Wie bei anderen Maßen darf aber auch hier der in allen Landesteilen verwendete Ausdruck „Eimer“ nicht darüber täuschen, daß wir es mit einem Maß zu tun haben, das sehr unterschiedliche Größen aufweist. […]

Die Größendifferenzierung des Eimers in den einzelnen Herrschaften ist im 16. Jh. noch voll ausgebildet: Jede Herrschaft hatte ihr eigenes Maß. […]

…Einhebung der staatlichen Weinsteuer (Ungeld und Taz)… […]

Neben Eimer ist für das mittlere Weinmaß zuweilen auch die Bezeichnung „Ham“ (Häm, Hämb, Heimb) üblich, zumeist dient der Zusatz „große Ham“ oder „kleine Ham“ nur zur Größendefinition des Eimers. Als Unterteilungen des Eimers kommen vor: Das Viertel, die Achtel, die Achtring, die Pint, die Maß, die Halbe, das Seid. […]

 

2) Zur Rechts- und Verfassungsgeschichte des alten Niederösterreich
Von E. Klebel.

Veröffentlicht von ZOBODAT (keine weiteren Daten vorhanden zur Originalquelle).

Hier gelangen Sie zur Original-Quelle: 
https://www.zobodat.at/pdf/Jb-Landeskde-Niederoesterreich_28_0011-0120.pdf

Seite 83 (im PDF-Seite 73), Kapitel:

i) Weinbergrechte und andere Sondererscheinungen.

Zu den besonderen Eigentümlichkeiten der Rechtsverhältnisse Niederösterreichs im Mittelalter -gehört auch die Behandlung der Rechtsverhältnisse in den Weinbaugebieten. Unter den Weistümern ist eine nicht ganz kleine Gruppe, welche die Rechtsverhältnisse in Weingärten behandelt- […]

Man wird die Rechtsstellung der Bergtaidinge nur dann vollständig verstehen, wenn man beachtet, daß der Besitz eines Weingartens zu Bergrecht sich schon in früher Zeit von dem Besitz zu gewöhnlichem Grundrecht unterschied. Schon am Ende des 13. Jhdts. lassen sich Fälle nachweisen, in welchen ein Grundherr von einem anderen ein Stück Weingarten zu Bergrecht besitzt. Der Besitz zu Bergrecht bedeutete also keinerlei Unterordnung in grundherrschaftlicher Art und Weise. […]

Während nun Niederösterreich niemals zu einer abschließenden Kodifikation des Bergrechtes gelangte, haben die Nachbarländer auf diesem Gebiete es viel früher zur Einheitlichkeit gebracht. […]

Haben wir für das Zinslehen früher die Zeit um 1050— 1085 als die Entstehungszeit angenommen, so wird man für das Bergrecht wohl bis gegen 1130 heruntergehen müssen. […]

Das Bergrecht erweist sich somit ähnlich wie das Zinslehen als ein Versuch, durch Verleihung eines günstigeren Rechtes eine Steigerung der Erträge des Bodens der Ostmark zu erreichen. […]

 

3) Das Waldviertel
40. Jahrgang / 1991 / Heft 2

Buchbesprechungen (Helmuth Feigl, Die Wirkung der Weinbaukonjunktur des 15. und 16. Jahrhunderts auf die Sozialstruktur Niederösterreichs).

Hier gelangen Sie zur Original-Quelle:
http://archiv.daswaldviertel.at/hefte_digital_91-2000/das_waldviertel_1991_2_ocr.pdf

Seite 178 (im PDF-Seite 84)

Für die Bürger, die Weingärten erwerben wollten, wurden eigene "freie" Leiheformen (Burgrecht und Bergrecht) geschaffen, und es kam zur Lösung der Weinbaugründe von der Bindung an ein bestimmtes Haus. "Freihöfe" wurden durch einmalige Zahlung eines größeren Geldbetrages von den grundherrlichen Bindungen freigekauft.

 

4) Geschichtliche Beilagen zum St. Pöltner Diözesanblatt
Band 16, von + Dechant Alois Plesser, 1998

Seite 43:

Um 1230 waren… und 7 Höfe auf Bergrecht in Tulner Maß.

