Beiträge zur Geschichte des Wienerwaldes
Wilhelm Twerdy, 1998
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IV.J.) Rappoltenkirchen– Rapotenchirchen
Ab Seite 271:
Markgraf Leopold III. gab seiner Schwester Elisabeth zur Hochzeit mit Markgraf Otakar von der Steiermark als Morgengabe unter anderem Rappoltenkirchen. Diese Nachricht überbringt uns das Landbuch von Österreich und Steier, das ca. 1240 bis 1245 geschrieben wurde. 1)
1) 1095, nach dem 12. Oktober, GB St. Pölten, Preuenhuber, Anales Styrensis, S 364, 391
Marktgemeinde, Andreas Bohnec, Recherche 3.1.2026 – Es wurde zwar eine alte Quelle aus 1780 gefunden, sie gibt Preuenhuber nur als Quelle an. Interessant sind aber die Seiten darüber, weil Rappoltenkirchen erwähnt wird.
Versuch einer Staatsgeschichte von Steyermark.
Von den ersten Zeiten nach C. G. bis auf den im Jahre 1246. erfolgten Tod Friedrichs des Streitbaren des letzten Herzogs von Oesterreich und Steyer. aus dem Babenbergischen Geschlechte.
Wien, 1780.
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Ab Seite 77:
§ XIII. Ottokar der IV.
Vom Jahre 1088 – 1122.
Nach dem Tod Ottokars des III. erhielt sein Sohn Ottokar der IV. diese Markgrafschaft. […]
Seite 81:
§ XVI.
Ich finde von Ottokar dem IV. nun nichts mehr als seinen Tod anzumerken. Ottokar starb im Jahre 1122.
Seine Gemahlin war Elisabeth eine Tochter Leopolds des Schönen, und Schwester Leopolds des heiligen Markgrafen von Oesterreich (c) mit
(c) Igitur Ottachyr Marchio accepit uxorem Elisabeth fororem Marchionis Austriae Liupoldi, ejus videlicet, qui postea fororrem Henrici V. Imperatoris accepit.
MS. genea. Vorav. Beym CAESAR Ann. Sty. T. I. p. 106.
(mit) welcher er einen Sohn Leopold den Starken zeugte, welcher ihm in der Markgrafschaft folgte. […]
Ennenkel in seinem Fürstenbuche Augs. Von Linz 1618. p. 5. berichtet, daß ihr Vater ihr zum Heyrathsgut mitgeben, was er an Eigenthum hatte, bey Wilhelmspurg, den dem heutigen Stift Lilienfeld bis an kleinen Fluß Piesting, ferners Herzogburg, Chelichdorf (heute Kallendorf) Oshram, Grußberg, Rapotenkirchen (heute Rappoltenkirchen) Gumpollskirchen. …
PDF Seite 25 von 189:
Auf eine Landkarte „Das Herzogthum Steyermark“ ist Sieghartskirchen noch eingezeichnet.
Hier ist auch Kremsmünster (südlich von Linz-Ens, westlich von Steyer, Zusammenhang Kloster Kremsmünster – Abstetten) eingezeichnet.
Veröffentlicht am 3.1.2026.
K. Lechner sagt hiezu, daß die meisten genannten Orte, wie Wilhelmsburg, Herzogenburg, Rappoltenkirchen und Gumpoldskirchen in der zweiten Hälfte des 11. Jahrhunderts noch nicht im Besitz der Babenberger waren. Er vertrat die Ansicht, daß Markgraf Liupold II., der am 12. Oktober 1095 starb, selbst noch seine älteste Tochter Elisabeth mit Markgraf Otakar II. der karantanischen Mark vermählen konnte. 2)
2) + 1095. 12. Oktober, K. Lechner, Babenberger, S 115
Seinen Sitz hatte er auf der Burg am Kamp. Unbestritten scheint zu sein, daß Rappoltenkirchen, zusammen mit Sitzenberg durch den letzten steirischen Otakar an die Hochfreien von Lengbach kam. 3)
3) K. Lechner, S 402, A 26
Herzog Friedrich II. urkundete am 18. September 1235 vor der Burg Sitzenberg für das Kloster Garsten, 4) der letzte Lengenbacher starb 1236.
4) 1235. 18. September, OÖUB III., A. Garsten, BUB II; 322, Lechner, Babenberger, 407, A 72
Um 1210 war ein Ebergerus von Rapotenchirchen Zeuge für Otto, den Vogt von Regensburg, als dieser seinen Untertanen befahl, dem Stift Göttweig den schuldigen Wein-Zehent zu reichen. 5)
5) 1210, o. D., F II/51, 72
Rappoltenkirchen gehörte zu den älteren Pfarren, Pfarrer Heinrich von Rappoltenkirchen war 1220 mit Pfarrer Heinrich von Lengenbach Zeuge für Otto von Lengenbach bei dessen Schenkung des Gutes St. Peter in der Au an das Kloster Admont. 6)
6) 1220, Pfarre St. Georg als Gründung der Grundherrschaft, U StM II., 177
Im gleichen Jahr hatte Otto sein Castrum Eberstein und das Castrum lebekke um 1800 Mark Silber an den Erzbischof Eberhard II. von Salzburg verkauft. 7)
7) 1220, o. D., Meiller, Reg. SE. 244, HHSTA, Kammer Bücher
Der Erzbischof war am 16. Oktober in Neunkirchen. 8)
8) 1220. 16. Oktober, Meiller, Reg. SE 243
Bischof Gebhard von Passau hatte über den Abt von Mariazell, den Abt der Schotten und andere das Interdikt ausgesprochen. Eine Kommission, der der Abt von Heiligenkreuz angehört hatte, hat dieses Interdikt am 7. Dezember in Krems aufgehoben. Auf Intervention Bischof Gerhards wurde es am 14. Dezember von Prag aus wieder als gültig erklärt, Pfarrer Heinricus von Rappoltenkirchen war unter den Betroffenen. 9)
9) 1229. 7. Dezember, Krems, GB. St. Pölten, I., MB 29, 344, 345, F II/11, 74, 86, Eigner S 26, et 17. Dezember, Prag OÖUB II, 680, GB, St. Pölten. I.
Mit dem Tode des Advokaten der Regensburger Kirche wurden 2 Teile des Zehentes in Rappoltenkirchen frei. 10)
10) + 1236, MB 29, S 217, CCXX, zu 1250/60
Ein Herrandus de Rappotenkirchen bezeugte 1244 eine Schenkung des Albero von Schwarzenau an das Kloster Maria Magdalena in Wien. 11)
11) 1244. 26. Oktober, Q I/3, 2799, Kopie
Im Pfründeverzeichnis der Diözese Passau heißt es, daß die Kirche in Rappoltenkirchen der Advokat von Regensburg besaß, nun wäre sie dem Bischof mit dem Grund und Zehent freigeworden, ebenso das Dorf Chaelichdorf – Kalchdorf am Fuß des Berges Sitzenberg. 12)
12) 1254/65, MB 28
In Rapotenchirchen hatte der Landesfürst Haferdienste, Eier- und Geflügel-Dienste, Dienst von Äckern, von 2 Benefizien und Dienste bei eventueller Anwesenheit des „Herrn“. 13)
13) 1260/80, Öst. Urbare II/1, 302, 293, et I/1, 67, 268, 288 [Abschrift siehe bei 03 Landesfürstliche Urbare im Register 3.1]
Den Verkauf des Hauses am Kienmarkt zu Wien mit der Katherinenkapelle, an den Landschreiber Magister Chunrad und dessen Frau Eyte, bezeugte 1275 auch Wernher der Pfarrer von Rappoltenkirchen. 14)
14) 1275. 23. März, HHSTA
Nach dem Pfründeverzeichnis der Diözese Passau gehörte Rappoltenkirchen in das Dekanat Stein. 15)
15) 1332, o. D., Maidhof und GB VIII, die Verleihungstaxe betrug 20 Pfund, es müßte sich um eine sehr ertragreiche Pfarre gehandelt haben, meinte Pfarrer Leopold Wiedermann
1333 soll Johann der Schenk von Dobra die Feste Rappoltenkirchen und das Amt zu Ried an Friedrich von Chreuspach um 1300 Pfund verkauft haben. Dobra gilt als verödeter Edemlammsitz bei St. Peter in der Au. Letzteres war ebenfalls Besitz der Lengenbacher! Der Herzog hat im Jahr darauf seine Zustimmung erteilt. 16)
16) 1333, Montag vor dem Matthiastag (19. September), GB VII, S 45, HKA et 1334. 19. September, GB VII, S 45, angeblich HKA
Diese Nachricht dürfte datumsmäßig falsch sein, sie ist leider nicht überprüfbar. [Anmerkung Marktgemeinde, Andreas Bohnec, 5.8.2025: In den bisherigen Abschriften scheint das Jahr 1353 auf, Register C 13: Einmal Kerschbaumer, dazu Recherche Wißgrill-Adelslexikon.]
Interessant scheint der Mitverkauf des Amtes Ried zu sein. Vermutlich handelt es sich um das Jägeramt, das für Ried auch später bezeugt ist. 17)
17) 1515, Gejaidbuch des Wilhelm von Graisheim, Leeder, S 291 ff.
Der erste namentlich genannte Besitzer des „Hauses“ Rappoltenkirchen ist Ott von Wald. Dieses Geschlecht besaß die Herrschaft Wald, in der Bezirkshauptmannschaft St. Pölten gelegen.
[Verkauf Güter zu Hegerberg, Krenberg, Geld in Michelbach, Besitz zu Kaltenbrunn]
Über seine Pfandschaft Rappoltenkirchen ist bisher keine Urkunde aufgefunden worden. 1355 löste Hans der Schenk von Dobra mit Willen des Herzog Albrecht von Ott dem Walder um 240 Pfund das Haus Rappoltenkirchen mit Zubehör. Der Herzog schuldete ihm 150 Pfund, den Rest von 70 Pfund, der 1357 noch bestand, schlug er ihm auf den Satz von Rappoltenkirchen. 21)
21) 1355. 11. November, Lichn. II., 1808, Dipl. Albr. II. p 38 et 1357. 3. Juni, Lichn. II., 1940. Dipl. Albr. II, p 119
Einen Hof mit 2 Hofstätten zu Haunoldstein verkaufte der Schenk 1361 mit Bewilligung Herzog Rudolphs an Marchard von Tiernstein zur Herrschaft Ortenburg. 22)
22) 1361. 30. November, GB XV, S 485, A. Greinburg
Daraus ist erstichtlich, daß die oben stehende Nachricht datumsmäßig falsch sein muß. Tatsächlich hat aber 1358 Herzog Rudolph das Amt des Obrist Jägermeisteramtes an Friedrich von Kreisbach neu „ausgetan“ und hiezu die Feste Rappoltenkirchen als Lehen gegeben. Die Feste sollte in Hinkunft Jägerburg heißen, was sich aber nicht durchgesetzt hat. Eine Urkunde mit ähnlichem Inhalt ist mit 1359 datiert und befindet sich im Besitze des Hauses Liechtenstein in Vaduz. 23)
23) 1358. 5. November, Winter, S 276, LV, GB VII, n. ö. Lehen- und Pfandschaftsprotokoll et 1359. 20. November, Orig., A. Vaduz, GV VII; Blätter 1880, S 208
Anmerkung Marktgemeinde, Andreas Bohnec, 5.8.2025:
Näheres zum Jägermeisteramt siehe in Anschluss an diese Abschrift.
Sie dürfte an die Zeit erinnern als die Liechtensteiner dieses Amt innegehabt haben. Friedrich von Chreuspach starb um 1360. Als Jägermeister folgte sein Sohn Wilhelm von Kreuzbach, der mit Anna, Tochter des Weichart von Toppel verheiratet war.
Um 1380 nennt das Lehenbuch folgende Lehen; Die Kreuzpecken haben durch Herzog Albrecht III. die Feste, das Kirchlehen und das Jägermeister-Amt. 24)
24) 1380, LB Albr. III., S 50, S 35, 174, HA, R 39, f 3
Philipp der Purchstaller hat Lehen empfangen und erhielt um 6 Pfund das Haus in Rappoltenkirchen. Hans der Innprucker vom Wasen hatte Geld zu Grabensee, zu Rappoltenkirchen, zu Erla und zu Dornberg. Hans von Atzenbruck hatte ein Holz am Eichberg, im selben Lehenbuch wird auch Heinrich von Atzenpruck als Inhaber genannt. Hensel von Gerhartsdorf – Gerersdorf hatte die Hölzer Hohenwart, agneck und Necztal, alles vor Gerhartstorf in der Pfarre Sieghartskirchen und in der Pfarre Rappoltenkirchen. Niclas Heuginger und Conrad Schneitel erhielten miteinander 1 Hof zu Rappoltenkirchen und 13 Pfund Geld. 25)
25) 1380. LB, S 50 et alt 24 et 78 et 455 et alt 19, S 103 et S 147, OÖUB X, LII, 117
Der Besitz war also weitgehend zersplittert und getrennt verliehen. Das Stift St. Dorothea erwarb 1383 eine Gülte imDorf Eppuing – Oepping. 26)
26) 1383, o. D., AÖG II, S 132
Seit 1384 waren die Scheuchensteiner Jägermeister, ohne daß über dieses Geschlecht mehr ausgesagt werden kann. Wulfing von Scheuchenstein hatte 3 Pfund und 61 Denare Geld im Dorf Rappoltenkirchen. 27)
27) LB Albr. III., 361
1396 wurden die Brüder Ott und Wolfgang die Scheuchensteiner als Inhaber des Jägermeister-Amtes genannt. Zwei Jahre später hatte Ott das Amt und Geld alleine inne, Elenn, der Witwe nach Wulfing, verblieb die Morgengabe, Geld zu Ober Bierbaum und ein Haus zu Rappoltenkirchen. 28)
28) 1396, LB A IV., 175 et 1398, LB A IV., 305 et 1398, LB A IV., 1292. Die Scheuchensteiner führen meist nur einen Helm im Siegel, zu welchem Geschlecht sie zu zählen sind, ist nicht bekannt.