Seite 572 (Kapitel Rappoltenkirchen mit Kogel):

Um 1230… in Purchstal 9 Urnen Wein Bergrecht vom kleinen Wiener Maß…

 

5) Keine Links, Anzeige aus der „Übersicht mit KI“:

"Eimer Wein-Bergrecht" bezieht sich auf historische Abgaben und Rechte im Weinbau, wobei der "Eimer" eine veraltete Maßeinheit (oft ~50-60 Liter) für Wein war, die als Zehnt oder Pacht an Grundherren ging, wie etwa beim berühmten 1000-Eimerberg in der Wachau, der eine riesige Weinmenge repräsentierte, die jährlich "erwirtschaftet" werden musste – ein Ausdruck für die steilen Lagen und die intensive Arbeit, die dort nötig war, um diesen Wein zu ernten. Es ist eine historische Bezeichnung für Weinerträge und die damit verbundenen Verpflichtungen, nicht für eine spezifische Bergart.

Was bedeutet "Eimer Wein-Bergrecht"?

Eimer (Maßeinheit): Früher ein Volumenmaß für Wein, das regional stark schwankte, oft aber um die 50-60 Liter umfasste (z.B. in der Wachau).

Bergrecht: Bezeichnet die traditionellen Abgaben (oft in Wein) oder Rechte, die Bauern oder Weinbauern an Grundherren oder Klöster für die Nutzung von Weingärten entrichten mussten.

"1000-Eimerberg": Der Name einer berühmten, extrem steilen Riede (Weinlage) in Spitz, Wachau. Er symbolisiert die immense Menge an Wein, die aus diesem Hang gewonnen werden konnte (oder musste) und steht für die Herausforderung der Arbeit dort.

Historische Bedeutung:

Abgaben: Bauern mussten einen Teil ihrer Ernte (z.B. 10% Wein oder einen festen Betrag in Eimern) als „Bergrecht“ oder „Weinzehent“ abliefern, was die Grundherrschaft stärkte.

Manufakturarbeit: Der Begriff "Bergrecht" impliziert oft sehr schwierige, fast alpin anmutende Arbeitsbedingungen, da diese Lagen steil und schwer zugänglich waren (wie am 1000-Eimerberg), die aber qualitativ hochwertigen Wein lieferten.

Zusammenfassend ist es ein Begriff, der die historische Verbindung von Weinbau, steilen Lagen und feudalen Abgaben beschreibt, die oft in der regionalen Maßeinheit "Eimer" gemessen wurden.

 

6) Achter Jahres-Bericht des Landschaftlichen Real-Gymnasiums zu Leoben, 1874

Hier gelangen Sie zur Original-Quelle:
https://www.google.at/books/edition/Jahres_Bericht_des_Landschaftlichen_Real/yMFgAAAAcAAJ?hl=de&gbpv=1&dq=Bergrecht+Sieghartskirchen&pg=PA59&printsec=frontcover

Von eilf Weingärten bei Sieghartskirchen (südlich von Tulln) kaufte er das Bergrecht, welches von jedem Berge jährlich einen Eimer (Urne) Weines trug (diese Gabe wurde Steck oder Stec – amper, - Stecheimer – genannt), damit dieses Bergrecht ebenfalls nach seinem Tode dem Stifte Admont zufallen soll.

 

7) Topograhie von Niederösterreich – Band 6 – Seite 288
Verein für Landeskunde von Niederösterreich, 1909

Nur eine Auszugsansicht:

Bergrecht und Weinzehent: in Gumpoldskirchen, Traiskirchen, Pfaffstätten, Atzgersdorf, Kritzendorf, St. Veit, Penzing, Hütteldorf, Henzing, Gremser, Katzelsdorf, Ollern, Hohenruppersdorf, Vollmannsberg und Sievering;…

 

8) Viator: Medieval and Renaissance Studies.
2004. Volume 35 – Seite 102
Universität of California. Center for medieval and renaissance studies.

The rather strange use oft the word Bergrecht [„perrchreht“] in conjunction with the leasing of vineyards was not limited to the Codex Falkensteinensis, Admont purchased at Sieghartskirchen south of Tulln, around 1145 „xii uineas ad montis iusticiam, id es tut de singulis uineis una urna uini  … annuatim dabitori persoluatur.“
Josepf von Zarl and Gerhard Pferscy, eds., Urkundenbuch des Herzogthums Steiermark, 4. vols. …


Bergtaiding – in unserer Gemeinde

Bei der Internet-Recherche tauchte auch oft das Bergtaiding auf. Diese Texte sind unter Frühgeschichte in den Registern 20 bis 26 (Loibersdorf, Henzing, Einsiedl, Ollern, Rappoltenkirchen, Einsiedl-Zusätze, Sieghartskirchen) veröffentlicht.

Recherche und veröffentlicht am 21.12.2025

E 63.2  Urkunde Bergrecht Sieghartskirchen, 1365 IV 20

Bei Twerdy im Register E 61.6 genannt, wurde die dazugehörige Urkunde hier erstmals in Abschrift veröffentlicht.