Leider sind von den Brüdern nur Wappen mit Helm bekannt, wodurch über das Geschlecht nichts ausgesagt werden kann. 1404 hat Niclas der Heuginger seinen landesfürstlichen Hof zu Rappoltenkirchen an Hans den Prumstorfer weiterverkauft. 29)
29) 1404. 5. Juli, HHSTA, Q I/10, 18244
Die nächsten Lehensinhaber waren die Innprucker, von dennen Ott von Meissau, Obrist Schenk in Östereich, das Lehen kaufte. 1406 verkaufte er als Hofmeister Erzherzog Wilhelms die Hälfte der Feste, des Dorfes, des Kirchlehens, des Amtes und der Vogtei, Lehen der Herrschaft Österreich um 232 Pfund an Wolfgang den Seebeck. Vermerkt wurde, daß die vorgenannte Vogtei auf den Dörfern Epping – Oepping und Gräcking – Kracking lag. 30)
30) 1406. 12. März, HKA, HA, R 15, f 4, St. Georgientag, Blätter 1872, S 172, HHSTA, Abschrift 2. gbris 1629, Wien, Obr. JM Amt, Karton 127, f 133 und 146, St. Gregorientag, d. hlg. Lehrers, Zeugen waren Alber von Ottenstein als Hofrichter und Mert von Plankenstein.
Dieser war mit Hedwig, der Tochter des Pernolt Klingenfurter verheiratet und erhielt im Jahr darauf Geld auf dem Tullnerfeld, das seine Gattin Hedwig 1407 an Ulrich von Ror verkaufte. 1411 wurde die Feste an Wolfgang verliehen. 31)
31) 1407, o. D., HS 5, Bd. 2. et 1411, Lb 1411, p 28
Um 1417 hatte bereits Jacob der Seebeck, der Wolfgang seinen Onkel nannte, Geld auf behaustem Gut zu Rappoltenkirchen, das er von dem Innbrucker auf dem Wasen gekauft hatte, einen Hof mit Zubehör, das Holz zu Aichberg, Geld zu Paumgarten auf dem Tullnerfeld auf behaustem Gut und zu Wimmersdorf. 32)
32) ca. 1417. LB A V., 105 B
Stift St. Dorothea verkaufte im selben Jahr seine Gülten im Dorfe Epping an Wolfgang Lasberg zu Rappoltenkirchen. 33)
33) 1417, o. D., A. St. St. Dorothea, A. Kl. Neuburg
Jacob der Seebeck verkaufte 1423 das Holz am Aichberg zu Rappoltenkirchen an Christoph Matseber, der dieses Holz zu seinem Lehen Judenau verliehen bekam. 34)
34) 1423, o. D., Not. Blatt 1859, 261, 262
1418 verkaufte er Gülten zu Paumgarten an Herzog Albrecht, der diese der Kartause Mauerbach widmete. 35)
35) 1418. 22. August, Q I/5, 4853
Von Herzog Albrecht V. erhielt er einen Lehensbrief über Rappoltenkirchen, das Dorf, das Kirchlehen und das Jägermeister Amt, das er bisher nur satzweise innegehabt hatte. Der Vermerk: gekauft von dem Innprucker, wurde beibehalten. 36)
36) 1428. 14. März, Wien, Not. Blatt 1859, 564, LBA V., 47, Lichn. V., 2627
Das Pfründverzeichnis der Diözese Passau nannte daher für 1429 die Herren von Seebeck als Patrone der Pfarre Rappoltenkirchen. 37)
37) 1429. Not. Blatt 1859, S 54
Im Besitz dieses Geschlechtes verblieben Feste und Amt. König Ladislaus verlieh 1456 die Feste, das Dorf, das Kirchlehen, die Vogtei und Geld an die Brüder Tybolt und Jacob von Seebeck. Tybolt erhielt mit seiner Hausfrau Barbara vom König auch Geld auf behausten Gut zu Rappoltenkirchen, das von Wolfgang dem Zistersdorfer übergeben worden war. 38)
38) 1456. 18. August, Not. Blatt 1854, 239, f 9 et f 99b
1448 war Tybolt Verweser des Landgerichtes gen Wolfstein, König Friedrich hatte ihn auch benachrichtigt, daß er dem Kloster Melk Stock und Galgen verliehen habe, er solle daher das Kloster nicht beirren. 39)
39) 1448. 20. August, Chmel 2466
Tybolt hat 1465 für seine Gattin Ursula, Tochter des Niclas des Dexner, 250 Pfund Morgengabe mit Erlaubnis König Friedrichs auf das lehenbare Schloß Rappoltenkirchen legen dürfen. 40)
40) 1465. 17. Dezember, Neustadt, AÖG 10, Birk, U 869
1480 hatte Wolfgang von der Leiten unter anderem auch Lehengüter und Lehen zu Rappoltenkirchen und zu Stretzing. Nach seinem Tode fielen diese Lehen an seinen Vetter, den Wiener Bürger und Ratsherr Ernreich Koppel, der damit belehnt wurde. 41)
41) 1480. 4. Feber, Wr. Neustadt, LB 1440/80, 268, Q I/5, 5052
Von diesem erbte sein Sohn Hans Koppel ebenfalls Bürger zu Wien, er wurde 1491 belehnt, sandte jedoch König Friedrich diese Lehen auf. Der König verlieh im selben Jahr die Feste, das Kirchlehen, die anderen zugehörenden Güter und die Lehen nach Hans Koppel nach Ursula, der Witwe des Tybolt, an Andre Krabath von Lapitz, dem Pfleger zu Steier. 42)
42) 1491. Sonntag, Palmtag, Linz, LB 17/8, f 63r, mit Vermerk 1497 an Wolfgang von Lapitz, LB H 119
[Besitzungen, Schwager, Gattin] Andre Krabath von Lapitz ist am 3. September 1506 in Amstetten gestorben. 43)
43) […] et 1506. 3. September +, GB XV, S 55
König Maximilian I. verlieh Rappoltenkirchen nun an die 3 Söhne des Andre, Wolfgang, Hans und Ulrich. Diese beurkundeten ein Teillibell, der Vater hatte ihnen neben Seiseneck und Rappoltenkirchen auch die Feste Leiben hinterlassen. 44)
44) 1506. 3. Oktober, Graz, LB 17/10, 119, HKA, und GDB 2a, f 43 r, R 15, et 1506. Montag nach St. Leopold, NÖLA, HS 5, Bd. VII.
Doch 1522 wurden die Brüder Wolfgang, Hans und Ulrich wieder belehnt. Diesmal kam der Sitz Atzleinsdorf mitsamt dem Kogel dazu. 45)
45) 1522. 11. Juni, LB 17/13, 98
Knapp vor der Einschließung Wiens durch die Türken verlieh Erzherzog Ferdinand an Hans von Lapitz den Wildbann zu Seiseneck, den sein Bruder Wolf verschwiegen hatte, im Sinne des Generalmandates über verschwiegene Lehen. 46)
46) 1529. 18. September, HS 5, Bd. VII
Am 26. September 1529 wurde Rappoltenkirchen durch die Türken verwüstet, es blieb in der Folgezeit ohne Pfarrer. Nach dem Tode des Wolfgang von Lapitz am 14. September 1530 wurde Hans von Lapitz auch Lehensträger für den Sohn des Verstorbenen, Ulrich von Lapitz. 47)
47) 1531. 19. Juni, Wien, LB 17/15, 40 et 1530. 25. Jänner, GB VII., S 46, + 1530. 14. September, A. St. Tulln, Grabstein in Melk
Einen Tag vorher hatte Hans von Lapitz das Bergrecht zu Baumgarten und zu Nentzing auf dem Tullnerfeld, das er von David von Trautmannsdorf gekauft hatte, erhalten. 48)
48) 1531. 18. Juni, LB 17/15, f 39r, 40
Dieser erwarb das Doktorat und wurde 1536 mit seinen Vettern Veit und Cornelius, den Söhnen des Hans, belehnt. 49)
49) 1536. 19. Juni, Wien, LB 17/15, 236r
Veit von Lapitz erhielt 1537 die Vogtei Zeylern. 1540 erhielten Cornelius und sein Vetter Paul von Lapitz nach Dr. Ulrich von Lapitz, Vater beziehungsweise Vetter, Seiseneck, Rappoltenkirchen und Atzleinsdorf. 50)
50) 1540. 24. Oktober, LB 17/16, 75
1548 sandte Cornelius auf und bat an seinen Schwager Jörgen Waseyo (Georg Basey) zu verleihen. 51)
51) 1548. 5. September, LB 17/17, f 62
Nach dem Tode des Georg Basey verfaßte Pilgrim von Sinzendorf zu Fridau als Gerhabe der Erben nach Basey die Einlage im Gültbuch: 52)
52) 1560. 19. August, AE, OW 105, f 1
vermerkt die Rent und Gült zu der Festen Rappoltenkirchen gehörig.
1. Amt Rappoltenkirchen von gestifteten und behausten Gütern, von Burgrecht und Überland, Wiesendienst und Küchendienst.
2. Amt am Kogel von bestifteten und behausten Gütern, von Burgrecht, Brandstätten und Überländ, Kucheldienst, Traid-Zehent, von Bestandäckern zu Kogel, Vogtdienste.
3. Amt zu Gerersdorf von bestifteten und behausten Gütern, von Brandstätten und Überländ und Kucheldienst.
4. Amt zu Rörnbach von behausten und gestifteten Gütern, von Brandstätten und Überländ, am Aichkogel Weinperg und „Peyßgleig“ 20 Viertel-Weingärten, zu Bradten 7 Viertel-Weingärten um 10 Eimer verlassen. 20 Eimer-Bergrecht zu Peysling, 14 Eimer Wein-Zehent zu Rörnbach, zu Rappoltenkirchen ein kleines Bergrecht, Wein-Zehent, meist öd, 6 Eimer. 26 Metzen Diensthafer zu Umbsee und Starzing, Traid-Zehent, Korn und Hafer zu Umbsee und Rörnbach.
Die Pfarre Rappoltenkirchen war seine Lehenschaft und Vogtei und hatte folgendes Einkommen: 1/2 Traid Zehent zu Rappoltenkirchen, Korn und Hafer. Die Pfarre hatte Wein-Zehent und Bergrecht, die Weingärten waren aber fast verödet, sie trugen 6-8 Eimer Wein. Zum Pfarrhof gehörten Ackerlandwiesen. Seit der „Türggen Verhöhrung“ gab es keine Pfarre. Cornelius von Lappitz erhielt 1562 von K. Ferdinand I. das Amt Ried käuflich und vereinigte es mit der Herrschaft Rappoltenkirchen. 53)
53) 1562, o. D., Hippolytus 1864
Pilgrim von Sinzendorf erhielt 1564 als Gerhabe Lehensurlaub, 1567 verlieh Erzherzog Maximilian den gesamten Besitz an Cornelius Bassey, den vogtbar gewordenen Sohn des Georg. 54)
54) 1564. 18. September, Wien, LB 17/19, 2 et
1567. 11. September, HKA, HA, R 15, f 7
1571 besaß Cornelius ein Gehölz im Amt Ried, sein Vater Georg hatte es von seinem Schwager Cornelius von Lappitz erworben. Zur Waldbereitung 1572 war Cornelius Bassey Inhaber, das Gehölz lag im Koglinger Amt. 55)
55) 1571. 11. Jänner, HKA, HA, W 65/C et
1572, HKA, HS 86
Cornelius war der Letzte seines Namens, nach seinem Tode wurde am 2. April 1579 der Auftrag zur Bereitung an Johann Philipp von Brassican und Abraham Länser gegeben, da das Lehen heimgefallen war. 56)
56) 1579. 2. April, Wien, HA, R 15, f 9, 11 ff, placet, 5. April, Orig.