Link zum Original: https://www.monasterium.net/mom/OOEUB/1365_IV_20/charter

Kein Bild vorhanden.

Abstract:

20. April 1365, St. Pölten (sand Poelten)

Heinrich der Preuhafen unterwirft sich einem Schiedsspruche, vermöge dessen er das Bergrecht zu Baumgarten und die zwei Höfe zu Holzleiten, Stephan von Hohenberg hingegen das Bergrecht zu Sieghartskirchen, das Lehen und die zwei Hofstätten zu Holzleiten erhält.

Quelle Regest:
OÖUB 8 (Wien 1883), S. 223f., Nr. 221

Textzeuge:

orig.
 
Aufbewahrungsort:
Schloss Gschwendt
 
Siegel: Ein Siegel hängt;
Siegel: das andere abgerissen.
 
Material: Pergament

Volltext:

Ich Hainreich der Prewhafen ich Kathrei sein hausfrawe und all unser erben tuen kunt, daz ain chrieg gewesen ist zwischen uns an ainem tail und zwischen hern Stephann von Hohenberch und seinen erben an dem andern tail umb ain perchrecht ze Sighartzkirchen des zwaintzg emmer wein sein suellen, und umb ain perchrecht ze Pawngarten des an ainen fumftzg emmer wein sein suellen, und zwen hoef ze Holtzleiten und umb ain lehen und zwo hofstet daselbens, daz alles von unserm genedigen herren hertzog Rudolffen ze Oesterreich etc. etc. ze lehen ist und das auch von Meinharten von Wirmla und von Merten seinem sun seligen her choemen ist. Nu sein wier auf bayden tailn des chrieges guetlichen gegangen hinder di ersamen hern Weycharten von Toppel hern Nyclasen den Schekchen hern Christann den Stainer und hinder Marcharten den Tuersen von Tyrnstain also, was di nach irn trewn darumb zwischen uns sprechent minne und recht, daz wir das alles gentzlich stet haben wellen und suellen an all widerred, di habent gesprochen, daz ich egenanter Hainreich der Prewhafen ich Kathrei sein hausfrawe und unser erben das obgenant perchrecht ze Pawengarten und di zwen hoef ze Holczteytten und was darzu gehoert suellen fuerwas vreilich haben und allen unsern frumen da mit schaffen also, daz her Stephan von Hohenberch noch sein erben daran dhain recht haben suellen vil noch wenikch. Do engegen so habent sew gesprochen, daz her Stephan von Hohenberch und sein erben das vorgenant perchrecht ze Sighartzkirchen das lehen und di zwo hofstet ze Holczleyten und was darzu gehoeret sullen fuerwas vreylich haben und allen iern frumen damit schaffen, also daz ich Hainreich der Prewhafen vraw Kathrei mein hausfrawe und unser erben daran dhain recht haben suellen weder vil noch wenikch. Daz der spruch also stet und untzebrochen beleib, darumb so gib ich Hainreich der Prewhafen fuer mich und fuer mein hausfrawen und fuer unser erben den brief versiglt mit meinem insigel und mit des obgenanten unsers spruchmans insigel hern Nyclas den Schekchen. Geben ze sand Poelten nach Christes gepuerde drewtzehen hundert jar darnach in dem fuemf und sechtzgistem jare des nachsten suntags vor sant Goergen tag.

Quelle Volltext: OÖUB 8 (Wien 1883), S. 223f., Nr. 221

Kommentar:

Original dating clause: nachsten suntags vor sant Goergen tag
Sprache: Deutsch

Orte:

St. Pölten (sand Poelten)

Zitierempfehlung: 

Oberösterreichisches Urkundenbuch, weltlicher Teil (540-1399) 1365 IV 20, description/edition based on: OÖUB 8 (Wien 1883), S. 223f., Nr. 221 in: Monasterium.net, URL , accessed 2025-12-21+01:00

Recherche und veröffentlicht am 21.12.2025

E 64  Kuenring – weitere Regesten aus E 29

Bei Recherchen am 24. und 27.12.2025 zu „Kuenring“ wurden in der Quelle für das Register E 29 weitere Einträge gefunden:

Die Herren von Kuenring.
Ein Beitrag zur Adelsgeschichte des Erzherzogtums Oesterreich unter der Enns.
Von Gottfried Edmund Friess. Wien, 1874.
Verein für Landeskunde von Niederösterreich.

Online-Link:
https://www.google.at/books/edition/Die_Herren_von_Kuenring/ioUJAAAAIAAJ?hl=de&gbpv=1&dq=officio+Ollern&printsec=frontcover


Seite XIX (PDF Seite 432):

Regesten und Urkunden

167
1211, 22. Mai. Wien.