K. Rudolph belehnte Albrecht von „Sachawitz“ als Gerhab der Töchter des verstorbenen Cornelius Bassey, Elisabeth und Maria Anna mit der Feste und allem Zubehör. 57)
57) 1583. 27. Jänner, LB 17/22
Franz von Prösing, Freiherr zu Stein kaufte vom Gerhaben der Pupillen Albert von Sachwitz zu Wels und sollte im Auftrag des Landmarschallgerichtes den 4. Teil des Lehens ins Vizdomat erlegen. Der Gerhabe teilte mit, daß sein verstorbener Schwager das Jägermeister Amt nicht „gebraucht habe“, er gab auch 4 unterschiedliche Hölzer an, die zur Herrschaft gehörten: 58)
58) 1580. 10. November, HKA, R 15, f 217 et f 25
1) Holz auf der Hohenwart, ca. 225 Joch
2) Holz in der Walchen, ca. 120 Joch
3) bei dem Topel Rämb und gegen den Kogel hinab, ca. 424 Joch
4) Holz im Kreitgang, ca. 4 Joch
Das Erdbeben von 1590 zerstörte den Kirchturm von Rappoltenkirchen. 59)
59) 1590. Suess: D. Erdbeben in NÖ
Nach dem Bereitungsbuch wurde Cornelius Bassey als Inhaber der Dorfobrigkeit in Gerersdorf, Rappoltenkirchen, Kogel und Röhrenbach genannt, der Verkauf wurde aber mitgeteilt. 60)
60) 1591. Ber.[eitungs] Buch, OW, S 88
1592 berichtete Melchior Klesel an Erzherzog Ernst, in Rappoltenkirchen und in Judenau würden durch Hieronymus Weichler, Prädikant zu Judenburg, Predigten gehalten.
1594 erfolgte „ein Kaufanschlag Feste Rappoltenkirchen mit ödem Burgstall am Kogel, früher Edelmannsitz, jetzt mit allem der Herrschaft einverleibt, gesamt 2000 fl, Kirchenlehen und Erbtvogtei 1000 fl, Jägermeister Amt 500 fl, Schankgerechtigkeit 500 fl,Schloß Azelsdorf, Lehen von Österreich, mit Graben umfangen, verödet, von Wolfen Habervorgel erkauft. Beschreibung nach Freiherr von Stein auf Sixental, Inhaber von St. Pölten. Gesamt 2060 Joch Holz, je 5 fl ergibt 10.300 fl, Gesamtwert 38.866 Gulden“. 61)
61) 1594. 9. September, Schallaburg, HA, R 15, f 228
Franz von Pösing zu Stein auf Rappoltenkirchen hatte Gut Rappoltenkirchen samt allem Zubehör 1595 an Heinrich von Oedt auf Ernek verkauft, dieser ersuchte um Zuschreibung. 62)
62) 1595. 4. März, OW 105, f 8
Nach Tod des Cornelius Bassey kam die Herrschaft durch die neuen Gerhaben Abraham Stockhorner zu Starrein und Harras und Wilhelm Christoph Hebl zu Limberg, an dessen Töchter Elisabeth und Maria Anna, Ansuchen um Anschreibung an Gerhaben und Pupillen. 63)
63) 1595. 14. Feber, OW 105, f 7
König Matthias wandte sich 1598 an die k.k. Räte. Seemann wolle Rappoltenkirchen als Lehen. Die 2 Töchter des Bassey wären verstorben, da der von Prösing und der von Ödt keinen Konsens hätten, wäre das Lehen heimgefallen, an Seemann wäre daher zu bewilligen. Wilhelm Seemann von Mangen zu St. Peter in der Au, Hofkammerrat und seit 1585 Verwalter der Landeshauptmannschaft unter der Enns, wurde am 15. Dezember mit Rappoltenkirchen, Kogel und dem Sitz Atzelsdorf belehnt. 64)
64) 1598. 24. Juli, Wien, HA, R 15, f 236 et
15. Dezember, LB 17/22, 120
Kaiser Rudolph II. fragte 1601 bei Seemann an, ob er zum Posseß Rappoltenkirchen gekommen sei! 65)
65) 1601. 6. Oktober, Wien, HA, R 15, 175. Am 28. Feber 1600 hat der Kaiser seinem Bruder aus Pilsen berichtet, daß Seemann um Erlassung seines Regimentdienstes gehorsamst ersucht habe. Orig., f 241, am 10. September 1610 hieß es: „Wie er (Seemann) sein Hofkammerdirektori verlassen und jährlich 300 fl Pension verwilligt worden“, nach f 175
1601 verkaufen Melchior, Albrecht und Roman die Geyer von Osterburg auf Hardt und Rotenhaus an Heinrich von Oedt von Ernegg und Reinsperg und Wang zu Rappoltenkirchen den ihnen eigentümlichen Edelmannsitz Eisenpeutel samt dem zugehörigen Markt Sieghartskirchen mit dem Dorf Wagendorf und der Dorfgerechtigkeit in Wagendorf mit genannte Gehölzen gegen eine Summe Geld, von Ahnen und Vater Wilhelm Geyer an sie erblich gekommen. 66)
66) 1601. 27. Jänner und 29. September, Tag hlg. Michael, HHSTA, Obr. JM Amt, Karton 127, f 142 ff. Melchior Geyer saß zu Hardt, Albrecht zu Rottenhaus. Roman war Truchseß des Erzherzogs Maximilian.
1603 verkauften die Gerhaben des Johann Bernhrd von Ödt, Sohn des Heinrich von Ödt, Andre Rächwein zu Kleinatzelsdorf und Hans Christoph Kaufmann zu Jeutendorf mit Zustimmung der Majestät und der Landmannschaft, Rappoltenkirchen und Sieghartskirchen an Sigmund Malendin zu Plankenstein und ersuchten um Zuschreibung. 67)
67) 1603. 8. November, HA, R 15, f 236
Im Dezember wurde die Feste und der Sitz Atzelsdorf an Wilhelm Heinrich von Ödt zu Handen seiner Pupillen Johann Bernhard und Hans Christoph von Ödt verliehen. 68)
68) 1603. 23. Dezember, LB 17/22, 194
1606 wurde wiederum Andre Rächwein als Gerhabe nach Heinrich von Ödts Erben belehnt. 69)
69) 1606. 7. Juni, LB 17/22, 251
Nach Kauf wurde Sigmund von Malendein 1608 belehnt. Auch König Matthias belehnte ihn 1611 mit der Feste und dem Kirchlehen, er besaß auch die Feste und Herrschaft Plankenstein. 70)
70) 1608. 31. Jänner, LB 17/22, 282 et
1611. 20. Juli, LB 17/24, 65
1613 nannte er sich auch zu Deutschbach und Sieghartskirchen. 1616 erwarb er als zu Rappoltenkirchen, Plankenstein und Weissenbach von Volkhard von Concin zu Working das Amt Leyß. 71)
71) 1616. 27. Mai, AE, OW 120, f 21
Seine Söhne Adam, Seyfried und Sigmun von Mallendein zu Temtschach auf Rappoltenkirchen und Weißenburg verkauften Plankenstein mit dem Amt Leyß an Gotthard Freiherrn von Tattenbach. 72)
72) 1625. 24. November, OW 120, f 15
Zwei Jahre später verkauften sie auch das Gut Rappoltenkirchen und Sieghartskirchen samt dem freiem Eelmannsitz und Burgstall zu Kogel, Aiglensdorf – Atzeldorf und den Eysenbeutelhof, an den Hofkriegsrat Gerhard von Questenberg, Freiherr zu Järmerschitz. Dieser wurde 1628 unter Bedingung der katholischen Religion mit der Feste, dem Kirchlehen, der Vogtei, dem JM Amt, dem Lehen zu Stratzing, Geld auf Überland, Zehent zu Rernpach, Getreide Zehent zu Sieghartskirche, Sitz Atzelsdorf mitsamt dem Kogel belehnt. 73)
73) 1627. 14. August, OW 120, f 16 et
1628. 7. Dezember, LB 17/26, 102, 104
1629 teilten die Brüder mit, daß ihr Vater Sigmund nach dem Ankauf von 1603 wegen Streitigkeiten nicht an die Gült geschrieben worden wäre. 74)
74) 1629. 5. April, OW 120, f 18
1630 ersuchte Gerhard von Questenberg um Anschreibung, im Oktober bestätigte ihm der Kaiser, gemeinsam mit dem Wald- und Forstmeister Pfeffer von Pfeffershofen, die Pflegschaft und den Wildbann im Gemeinholz. 75)
75) 1630. 8. April, OW 120, f 21 et 2. Oktober, Pflegschaft, R 15, f 213, und f 209. Ferdinand II. stellte von Regensburg aus fest, daß 1406 mit der Feste Rappoltenkirchen der Wildbann und das Jägermeisteramt verkauft wurden wären, de jure würde dies auf „Dich“ transferiert sein. Questenberg war damals auch Pfandinhaber der Herrschaft Petschaw. HHSTA, Obr. JM Amt, Karton 127, f 137, 1630. 2. Oktober, Regensburg.
1636 erfolgte eine neuerliche Belehnung, ebenso 1638 durch K. Ferdinand III. 76)
76) 1636. 21. Mai, LB 17/26, 309 et
1638. 28. Juni, LB 17/26, 515
Im gleichen Jahr war er auch Lehensträger der Töchter des Hans Unterholzer für 9 Untertanen zu Motten und Polweis. 77)
77) 1638. 28. Juni, AE, OM 67
Bereits 1637 beschwerte sich Questenberg beim Obrist Land JM Bruno Graf von Mannsfeld, daß der vor 2 Jahren verstorbene WM Pfeffer ihm Schwierigkeiten bereitet hätte wegen des 4. Pfennigs aber auch wegen der Jagd auf Wölfe und Luxen „der Pfeffer, so ein flagellum des Adels in materia venatoris“, er persönlich habe ihn aber nie beleidigt gehabt. 78)
78) 1637. 30. Oktober, Brief an Majestät,, HHSTA, Obr. JM Amt, f 136 und 22. August, f 140. In Pfeffers Zeiten wurde der Wildbann zu dem kaiserlichen Wildbann gezogen und war strittig.
Wegen der Einsprüche Questenbergs wurde von den Verordneten der Landschaft eine Kommission aus Bruno Graf von Mansfeld, Obrist JM, Falkenmeister und Stallmeister, David Ungnad und Wenzel Hegenmüller auf Albrechtsburg bestellt. 79)
79) 1640. 25. Oktober, Wien, Orig., HHSTA, Obr. JM Amt, Karton 127, f 145
1643 erfolgte eine Freimachung gegen eine Gebühr von 1500 Gulden. 80)
80) 1643. 12. Dezember, LB 17/26
1657 ersuchten die Gerhaben der Söhne des Gerhard von Questenberg um die Anschreibung des Traid-Zehent zu Rappoltenkirchen nach Ankauf von Johann Kaltschmied von Eisenberg und um Zuschreibung zur Herrschaft Rappoltenkirchen an. Hans Jacob von und zu Graf von Brandis Freiherr zu Cronburg und Forst und Hans Franz von Lamberg hatten zuerst an Johann von Kaltschmid verkauft gehabt. Johann Anton Freiherr zu Questenberg auf Jaromoritz, Rappoltenkirchen und Sieghartskirchen erwarb ihn von Kaltschmid. 81)
81) 1657. 12. August, Prag und 23. Oktober, OW 120, f 14 und f 23
1663 war das Gotteshaus in Sieghartskirchen abgebrannt und lag dann öde, Herr und Untertanen zu Sieghartskirchen und Rappoltenkirchen waren lutherisch. Dem Prädicanten wurde gestattet, sich aus dem Sieghartskirchner Holz in Rappoltenkirchen ein Haus zu bauen. 82)