Manegold, Bischof von Passau, trennt über Bitten Hadmar's von Kuenring und mit Wissen und Willen Heinrichs, des Erzpriesters von Grauscharn und Pfarrers von Sieghardskirchen, die Kirche Ried von der Mutterkirche zu Sieghardskirchen und erhebt letztere zu einer selbstständigen Pfarre. 
v. Hormayr, Archiv, 1828, p. 340.

Erwähnt in den Registern E 3, E 59.12, E 61.2 und E 61.6.


Seite XXXIII (PDF Seite 450):

Regesten und Urkunden

280
1259, 11. Februar. Tuln.

Die Landrichter Otto von Haslau und Heinrich von Liechtenstein erklären, dass die Zehente von Sieghardskirchen, sowie neun Lehen zu Lebern dem Hochstifte Passau gehören. U. d. Z.: .... 
Albero de Chunringe. 
Monum. boic. XXIX. II., p. 133, Nr. 130.


Seite XLII (PDF Seite 459):

Regesten und Urkunden

344
1280, 21. Juli. Wien.

Leutold und Heinrich, Brüder von Kuenring, verzichten zu Gunsten Albrechts von Habsburg auf die Veste Ried am Wienerberge gegen die ihnen vom Könige Rudolf bestätigte Pfandschaft der Stadt Zwetl und Belehnung mit dem Dorfe Rossazz. 
Rauch, österreichische Geschichte, III. Bd , Anhang.


Seite 97 (PDF Seite 150):

Was die häuslichen Verhältnisse Albero's betrifft, so waren dieselben sehr glückliche zu nennen. Den grossen Güterbesitz, den er mit der väterlichen Burg Dürnstein, von welcher sich dann seine Nachkommen benannten, überkommen hatte und der ausser dieser Burg noch die Vesten: Spitz, Aggstein, Wolfstein, Ried am Wienerberge, Weitenegg, dann Güter zu…


Seiten 129 - 130 (PDF Seite 236-237):

Auch als Albero 1278 starb, teilten Leutold und Heinrich das väterliche Erbe nicht unter sich, sondern besassen es gemeinschaftlich fort, wie mehrere urkundliche Nachrichten bezeugen. So verzichteten am 21. Juli 1280 zu Wien die beiden Brüder gegen die ihnen vom Könige Rudolf I. bestätigte Pfandschaft der Stadt Zwetl und nach erhaltener Belehnung mit dem Dorfe Rossazz auf die Veste Ried am Wienerberge 1).
1) Reg. Nr. 344.

 

Ein kurzer Text (19 Seiten) zum Thema Kuenringer:

Mitteilungen des Institutes für Österreichische Geschichtsforschung
LXXXVI. Band
1978

Die Herkunft der Kuenringer
Von Karl Brunner

Online-Link:
https://www.mgh-bibliothek.de/dokumente/a/a054356.pdf

Veröffentlicht am 31.12.2025

E 65 Recherche zu Reinzleinstorf im Register E 57.2

Recherche am 24.12.2025 zu Reinzleinsdorf, Register E 57.2.
„Iste curiam fuam in Reinzleinstorf“, Jahr 1318, Zeuge Herr Chaloch von Alarn.

Quelle:
Allgemeines Geographisch-Statistisches Lexikon aller Österreichischer Staaten.
Franz Raffelsperger
Achter Theil Pfaffenreuth bis Rust.
Zweite Auflage. Wien, 1854.

Online:
https://www.google.at/books/edition/Allgemeines_Geographisch_Statistisches_L/VJlmAAAAcAAJ?hl=de&gbpv=1&dq=Reinzleinstorf&pg=PA190&printsec=frontcover

 

Seite 168 (PDF-Seite 655):
Reinzleinsdorf, Oest. unter der Ens , V. O. W. W. , das zur Hersch. Friedau geh. Dorf Rennersdorf.

Es ist zwar unklar, ob die Orte ident sind. Aus unserer Gemeinde haben sich aber noch folgende Treffer ergeben:


Seite 1825-1825 (PDF-Seite 104-105):
Plankenberg, Oesterr. unter d.E., V.O.W.W., eine Herschaft, Schloss und Meierhof, 1/4 Stunde seitwärts der Poststrasse ob Abstädten, dahin eingepfarrt, 1 Stunde von Sieghartskirchen.

Seite 1732 (PDF-Seite 903):
Rust, Oesterreich unter der Ens, V.U.W.W., einPfardorf, wovon 44 Häuser der Herschaft Plankenberg unterthänig sind, seitwärts der St. Pöltner Poststrasse, 2 St. v. Sieghardskirchen.

Seite 416 (PDF-Seite xx):
Pfarrhäusel, auch Maurerhäusel genannt,- Oestr. unt. der Ens, V. 0. W. W., ein einzelnes der Herschaft Neulengbach dienstbares Haus, gegen Steinhäusel, 2 1/2 Stunden von Sieghartskirchen.

Seite 50 (PDF-Seite 537):
Raffelmühle, Oest. unt. d. E., V. 0. W. W., eine d. Hrsch. Rapoldenkirchen geh. Mühle, zw. Sieghardskirchen u. Rapoldenkirchen, 1/4 Sieghardskirchen.

Seite 94 (PDF-Seite 581):
Ranzelsdorf, Oest. unt. d. E., V. 0. W. W., ein Dorf von 22 H. und 142 E., der Staatshrsch. St. Pölten u. Goldenstein, links v. der Strasse 1/4 St. von Abstädten, wohin es eingepf. ist, 1/2 St. v. Sieghardskirchen.

Seite 95 (PDF-Seite 582):
Rapoldenkirchen, auch Rappoltenkirchen Oest. unt. der E., V.O. W. W., Hrsch.u.Dorf mit ein. Schlosse und eigener Pfr., hinter Sieghardskirchen geg. d. Wienerwalde , 1/2 St. von Sieghardskirchen.

Seite 229 (PDF-Seite 716):
Ried, Oesterreich unter der Ens , V. 0. W. W., ein Pfardorf von 50 Häusern, der Herschaft Rapoldenkirchen gehörig, am Fusse des Riederbergs, links nächst der Reichspoststrasse, 1 St. von Sieghardskirchen.

Seite 276 (PDF-Seite 763):
Rogenhof, Oester. unter der Ens, V. 0. W. W., ein einz. der Herschaft Rapoldenkirchen dienstb. Bauernhof im Laberthale, 1/2 hinter Müllersdorf, am Fusse des Schöpfelberges, 4 St. v. Sieghardskirchen.

Seite 288 (PDF-Seite 775):
Röhrenbach, Oest. unter Ens , V. 0. W. W., eine Gemeinde von 39 H., woran das Benefiz. Amt Tuln Antheil hat, 1/2 St. von Sieghardskirchen. 
Röhrenbach, Oest unter der Ens, V. 0. W. W., ein Dorf, woran die Hrsch. Rapoltenkirchen einigen Antheil hat, zwischen Kogel und Sieghardskirchen gegen Westen, 3/4 St. von Sieg hardskirchen.

Weitere Orte mit Entfernungsangabe zu Sieghartskirchen:
Pirath, Post Sieghardskirchen.
Pixendorf, eig. Bichsendorf – 1 1/2 St. von Sieghardskirchen.
Pramaeh, oder Prammath – 3 St. von Sieghartdskirchen.
Pramhof, - 2 St. von Sieghardskirchen.
Prand, – 4 1/2 St. von Sieghardskirchen.
Prandegg, – 4 St. von Sieghardskirchen.
Prandhäusel, – 4 St. von Sieghardskirchen.
Prandhof, – 4 1/2 St. von Sieghardskirchen.
Prinzbach, – 2 1/2 St. von Sieghardskirchen.
Promühle, – 2 1/2 St. von Sieghardskirchen.
Pruckhof, – 4 St. von Sieghardskirchen.
Püra, – 4 1/2 St. von Sieghardskirchen.
Purgstall (Hersch. Neulengbach), – 1 1/2 St. von Sieghardskirchen.
Purgstall (Hrsch. Aggsbach), – 3 St. von Sieghardskirchen.
Radelhof, – 2 St. von Sieghardskirchen.
Rassberg. Gross-, – 1 1/2 St. von Sieghardskirchen.
Rassberg. Klein-, – 2 St. von Sieghardskirchen.
Rauschhof, – 4 St. von Sieghardskirchen.
Reinpoldenbach, – 2 St. von Sieghardskirchen.
Reinthal, – 4 St. von Sieghardskirchen.
Reisenhof, – 1 1/2 St. von Sieghardskirchen.
Reittermühle, – 3 St. von Sieghardskirchen.
Rohr, Langen, oder Niederrohr, – 1 St. von Sieghardskirchen.
Rumpfhof, – 5 St. von Sieghardskirchen.
Russhof, – 1 1/2 St. von Sieghardskirchen.

Veröffentlicht am 31.12.2025

Platzhalter für weitere Recherchen.

Sebacher - Seebeken

Twerdy - Band 1

Die Besitzer der Bauparzellen in Niederösterreich im Franziszeischen Kataster 1817 – 1824