82) 1663. 13. April, GB 7, S 50, A. Hschft. Rappoltenkirchen
Laut Testament des Gerhard von Questenberg war sein 4. Sohn, Johann Antonio Generalerbe. 83)
83) 1662. 7. September, OW 120, f 25
1672 ist er nach seinem Vater als Besitzer genannt, 1677 ersuchte er um Anschreibung im Gültbuch. 84)
84) 1672, R 15, f 209 et
1677. 2. Dezember, OW 120, f 27
1696 richteten Richter und Gemein zu Rappoltenkirchen an Christoph Johann Graf von Althan ein Schreiben wegen ihres Gemeinholzes, 85)
85) 1696. 12. Feber, HHSTA, Obrist JM Amt, Karton 127, f 182
1710 an den Hof und Land Obrist JM Hartmann v. u. z. Liechtenstein zu Nikolsburg, Herzog zu Schlesien, Troppau und Jägerndorf und Graf zu Rittberg wegen der Robottverpflichtung 8 benachbarter Gemeinden: Grabensee, Markersdorf, Innpruck, Großgraben, Habersdorf, Siegerstorf, Paisling und St. Johannesberg. 86)
86) 1710. 20. gbris, Wien, wie vor, Karton 127, f 192
1701 ersuchte Johann Adam Graf von Questenberg nach seinem Vater Johann Antonio einschließlich des erkauften Steuerdrittels um Zuschreibung an. Zwischen dem Grafen und dem Prälaten Patritius, Propst und Erzdiacon zu Baumburg, kam es 1723 zu einem Vergleich. Dieser Vergleich wird unter Sieghartskirchen näher erläutert. 87)
87) 1723. 2. Jänner, Wien, GB 7, S 51, von der Regierung genehmigt 1724. 29. März
Der Pfleger Ignatz Severin Rauscher berichtete 1731, daß Questenberg in Mähren auf Schloß Jaromeritz wäre. 88)
88) 1731. 17. 8bris, HHSTA, Obr. JM Amt, Karton 127, f 194
1733 kam es durch ihn zur Wiederaufrichtung der Pfarre Rappoltenkirchen, der er einen Stiftungsbrief gab. Er sicherte dem Pfarrer Einkünfte von 300 fl jährlich zu und verpflichtete sich den Pfarrhof auf seine Unkosten instandzuhalten. 89)
89) 1701. 26. Jänner, OW 120, f 32 [Grund für diese Jahreszahl an dieser Stelle unklar, Anmerkung Marktgemeinde, Andreas Bohnec, 6.8.2025. Vielleicht zur Anmerkung 87 oben?] et
1733. 12. März, Gesch. d. Pfarre R., Pf. Archiv, S 52, GB 7
1740 verkaufte er an Johann Ferdinand Graf von Kufstein, dieser suchte um Zuschreibung an. Als Reichsgraf, Rat und Hofvicekanzler kaufter er 1741 vom Hochstift Passau den Halb- und Viertel-Traid-Zehent am Kogel, zu Winersdorf, zu Paißing, zu Dornberg, zu Stärzing und Oedt, zu Markersdorf und Mazleinsdorf und ersuchte um Zuschreibung. 90)
90) 1740. 2. Mai, OW 120, f 39 et 19. gbris, f 34 et
1741. 15. Juni und 10. Juli, OW 120, f 35 und f 37
1742 suchte der Graf um Zusammenziehung beider Herrschaften zu einer Rubrik an. 91)
91) 1742. 25. Juni, OW 120, f 41
Auf sein Ansuchen wurde ihm 1743 als Hof Vicekanzler, Freiherr auf Greillenstein, Herr der Herrschaften Zaking, Viehofen, Rappoltenkirchen und Sieghartskirchen auf Grund einer Schätzung durch Gutachter um 4000 fl der bisher königliche Wildbann verliehen, der nun bei der Herrschaft Rappoltenkirchen verbleiben sollte. 92)
92) 1742. 26. Oktober, Dekret wegen Schätzung an den FM in Baden Johann Georg Otto, wegen Wildbann in Rappoltenkirchen, vordere und hintere Ponna, R. Gemeinde, Graggingberg und Schifferwald, f 99,
1743. 17. Mai, HHSTA, Obr. JM Amt, Karton 127, f 89, Benachrichtigung der Kaiserin Maria Theresia, f 195
Dies, obwohl 1629 festgestellt worden war, daß der Wildbann ein Zubehör der Herrschaft war. Es erfolgte eine Ausmarkung im Beisein des Johann Josef Edlmüller, Verwalter der Herrschaft Rappoltenkirchen, des Christoph Ecker, Richter in R.[appoltenkirchen], Leopold Pruckmayr Marktrichter in Sieghartskirchen und Johann Ottmann Dorf Richter zu Gerersdorf, eine Mappe wurde verfaßt und Steine mit den Zeichen HR und W = Wildbann versetzt. 93)
93) 1743, April, wie vor, f 105
1777 erfolgte eine Gültanschreibung des Johann Ferdinand Graf von Kufstein. Er besaß die Fidei Comiss Herrschaften Rappoltenkirchen und Sieghartskirchen, Zagging, Viehofen, Greillenstein, Alt-Pölla, Burgschleinitz und Allodial-Zehent in Greillenstein. 94)
94) 1777. 17. September, NE, OW 77 und OW 143
Unter diesem Eigentümer erhielt die Herrschaft und Gemeine Rappoltenkirchen die Nummer 373 im VOWW. 95)
95) 1786. 22. Oktober, Grenzbeschreibung und 1787. 11. August, Fassion VOWW, 373, NÖLA
Rappoltenkirchen hatte 42 Häuser, Öpping 5, Kraking 4 und Kreuth 11, zusammen 63 Häuser. Verwalter war Johann Josef Weninger und Franz Johann Teufel, Adam Pimberl 96)
96) 1730. 10. März, der 73 Jahre alte Lorenz Pimperl, gebürtig aus Rappoltenkirchen sagte aus, daß ihm sein Vater Michael Pimperl vor dem Türkenrummel über den Wildbann im Pixendorfer Holz berichtet hätte. Die Familie Pimperl existiert auch noch heute.
war Richter in Rappoltenkirchen, Karl Früwald Richter in Kreuth.
Folgende Riede wurden genannt.
Ortsplatz
1. Ried: Antoni Feld
2. Ried: Weinberg
3. Ried: Moderstock
4. Ried: Leiten
5. Ried: Feldl
6. Ried: Steinriegl
7. Ried: Anwörd
8. Ried: Bachwiese
9. Ried: Roßgraben
10. Ried: Breitfeld
11. Ried: Weixelgarten
12. Ried: Türgraben
13. Ried: Aufeld
14. Ried: Tiefenhalt
15. Ried: Adenberg
16. Ried: Walchen
17. Ried: Baumstall
18. Ried: Heignen
19. Ried: Dorf Öpping
20. Ried: Brunnfeld
21. Ried: Walchen
22. Ried: Panzau
23. Ried: Krottensumpf
24. Ried: Dorf Kraking
25. Ried: Dorf Kreut
26. Ried: Waldfeld
27. Ried: Frauenberg
600, privat 1 Joch 994 Klafter
28. Ried: Preutfeld
29. Ried: Mühlwald
30. Ried: Bachwiese
31. Ried: Pana
657, Gemeinde Rappoltenkirchen 4 Joch 1005 Klafter
660, Gemeinde Rappoltenkirchen 22 Joch 260 Klafter
662, Gemeinde Rappoltenkirchen 8 Joch 93 Klafter
664, Gemeinde Rappoltenkirchen 24 Joch 1070 Klafter
666, Gemeinde Rappoltenkirchen 24 Joch 1539 Klafter
670, Gemeinde Rappoltenkirchen 47 Joch 1352 Klafter
32. Ried: Hohenwart
671 25 Joch 1406 Klafter
673 8 Joch 416 Klafter
675 34 Joch 817 Klafter
677, Herrschaft Judenau 26 Joch 1560 Klafter
680, Herrschaft Atzenbruck 18 Joch 452 Klafter
33. Ried: Thonenschachten Wald
681, Herrschaft 74 Joch 887 Klafter
682, privat 2 Joch 1358 Klafter
683, privat 3 Joch 1370 Klafter
684, Herrschaft, Krakingberg 4 Joch 1248 Klafter
685, Herrschaft, Vorderer u. Hinter Walch 78 Joch 20 Klafter
686, Herrschaft, Adenberg 14 Joch 149 Klafter
687, Herrschaft, Frauenberg 242 Joch 1275 Klafter
688, Herrschaft, Hohenwart 210 Joch 1271 Klafter
Gesamtausweis:
Äcker 338.26 Joch 13 Klafer
Wiesen 544.57 Joch 11 Klafter
Wald 882.00 Joch 8 Klafter
Wald, rustical 221.45 Joch 21 Klafter
Zur Herrschaft gehörten damals auch der Markt Sieghartskirchen mit Gerersdorf, die Gemeinde Ried mit 42 Häusern, die Gemeinde Kogl, die Gemeinde Henzing 18 und Wagendorf mit 12, zusammen 30 Häuser und Gemeinde Elsbach mit 34 Haus. Nur die Gemeinde Henzing ist nicht direkt geführt, sie wird daher hier dazugenommen.
Gemeinde Henzing und Wagendorf, VOWW 372. 97)
97) 1787. 11. August, VOWW 372, NÖLA
Folgende Riede wurden genannt
1. Ried: Ortsplatz Henzing
2. Ried: Poenten
3. Ried: Obermitterfeld
4. Ried: Scharfenackern
5. Ried: Braitten
6. Ried: Oberhasleiten
7. Ried: Obersatzgraben
8. Ried: Oberlindthall
9. Ried: Untersatzgraben
504, 506-509, privat 10 Joch 531 Klafter
505, Herrschaft Judenau 5 Joch 1375 Klafter
10. Ried: Unterlindthal
510-535, privat 34 27/64 Joch 389 Klafter
536, Gemeinde Henzing 445 Klafter
11. Ried: Mitterhasleiten
537-581, privat 47 62/64 Joch 1095 Klafter
582, Gemeinde Henzing 7 Joch 819 Klafter
12. Ried: Ortsplatz Wagendorf
13. Ried: Launfeld
14. Ried: Untermitterfeld
15. Ried: Bachfeld
16. Ried: Unterhasleiten
17. Ried: Auberg
679, Gemeinde Wagendorf 25 Joch 1143 Klafter
680, Gemeinde Wagendorf 16 Joch 525 Klafter
Gesamtausweis:
Äcker 156 43/64 Joch 14 Klafter
Wiesen 23 12/64 Joch 19 Klafter
Weingärten 86 7/64 Joch 19 Klafter
Wald 150 24/64 Joch 7 Klafter
hievon dominical 5 55/64 Joch
Franz Brunner war Richter in Henzing, Johann Joseph Wieninger Verwalter und Franz Josef Teufel Richter in Wagendorf. 1790 kam es zur Aufhebung der Localie Kogl, es wurde mit der Pfarre Rappoltenkirchen wieder vereinigt. Hagenau, Geigelberg und Dornberg kamen unter Pfarrer Matthias Lederer zur Pfarre Johannesb[e]rg. 98)
98) 1790. Pf. Archiv, S 58
Zur Herrschaft Rappoltenkirchen gehörten 1821 folgende Katastralgemeinden: 99)
99) 1821. 21. April, Tulln, VOWW 658, BAfEuVW
Rappoltenkirchen, 658 VOWW 1099 Joch 530 Klafter Wald
Ollern, 570 VOWW 700 Joch 497 Klafter Wald
Starzing, 782 VOWW 45 Joch 911 Klafter Wald
Öpping, 572 VOWW 2 Joch 930 Klafter Wald
Penzing, 585 VOWW 69 Joch 520 Klafter Wald
Kreuth, 420 VOWW 9 Joch 820 Klafter Wald
Ried, 680 VOWW 124 Joch 638 Klafter Wald
Sieghartskirchen, 764 VOWW 277 Joch 823 Klafter Wald
In Rappoltenkirchen hatten:
Die Herrschaft den Haaberg, Bauernöd und den Frauenberg, mit 683 Joch 1216 Klafter
Gemeinde Rappoltenkirchen 87 Joch 1229 Klafter
private Anteile 80 Joch 1482 Klafter
Pfarre Michelhausen 17 Joch 902 Klafter
Gemeinde Dornberg 5 Joch 821 Klafter
Herrschaft Neulengbach 170 Joch 6 Klafter
Herrschaft Atzenbruck 26 Joch 685 Klafter
Herrschaft Judenau 27 Joch 365 Klafter
Kirche Sieghartskirchen 221 Klafter
1821 ersuchte Georg Sina um Gültanschreibung der Herrschaften Rappoltenkirchen und Sieghartskirchen nach Franz Joseph Fürst von Dietrichstein-Proseau-Lexlie. Doch noch 1821 mußte Franz Josef Fürst von Dietrichstein um Gültanschreibung von Johann Ferdinand Graf von Kufstein erworben, ansuchen. 100)
100) 1821. 15. März und 1821. 26. März, NE, OW 77
1857 folgte Simon Freiherr von Sina, Herr der Herrschaften Gföhl, Droß, Leopoldsdorf, Hennersdorf, Rappotenkirchen und Sieghartskirchen. 101)
101) 1847. 1. Dezember, NE OW 77, Ansuchen 1858. 10. Feber durch Dr. Ritter von Gredler
1891 kam die Herrschaft Rappoltenkirchen zu gleichen Teilen an: 102)
102) 1891. 20. Jänner, NE, OW 77
Clariclee Erbprinzessin von Hohenlohe Schillingfürst, Iphigenie Reichsgräfin von Pappenheim, Theodor Prinz Ypsilanti, Emanuel Prinz Ypsilanti.
Der dänische Architekt Theophil Hansen errichtete im Auftrag des Freiherrn von Sina das neue Schloßgebäude. Schloß und Herrschaft bestehen auch heute. Nur das Dorf liegt außerhalb der Waldgrenze. Sieghartskirchen ist die Nachbargemeinde.
Veröffentlicht am 27.8.2025